02.Nov.2009
Wir muessen auf guenstigen Wind zur Fahrt Richtung Nordost (Marquesas) warten. Das kann dauern, da die Hauptwindrichtung aus Ost besteht. So haben wir wirkliche Urlaubstage hier auf dem Atoll Fakarawa. Das Oertchen Rotoava ist verschlafen und ruhig. Ca. 600 Einwohner auf dem gesamten Atoll. Wunderschoener Strand, der durch ein Hotel vereinnahmt wurde. Trotzdem kann man dort schwimmen. Direkt am Strand sind kleine Korallenkoepfe gelegen, die von bunten Fischen bewohnt sind. Ein Aquarium direkt vor der Haustuer. Apropos Fische, hatte vergessen zu erwaehnen, dass bei der Einfahrt nach Fakarawa doch tatsächlich ein groesserer Schwertfisch direkt vor unserem Schiff zweimal aus dem Wasser sprang! Unser erster gesehener Schwertfisch. Zurueck zum Atoll. Wir mieteten uns einen Motorroller (4 Stunden 45 Euro) und konnten so das Atoll gut erkunden. Ein Hotel und acht Pensionen, zwei "Supermaerkte", zwei Kirchen, Rathaus, Post, Flugplatz, Perlenfarmen und drei Tauchschulen. Das war es auch. Hier ist am Wochenende nicht mehr los als in der Woche oder auch umgekehrt Carmen hat hier wieder mal einen Tauchgang absolviert und war total begeistert. Im Moment sieht es so aus, dass wir am Freitag (6.11.) erstmal Richtung Ost auf das Atoll Makemo fahren werden. Von dort erfolgt dann der endgueltige Absprung Richtung Marquesas. Die Segelyacht LOP TO, die auch nach Hawaii will, liegt ca. 150 Meilen nördlich von uns und wartet ebenfalls auf Wind Richtung Marquesas. Noch eine Bemerking zu Marc von der Luxusyacht "L". Wir waren dort zum Essen eingeladen und hatten wirklich netten Kontakt. Warum erwähne ich das? Der Spruch "Geld verdirbt den Charakter" trifft definitiv nicht auf jeden zu. Wir haben gehört, dass es in Deutschland mit dem Wetter nicht so toll ist. Hier haben wir Sonnenschein und Temperaturen um die 32 Grad Celsius. Am Wasser laesst es sich aushalten, aber an Land laeuft sofort der Schweiss, da kein Wind.
|
|
02.Nov.2009
Am Montag den 26.10. Um 1900 Uhr haben wir Tahiti Richtung Fakarawa verlassen. Fakarawa liegt in den Tuamotus, d.h., wir fahren zurück Richtung Osten. Wettervorhersage zeigte 15 - 20 Knoten. Es wurden 25- 30 Knoten, in Boen 34 Knts. So war die See etwas ruppig, da auch die vorhergesagte Windrichtung nicht stimmte und wir gegenan gehen mussten. Ich übernahm die erste Wache bis 2400 Uhr, Carmen legte sich um 2000 Uhr zur Ruhe. Nach laengerer Zeit meinte ich einen eigenartigen Geruch aus dem Salon zu riechen? Als Carmen um kurz vor Mitternacht an Deck erschien meinet sie nur lapidar: "Mir ist nicht gut, ich bin seekrank!" Zur Bestaetigung legte sie sich über die Bordwand und übergab sich. Carmen war seit Jahren nicht mehr seekrank und diese momentane ruppige See hatten wir schon öfters. Also war mir eigentlich klar, dass irgendetwas anderes nicht stimmen konnte. Als ich dann in den Salon betrat war der Geruch sehr intensiv. Farbverduenner ausgelaufen? Dann roch ich es definitiv. BENZIN! Woher? Dann die Erklärung. Wir hatten im vorderen Bugstauraum unseren 10 Liter Kanister mit Benzin fuer unser Beiboot gelagert. Irgendwie musste dieser Kanister lecken. Der Benzingeruch war so intensiv, dass ich vorsichtshalber einige Elektrokomponenten ausschaltete. (ev. Funkenbildung). So entschloss ich