29/09/2009, Malekula - Port Stanley
Was kam da grade ueber den Aether? Elke vom TO-Stuetzpunkt in Neiafu gibt auf dem Morgennetz von Winfried 10090 kHz die Meldung durch, dass um 7.10 Uhr Tonga Zeit ein Seebeben nordoestlich von Tonga mit der Staerke 5,4 auf der Richter Skala registriert wurde und mit einem Tsunami auch in Vanuatu zu rechnen ist. Wir werden bei dieser Nachricht natuerlich aufgeschreckt und ueberlegen, ob wir irgendetwas tun muessen oder koennen. Wir hoeren auf dem Netz, dass Walter mit der Cinderella in der Blue Lagoon in der Vava'u Gruppe zwar keine hohe Welle hat, aber das Wasser in die Lagune mit starker Stroemung in kurzen Intervallen zu- und wieder abgelaufen ist und die Boote, die ueber niedrigem Wasser ankern Grundberuehrung bekommen. Eine halbe Stunde spaeter wird berichtet, dass sich die Tsunamiwelle mit einer Geschwindigkeit von 800 km/Stunde ausbreitet. In Pago Pago/amerikanisch Samoa soll das Wasser in kurzen Abstaenden um 2 m gestiegen und wieder gefallen sein. In Anbetracht der Tatsache, dass das EPI Zentrum des Seebebens auf 15 Grad 30 min Sued und 171 Grad West lokalisiert wurde, also 1250 nm von uns entfernt, warten wir erst mal weitere Meldungen aus Fidschi von der Kira ab. Dakota Peter, der ebenfalls in Fidschi ist, berichtet, dass im Fidschi Wetterbericht das Seebeben nur am Rande erwaehnt wurde und auch keine Tsunamiwarnung abgegeben wurde. Ein amerikanische Schiff, die Ocean Star, die etwa 10 Meilen noerdlich von uns mit der Upps in einer Bucht liegt, hat Kontakt nach Amerika hergestellt und gibt nach einer anderthalben Stunde dann ueber VHF bekannt, dass das Warnzentrum Hawaii die Tsunamiwarnung fuer Vanuatu aufgehoben hat. Wir atmen auf und trinken in Ruhe unseren Kaffee zu Ende. Welche Massnahmen haetten wir zu unserer Sicherheit vornehmen koennen? In jedem Fall mal ins tiefere Wasser mitten in die durch Inseln geschuetzte Bucht von Stanley Harbour verlegen und anstatt auf 10 Meter auf 20 Meter ankern, also weg vom flachen Uferbereich und den Riffen, um sich herum Platz haben oder aber Anker auf gehen und rausfahren ins wirklich tiefe Wasser moeglichst weit weg vom Kuestenbereich. Jetzt nach 4 Stunden ist immer noch alles ruhig und wir sind froh, dass wir nur den "Sturm im Wasserglas", wie es Winfried ausgedrueckt hat, hatten. Letztes Jahr haben wir genau in dieser Zeit (26.09. - 07.10.2008) an der Mooring der Antaia (Elke und Werner) in der Vava'u Gruppe vor Neiafu gelegen.
25/09/2009, Vanuatu - Espiritu Santo
Bild: 25 Meter unter Wasser am Million Dollar Point Die wirklich einmalige Gelegenheit am wohl laengsten (200 Meter), am besten erhaltenen und leicht zugaenglichsten Wrack der Welt, dem Luxusdampfer President Coolidge, einen Tauchgang zu machen, will sich Helmut nicht entgehen lassen. Die President Coolidge wurde von den Amerikanern im 2. Weltkrieg als Truppentransporter genutzt. Im Oktober 1942 Bei dem Versuch in den Kanal von Luganville einzufahren, um die an Bord befindlichen amerikanischen Soldaten abzusetzen, lief sie im Oktober 1942 auf zwei amerikanische Minen. Der Kapitaen nahm Kurs auf das nahe liegende Ufer und setzte die Soldaten im kniehohen Wasser ab. Es gab lediglich 2 Tote. Innerhalb von ca. 2 Stunden lief das Heck der Coolidge voll Wasser und der Rumpf rutschte zurueck in die Tiefe. Der Schiffsrumpf ist heute auf einer Tiefe zwischen 21 und 70 Meter betauchbar. Nicht weit entfernt vom Wrack der Coolidge befindet sich der Million Dollar Point. Dieser Punkt bekam seinen Namen, als die Amerikaner 1945 die Insel verlassen haben und vorher ihr gesamtes ziviles Geraet, Raupen. LKWs und sonstige Arbeitsgeraete an diesem Punkt ins Meer geworfen haben. Hintergrund: Die Amerikaner boten den Englaendern und Franzosen, die die Inseln verwalteten, diese Geraetschaften zum Schleuderpreis von 1 Million Dollar an. Englaender und Franzosen waren nicht bereit, den Preis zu zahlen, weil sie davon ausgingen, das ihnen das Geraet kostenlos zufallen wuerde, wenn die Amerikaner erst mal abgezogen waeren. Die Amerikaner durchschauten die Taktik und haben aus Wut lieber alles ins Meer geworfen, weil die Kosten fuer den Ruecktransport in die Staaten hoeher gewesen waere als der Wert des Materials. Diese Stelle ist vermutlich der groesste Unterwasserschrottplatz der Welt und ein eintraeglicher Tauchspot fuer die lokalen Tauchschulen.
24/09/2009, Vanuatu - Espiritu Santo
Bild: Türkisblaue Surunda Bay
19. bis 24.09. Es zieht uns weiter in die Surunda Bay nur 7 Meilen weiter südlich. Bei High Tide morgens um 6.30 Uhr fahren wir ohne Probleme durch die ausgesteckte Fahrrinne aus der Oysterbay hinaus und liegen nach einer guten anderthalben Stunde bereits wieder zwischen den Riffen in der Serunda Bay. Ein Südafrikaner hat hier ein groþes Anwesen, das wie ein Resort aussieht, gebaut und stellt für die Segler ebenfalls kostenlos Internet zur Verfügung. Die Bucht gefällt uns besser als die Oysterbay, weil man bei dem weiþen Sandstrand und türkisblauen Wasser eher das tropische Feeling hat. Von hier aus können wir per Anhalter oder mit dem Sammeltaxi für 200 Vatu pro Person nach Luganville, der zweitgrössten Stadt Vanuatus fahren und mal wieder einkaufen und auf den Markt gehen. In etwa zwei Stunden hat man eigentlich alles gesehen, die Stadt ist im Vergleich zu Port Vila ein ziemlich verschlafenes Nest. Wir erledigen bei Customs unsere nationale ausklarieren für die weitere Segelstrecke nach Port Vila. Wie schon in der Oysterbay kümmern wir uns via Internet um die Beantragung unserer Visa für Australien. Bis man da alles ordnungsgemäþ eingetragen hat, da vergehen schon mal einige Stunden. Wir müssen noch auf einige Nachfragen antworten, Gehaltbescheinigung und Krankenversicherung nachweisen. Helmuts "e676 Visum" für ein Jahr ist dann innerhalb von 3 Tagen erteilt. Wie es mit meinem Visum aussieht müssen wir abwarten, nachfragen hat es aber keine mehr gegeben.
