S/V RELAX - heading west

04 July 2017 | Mauritius, dann Berlin
11 June 2017 | Rodrigues
10 June 2017
04 June 2017 | Rodrigues
04 June 2017
04 June 2017 | Salomon
04 June 2017 | Salomon Islands
10 May 2017 | Salomon Islands Chagos Archipel
07 May 2017
06 May 2017 | Gan, Addu Atoll
04 May 2017 | Gan
03 May 2017 | Addu Atoll
30 April 2017 | Thinadhoo
28 April 2017 | Fulangi
27 April 2017 | Südliche Malediven
25 April 2017
21 April 2017 | Süd-Malediven
11 April 2017 | Male, Malediven
07 April 2017 | Male, Malediven

Ankunft in Mauritius und erzwungene Abreise

04 July 2017 | Mauritius, dann Berlin
Ralph
Von Rodrigues nach Mauritius betrug die Törndauer 3 Tage. Obwohl Rodrigues zu Mauritius gehört, mussten wir wieder alle Einreiseformalitäten aufs Neue durchführen. In meinem Reisepass wurde ich unter dem Einreisestempel als „SKIPPER“ tituliert. Das heisst, ich kann Mauritius nicht einfach z.B. mit dem Flugzeug verlassen. Nur bei Vorlage von bestimmten Schriftstücken (wo liegt das Schiff, wer hat Aufsicht über das Schiff etc.) kann man ausfliegen!

Wir verlegten uns in die Stadtmarina von Port Louis. Nach den ruhigen Aufenthalten in Chagos und Rodrigues wurden wir von Gösse, Verkehrsdichte, leichte Hektik in den Strassen, Geschäften förmlich „überwältigt“.
Bei einem Besuch auf der Yacht NGALAWA verliess ich deren Schiff mit einem Ausfallschritt aufs Dock. Beim Auftreten auf dem Dockboden, meinte ich, jemand hätte mit ordentlich in die Ferse getreten, ich verlor die Kontrolle über meinen Fuss und landete auf meinem Allerwertesten und verstand nicht was passiert war. Der Schmerz war aber eindeutig und der Fuss schwoll auch gleich an. Die Crew von NGALAWA brachte gleich Eis gegen die Schwellung. Langsam humpelte ich mit Carmen zurück zur RELAX. Reparil und Eis sollten mein Malheur beseitigen. Am nächsten Tag keinerlei Besserung. Besucher auf RELAX überredeten mich, das städtische Krankenhaus zu besuchen. Na, eigentlich gehe ich nicht gern ins Krankenhaus. Aber da ich kaum laufen konnte, stimmte ich zu.
Am späten Nachmittag dann die Diagnose: Achillessehnenabriss. So ein Mist!!!Der Arzt überredetet mich, erstmal die Nacht im Krankenhaus zu verbringen. Der Fuss wurde mit einer Gipsschale ruhig gestellt. Also gut, musste ich erstmal überlegen, wie weiter verfahren werden sollte. Operation in Mauritius oder lieber in DE.
Ich wurde in einem 6 Mann Zimmer untergebracht. Nur ein kleines Waschbecken offen im Raum. Eine Toilette/Dusche für ca. 30 Patienten! Nicht mal WC Papier!! Zustand nach meinem Ermessen nicht sauber genug.
