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Unter Segeln unterwegs mit Santa Maria
Segelreisen zum Mitsegeln auf Ostsee, Nordsee und Atlantik
Abschied tut weh und weiter geht es
Deike
25/07/2015, Caledonian Canal

Die Nacht verbrachten wir in Corpach und gestern Morgen öffnete sich die letzte Schleuse für uns, um uns endgültig auf Meeresniveau zurück zu bringen.

Eigentlich wollten wir so gerne noch Segeln, hatten wir doch eine ganze Woche nur unter Motor verbracht. Aber es sollte nicht so recht sein, von den letzten 30sm verbrachten wir immerhin 2,7 unter Segel. Stattdessen wurden wir ständig nass, ein Schauer nach dem anderen zog über uns hinweg und tauchte die Landschaft noch einmal in dramatische Grautöne. Wehmut lag über der Santa. Jeder war mit seinen oder ihren Gedanken beschäftigt und versuchte mit der Erkenntnis zurecht zu kommen, dass ein wunderschöner Törn zu Ende geht.

Nico, der die meisten Manöver mit der Santa gefahren war stand als letztes noch eine Herausforderung durch, nämlich das Schiff rückwärts und gegen die Strömung in eine Box zu manövrieren. Unterdessen kennt er sie so gut, dass er die Aufgabe hervorragend löste. So machten wir gestern Nachmittag in der Dunstaffnage Marina in der Nähe von Oban fest und tranken unser letztes Festmacherbier.

Ich bin dankbar für diese zwei wunderbaren Wochen, die wir ohne Schäden, Krankheit, Probleme menschlicher oder technischer Natur (na gut, ausser Rolands Kamera) in toller Crewzusammenstellung verbringen durften. Nun habe ich Santa in die bewährten und liebevollen Hände von Reinhard gegeben, der mit ihr ab morgen die schottische Westküste und ihre Inseln unsicher machen wird.

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Caledonian Canal 2. Teil
Deike
24/07/2015, Corpach

Der weitere Verlauf des Kanals blieb wetterseitig ebenso wechselhaft, wie die Landschaft abwechslungsreich. Besonders gut gefallen hat uns allen Loch Lochy. Die Landschaft erschien uns etwas weniger schroff als rund um Loch Ness, die Berge nicht ganz so steil, das Wasser nicht ganz so schwarz. An seinem Ende war auch unsere Weiterfahrt nicht mehr möglich, die Schleusen und Brücken werden nur bis 18 Uhr betreut, danach ist Nachtruhe.

So lagen wir also an einem Steg mitten in der Landschaft, der nächste Pub wäre 4 Meilen weg gewesen und so haben wir wieder einmal den Ausblick aus unserem Deckssalon genossen und das Festmacherbier gerne an Bord getrunken. Natürlich haben wir uns noch weiteren Whiskys gewidmet, deren Destillen wir auf unserem Weg passiert haben, Scapa aus Orkney, Old Pulteney aus Wick und noch einmal Highland Park. Natürlich nicht alle an einem Abend

In den Kanalabschnitten glitten wir so eng durch die Landschaft, dass die Farne zum Greifen nahe schienen. Verkehr war wenig, ausser unseren Schleusennachbarn sahen wir wenig andere Fahrzeuge.

Am Kopf von Neptuns Staircase verbrachten wir die Mittagspause, bevor der stundenlange Abstieg gen Meer begann. Runter ging schneller als hoch, aber mit den 8 Schleusen waren wir trotzdem den Nachmittag über gut beschäftigt. Am Fuße angekommen, hatten wir noch das Vergnügen, den "Jacobite Train" vorbeifahren zu sehen, ein Dampflok getriebener Zug, der eine der landschaftlich schönsten Strecken Europas von Fort William nach Mallaig. Viele Ausblicke sind aus den Harry Potter FIlmen bekannt.

Weitere zwei Schleusen trennten uns von Corpach und der Möglichkeit zu tanken. Glücklicherweise hatte die Tankstelle gerade Sprit bekommen, denn erst hiess es, es gäbe keinen. Das hätte mich in die Bredouille gebracht, aus der der freundliche Skipper der Bloodhound - einer ehemaligen königlichen Rennjacht, die heute von einem Verein betrieben wird und uns über weite Strecken des Kanals begleitete - uns sonst geholfen hätte. Überhaupt haben wir in Schottland nur freundliche, aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen getroffen. Vorausgesetzt wir waren in der Lage, sie zu verstehen, das hier gesprochene hat mit Englisch oft nicht soviel gemein.

