08.Feb.2010
wir sind in Maui angekommen. Am Samstag flaute der Wind ab und wir ueberquerten die Meerenge Richtung Maui. Fahrzeit ,fast immer unter Motor, ca. 9 Stunden.
Wir ankern vor einem sehr schoenen, langen Sandstrand, Oneloa Beach. (Muenchi, DEIN Strand!!)
Am Sonntag war Ruhe- bzw. Fernsehtag angesagt. Endspiel um den "Super Bowl". Das konnte ich mir als Anhaenger des "American Football" nicht entgehen lassen.
Also Glotze an, BUD LIGHT GOLDEN WHEAT (schmeckt sogar ein wenig wie deutsches Weizenbier, Chips (Doritos) und Salsa Dip. Ihr seht, ich bin in der Richtung der ideale Konsument. Das Spiel war sehr interessant und nahm in der Schlussphase eine eindeutige Wendung zugunsten der NEW ORLEANS SAINTS.
Da half auch nicht, dass Payton Manning (Quarterback der Colts) im Jahr um die 22 Millionen US Dollar verdient. Sein schlecht plazierter, abgefangener Pass bedeutete das Ende der Hoffnung fuer den Super Bowl fuer die Colts.
Na, wer konnte was mit mit meiner Beschreibung anfangen? Viele Deutsche verstehen den Sinn bzw. Ablauf der American Football nicht. Ging mir auch mals so. Aber waehrend meiner Pilotenausbildung in Texas hatte sich das geaendert. Seit diesem Zeitpunkt finde ich American Football ganz gut.
Sogar Carmen weiss inzwischen was ein "first and ten to go" ist.
Zurueck zu unserem Reiseberichten. Gestern, vor dem Fussballspiel sahen wir in unserer Naehe einen Wal sehr ruhig, fast auf der Stelle, fuer lange Zeit verweilen. Wir wunderten uns schon. Aber dann! Er zeigte seine grosse Scwanzflosse und ploetzlich tauchte eine "suesse, kleine" Walschwanzflosse auf! Das war es also, eine Walkuh mit ihrem Kalb. Die beiden verweilten fuer fast zwei Stunden in unserer Naehe. Am liebsten waeren wir mit unserem Beiboot mal hinueber gefahen. Haben es aber besser sein lassen.
Ein wenig spaeter besuchte uns eine echt grosse Seeschildkroete. Die groesste, die wir bis jetzt gesehen haben. Ungefaehr einen Meter Laenge (Panzer). Die schaute sich unseren Katamaran in aller Ruhe an, liess sich durch uns oben an Deck ueberhaupt nicht stoeren.
Wir werden noch ein paar Tage an der Suedkueste von Maui verweilen, hoechstens ein wenig nach Norden "hoppen".
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sogar im Deustchen Fernsehen wurden im Rahmen der Sportnachrichten ueber das Spiel berichtet und von daher weis ich schon, dass der Ausgang des Spiels eine Ueberraschung darstellt. Aber natuerlich sind mir die regeln nicht vertraut. Die Amis haben einge Sportareten, die schon merkwuerdige Zuege haben. Baseball, Rollerderby, Wrestling, Monstertruck...etc..
Gruss aus dem Holz Holger
05.Feb.2010
Heute mittag sind wir von Kawaihae nach Norden gefahren (Wind auf die Nase) und ankern jetzt in der Bucht von Nishimura. Waren nur knapp 10 Meilen. Wir hatten erst leichten Wind, spaeter blies der Passat wieder mit ueber 20 Knoten.
Wir liegen hier geschuetzt, aber die Windboen pfeifen ganz ordentlich durch das Rigg. Morgen soll der Wind schwaecher werden, sogar aus Suedwest (Passat weht aus Norost). Naechstes Ziel ist die Insel MAUI.
Auf der Fahrt zum Ankerpatz haben wir wieder jede Menge Buckelwale gesehen. Und, mir blieb der Atem fast weg, sprang so ein Koloss doch ca. 100 Meter direkt vor unserem Bug aus dem Wasser, verhielt fast waagerecht in der Luft und knallte zurueck ins Wasser! Unglaublich, das war ein Anblick! Geradezu verspielt, tauchten neben uns zwei Walkoepfe senkrecht aus dem Wasser fuer ca. 15 Sekunden auf. Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen und zu langweilen - tolle Erlebnismomente!
Morgen bei Sonnenaufgang (wenn die Windvorhersage stimmt), Anker lichten und ein neue Insel kennenlernen.
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04.Feb.2010
Sind heute aus Kona ausgelaufen und liegen jetzt im Nordwesten von Big Island in einem sehr geschuetzten Hafenbecken bei Kawaihae.