Verpflegung müssen die Familienangehörigen herbeischaffen. Trinkwasser? Mein Zimmernachbar gab mir wenigstens eine Flasche Mineralwasser. Am Abend brachte mir Carmen etwas zum Essen und wollte mich gleich wieder aus dem Krankenhaus rausholen. Da es eh schon spät war, beschloss ich aber diese Nacht hier zu verbringen.
Meine Nachbarn zu meiner Seite sägten augenscheinlich sämtliche Bäume von Mauritius ab. Gegen 0200 Uhr bin ich endlich eingeschlafen. Um 0500 Uhr wurde das Licht eingeschaltet, 6 Männer wollen sich am kleinen Waschbecken waschen. Ab 0630 bringen Familienangehörige Frühstück für ihre Angehörigen.
Unser Entschluss, Rückflug nach Deutschland für die Operation, welche möglichst schnell (aus medizinischen Gründen) durchgeführt werden soll. Mit meinem ruhig gestellten Fuss und Gehstützen müssen wir die RELAX in eine andere Marina verlegen. Mit Gehstützen an Bord eines Segelbootes zu arbeiten erweist sich als nicht so einfach. Carmen hat echt zu tun!
Nun müssen noch die Ausreiseformalitäten für den „SKIPPER“ erledigt werden. Alles bleibt an Carmen hängen. Dann fährt sie nach Port Louis zurück, um dort bei den Behörden meine Ausreise zu ermöglichen,
Ich suche im Internet, wo man am besten eine Achillessehnen Operation durchführen kann/sollte. Meine Wahl fällt auf die CHARITE in Berlin. Wir machen RELAX fertig für eine längere Pause. OP und Reha erfordern einen ungefähren Zeitraum von 3 Monaten.
Dann geht es zurück mit der CONDOR nach Frankfurt und dann weiter mit der Lufthansa nach Berlin. Direkt vom Flughafen geht es zur Notaufnahme ins Virchow Krankenhaus der Charité. Dort verpasst man mir einen Spezialstiefel zur Ruhigstellung des Fusses. Gips wird heutzutage nicht mehr verwendet. Um 0200 Uhr morgens fahren wir nach hause. Am Nachmittag geht es zurück ins Krankenhaus, da am nächsten Tag die OP stattfinden soll.
Da ich in einem Krankenhaus außerhalb Europas gelegen habe, komme ich in eine Art „Quarantäne“. Einzelzimmer, medizinisches Personal muss Schutzkleidung tragen. Man will sicher stellen, dass ich keine „Multi resistenten Keime“ mitgebracht habe und hatte zuvor Abstriche an mir vorgenommen.
Die OP verlief (hoffe ich) normal. Nun bin ich an die Gehstützen gebunden, da ich mit dem operierten Fuss nicht, oder nur ganz leicht auftreten darf. Bereits nach einem Tag schwoll mein (letztes Jahr) operiertes Knie stark an. Zwei malade Beine! Um mein Knie nicht zu ramponieren, haben wir uns einen Rollstuhl besorgt.
Ich in praktisch zur Untätigkeit verdammt. Und das passt mir gar nicht. Ich hasse es, wenn ich zusehen muss, wie Carmen praktisch alles erledigen muss. UND ES WIRD NOCH WOCHENLANG SO WEITER GEHEN.
Wie soll das funktionieren!!??
Aber es gibt auch erfreuliches zu berichten: wir haben auf unserem Sail blog jetzt über 100.000 Zugriffe (clicks) aus aller Welt registriert. Das steigert die Motivation!

