12/11/2009, Hervey Bay, Fraser Island
Seit heute morgen 05:45 Ortszeit sind wir wieder unterwegs. Unser erstes Ziel ist Scarborough bei Brisbane. In der Hervey Bay hatten wir
das Glück mehrere Wale zu beobachten und auch zwei davon einigermaþen gut zu fotografieren. Die Harvey Bay ist sehr flach, wir motoren über eine Wassertiefe von 5 bis 12 Meter, genaues Navigieren in den Schifffahrtstrassen ist angesagt. Die Great Sandy Strait und das ýberqueren der Wide Bay Bar, eine flache Barre zum offenen Wasser, ist für uns die erste Herausforderung in Australien.
P.S: In der Fotogalerie gibt es neue Fotos
09/11/2009, Bundaberg/Australien
Bild: Kaenguruh - Connection: Handy Nr. in Australien +61 429504794
Wer es noch nicht gemerkt hat, wir sind im Kaenguruh-Land angekommen, haben uns auch bereits akklimatisiert, sind jetzt auch wieder telefonisch zu erreichen und freuen uns ueber jeden Anruf. Es war gar nicht so einfach, den richtigen Vertragspartner mit einer landesweit guten Abdeckung zu finden, der auch Internet ueber UMTS bereitstellt. Allein 2 Tage war Helmut damit beschaeftigt, in Bundaberg, das ca. 20 km von der Port Marina entfernt ist, die Telefonlaeden abzuklappern, ein neues Handy fuer UTMS musste angeschafft werden und die beiden Prepaidvertraege fuer Telefon und Internet konnte man nicht gleichzeitig freischalten lassen. Dafuer musste er ein weiteres Mal in die Stadt fahren und sogar seinen Reisepass fuer die Registrierung vorlegen. Strenge Regeln herrschen in Aussi-Land. Das hatten wir ja schon bei der Einklarierung am 27.10. erlebt. Etwa eine anderthalbe Stunde vor der Ankunft haben wir uns bei der Kuestenueberwachungsstelle, Volunteer Marine Rescue (VMR) Bundaberg gemeldet und auch die Port Marina angefunkt und unser Eintreffen angekuendigt. Wir waren zusammen mit 3 weiteren Yachten die letzten Boote der Port2Port Rally nach Bundaberg und durften, nachdem wir den sehr gut betonnten und ausreichend tiefen Einfahrtskanal des Burnett River ca. 1 Meile hineingefahren waren, direkt am Quarantaenesteg festmachen. Zwei Beamtinnen von Customs und einer von Immigration kommen an Bord, begruessen uns sehr freundlich und der Papierkram (Paperwork) beginnt. Das dreiseitige Einklarierungsformular hatten wir bereits unterwegs ausgefuellt, Immigration verlangt lediglich das kleine Einreiseformular, wie es auch im Flugzeug auszufuellen ist und kontrolliert mit telefonischer Rueckfrage, ob wir jeder ein genehmigtes Visum haben. Waehrend wir mit dem Ausfuellen der Formulare und Fragen beantworten beschaeftigt sind kommen weitere 4 oder 5 Beamte von Customs an Bord und untersuchen das Schiff ca. 1 Stunde lang mit einer Gruendlichkeit, wie wir es sonst noch nirgends erlebt haben. Jedes Polster wird hochgehoben, abgeklopft, jedes Schapp wird geoeffnet, die Diesel- und Wassertanks, sowie das Unterwasserschiff werden mit Kameras nach Drogen abgesucht. Was zu verstecken lohnt sich nicht, wir schauen nur interessiert zu und wundern uns ueber die Gruendlichkeit, mit der hier in Australien vorgegangen wird. In Neuseeland hatte ein Drogenhund das ganze Schiff ausgeschnueffelt, was erheblich schneller erledigt war. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass diese Gruppe Beamte eine Schulung absolviert hat und da wir die letzten Yachten der Rally waren, haben sie sich bei uns so richtig Zeit gelassen. Der Beamte von Quarantaene, der im Anschluss an die Untersuchungen dann noch unseren Kuehlschrank und die Vorraete in Augenschein genommen hat, hatte wenig zu tun, denn alle frischen Lebensmittel, wie Fleisch, Eier, Obst, Gemuese und Huelsenfruechte hatten wir aufgebraucht, die verbliebene Butter, Milch und Kaese waren australischen bzw. neuseelaendischen Ursprungs und wir durften sie behalten. Unser gesammelter Muell der letzten Woche wanderte natuerlich auch in den grossen schwarzen Quarantaenesack. Alle Koerbchen, die wir in den Tropen gekauft hatten, wurden auf Kaefer untersucht und auf einer weissen Unterlage ausgeklopft. Einen Korb musste ich schweren Herzens entsorgen lassen. Ja und dann durften wir fuer die Quarantaeneuntersuchung auch noch 330 Aus$ (200Euro) zahlen, fuer die beiden Visa mussten bereits bei Antragstellung 130 Euro hinblaettern, eine ganz schoen teure Angelegenheit, wenn man nach Australien einreisen will.