Es waren zwar nur 27 nm hierher ABER die hatten es in sich! Haben am fruehen morgen noch in Kona vor Anker nochmals die Wettervorhersage per Internet abgeholt und demnach sollte heute SW Wind mit 10 Knoten sein.
Tatsaechlich motorten wir die ersten 5 Meilen bei gar keinem Wind, hatten dann wirklich schlagartig 20 und direkt danach 25 Knoten aus NO, also fast genau auf die Nase, in Boen sogar 28 Knoten. Das Groþsegel hatten wir zwar oben, aber an Segeln war nicht zu denken, tatsaechlich mussten wir sogar die 2. Maschine anwerfen, weil wir uns sonst in den Wellen feststampften. Normal laufen wir nur mit einer Maschine.
Die Wellen waren so ruppig und so kurz in Frequenz hintereinander, dass uns sogar der Herd/Backofen aus der Verankerung gesprungen ist, auf den Boden gefallen ist und die Frontverglasung (Sicherheitsglas) in 1000 Stuecke zersplitterte und ueberall im Boot verteilt lag.
Da kommt Freude auf! Kochen ist zum Glueck noch moeglich, der Backofen aber nicht mehr nutzbar.
Eine neue Scheibe einsetzen ist nicht moeglich, da muss wohl ein neuer Herd her, Lieferzeit liegt bei 4 Wochen, der Versand erfolgt allerdings nur mit LKW, wohl wegen dem Gewicht. Wie kommt aber ein LKW vom amerikanischen Festland hierher nach Hawaii? Muessen wir mal klaeren und bei der Firma anrufen.Das tut mein lieber Mann auch gerade, zum Glueck haben wir auch hier in der Bucht Internet Empfang, wenn auch langsam! Das erleichtert doch einiges!
Kurz vor erreichen des Ankerplatzes drehte der Wind dann doch noch fuer ganze 30 Min auf die vorhergesagten SW 10. Noch Fragen???
Boese Zungen haben schon gefragt ob unsere Yacht so langsam auseinander faellt; nein das ist nicht so! Jedenfalls war es heute ein Segeltag nicht wie geplant oder im Bilderbuch!
Aber wir haben auch tolle Erlebnisse mit der hiesigen Tierwelt gehabt. Zuerst sind Spinnerdelfine mit uns mitgeschwommen, die kommen immer zum Bug und schwimmen direkt vor dem Rumpf mit, bestimmt 10 Minuten.
Desweiteren haben wir bestimmt 10 Buckelewale gesehen, mal weiter weg und mal naeher, die Dichtesten waren sogar nur 50 Meter entfernt. Bei manchen hat man nur die typische Wasserblasfontaene gesehen, andere haben uns ihre Walflosse und ihren Koerper gezeigt. Ein ganz Vorwitziger hat uns sogar sein ‸Maeulchen" aus dem Wasser entgegengestreckt. Da geht mir echt das Herz auf bei solchen einmaligen Erlebnissen!
Die Wale kommen uebrigens aus dem gesamten Nordpazifik, von Japan, Alaska und Russland hierher in die warmen Gewaesser Hawaiiis in der Zeit von Dez.-April um zu ueberwintern und ihre Jungen zu gebaeren.
Neugeborene Buckelwale sind 3-4 m lang und wiegen eine bis zwei Tonnen!!! Ausgewachsene Tier koennen bis zu14 m lang und 30 bis 40 Tonnen schwer werden. Echte Schwergewichte! Waehrend der Paarungszeit ‸singen" die Maennchen-eine Mischung aus Pfeiftoenen, Quitschen, Kreischen und Grunzen- und locken so die Weibchen an. Wir Frauen wuerden bei einem solchem Baltzverhalten wahrscheinlich die Flucht ergreifen!!! Uns sind da heisse Liebesschwuere, Rosen und Diamanten doch schon viel lieber, oder?
Uebrigens gibt es ein Gesetz hier auf Hawaii, dass man Buckelwalen nicht naeher als 90 Yards kommen darf, die Frage ist nur, ob das die lieben Wale auch wissen?
Und noch ein paar sehr interessante Fakten, zumindest ich empfinde es so:
Hawaii ist der abgelegenste Archipel der Welt. Er ist 4.000 km vom naechsten Festland, der US-Westkueste , entfernt. Hawaii wurde 1959 der 50. Bundesstaat der USA. Es leben ca. 1,2 Mio Einwohner in Hawaii, davon ca. 75 % auf Oahu. Die Gesamtflaeche der 8 Hauptinseln betraegt etwa 1.650 Quadratkilometer.