Trauriges Ende eines Catamarans

11 June 2017 | Rodrigues
Ralph
Rodrigues lässt uns nicht nach Mauritius aufbrechen. Grund, das Wetter. Seit 8 Tagen fegen Sturmböen und Regenschauer über die Insel. Die Wettervorhersagen raten sogar von Segeln innerhalb der Lagune ab. Wir ankern nun schon seit unserer Ankunft im Hafenbecken von Port Mathurin.
Der Ankergrund ist nicht so besonders. So mussten wir heute eine französische Yacht ( Skipperin war nicht an Bord) "einfangen" , da der Anker im starken Wind nicht hielt und es drohte, dass die Yacht auf das nahe Riff getrieben wäre.
Der Hafen ist von Riffen umgeben und man muss schon konzentriert bei der Anfahrt navigieren, besonders bei Nacht.
Als ich ein paar Tage zuvor am frühen Morgen die Umgebung beobachtete, sah ich einen Katamaran in einer merkwürdigen Position zum Ankern. Bei genaueren Hinsehen erkannte ich, dass die Wellen des Riffs HINTER dem Katamaran waren. Carmen holte das Fernglas und wir sahen die Bescherung. Der Katamaran lag AUF dem Riff. Ein weiterer Blick auf unseren Nav-Computer zeigte am AIS, dass es sich um den Catamaran GEMEOS handelte.
Mit dem lagen wir einige Zeit zusammen in Malaysia.Versuch über Funk Kontakt aufzunehmen gestaltete sich wegen Sprachverzerrung schwierig. Wir erkannten aber die Stimme von Alex, dem Skipper der Yacht.
Die Crew von NGALAWA (Catamaran) brachte im heftigen Seegang ein mobiles Funkgerät zur havarierten Yacht. So konnten wir die Lage in Deutsch besprechen. Es war klar, beim nächsten Hochwasser muss ein Bergungsversuch unternommen werden. Ich begab mich mit einem anderen Segler zum Hafen, wo ein Schlepper stationiert war. Inzwischen war die Coast Guard mit einem grösseren Schlauchboot in der Nähe der GEMEOS. Wir konnten aber keine Bergungsaktivität feststellen.
Da wir wussten, dass Alex der englischen Sprache nicht so vertraut war, wollte ich auf jeden Fall auf dem Schlepper dabei sein. Der Kapitän des Schleppers besorgte ein langes, starkes Abschlepptau. Wir warten und warten. Der Zeitpunkt des Hochwassers kommt immer näher. Man braucht auch Zeit bis zum Havarierten. Auf unser Drängen bekamen wir die Antwort, dass die Coast Guard den Einsatz des Schleppers bestimmen würde. Und weiter warten und nichts tut sich. Nach zwei Stunden fallenden Wasser war klar, es tut sich nichts. Als das Schlauchboot der Coast Guard in den Hafen zurück kam, fragten wir, was denn los sei. Antwort, morgen früh wollte man bei niedrigeren Wasser die Situation beurteilen. Unser Einwand, dass der Wind noch stärker werden würde und die Yacht mit höchster Wahrscheinlichkeit grösseren Schaden abbekommen würde, verhallte ungehört.
Frustriert kehrten wir auf unsere Schiffe zurück und ich informierte Alex über den Sachstand. Wir konnten einfach nicht verstehen, dass man nicht mal einen Versuch der Bergung unternommen hatte.
In der Nacht wurde der Wind stärker und bei Tageslicht konnte man sehen, dass der Catamaran starke Schlagseite hatte. Also war er bereits stark beschädigt, was Alex über Funk bestätigte. Wir warteten noch eine Weile, bis der Wasserstand erlaubte, dass wir mit unserem Dhingi zum Havaristen fahren konnten. Dort angekommen, hatten wir schon Mühe an Bord zu kommen, weil immer wieder Wellen gegen den Rumpf schlugen. Wir begrüssten Alex mit dem Hinweis, dass wir uns so eigentlich nicht wieder treffen wollten. Im Inneren des Schiffes stand schon das Wasser welches durch ein grosses Loch in der Bordwand eindrang.
Draußen wollte die Coast Guard mit grossen Fässern Auftrieb erzeugen, um die Bergung durchzuführen. Kurz darauf erschien der Polizeichef von Rodrigues begleitet von einem Fotograf und kündigte an, das um 1146 Uhr die Bergungsaktion beginnen würde. Ein wenig Small talk und ein Bild mit dem Schiffbrüchigen und er entschwand wieder.
Gegen 1130 Uhr zogen sich alle Coast Guard Kräfte in ihre Boote zurück und entschwanden ebenfalls.


Jetzt waren nur Alex, Carmen und ich im Schiff.
Es wurde 1150 Uhr, nichts geschah. Über Funk fragte ich bei der Coast Guard an, wenn dann nun etwas passieren würde?! Nach ein paar Minuten die Antwort: AS SOON AS POSSIBLE! Nach einer weiteren Stunde war klar, hier passiert gar nichts. Wir fragten Alex, ob er das Schiff verlassen wolle.
Nein, er bleibt an Bord. So kehrten wir wieder mal frustriert zu unserer RELAX zurück. Alex schaltete sein Funkgerät aus, um die Batterie zu sparen. Wir behielten unser Funkgerät auch über Nacht an, für den Fall der Fälle.