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Loch ohne Nessie
Deike
21/07/2015, Fort Augustus

Die Schleusentreppe war die erste Herausforderung des Tages. Die vier bis fünf Windstärken machten uns vorher ein wenig Sorgen, erwiesen sich dann aber als nicht problematisch, kam er doch genau von vorne. So sollte es auch den ganzen Tag bleiben. Das Wetter spielte auch mit, ein Mix an Sonne und Wolken begleitete uns den ganzen Tag, nur einige wenige Regentropfen verirrten sich in unsere Richtung.
Nach einiger Fahrt durch den Kanal, Brücken und Schleusen lag es endlich vor uns: Loch Ness! Ein dunkles Wasserband, dass sich glitzernd bis zum Horizont erstreckt, eingerahmt von immer höher werdenden Bergen, die sich in allen Schattierungen von Blaugrau vor uns ausbreiten. Ein herrlicher Anblick!

Hinaus auf Loch Ness wären wir so gerne gesegelt, aber es wäre eine sehr sportliche Kreuz geworden, standen doch 5 Bf. gegen uns, dazu noch ein Knoten Gegenstrom. Also blieben wir unter Motor und steuerten unser erstes Tagesziel Urquart Castle an. Leider blieb uns die Mittagsrast dort verwehrt, kann doch Santa auf Grund ihres Tiefgangs nur an einer Stelle an die Pier heranfahren. Und dort durften wir nicht festmachen, da die Touristenboote den Platz benötigten. Mit einer langsamen Vorbeifahrt zwecks Foto- und Filmaufnahmen waren dann auch alle zufrieden.

Das Mittagessen bestand aus Steak Pie, die waren seeehr lecker und wurden genüsslich und gemütlich unter Deck gegessen. Schließlich bietet Santa ja in ihrem Deckssalon trotzdem beste Ausblicke auf die Landschaft.

Irgendwann aber war auch dieses lange Loch zu Ende und nach etwas Suchen fanden wir auch die Einfahrt in den Kanal. Eigentlich hätten wir dann noch gerne hochgeschleust, aber da oben kein Platz zum Festmachen mehr war, blieben wir unten.

Der Rundgang durch Fort Augustus war schnell erledigt, das Örtchen ist noch nicht einmal so lang wie die Schleusentreppe. Aber es hat einen Pub und dort gönnten wir uns eine Pause.

Das Abendbrot wurde heute von Charlie gekocht, ein weiteres schottisches Nationalgericht stand auf dem Speiseplan: Haggis, Neaps and Tatties. Den Haggis hatten wir gestern in Inverness gekauft, er mußte nur in Alufolie gewickelt im Wasserbad heiß gemacht werden. Währenddessen kochten Steckrüben und Kartoffeln auf dem Herd und wurden am Ende jeweils zu Püree verarbeitet.
Auf dem Teller sah das Ganze dann recht bunt aus, das dunkelbraune Haggis, die hellen Kartoffeln und orange Steckrüben. Entgegen aller Vorurteile schmeckte es ganz wunderbar und wurde begleitet von der Rezitation des "Adress to the Haggis", einem gälischen Gedicht über die Vorzüge dieser Speise.

Im Pub hatten wir erfahren, dass es heute Abend Livemusik geben würde und so fanden wir uns um kurz vor neun dort ein. Drei freundliche Franzosen teilten ihren Tisch mit uns und so machten wir uns einen netten Abend.

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Moray Firth
Deike
20/07/2015, Inverness

Es brauchte bis zum späten Abend, aber dann klarte es endlich auf. Die Sicht wurde deutlich besser, plötzlich tauchten rechts und links Landmassen auf. Crewmitglied Perkins tat brav seinen Dienst und Santa pflügte durch den Moray Firth. Christopher und Columbus hielten Ausschau.
Meine Wachen wechselten sich ab, die Ölplattformen zogen vorbei, später sahen und überholten wir einige Fischer. Leuchtfeuer wiesen uns den Weg.
Die letzten Meilen wurden dann noch einmal spannend, mussten wir doch Untiefen ohne die Hilfe von Befeuerung umschiffen. Doch Nico machte seine Sache sehr gut, während Charlie präzise Ruder ging und so erreichten wir um 4:30 Inverness Marina.

Kurz nachdem die Santa fest war, bekam ich einen Schreck, hörte ich doch ein lautes Platschen und wähnte Nico mitsamt Landkabel im Hafenbecken. Doch weit gefehlt, ein Delphin tauchte direkt neben uns auf und hatte einen großen Fisch in der Schnauze. Wir sahen ihn noch einige Male während er versuchte, den Fisch zu drehen, um ihn auch fressen zu können - keine 10m von uns entfernt.

Als ich später, nach wenigstens einigen Stunden Schlaf, aus der Dusche kam, empfing mich der Duft von bratendem Speck. Charlie führte uns in die kulinarischen Geheimnisse seiner Heimat ein und briet uns ein "fully cooked Scottish breakfast": Black Pudding, potato scones, sausage, baked beans, bacon, fried eggs. Kein Wunder, dass Schottland die höchste Herzinfarktrate in Europa hat. Es war ein Festschmaus, der nach dem langen Seetag ein herrlicher Einstieg in den neuen Tag bedeutete. Kurz vor dem Auslaufen stattete der Delphin dem Vorhafen noch einen Besuch ab.