Und jetz kommt mein Lieblingswort: der Humuhumunukunkuaoua´a, der Riffdrueckerfisch, ist das Wahrzeichen Hawaii´s. Der ‸Drueckerfisch mit Schweineschnauze" hat spitze Zaehne und ernaehrt sich von Krusten- und Weichtieren.
Ueberhaupt hat die einzigartige geographische Lge, voellig isoliert von allem, zum relativ ungestoertem Gedeihen der Korallenriffe und zum Artenreichtum der Meerestiere wesentlich beigetragen.
Ein Drittel aller vom aussterben bedrohten Tierarten wie die Hawaii -Moenchrobbe und die gruene Meeresschildkroete leben ausschlieslich hier.
Big Islnd ist eine relativ ‸junge" Insel, sie ist erst eine Million Jahre alt, Kaua´i dagegen schon 5 Mio Jahre!
Big Island hat eine Flaeche von 10. 450 Quadratkilometer, ist also doppelt so groþ wie alle anderen Inseln zusammen.
Der Mauna Loa ist der groesste Berg der Welt! Moment, werden da viele sagen, da gibt's doch groesser Berge in Asien! Dachten wir auch, ABER: der Mauna Loa bringt es von der Basis am Meeresgrund bis zur Spitze zu einer Hoehe von ueber 9.150 Metern und waechst immer weiter!
Nachtrag vom Skipper:
Wie schoen, dass mein Co-Skipper interessante Informationen hier einbringt. Ich schaue mal wieder, wie/wo wir unser Geld an den Mann bringen (neuer Ofen). Wir bleiben hier vor Anker, bis die Passatwinde abklingen, um die nicht zu unterschaetzende Meeresenge zwischen Big Island und Maui ruhig zu ueberqueren.
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02.Feb.2010
Haben zwei echt anstrengende Wochen hinter uns, aber wann immer wir mit Deutschland telefonieren oder e-mailen sind wir dennoch froh, hier im schoenen und sonnigen Hawaii zu sein statt im kalten Deutschland. Klirrende Kaelte, schneebedeckte Autos und zugeschneite Strassen klingen sehr romantisch, aber nur aus der Ferne. Muesste ich jeden Morgen Schnee schaufeln, bei Wind und Kaelte und nicht geraeumten Strassen morgens um 6 Uhr zur Arbeit fahren, waere ich auch bedient, insofern
Auf nach Hawaii sag ich da nur!
Aber zurueck zum Thema. Vorletzte Woche waren wir in der Werft, worueber mein Goettergatte ja ausfuehrlich berichtet hat. Letzte Woche war dann Tauchstress angesagt.
Habe meinen Rescue Diver (RettungsTaucher) Lehrgang gemacht. Moni von der Yacht BlueBie ist Tauchlehrerin und hat mit mir den Kurs gemacht. War schoen, seinen ganz privaten Tauchlehrer zu haben.
Der Kurs selbst war sehr anspruchsvoll. Habe in Theorie und Praxis gelernt, jemanden im Wasser zu beatmen, mit verschiedenen Notsituationen umzugehen, z.B. ein bewusstloser Taucher unter und ueber Wasser, ein Taucher der panisch wird und unkontrolliert aufsteigt, einen verloren gegangenen Taucher zu suchen und zur Oberfläche zu bringen sowie Abschleppen von ermuedeten oder bewusstlosen Tauchern. Habe dabei auch einen kompletten 1. Hilfe Kurs machen muessen. Ist in Deutsch ja schon schwierig, in Englisch aber mit all den Fachbegriffen war dies eine echte Herausforderung fuer mich. Hat aber sehr sehr viel Spaþ gemacht und mir unheimlich viel Selbstvertrauen fuers Tauchen gegeben, auch mit Ohne- oder Wenig-Luft Situationen klarzukommen. Moni hatte es mit mir bestimmt nicht immer einfach, Ralph aber in dieser Woche auch nicht(wobei die Betonung auf dieser Woche liegt!!!)