Am nächsten Morgen mussten alle Segelyachten den Hafen verlassen, weil ein großer Frachter anlegen sollte. Draußen blies der Wind mit um die 30 Knoten. Wir konnten nicht verfolgen, was mit der GEMEOS weiter geschah. Nachdem der Frachter angedockt hatte, konnten wir wieder zurück ins Hafenbecken. Gleich rief ich Alex über Funk an. Wir sahen, dass GEMEOS noch mehr Schlagseite hatte. Er antwortete über sein mobiles Funkgerät, dass er sein Schiff verlassen hatte und es keine weiteren Bergungsversuche geben würde. Er hatte schon einige Einreiseformalitäten erledigt. So trafen wir ihn bei der Coast Guard. Die waren hilfsbereit und fuhren uns zu einem Gästehaus. So hatte Alex zumindest ein Dach über den Kopf.
Er berichtete uns, dass während unser Abwesenheit die Coast Guard viele persönliche Dinge von Bord an Land gebracht hatten. Man hat ihn freundlicherweise einen Raum für diese Dinge zur Verfügung gestellt.
Ich will hier nicht meine Meinung zu den Aktionen der Coast Guard abgeben, da dies nur meine Sichtweise darstellen würde.
Es ist bitter sein Schiff so zu verlieren. GEMEOS liegt ca. 700 Meter vom Hafen entfernt. Und immer wieder fällt unser Blick auf die havarierte Yacht. Das trägt nicht zu einer guten Stimmungslage bei,

Eine kleine saubere Insel

11 June 2017
Carmen
Nach nur einer Nacht am Quai von Port Mathurin müssen wir den Hafen auch schon wieder verlassen.
Zum Glück geht es meinem Mann langsam aber sicher etwas besser, auch wenn sein Schlafbedürfnis immer noch sehr hoch ist aber die Fieberschübe werden immer weniger.
Wir liegen hier mit 3 Segelyachten längsseits am Pier, eine weitere kommt heute an und der Grund, warum wir alle den Hafen verlassen müssen ist, dass morgen früh ein Frachter aus Mauritius kommt und den Platz hier am Pier beansprucht. Selbst ankern im Hafenbecken ist für diese Zeit nicht gestattet. Also legen wir am späten Nachmittag ab und verlegen uns ins äußere Hafenbecken, dort wo wir in der Nacht als wir ankamen geankert haben nur diesmal nicht ganz so dicht ans Riff.
Erstaunlich wie viel ruhiger wir doch im Hafen gelegen haben! Durch den starken Ost-Süd-Ost Wind "rocken und rollen" wir doch erheblich, es ist fast wie segeln.
Aber der Anker hält gut und am Mittwoch können wir zurück in den Hafen.
Nutzen die etwas windstilleren Momente um mit dem Dinghi nach Port Mathurin zu fahren.
Haben auch eine Computer-Reparaturwerkstatt gefunden und hoffen, dass man wenigstens die Festplatte des vom Salzwasser geplagten Computer retten kann.
Das Internet hier, wir haben uns für die Firma Emtel entschieden, die mit dem besten 4G Internet auf Mauritius wirbt , ist grauenvoll langsam. Ngalawa und andere Segler, welche sich für den anderen Anbieter, Orange, entschieden haben, berichten Gleiches.
Auch die Einheimischen sind vom hiesigen Internet genervt. Eine Schnecke könnte nicht langsamer sein!