mich bei Nacht und ruppiger See angeseilt nach vorn zu kriechen. Nach Oeffnung der Luke des Stauraums sah ich die Bescherung. Die Seegang hatte den Kanister gelockert und in eine Kopfüberlage befördert. Rund 5-7 Liter Benzin hatten sich in den Stauraum ergossen. Da elektrische und Wasserleitungen von dort in den Salon fuehren, kamen so die Daempfe in den Salon, wo ja Carmen schlief. Sie lag praktisch direkt mit ihrer Nase am Austritt der Daempfe. Also hatte sie praktisch eine "Benzindampf-Vergiftung". Carmen war nicht einsatzfähig, da sie stundenlang nur über der Bordwand hing, obwohl der Magen total geleert war. Also blieb ich auf Wache. Nach einigen Stunden war die Luft unter Deck (wir konnte keine Fenster oeffnen, weg. des Seegangs) wieder brauchbar und Carmen schlief erschöpft ein. Das Wetter und vorbeifahrende Frachter hielten meine Muedigkeit zurück. Gegen 0900 Uhr am Morgen war Carmen wieder so weit hergestellt, dass sie Wache gehen konnte, und ich eine Muetze Schlaf nehmen konnte. Das Wetter wurde besser und der Rest der Fahrt verlief ruhig. Mittwoch um 1130 Uhr liefen wir dann im Atoll Fakarawa ein. Kurz vorm Ankergrund ein deutscher Anruf im Funk" Hallo Deutscher Catamaran, hier ist Marc von der Motoryacht "L" Na da mussten wir natürlich ein baldigen Schnack halten. Anker runter, Standard Abschlussarbeiten und schon war Marc da mit kuehlem Begruessungsbier. "L" ist eine 45 Meter lange Motoryacht. Marc war ein ziemlich junger Mann, indem ich den Berufsskipper der Motoryacht vermutete. Also ein wenig Kloenschnack und dann frage ich ihn, ob der Eigner der Motoryacht auch an Bord sei. "Ja", sagt er kurz und trocken, "der Eigner bin ich"! Na, da konnte ich nur sagen "Herzlichen Glueckwunsch". Und das war aufrichtig von mir gemeint! Nach ein paar Bieren begab sich Marc wieder auf seine Luxusyacht und wir uns in die Koje. Wir werden ein paar Tage in Fakarawa bleiben. Im Uebrigen haben wir ab jetzt wieder mal kein Internetzugang bis wir in den Marquesas angekommen sind. Und das dauert noch.
|
|
23.Oct.2009, 17 31.3'S;149 32.26'W
Wir haben den laermenden Stadthafen von Papeete verlassen und ankern jetzt vor dem Tahiti Yachtclub. Viel ruhiger und wir sparen uns die Hafengebuehren vom Stadthafen. (28 Euro pro Nacht, nur um an einem Dock zu liegen)
Von hier werden wir Richtung Tuamotus abspringen, sowie der Wind guenstig ist. Im Moment sieht es nach Sonntag Nachmittag aus.
Heute hat sich der Skipper ein prima Stueck Schwarzwaelder Kirschtorte erlaubt. Es fehlte allerdings am Kirschwasser. Aber sonst lecker. Sind schliesslich nicht in Deutschland!
|
|
22.Oct.2009
Wir liegen im Stadthafen von Papeete, direkt am Stadtzentrum. Etwas laut, aber man kann alles zu Fuss erreichen. Wir haben endlich unseren modifizierten Spinaker bekommen. Dises System soll es fuer eine kleine Crew einfacher machen, den Spinaker zu bergen.
War natuerlich nicht umsonst. Mal sehen, ob sich die Ausgabe gelohnt hat.
Waren heute bei Immigration und Hafenbehoerde, um auszuklarieren. Wir werden wahrscheinlich Sonntag Richtung Tuamotus aufbrechen.
Wir haben alle Dieseltanks aufgefuellt. Haben 288 Liter Diesel nachgetankt. Morgen werden wir uns noch zum Tahiti Yachtclub verlegen. Dort muesste es ruhiger sein. Sind nur rund 8 NM.
|
|