Ich leide naemlich unter Pruefungsaengsten, schon immer, und bin (obwohl ich gelernt habe und das Thema mir ja auch vertraut ist) bis zum Schreiben der Pruefung ein kleines Nervenbuendel. Hinzu kommt, dass Ralph sich auch eine Auszeichnung verdient hat in der Woche, er ist offiziell zum hauseigenen Tauch-Sklaven ernannt worden (Dive Slave). Er durfte Moni und mir beim Flaschen schleppen helfen. Ausruestung ins Beiboot wuchten, uns zum Tauchspot fahren, Ausruestung zu uns ins Wasser werfen, uns nach dem Tauchgang wieder abholen (pünktlich natuerlich!), drauf achten, wo die Stroemung uns hintreibt und wir auftauchen werden, uns nach dem Auftauchen die Ausruestung abnehmen und ins Beiboot hieven, uns beide ins Boot helfen, zum Pier fahren, wo wir die Ausruestung mit Frischwasser spülen konnten und duschen. Dann durfte er mit unserem Handkarren die beiden Sauerstoffflaschen ins Staedtchen fahren und im Tauchshop auffuellen lassen. In der Stunde, welche wir auf die Flaschen warten mussten, durfte er zum Dank mit uns ein Bierchen trinken und sich Tauchstories anhoeren, dann wieder zurueck mit den aufgefuellten Flaschen durchs Oertchen (hier kennt uns schon fast jeder), alles ins Dinghi schaffen und zurueck zur Relax und wieder ausladen. Ralph´s Spruch der Woche war :"Tauchen macht ja so Spaþ, die Frage ist nur wem?"
Aber Tauchsklave zu sein hat auch Vorteile, er musste kein Mittag essen oder sich gar mit Nebensaechlichkeiten wie am Boot arbeiten oder faulenzen abgeben! Man bewegt sich ausreichend und man hat abends keinerlei Einschlafschwierigkeiten! Und man traegt Verantwortung!
Aber jetzt noch ein paar Fakten zu unserem Liegeplatz, Kailua-Kona;
Hier findet jährlich im Oktober der Ironman Triathlon statt. Fuer die ca. 1250 Teilnehmer ist der Ironman Hawaii eine echte Herausforderung, 3,8 km schwimmen,180 km Radfahren und 42 km Marathon. Jeder, der die Ziellinie vor Mitternacht erreicht erhaelt den Titel Ironman.
Kona ist das Zentrum an der ‸Gold Coast" der Insel. Auf einer schwarzen Lavaplattform in der Kailua Bay steht der dem Gott Lono geweihte Tempel Ahu´ena Heiau. 1820 landeten die ersten Missionare in Kailua-Kona. Sie bauten auch die Moku´aikaua Kirche, die heute noch steht bzw. die1837 aus Granit daneben errichtet wurde.
Bekannt ist Kona auch durch den Kona-Kaffee, der sehr lecker schmeckt.
Seit mehr als 100 Jahren sind die Haenge um Kona das einzige Kaffeeanbaugebiet der USA. Dem maechtigen Massiv des Mauna Loa sind ein naehrstoffreicher vulkanischer Boden und ein fuer den Kaffeeanbau ideales Mikroklima zu verdanken, morgens meist sonnig, nachmittags bewoelkt oder feucht. Auf ueber 500 kleinen Farmen wird hier Kaffee angebaut und weltweit vertrieben. Es werden jaehrlich ca. 900 Tonnen Kaffee geerntet. Natuerlich haben wir uns auch mit Kona Kaffee eingedeckt.
Besonders gut gefaellt uns auch, dass wir fast jeden Tag Besuch von Delfinen hier in der Bucht haben. Man nennt sie auch Spinnerdelfine oder Ostpazifische Delfine und wir amuesieren uns koestlich ueber sie. Die ‸Halbstarken" betteln manchmal foermlich um Aufmerksamkeit und vollfuehren akrobatische Kunstspruenge und scheinen es zu geniessen, wenn man ihnen applaudiert. Das zu beobachten, wie sie ganz dicht um unser Boot herum schwimmen und springen ist oft das Highlight des Tages fuer uns!
Und uns gegenueber an der Strandpromenade ist die "Babba Gump Shrimp Company". Jeder der den Film ‸Forrest Gump" mit Tom Hanks in der Rolle des Forrest gesehen hat, weiss wovon ich schreibe. Die beruehmte Bank, auf der er hier in Kona Rast gemacht hat und seine Schuhe stehen hier noch und sind ein beliebtes Fotomotiv, auch von mir, wie man sieht!
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und noch etwas wesentliches: Mir gefaellt es, dass es so viel Schnee hier gibt - wer weis wann wir den naechsten Schnee sehen duerfen. Außerdem macht Schnee schieben mindestens so viel Spaß und verbruacht soviel Kalorien wie das Schieben von Pressluftflaschen mit einer Karre.
In diesem Sinne Gruß aus dem Schnee
Holger
und noch etwas wesentliches: Mir gefaellt es, dass es so viel Schnee hier gibt - wer weis wann wir den naechsten Schnee sehen duerfen. Außerdem macht Schnee schieben mindestens so viel Spaß und verbruacht soviel Kalorien wie das Schieben von Pressluftflaschen mit einer Karre. danke für den Ausflug in den Kaffeeanbau, habe es mit Interesse gelesen.
In diesem Sinne Gruß aus dem Schnee
Holger