Doch was soll's, wir sind froh, dass wir angekommen sind, legen das Schiff an den im Voraus gebuchten Steg und gehen zum Feiern ins Festzelt der Port2Port Rally. Mit lautem Hallo begruesst man sich, denn viele Segler haben wir bereits im Laufe unserer Reise durch den Pazifik oder in Neuseeland kennen gelernt und treffen sie jetzt wieder. Die Schwaegerin meines Bruders, Angela, die seit 8 Jahren in Bundaberg lebt und arbeitet, kommt vorbei und heisst uns im Kaenguruhland willkommen. Da sie weiss, dass Quarantaene uns alles weggenommen hat, versorgt sie uns mit frischen Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Avocados und Salami. Das ist wirklich ganz lieb von ihr, so haben wir was fuers Fruehstueck und muessen nicht gleich in die Stadt zum Einkaufen hetzen.
Mehr Bilder und Känguruhs hier...
Achtung: Wie wir feststellen mussten, werden im Onlinelogbuch auf der Google earth Seite die Positionen nicht angezeigt, warum ??? keine Ahnung. Bis zur Behebung des Fehlers auf den Button "Wir sind hier" auf der Hauptseite gehen und dort Position Report über Winlink anwählen oder hier klicken...
27/10/2009, Auf dem Weg nach Australien
Bild: Das Wahrzeichen von Bundaberg - der Hummock im Morgendunst
Auf dem Funknetz morgens um 6.15 EAST melden wir noch 35 Meilen to go, am Tiefenmesser werden Wassertiefen zwischen 40 und 50 Meter angezeigt, es kann also nicht mehr weit sein. Es wird immer flacher, 10 bis 20 Meter Wassertiefe und wir haben immer noch 10 Meilen bis zum betonnten Einfahrtskanal des Burnett River. Immer noch ist nichts, aber auch rein gar nichts von Australien zu sehen. Die Kuestenregionen Australiens sind teilweise so flach, dass es nicht verwunderlich ist, dass die Seefahrer vergangener Tage auf ihren Entdeckungsreisen an Australien vorbeigefahren sind und diesen riesigen Kontinent glatt uebersehen haben. So hat Abel Tasman zwar im Sueden Land entdeckt, erst Tasmanien (frueher van Diemen Land) und spaeter dann auch Neuseeland. Formell nahm am 28. April 1770 James Cook den Kontinent fuer die britische Krone in Besitz, obwohl vorher an verschiedenen Kuesten des Kontinents bereits spanische und hollaendische Seefahrer angelandet waren. Endlich kommt der Hummock, eine 69 Meter hoher Vulkanhuegel in Sicht. Er ist das Wahrzeichen, die Landmarke der Region Bundaberg. Lesley von der Port2Port Rally hatte in ihrem Newsletter geschrieben, wenn ihr den Hummock seht, dann habt ihr es geschafft, dann seid ihr so gut wie angekommen. Auf VHF Kanal 81 hoeren wir jetzt auch schon Funkgespraeche und melden bei VMR Bundaberg unsere Annaeherung an. Unser Etmal betraegt 146 Meilen, nach insgesamt 1048 Meilen legen wir am Quarantänedock an.
