21 April 2017 | Sued Atlantik
19 April 2017 | Sued Atlantik
14 April 2017 | Sued Atlantik
14 April 2017 | Sued Atlantik
10 April 2017 | Sued Atlantik
10 April 2017 | Sued Atlantik
06 April 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
06 April 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
05 April 2017 | Jamestown, St.Helena Island, Suedatlantik
02 April 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
01 April 2017 | Jamestown, St. Helena, Suedatlantik
30 March 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
25 March 2017 | Jamestown, St Helena Island
25 March 2017 | St. Helena, Suedatlantik
24 March 2017 | Suedatlantik
23 March 2017 | Sued Atlantik
21 March 2017 | Sued Atlantik
21 March 2017 | Sued Atlantik
21 March 2017 | Sued Atlantik
17 March 2017 | Sued Atlantik

Pos 00. 00 / 23G 22W

21 April 2017 | Sued Atlantik
Kerstin
Um elf Uhr heute morgen haben wir 'rueber gemacht'. Von Sued nach Nord. Fuer Schiff und Skipper die sechste, meine fuenfte Aequatorueberquerung. Hurrah! Kurz kommt so etwas wie Wehmut auf. Da verlassen wir nun also tatsaechlich die Suedhalbkugel. Ob wir hier noch einmal wieder aufkreuzen werden? Schaun wir mal....

Seit elf Uhr steht also wieder ein kleines N hinter unserer Position auf dem GPS Bildschirm. Wir sind zurueck auf der Nordhalbkugel. Lustigerweise haben wir seit genau elf Uhr nicht mehr nur sanfte Duenung aus Sued, sondern auch Duenung aus Nord. Ein bisschen Skagerak Feeling. Nur die Poelster Bude fehlt leider.....

Und die Sonne knallt. Zwischen immer noch tief schwarzen Wolkenmonstern. Die Flasche Weisswein, die wir zur Feier des Tages oeffnen knallt zugegeben auch ein bisschen. Neptun und Lop To bekommen jeweils einen grossen Schluck. Den Rest teilen sich Kaptain und Crew. Wir haben ihn uns verdient. Und hier draussen ist auch wirklich nichts los. Da duerfen wir das mal. Wir freuen uns ueber unser bisheriges Wetterglueck. Und das Lop To so klaglos die Meilen frisst.

Pos 02 00S / 21 45W

19 April 2017 | Sued Atlantik
Kerstin
"Die See waechst, ich werde kleiner"

Ein wunderbaes Zitat von Wilfied Erdmann. Bei mir ist es nicht primaer die See. Bei mir sind es die Wolken. Die Wolken werden groesser, ich werde kleiner. Je naeher wir dem Aequator kommen, um so gewaltiger werden die Wolkenbilder. Schlagsahneberge. Am Abend oder am fruehen Morgen gerne auch in lila, pink oder rot. Gigantische Gebirge schieben sich da ueber den tief blauen Himmel. Und bringen nicht immer gutes Fuer mich bringen sie vor allem die Geissel des Fahrtensegelns schlechthin. Und die ist gefuehlt fuer mich schlimmer, als Seekrankheit. Die Wolkenberge bringen Gewitter. Und Gewitter auf See sind nicht meine Welt. Ich habe s hon oft hier darueber geschrieben. Irgendwie hatte ich gehofft, das wir unsere Jahresration Blitz und Donner vor Mar del Plata abgearbeitet hatten. Pustekuchen...

Osterwetter also auch hier. Wobei, das es sich um das Osterwochenende handelt, erfahren wir erst aus einer Email von Zuhause. Nachrichten, Wochentage, sie plaetschern schon wieder unbeachtet am Rumpf vorbei.

Was uns umtreibt ist also das Wetter. Und das ist objektiv bescheiden. Es sind nur noch 200 Seemeilen bis zum Aequator, ergo ist es heiss und wird taeglich heisser. Ab und an regnet es aus tief schwarzen Wolken. Mal in Form eines Wolkenbruchs, mal nur als leichter Drissel. Egal in welcher Form, der Regen zumindest ist uns willkommen. Er kuehlt uns und LOP TO ab. Und das koennen wir gebrauchen.