Danach begann unser Kanalabenteuer, wir pirschten uns an die Seeschleuse in den Caledonian Canal heran. Ein Seehund steckte seinen Kopf aus dem Wasser, um uns neugierig zu betrachten. Die Tide hatte ein Einsehen mit uns und strömte nur mäßig, so dass die Einfahrt in die Schleuse kein Problem bedeutete. Mit Bravour brachte meine Crew die ersten beiden Schleusen hinter sich, man könnte meinen, sie hätte nie etwas anderes getan.

Immer noch in Inverness befindlich machten wir in der Seaportmarina fest. Eigentlich wollten wir nur einkaufen und dann noch hinauf in Loch Ness schleusen. Alle waren jedoch etwas abgeschlafft und so beschlossen wir, die Nacht hier zu verbringen. Morgen dann wollen wir Loch Ness in ganzer Länge genießen.

(übrigens, es sind schon viele schöne Bilder in der -Photo Gallery-)

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Fifty shades of grey
Deike
19/07/2015, Orkney Islands

Wieder ist es grau um uns herum, als wir aufstehen. Zum Auslaufen bleibt es diesig, die umliegende Landschaft verbirgt sich hinter unterschiedlich grauen, wabernden Massen. Umso glücklicher sind wir, dass wenigstens Wind ist und, wie angesagt, aus Nord.
Nico bringt uns gekonnt von unserem Nachbarn weg und aus dem Hafen, die Zeit des Gegenwindes reicht gerade, um das Schiff segelklar zu machen. Dann rauschen wir mit halbem Wind zwischen den Inseln durch, die Logge zeigt um die 8 Knoten an.
Graue Landmassen ziehen an uns vorüber und bleiben achteraus. Schade, wir hätten uns gerne auch die anderen Inseln wenigstens von Ferne angesehen.
Als wir nach Süden abbiegen können haben wir sehr achterlichen Wind und so segeln wir Schmetterling. Zweites Reff und Arbeitsfock stehen gut und Santa läuft mit um die sechs Knoten. Später lässt der Wind nach und wir reffen aus. Meine Rudergänger geben alles und die Segel stehen gut.

Der gefürchtete Pentland Firth bleibt weit an Steuerbord liegen, Muckle Skerry ein undeutlicher Schatten im Regengrau. Fast den ganzen Tag über nieselt es leicht.

Nach nur 34sm ist der Segeltraum vorbei, der Wind weg. Nun laufen wir unter Motor über die bleigraue See in den Moray Firth und gen Inverness. Die Sicht bleibt bescheiden, nur undeutlich ist das Land an Steuerbord zu erkennen.

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Orkney im Regen
Deike
18/07/2015, Kirkwall

Schönes Wetter hatten wir für gestern ja nicht erwartet, aber musste der Regen quer fliegen, als wir zur Inselrundfahrt aufbrachen? nun ja, immerhin waren dann alle regensicher angezogen und konnten das Programm auch geniessen.
Wir fuhren also mit dem Bus los und hatten Zeit, uns die Landschaft zu betrachten. Die Hügel schwingen sich sanft gen Himmel, die Landschaft bietet keine dramatischen Klippen. Teilweise vom Regen versteckt, ist nicht immer alles zu sehen. Braune Heide bedeckt Teile der Hügelspitzen, drum herum Wiesen von sattem, dunklen Grün,oder gesprenkelt mit gelben Blüten. Einige sind ebenso geschoren wie die Schafe, die sich rechts und links der Strasse zitternd hinter Ginsterbüschen zu schützen versuchen. Wie es aussieht, vergeblich. Die abgemähten Wiesen präsentieren sich in hellem Grün. Alle Farben sind seltsam gedämpft und bieten keinen Kontrast zum Himmel. Der zeigt einige Dramatik, dunkle Wolkenbänke ziehen drohend vorüber und entziehen immer wieder Teile der Landschaft unseren Blicken.
Der Scheibenwischer des Busses arbeitet unaufhörlich.
Erst am Nachmittag scheint die Welt wieder ein hellerer Platz zu werden. Die dunklen Wolken ziehen ab und machen einer etwas helleren Bewölkung Platz.
Dazwischen blitzen immer mal wieder blaue Himmelstellen durch. Dann schafft es auch die Sonne hindurch zu scheinen und plötzlich liegt eine ganz andere Landschaft vor uns. Glitzernd und hell wirken die eben noch dumpfen Farben, das Land scheint zu strahlen, als wolle es sich den Sonnenstrahlen entgegenstrecken.
Doch dieser Augenblick ist nicht von langer Dauer, bald schiebt sich wieder eine Wolke vor die Sonne und die Landschaft ändert wieder die Farbe. Und dennoch, schön ist sie zu jeder Zeit!

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