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unterwegs mit der Segelyacht "Maia"
Sao Nicolao
03/09/2012

Das Wetter bessert sich langsam. Weniger Wind, weniger Staub in der Luft und damit fühlt es sich auch wärmer an, baden macht wieder Spaß. Im Winter, Dezember bis April bläst der Passat hier besonders stark, steht in den Segelhandbüchern. Was das bedeutet, merkt man erst wenn man es erlebt. Stark blasen heißt so um die 20, 25 Knoten, Windstärken 5, 6. Das geht ja noch, aber durch Kapeffekte und Düsenwirkungen verstärkt sich der Wind an manchen Stellen recht deutlich, da sind glatt 1 bis 2 Windstärken mehr drin. Und Fallböen, das ist wenn der Wind mit Getöse die Berge hinunter knallt. Aus einer geschützten Ankerbucht wird dann eine Mausefalle, Sturm, man traut sich nicht vom Schiff weil es könnte ja der Anker ausbrechen, die Kette brechen oder ein anderer, der gerade auf Drift geht knallt einem vor den Bug. Außerdem kommt man mit unseren kleinen Dingis und schwachen Motörchen kaum gegen den Wind an. So geschehen in Tarrafal/Santiago, wir haben uns 2 Tage nicht runter getraut vom Kahn. Schade eigentlich, der Ort ist ganz hübsch und die Ankerbucht idyllisch. Im Sommer vielleicht.

Die Starkwindphase hat erst einmal eine Pause eingelegt, wir haben sie genutzt und sind von Tarrafal nach Tarrafal gesegelt, ein Ort gleichen Namens auf der Insel Sao Nicolau. Es war noch so viel Staub in der Luft, dass man die Insel erst drei Meilen vorher hat sehen können. Staub aus der Sahara, unser Boot ist auch schrecklich dreckig. Hier in Tarrafal/Sao Nicolau liegen wir nun ganz friedlich vor Anker. Das Wetter bessert sich, wie schon gesagt. Gestern sind wir in die Hauptstadt gefahren, Vila Ribeira Grande. Nicht mit dem Bus, mit dem Aluguer, das Sammeltaxi der Kapverden. Ein offener Pritschenwagen mit Sitzbänken hinten drauf. An frischer Luft mangelt es nicht da oben, der schöne Ausblick entschädigt aber für die Unbequemlichkeit. 26 Kilometer über die Insel, in jedem Dorf ein Stopp und überhaupt hält der Fahrer dort an, wo jemand aus- oder einsteigen will. Ganz pragmatisch. Die Stadt ist auch sehenswert, pittoresk, enge Gassen und schöne Gebäude aus kolonialer Zeit. Wir haben fein zu Mittag gespeist, Cachuppa mit Fischfilet, ein Bier dazu und das ganze für 11 Euro. Zusammen. Da kann man nicht meckern. Die Insel ist erstaunlich grün. Auf der Nord- und Ostseite bleibt die Feuchtigkeit aus den Wolken hängen und in der fruchtbaren Vulkanerde wächst so allerlei. In den Gärten stehen Papayas, Bananen, Zuckerrohr und viel Gemüse. Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Succini, Süsskartoffeln und so weiter. Die Cachuppa ist ein typisch kapverdischer Eintopf quer durch den Garten mit Fleisch- oder Fischausrichtung. Wir haben den Fisch gewählt, lecker. Im Süden und Westen ist es jedoch trocken und karg, die reinste Vulkanlandschaft.
Die Insel ist schön, keine Frage. Der ewige Wind und damit einhergehend Staub würde mich jedoch auf Dauer stören. Der klare Himmel und das wunderbare Licht der Kanaren fehlt hier.

Hier im Ort gibt es ein Internetcafe. Da sitze ich nun für einen Euro die Stunde und fröne mal wieder meiner Sucht, internetten. Heute Abend gehen wir noch einmal Fisch essen, haben kleine Pension entdeckt wo Mama noch persönlich kocht und morgen wollen wir dann weiter. Nach Mindelo, das ist die Insel Sao Vicente.

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