35 Grad, Luftfeuchte satt. Unter Deck, wie an Deck. Der Wind ist laengst eingeschlafen. 250 Seemeilen vor dem Aequator werfen wir schweren Herzens die Maschine an und motoren. Noch mehr Hitze im Schiff. Wenn wir dann bedingt vom Regen noch das Oberlicht schliessen muessen, wird es innen fast unertraeglich.

Jaha, Schneefallgrenze auf 500 Metern, Graupelschauer, Tagestemperaturen von -1 bis 5 Grad. Das deutsche Osterwetter klang in unseren Ohren gar nicht so schlecht. Alles wie so oft im Leben, eine Frage der Perspektive. Wir haetten sogar getauscht ;-) Vielleicht.

So aber sitzen wir im Cockpit, nur mit einem nassen Geschirrtuch auf dem Kopf und schwitzen uns durch die Tage. Ab und an wird es schwarz am Horizont.Nachts dann Donnergrollen, Blitze in denen kurz riesige Wolkenbaenke erscheinen. Waehrend LOP TO ihrem ihrem Hobby nach geht und Meilen frisst, suchen wir wahlweise Schatten oder Regenschutz. Ich ziehe mir ein Kissen ueber die Ohren. Wir spielen Karten, hoeren Musik, kochen und lesen, lesen, lesen..... Und auf der Haben-Seite verbuchen wir 1300 Seemeilen, die wir seit St. Helena bereits im Kielwasser haben. Und fuer die mussten wir noch nicht mal viel tun. Vier Halsen, 9 x ein und ausgerefft. That's it. Jetzt noch so ein schoener, kalter, norddeutscher, spaetfruehlings Graupelschauer. Es waere der Hit!

POs 07 40S / 015 34W

14 April 2017 | Sued Atlantik
Kerstin
Ja, ein kleines bisschen Melancholie segelt auf dieser Etappe mit. Ich versuche die Momente dieser langen Etappe irgendwie, irgendwo in meinem Inneren zu speichern. Mehr als sonst. Das hier ist Blauwassersegeln vom feinsten. Werden wir so etwas so in dieser Art noch einmal erleben? Diese totale Einsamkeit hier draussen. Lopto, Helmut und ich, der weite Himmel und der Atlantik. Fuer Tage, fuer Wochen nichts anderes. Unendliches Blau. Menschenleer, Schiffsleer. Und derzeit voller Wetterglueck. Wir haben die Segelstellung in den ersten sieben Tagen seit Abfahrt aus St. Helena nicht veraendert. Ab umd an ein Reff rein, ein Reff raus. Mehr bleibt derzeit nicht zu tun. Heute Nacht passieren wir Ascension Island, 30 Seemeilen an Steuerbord. Die Insel zeigt sich nicht. Kein Lichtschein am Horizont. Was auch am Vollmond liegen mag. Aber immerhin bilde ich mir ein, ich koennte die Insel riechen. Diesen Teil des Atlantiks haben wir uns gedanklich in kleinere "Haeppchen" unterteilt. 750 Seemeilen sind es noch bis zum Aquator, dann noch einmal um und bei 1000 bis auf die Hoehe der Kapverdischen Inseln. Die waeren sicherlich ein lohnendes Ziel gewesen, liegen aber leider viel zu weit oestlich, um sie von unserer Position aus segelnd erreichen zu koennen. Von den Kapverden aus sind es noch einmal circa 800 Seemeilen bis Hoehe Kanaren und dann noch einmal 700 bis auf die Azoren. Alles Luftlinie und trotzdem, solchermassen verpackt, erscheint uns die vor uns liegende Strecke irgendwie ueberschaubarer. Und gut 750 Seemeilen haben wir seit Abfaht St. HELENA immerhin schon im Kielwaser. LOP TO flitzt nur so ueber den Suedatlantik. Unter Vollzeug, mit ausgebaumter Genoa auf Steuerbord segelt sie uns nach Norden. "Nuetzt ja nuescht, wat mut, das mut" scheint sie zu sagen und spielt Schmitz Katze. Uns bleibt nur der regelmaessige Blick rund um und auf das AIS und Radar Display. Schoene, ruhige Tage hier draussen. Waehrend meiner Nachtwache denke ich darueber nach, wie vielen Menschen wir in den vergangenen Jahren begegnet sind, die fuer dieses Segeln fast alles andere in ihrem Leben aufgegeben haben. Wieviele Menschen haben wir getroffen, die ihr Haus, ihren Beruf, all ihr Hab und Gut getauscht haben fuer ein Segelboot und eine ungewisse Zukunft. Auch um Tage wie diese erleben zu duerfen. Nicht alle haben hier draussen das gefunden, was sie gesucht haben. Die meisten aber sind gluecklich geworden. Haben sich den Lebenstraum erfuellt und aus der Zeit, die ihnen geschenkt wurde, etwas besonderes gemacht. Natuerlich kann man all das auch an Land finden. Nicht jeder muss dafuer raus aufs Meer. Manch einer "muss" dafuer auf eine Hallig ziehen. Zu Fuss Groenland durchqueren. Oder Hunde zuechten. Aber kann einem etwas anderes im Leben mehr Zufiedenheit schenken, als irgendwann den eigenen Weg eingeschlagen zu sein? Es braucht Mut am Anfang, aus dem scheinbar vorgestanztem Dasein aus zu brechen und den eigenen Weg zu gehen.