Die Stadt Mathurin ist Hauptstadt der Insel und wir sind ganz angetan. Morgens ab 8 Uhr bis 14.30 Uhr ist hier buntes Treiben angesagt, an den Markttagen Mittwoch und Samstags muss sogar die Polizei den Verkehr regeln. Nach 15 Uhr und am Wochenende verfällt die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf, alles und ich meine wirklich alles hat zu, die Bürgersteige werden hochgeklappt und man sieht kaum jemanden auf der Straße.
Einzige Ausnahme eine Pizzeria, die wenigstens am Samstag bis 20.00 Uhr geöffnet hat. ( Dafür macht diese Pizzeria unter der Woche schon um 14.30 zu).
Es gibt einen größeren und mehrere kleine Supermärkte, jede Menge "Kruschel-Läden" in denen man angefangen von Schuhen über Salatschüsseln, Eier, Plastikstühle, Schrauben, Wasserpumpen, diverse Süßigkeiten, T-Shirts bis hin zu Angelhaken und Haarspangen kaufen kann, alle erdenklichen Behörden, 2-3 Restaurants, einen Markt, 2 Telefongesellschaften, Banken und eine Touristeninformation. Also alles was man braucht.
Und die Eier hier sind frisch! Ich erwähne das extra, weil frische Eier seit Wochen keine Selbstverständlichkeit waren. Auf den Malediven gekauften Eiern war das so: man kauft 10 Stück und nur jedes 4. Ei war essbar, die anderen waren grün oder lebten gar, also nicht genießbar.
Mittwoch gehen wir zurück in den Hafen, aber diesmal nicht an den Pier sondern wir ankern. Am Pier scheuern die Leinen und es herrscht ein gewaltiger Surge, der die Boote hin und herschiebt. Wir haben dabei in der 1. Nacht einen Fender verloren. Der Rumpf wurde vom installierten Hafenfender ganz schwarz gemacht. Vor Anker liegt es sich wesentlich besser.
Im Laufe der Woche kommen 3 weitere Yachten aus Chagos an und alle erzählen das Gleiche, wie anstrengend und ungemütlich der Törn war.
Freitag machen wir einen Ausflug mit dem Bus über die Insel auf die andere Seite. Wir fahren zum Flughafen, welcher im Südwesten der Insel liegt. Die Fahrt ist sehr interessant. Erstaunlich wie die Landschaft sich Richtung Südküste ändert. Hier ist alles sehr bergig, saftig grün, alles voller Bäume, Richtung Südküste wird es eher flach, kaum noch Bäume, alles voller Gräser, viel Landwirtschaft und Natur pur. Wir sind erstaunt wie hoch die Berge sind und dass so viele Dörfer in den Bergen sind. Und wir sind auch erstaunt wie sauber die Insel ist, so gut wie kein Müll auf der Straße. Überall an den Bus Bahnhöfen stehen Container für Plastikflaschen, Glas und Restmüll. Beim Einkaufen bekommt man keine Plastiktüten sonder nur
Papiertüten oder gar nichts. Wir erfahren, dass auf Rodrigues ein Plastiktütenverbot besteht. Fantastisch, was für eine Wohltat gegenüber SO-Asien.
Die Zahl der Einwohner beträgt nur 38.000. Dementsprechend klein ist der Flughafen. Er wird nur von Turboprop Flugzeuge angeflogen.

