11/07/2007, Manitoulin Island, Ontario, Kanada
Per Fähre fuhren wir weiter nach Manitoulin Island, einem alten Indianergebiet. Da es bei unserer Ankunft schon spät am Nachmittag war, verschoben wir den Besuch des Indianermuseums auf den nächsten Tag. Wieder auf der Suche nach einem Schlafplatz fuhren wir einen Schotterweg im Wald entlang. Zunächst versperrte uns ein ziemlich groþes Reh den Weg, aber letztendlich fanden wir ein schönes Plätzchen direkt am Wasser. Kaum hatten wir Grill und Kocher ausgepackt, um unsere Würstchen und Maiskolben zuzubereiten, da radelte auch schon ein Indianer vorbei! Ruckzuck waren wir in ein Gespräch verwickelt, teilten unser Abendessen mit ihm und verkosteten zum Nachtisch unbekannte Pflanzen mit Spinnweben. Angeblich nutzen die Indianer diese Pflanze als Durstlöscher, wenn sie kein Wasser finden. Schmeckt ein biþchen zitronig.
Unser Indianer Leo bezeichnete sich selbst als Buschmann und lud uns auch gleich zu sich nach Hause "in den Busch" ein. Immerhin besitzt er dort 56
Acre Land, entsprechend 22 Hektar. Nach einer kurzen Spritzstour: er auf dem Fahrrad vorweg, wir im Auto hinterher, erreichten wir sein Heim. Nachdem wir stürmisch von seinen beiden Hunden begrüþt wurden, bewunderten wir im Schein einer Taschenlampe die Innenausstattung seiner Baracke. (Elektrisches Licht mag er nicht, dass ist zu grell! Strom gibt es mit Hilfe eines Dieselgenerators, aber der wird nur für Nachrichten und Baseball im Fernsehen angeschaltet.) Neben selbstgebasteltem Indianerschmuck waren die Zimmerwände mit Pow-Wow Photos und ausgestopften Tieren geschmückt: Büffelkopf mit Fledermaus, Schildkröte, Marder... . Schon beeindruckend. Wieder an der frischen Luft muþten wir noch einen Heiltrunk aus gekochter Birkenrinde probieren, der eine komisches Taubheitsgefühl auf der Zunge hinterlies. Auch der Hund mochte ihn nicht trinken. Leo sah daraufhin schnell ein, dass, was für Indianer gut ist, noch lange nicht gesund für verweichlichte Europäer sein muþ. Wirklich beeindruckt waren wir aber dann, als er uns sein noch im Bau befindliches Blockhaus zeigte. Riesige Baumstämme und das hält ganz ohne Nagel. Leider fehlte das Dach noch, aber Leo war zuversichtlich, dass er nächsten Sommer einziehen kann.
Freundlicherweise durften wir auf seinem Grundstück mit Plumpsklo übernachten, und zum Abschied schenkte er uns noch eine Tüte selbstgesammelt und -getrockneter Blaubeeren. Die waren wirklich lecker.
10/07/2007, Bruce Peninsula, Ontario, Kanada
Endlich im Nationalpark an der Nordspitze der Bruce Peninsula angekommen, war heute Wandern angesagt: durch Kiefernwald, entlang der Steilküste mit fantastischem Blick auf die Georgian Bay und immer auf der Suche nach einem kleinen Schwarzbär. Das Wasser war super klar, aber eisig kalt. Nix mit Karibikfeeling! Wir entdeckten unzählige freche Eichhörnchen und Streifenhörnchen, aber ein Bär lies sich nicht anlocken, obwohl wir am Abend auf unserem Campingplatz im Wald extra noch ein paar lecker duftende Würstchen am Lagerfeuer grillten. Vergeblich. Zur Nacht verstauten wir dann aber doch alles Eþbare entsprechend den Parkanweisungen im Auto, um nicht nachts im Zelt plötzlich von einem hungrigen Bären überrascht zu werden.
09/07/2007, Bruce Peninsula, Ontario, Kanada
Auf der Suche nach mehr Natur fuhren wir auf die Bruce Peninsula, eine Halbinsel im Lake Huron. Kaum losgefahren wurde uns dieses Naturerlebnis gleich zum Verhängnis, da unsere Tankanzeige scheinbar bei halbleerem Tank nicht mehr funktioniert und uns so mitten in der Pampa ganz unerwartet der Sprit ausging. Zum Glück wurde Arne schon relativ bald von einem stark nach Kuhdung riechenden Autofahrer zur nächsten Tankstelle mitgenommen, während ich zurückblieb, um unser Auto gegen die Bären zu verteidigen. Glücklicherweise kehrte er schon nach kurzer Zeit mit einem vollen Benzinkanister zurück. Bis zur nächsten Tanke war es nämlich doch gar nicht mehr sooo weit. Weiter geht´s.
Nach einem langem Tag im Auto mit unheimlich vielen toten Waschbären entlang der Uferstraþe am Lake Huron fanden wir gegen Abend ein schönes mückiges Plätzchen am Wasser zum übernachten.
08/07/2007, Brampton, Ontario, Kanada
Aufgrund einer Verwechselung der Adressen meldeten wir uns bei einem angeblichen Brieffreund von Arnes Oma, der allerdings wie sich rausstellte noch nie einen Brief an Arnes Oma geschrieben hatte, geschweige denn je von uns gehört hatte. Später entpuppte er sich als der Bruder des Ehemannes einer Schwester von Arnes Oma, der bereits 1954 nach Kanada ausgewandert war. Netterweise luden er und seine Frau uns trotzdem zum Grillen im Garten ein, woraus im Verlauf ein sehr schönes und unterhaltsames Wochenende wurde.
Gemeinsam fuhren wir mit Myrna und Erich nach St. Jacobs, einem Gebiet in dem die sogenannte Mennoniten oder auch Amish-People aus religiösen Gründen teils Landwirtschaft wie vor 100 Jahren betreiben und u.a. auf Autos und Elektrizität verzichten. Heiþ begehrt sind ihre landwirtschaftlichen Produkte wie Brot, Wurst und Käse, wenn auch teils aufgrund der hohen Preisen kaum bezahlbar.
08/07/2007, Toronto, Ontario, Kanada
Ich gebe es zu: Baseball ist nicht so langweilig, wie ich das gedacht hatte.
Wir waren heute Abend noch im Stadion und haben uns ein Spiel von den Toronto Blue Jays gegen die Cleveland Indians angesehen. Leider hatten wir nicht damit gerechnet, dass man das Parkhaus vor dem Spiel verlassen muss, weil es wegen "Event Parking" lockere 20 $ kostet. Also sind wir auf einen anderen Parkplatz gefahren, haben deswegen aber auch die ersten 4 Innings verpasst. Aber es ist trotzdem noch interessant gewesen, zumindest immer dann, wenn der Schläger endlich 'mal getroffen hat und ein wenig Bewegung auf's Spielfeld kam.