Pot Luck

14 April 2017 | Sued Atlantik
Kerstin
Ein paar Tage vor unserer Abfaht aus St. HELENA machen wir gemeinsam mit den anderen Seglern ein Barbeque in der kleinen Bucht von Lemon Tree Valley, ein paar Dingi Minuten vom Mooringfeld entfernt. Hier gibt es einen kleinen Anleger. Was nicht heisst, das das Anlanden einfach ist. Auch hier braucht es gutes Timing, um das Grillgut nicht im Atlantik zu versenken. Der Abend wird lang und lustig. Und wir ein bisschen melancholisch. Ist das hier das letzte Pot Luck Dinner unserer Reise? Werden wir nochmal so ungezwungen zusammen sitzen mit Menschen aus so vielen unterschiedlichen Nationen? Heute Abend treffen sich hier Neuseelaender, Amerikaner, Englaender, Suedafrikaner, zwei Segler aus Panama, zwei Deutsche und Franzosen. Natuerlich ist das Bloedsinn. Grillen und dabei Menschen kennen lernen kann man auch in Momark, in Mariham oder Kleipeda. Trotzdem sind wir ein wenig nachdenklich, als wir im Dingi zurueck an Bord duesen. Unser Blauwasserleben -was wohl bleibt davon, wenn wir zurueck in Europa sind?

getting ready

10 April 2017 | Sued Atlantik
Kerstin
Unsere letzten Tage auf St. Helena sind ruhig. Wandern gehen, eine Bananenstaude im Wald schlagen. Die letzten Einkaeufe fuer die Ueberfahrt erledigen. Zwei Abende sit...

Um uns herum ist am Wochenanfang ploetzlich "Bettenwechsel". Viele Schiffe fahren ab. In Richtung Karibik, Brasilien. Eins ist wie wir auf dem Weg zu den Azoren. Dort sind wir mit den Schweden Tina, Gustav und ihren beiden Toechtern verabredet, die wir vor ein paar Tagen hier kennen gelernt haben. "Wenn wir uns auf den Azoren verpassen, treffen wir uns in Goeteborg", versprechen wir uns. Die vier wollen dort in Zukunft an Bord ihrer Stahlketsch leben. Wie schon vor fuenf Jahren, bevor sie zu ihrer Weltumsegelung aufgebrochen sind. Wir freuen uns auf's Wiedersehen.

Nach ein paar Tagen haben sich die Moorings um uns mit neuen Fahrtenyachten gefuellt. Und mit Schulungsyachten aus Kapstadt. Dort scheint es einen wahren Boom junger Segler zu geben, die ihre berufliche Zukunft in der Mega Yacht Industrie sehen. Alle wollen Skipper, Bootsmann oder Stewardess auf einer Luxusyacht werden. "Die werden sich wundern", sagt John, unser Nachbar auf Steuerbord. Er hat lange Jahre solche Yachten als Skipper gefahren. "Du verdienst gutes Geld"erzaehlt er uns am Abend beim Wein. "Aber einfach geht anders." Gestern lausche ich einem Gespraech auf dem Ferryboat. "Wie heisst euer Co Skipper?" fragt ein Youngster den anderen. "Keine Ahnung"antwortet dieser "wir muessen ihn Chief nennen". "Und euer Skipper?" " Der heisst Boss". Harte Sitten. Wenn Boss auch statt der Gastlandsflagge von St. Helena, die britische Flagge hat setzen lassen. Und das noch auf der falschen Seite. Sowas sieht man gar nicht gern auf der Insel. Boss...mensch, von Dir soll man lernen...!?