Einreise in Rodrigues

10 June 2017
Carmen
Die ersten Tage hier auf Rodrigues vergehen wie im Fluge. Ratz Fatz ist schon eine Woche wieder um. Wir haben unseren Schlafbedarf nachgeholt, Relax sieht wieder anständig aus, innen wie außen, die Matratze ist geschrubbt und getrocknet und wir sind zurück in unser Schlafzimmer gezogen. Wir genießen es, jeden Tag frisches Baguette und Brioche zu holen und französischen Käse und Pasteten dazu zu schlemmen.
Aber der Reihe nach.
Nachdem wir in der Nacht durch das äußere Riff in den Außenhafen von Rodrigues gefahren sind haben wir einigermaßen Wind- und wellengeschützt den Anker auf 14 m geworfen und als klar war, dass er hält sind wir schlafen gegangen.
Kurz nach Sonnenaufgang hören wir die befreundete Yacht Ngalawa, mit denen wir zeitgleich aus Chagos los sind und die uns den gesamten Trip über mit aktuellem Wetter versorgt haben im Funk. Sie rufen die Coast Guard und bitten um Genehmigung in den Hafen einlaufen zu dürfen. Diese wird Ihnen noch verweigert, der Hafenkommandant kommt am Sonntag erst um 8.00 Uhr ins Büro und nur er kann bzw. darf die Genehmigung geben.
Also schlagen Sie die Zeit "tot" indem sie hinter uns herum dümpeln . Wir drehen uns einfach nochmal um und schlafen bis 8.00 weiter. Gegen 9.00 Uhr dürfen wir beide in den Hafen von Rodrigues einlaufen. Wir gehen längsseits an den Pier und die Behörden stehen schon bereit. Zuerst kommt der Beamte der Gesundheitsbehörde an Bord. Er trinkt einen Tee mit uns und will wissen ob alle gesund und wohlauf sind. Gesund und wohlauf? Ich verschlucke mich fast an meinem Tee vor Lachen , mein armer Mann wischt sich immer wieder verstohlen den Fieberschweiss von der Stirn, sein T-Shirt ist fast durchgeschwitzt und mit seinen Hustenanfällen klingt er eher wie ein sterbender Schwan.
Aber er hält tapfer durch und der Beamte bescheinigt uns, dass alle an Bord gesund sind und wir die gelbe Q Flagge herunterholen dürfen.
Kostenpunkt 1409 Rupie, etwa 36 Euro, zahlbar erst am Montag.
Kaum ist er von Bord kommt der Beamte vom Zoll . Auch er freut sich über eine Tasse Tee und packt etwa 18 Formulare aus, die wir ausfüllen sollen. Wir stöhnen ein bisschen als wir diese vielen Papiere sehen und Gähnen recht auffällig und da schlägt er vor, dass er die Papiere uns ausfüllt und wir nur hier und da unterschreiben müssen. Das klingt doch schon viel besser. Ach ja, der Bootsstempel, ganz wichtig auch hier. Jede Seite muss mit dem eigenen Bootsstempel versehen werden. Als er nach der letzten Port Clearance, also die Freigabe des letzten Hafens fragt wird es interessant. Wir haben ja keine Papiere weil wir ja diesen Ärger mit dem Agenten auf den Malediven hatten. Der Beamte ist bestürzt, ohne Papiere, das geht nicht, wir sind per Gesetz verpflichtet eine Port Clearance zu haben. Wir erklären ihm die Situation m er versteht uns auch aber trotzdem, wir bzw. wohl besser eher BRAUCHT eine Bescheinigung des letzten Hafens.
Zum Glück habe ich nacheile Original Port Clearance von Galle, Sri Lanka. Keine Ahnung warum wir damals 2 Originale bekommen hatten. Die geben wir unserem Beamten und fragen ob das hilfreich sei. Ja ja, alles gut so, Hauptsache er hat eine schriftliche Clearance , egal von wo.
Puh, das ging noch einmal gut ab. Der Papierkram ist endlich erledigt und er geht von Bord.
Man gibt sich bei uns die Klinke in die Hand, als nächstes kommt die Coast Guard an Bord. Auch die Jungs sind sehr nett und eigentlich mehr Lust zum plaudern als die Papiere auszufüllen. Aber was sein muss muss sein. Es wird aufgeschrieben welche Signalmittel wir an Bord haben, welche Kommunikationsmittel für den Seenotfall, die Seriennummer und Spezifikationen des Beibootes und des Außenbordmotor, welche und wieviel Notraketen wir in der Rettungsinsel haben und natürlich auch die Yachtspezifikationen. Sie wollen auch wissen, ob wir Waffen oder Drogen an Bord haben aber das können wir verneinen. Ihr Besuch dauert etwa 30 Minuten, dann sind wir auch von ihrer Seite offiziell einklariert.
Ralph kann sich kaum noch auf den Beinen halten und ist auf dem Weg in die Koje als der Beamte von der Einreisebehörde vor dem Schiff steht. Er will an Bord kommen. Das kann ich gerade noch verhindern, Wir kommen lieber in sein Büro, das geht bestimmt schneller. Stempel in den Pass, Einreisekarte ausfüllen und weg sind wir auch schon wieder.
Ralph fällt völlig erschlagen in die Koje und ist noch keine Minute später im Reich der Träume. Das Fieber ist zurück.
Ich kümmere mich um unsere Relax, die uns so gut und sicher hierher gebracht hat. Ich bin wirklich heilfroh angekommen zu sein. Die Segel müssen eingepackt und gegen Sonne geschützt werden, die Instrumente ausgeschaltet und abgedeckt werden, die Cover auf den Salonscheiben angebracht werden. Danach mache ich einen Erkundungsgang in das Städtchen. Heute ist Markttag. Der Hafen liegt super zentral, zur Stadt und zum Markt sind es keine 2 Minuten.
Frisches Gemüse und Obst, frisches Baguette, lecker. Ich besorge auch gleich noch eine Simkarte für das Telefon und für Internet Empfang. Und ziehe uns Bargeld, Mauritische Rupien.
Und dass wir an diesem Samstag nicht alt geworden sind muss ich bestimmt nicht extra erwähnen.
Vessel Name: RELAX
Vessel Make/Model: Catamaran MANTA 42
Hailing Port: Hamburg
Crew: Ralph & Carmen
About:
Skipper/Captain Ralph: Beruflicher Werdegang, Jahrgang 1948. Nach Schulabschluss Eintritt in die Luftwaffe mit Aufnahme der fliegerischen Ausbildung. [...]
Extra: Der Skipper trat im August 2008 in den endg�ltigen Ruhestand. Dann ging es los Richtung Westen.
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