Wir machen uns morgen auf den Weg in Richtung Azoren. Das wir dies tun koennen, verdanken wir unserem Freund Jonny, dem Ferryman. Seit Tagen schon brandet naemlich hoher Schwell an die Nordwest Kueste von St. Helena. Die See bricht sich auf der Pier von Jamestown und bescherte uns in den vergangenen Tagen einige erinnerungswuerdige Ferryboat Landungen und mir ein blutiges Knie. Aber besser ein blutiges Knie, als Baden gehen. Das ist beim letzten Staatsbesuch einem Mitglied der britischen Koenigsfamilie passiert. Prinz Andrew ging baden, eine Geschichte die noch heute gerne auf der Insel erzaehlt wird.

St. Helena ist also bekannt fuer die Probleme, hier heile an Land zu kommen. Daher benutzen die meisten Segler statt dem eigenen Beiboot, das hiesige kleine Ferryboat und hangeln sich an den, an der Pier haengenden Seilen an Land. Bei ruhigem Wetter kein Problem, an einigen Tagen des Jahres aber muss man Tarzan spielen. Heute untersagt der Hafenmeister auch diesen Spass. Es ist zu gefaehrlich. Noch zwei Fahrten macht Jonny darauf hin auf eigene Kappe. Er weiss, das wir ausklarieren wollen. Dann bleibt sein Boot bis auf weiters an Land und die Segler an Bord ihrer Schiffe.

Ein Schicksal das wir im uebrigen mit gut 700 Kreuzfahrt Touristen an Bord der MS Astor teilen, die morgen die Insel besuchen wollten. Auch ihr Landgang wurde abgesagt.

Probleme die unsere Nachbarn an Backbord nicht kennen. Neben uns, weit draussen, liegt seit ein paar Tagen eine riesige Motoryacht. Wir staunen nicht schlecht, als man dort den bordeigenen Hubschrauber auspackt. Statt mit Ferry- oder Gummiboot, fliegt man kurzerhand an Land. Na ja, wenn's dem Selbstbewusstsein dient. Irgendwie moechte man mal wieder "Geht's nicht auch mal eine Nummer kleiner ?" rueber rufen. Geht uns aber genau genommen ja auch nichts an. Wir segeln statt zu fliegen. Ab Morgen St. Helena -Azoren. Noch einmal um und bei 4000 Seemeilen, inkl. Umweg um das Azoren Hoch. Nocheinmal werden wir circa fuenf Wochen unterwegs sein. Vielleicht ein paar Tage weniger, wahrscheinlich eher einige Tage mehr. Das kommt ins besondere auf den Kalmenguertel am Aequator an. Die Rossbreiten. Wind ist dort Glueckssache.

Und dann? Naechster Stop: Europa. Fuer LOP TO das erste mal seit 18 Jahren. Koennen Schiffe aufgeregt sein? Wenn ja, dann ist sie es wohl jetzt....

Inselleben

10 April 2017 | Sued Atlantik
Kerstin
Wo geht man hin wenn man mehr ueber das Leben an einem Ort erfahren moechte? Genau, zum Frisoer. Ich gehe zu Mike. Mike hat seinen Laden neben dem hiesigen Spar- Supermarkt am Marktplatz. Er selbst nennt sich selbstbewusst Haardesigner. Eine gewagte Berufsbezeichnung auf einer Insel mitten im Nirgendwo, mit gerade einmal 4000 Bewohnern. Mike ist auf St. Helena geboren. Den Grossteil seines Lebens hat er aber in England verbracht. Vor ein paar Jahre zog es ihn dann zurueck auf die Insel. Viel mehr als mein Haarschnitt, interessiert mich daher das warum und weshalb. Warum zieht ein Mann mit Ende zwanzig zurueck nach St, Helena? Wie ist das Leben, der Alltag hier? "Na ja", sagt Mike, "es kann schon mal langweilig werden. Aber eigentlich....eigentlich habe ich hier alles was ich brauche." No worries, sagt er, keine grossen Sorgen habe er hier. Es ist nicht viel los, aber jeder habe am Ende irgendwie sein Auskommen. Das kenne er aus England auch ganz anders. Was er zum Flughafen sagt, frage ich ihn. (Noch immer ist der nicht funktionierende Flughafen Tagesthema auf der Insel. Der Flugverkehr wurde nach Fertigstellung Anfang 2016 bisher nicht aufgenommen, da Fallboen Starts und Landungen zu gefaehrlich machen.) Macht es ihn nicht aergerlich? Mike ueberlegt ein paar Augenblicke. Dann sagt er, eigentlich faende er das ganz gut so. Klar, schade um die 270 Millionen Pfund sei es schon irgendwie. Aber ohne Flugplatz bliebe St. Helena eben auch das was es ist. "Wir sind einer der abgelegensten Plaetze der Welt. Das macht uns besonders" sagt Mike. "Was sind wir denn mit Flughafen? Eine Insel im Suedatlantik. Mehr nicht. Aber ohne Flughafen sind wir eine Insel auf die du schnellstens mit dem Versorgungsschiff kommst. Eine fuenf Tage Reise ab Kapdtadt. Alle zwei Wochen. Wo gibt es heute sowas sonst heute noch?" Ich ueberlege ein paar Augenblicke. Tristan da Cunha, Pitcairn fallen mir ein. Und ja, St. Helena. Vielleicht hat Mike also recht. Sicherlich macht gerade das diese Insel so einzigartig. Mike jedenfalls will bleiben. Auch ohne Flugverbindung. Er hat ein Haus gebaut. Seine Freundin ist ebenfalls auf St. Helena geboren. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. Zurueck nach England? "No", sagt Mike. "to much hasle over there". Das Leben in Europa sei ihm zu stressig. Ob seine Kinder einmal auf der Insel bleiben werden, frage ich ihn. Wahrscheinlich nicht, sagt Mike. St. Helena, sagt er, ist ein aussterbendes Konzept. Und auch damit liegt er wohl richtig. Nach einer Stunde stehe ich mit frisch destyltem Haar und vielen neuen Einblicken auf dem Marktplatz von Jamestown. Ich gucke mich um. Leben moechte ich hier nicht. Dafuer muss man vielleicht hier geboren sein. Aber ich fuehle mich sehr beschenkt diese Insel ein zweites mal besuchen zu koennen.

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06 April 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
Kerstin
Nicht jeder freut sich ueber Kartoffeln.
Frischer Fisch ist auch was feines....

SIE sind da!

06 April 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
Kerstin
Die Kartoffeln sind angekommen. Das Lokalradio verkuendet am Morgen die Ankunft von mehreren hundert Kilo Zwiebeln und Kartoffeln auf der Insel.
Die Saints und wir sind begeistert und begeben uns in Position am Kai.
Kartoffeln gab es seit Monaten keine. Der Ansturm ist gross.
Zwei Stunden spaeter haben wir zwei Saecke feinste suedafrikanische Potatoes an Bord.

Ja, Glueck kann so einfach sein. Der Skipper strahlt, die Crew ist zufrieden. Nun koennen wir langsam daran denken in Richtung Azoren zu segeln.

Zweite Nachricht im Radio, der Fliesendieb ist ueberfuehrt.
Aufregende Tage auf dem Suedatlantik :-)......

Blauwassergeschichte(n)

05 April 2017 | Jamestown, St.Helena Island, Suedatlantik
Kerstin
In "Ann's Place", der Seglerkneipe von St. Helena kann man Blauwassergeschichten aus 40 Jahren finden.
Die Gaestebuecher der Kneipe, durch die wir uns stundenlang blaettern, sind kleine Schaetze.
Wir finden Bekannte, Unbekannte und die ein oder andere Segellegende auf Durchreise.
Und wir staunen ueber Boote, Reisen und ueber die Veraenderungen der letzten Jahre.
Spannend.....



P.S. und nein, keine Aenderung im Plan wie Andrea vermuetet. Naechster Stop bleiben fuer uns die Azoren.

Wer macht sowas?

02 April 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
Kerstin
Man muss schon ziemlich doof sein, um auf einer Insel wie St.Helena diese Steine zu klauen.
Im Vorgarten oder in der Dusche sollte man sie in den naechsten 50 Jahren besser nicht verlegen.......

Aber egal. Es ist DAS Inselthema in diesen Tagen.
Endlich ist mal was los. 4.000 3.999 Inselbewohner schmunzeln und raetseln wer die Kacheln hat.

Islandlife

01 April 2017 | Jamestown, St. Helena, Suedatlantik
Kerstin
Das Einklarieren auf St. Helena ist einfach. Nach einer halben Stunde stehen wir legal und gestempelt auf der Hauptstrasse von Jamestown.
Viel hat sich in den Monaten seit unseem letzten Besuch nicht veraendert. Hier auf St. Helena ticken die Uhren eben anders. Einzig das beste Restaurant am Platz hat geschlossen. Der Koch hat die Insel verlassen. Genau wie das finnische Paar, das hausgemachtes Brot und Kuchen auf dem Markt verkaufte.

Wir machen eine kurze Runde durch die Laeden der Stadt. "Are potatoes available at the moment ?". "No, sorry. Haven't seen any for weeks....". Noch etwas was unveraendert ist. St. Helena ist Kartoffelfrei. Das macht vor allem dem Skipper zu schaffen. Schuld ist die Duerre in Suedafrika. Auch dort sollen Kartoffeln in diesem Jahr Mangelware sein.

Komisch welche Sorgen einen nach 38 Tagen auf See so umtreiben.
Um so erfreulicher, das "Ann's Place" geoeffnet hat. Die Seglerkneipe in Jamestown, die bei unserem ersten Besuch leider geschlossen war. Hier trifft sich das Ankerfeld, hier gibt es (sagenhaft teures, dafuer um so langsameres) wifi. Die Stimmung ist gut. Woher, wohin, kennen tun wir hier niemanden. "Wow, what a trip.
And were is the rest of you guys" fragt uns ploetzlich mein Sitznachbar. "The rest?...." fragen wir etwas erstaunt und erfahren, das St. Helena Radio uns heute frueh beim Hafenmeister per Funk als 34 Fuss Yacht mit 11 Personen an Bord aus Argentinen kommend gemeldet hat.  Nun ja....

Wir bestellen uns einen grossen Salat. Kartoffeln gibt es auch bei Ann nur noch in Form von Pommes. Dazu  zwei kalte Bier.
Dann haut es uns von den Schuhen. Wir nehmen die naechste Faehre zurueck an Bord und fallen in die Kojen. 12 Stunden Komaschlaf, mindestens.

Und danach klaren wir auf. Lop To verwandelt sich nur sehr langsam wieder in ein etwas geordneteres Zuhause.  Einen Waescheberg schleppen wir den Hang hoch ans andere Ende von Jamestown zur Waescherei. Am Besan Segel muessen wir einen Mastrutscher neu annaehen, Helmut repariert die Klopumpe. Dann kehrt langsam so etwas wie Normalitaet ein. Wir lernen die Segler der anderen Schiffe kennen. Machen ein Pot Luck Barbeque in der Lemon Tree Bucht, fahren mit Jonny, dem Ferryman auf Walshark Suche, die leider vergebens bleibt. Die Saison ist leider vorbei, die Tiere haben St. Helena verlassen. Nur hier und da wird noch ein Exemplar gesichtet. Wir haben kein Glueck, fer uns bleibt es beim Schnocheln.
Auvh schoen, bei glasklarem Wasser. 30 Meter unter dem Boot koennen wir problemlos den Grund erkennen.

Von meiner ersten Wandertour ueber die Insel komme ich mit einem sagenhaften Muskelkater nach Hause. 38 Tage sitzen bleibt nicht ohne Folgen. Auch wenn einem der Seegang unterwegs scheinbar ohne Pause Bewegungen abverlangt. Beinmuskeln ade. Wir reihen uns ein in die Rueckenmueden Langfahrtsegler.

Zusammen mit John und Rosie, die neben uns an einer Mooring liegen, mieten wir fuer einen Tag ein Auto und duesen ueber die Insel. Geniessen Wald und viel Gruen. Nach Wochen in der  Wasserwueste und zuvor der baumlosen argentinischer Pampa ist es toll, einen Waldweg entlang zu laufen. Wir koennen uns kaum satt sehen an den Farben und Formen. Waere da nicht dieser elende Muskelkater....

St. Helena. Tolle Insel, die einen zweiten Besuch verdient hat.
Wir bleiben noch ein paar Tage.

Und jetzt gehen wir auf Kanal 16 und mischen das Ankerfeld auf "Guys, rush. There are potatos available at the Market".
Schliesslich ist 1. April.....

Keine Kartoffeln.....

30 March 2017 | Jamestown, St. Helena Island, Suedatlantik
Kerstin
Ach noe ne?!

yeeeeha

25 March 2017 | Jamestown, St Helena Island
Kerstin
Wir sind angekommen. Zurueck auf St Helena.
Heute um 12 Uhr bei Nieselregen und grauem Himmel.
Halbzeit bis zu den Azoren. 4000 nochwas Seemeilen, 38 Tage, 1,5 Tage unter Motor.
Jetzt sitzen wir in der Seglerkneipe von Jamestown vor einem grossen griechischem Salat und jede Menge Pommes. Und einem kalten Bier.

Hurrah!

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25 March 2017 | St. Helena, Suedatlantik
Kerstin
St. Helena am Horizont. Land nach 38 Tagen auf See.

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24 March 2017 | Suedatlantik
Kerstin
Abendhimmel mit Albatros.
Unterwegs auf dem Suedatlantik.
Vessel Name: Lop to
Vessel Make/Model: S.V. Lop To, Bloemsma-Danish Flower 38
Hailing Port: Kappeln, Germany
Crew: Helmut und Kerstin
About:
Es ist moeglich... ...man kann sich Zeit nehmen. Man kann ein etwas anderes Leben leben als das, was vorgestanzt ist. Um dies zu tun, segeln wir seit Mai 2008 gemeinsam. Wohin? Wie lange? Das entscheiden wir unterwegs ... [...]
Extra:
Die Crew: Helmut, Skipper Jahrgang 1951. Wollte schon mit 20 um die Welt segeln. Und tut dies nun seit gut 15 Jahren. Ruhig, norddeutsch und durch kaum etwas zu erschüttern. Ein guter Ausgleich zur Crew: Kerstin, Jahrgang 69. Stand erst mit knapp 30 zum erstenmal auf einer [...]
Lop to's Photos - Main
Eigentlich wollten wir die Insel auf der der Pfeffer waechst urspruenglich an Steuerbord liegen lassen. Mauritius -Reunion -Suedafrika hiess der Plan A. Plan B liess uns auf Reunion verzichten jnd statt dessen nach Madagaskar segeln. Zuviel Positives hatten wir von Freunden gehoert, die bereits vor Monaten hier angekommen sind. Und was sollen wir sagen? We love it! Madagaskar, eins der schoensten Laender unserer Reise. Seht selbst....
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Created 12 September 2015
Unsere zweite "afrikanische" Insel. Zuckerrohr, Tourismus, wunderschoene Natur und ein Strassenbild irgendwo zwischen Indien und Mittelmeer. Juli 2015
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Created 17 July 2015
Inmitten des Indischen Ozeans, eine Handvoll kleiner Atolle. Man benoetigt ein eigenes Boot und eine Besuchserlaubnis der British Indian Ocean Territory Administration um Chagos besuchen zu koennen. 2015 besuchen circa 45 Schiffe das Archipel. Das macht 120 -200 Besucher in 365 Tagen. Wir sind zwei von ihnen. Und gluecklich diesen Ort gesehen zu haben. April 2015
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Created 17 June 2015
Afrikas oestlichste Insel. Ein Paradies und einer der schoensten Plaetze unserer Reise. Mai-Juni 2015.
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Juni 2014
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Around the world...
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Bilder vom Hauptdarsteller unserer Reise. LOP TO macht unsere Reise moeglich. Sie ist Zuhause, Transportgeraet, Hobby, Rueckzugsort und unsere Lebensversicherung auf See. Kein anderes Schiff moechten wir unter den Fuesen haben...
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Februar 2014 bis .....
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November 2014 bis....
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Im Camp Leakey wird versucht einstmals gefangene Orang Utans wieder auszuwildern. Wir besuchen Nationalpark und Camp im Oktober 2013.
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Panasia Paradise Louisiaden, Papua New Guinea Juli 2013
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100 sm noerdlich von Neukaledonien liegt ein Paradies der besonderen Art - bewohnt lediglich von tausenden von Voegeln und Krabben, einsam, ruhig und unendlich schoen! Juli 2013
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Tierportraits
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North and South Island.
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Californien, Arizona, Nevada. April 2012
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