25/09/2009, Vanuatu - Espiritu Santo
Bild: 25 Meter unter Wasser am Million Dollar Point Die wirklich einmalige Gelegenheit am wohl laengsten (200 Meter), am besten erhaltenen und leicht zugaenglichsten Wrack der Welt, dem Luxusdampfer President Coolidge, einen Tauchgang zu machen, will sich Helmut nicht entgehen lassen. Die President Coolidge wurde von den Amerikanern im 2. Weltkrieg als Truppentransporter genutzt. Im Oktober 1942 Bei dem Versuch in den Kanal von Luganville einzufahren, um die an Bord befindlichen amerikanischen Soldaten abzusetzen, lief sie im Oktober 1942 auf zwei amerikanische Minen. Der Kapitaen nahm Kurs auf das nahe liegende Ufer und setzte die Soldaten im kniehohen Wasser ab. Es gab lediglich 2 Tote. Innerhalb von ca. 2 Stunden lief das Heck der Coolidge voll Wasser und der Rumpf rutschte zurueck in die Tiefe. Der Schiffsrumpf ist heute auf einer Tiefe zwischen 21 und 70 Meter betauchbar. Nicht weit entfernt vom Wrack der Coolidge befindet sich der Million Dollar Point. Dieser Punkt bekam seinen Namen, als die Amerikaner 1945 die Insel verlassen haben und vorher ihr gesamtes ziviles Geraet, Raupen. LKWs und sonstige Arbeitsgeraete an diesem Punkt ins Meer geworfen haben. Hintergrund: Die Amerikaner boten den Englaendern und Franzosen, die die Inseln verwalteten, diese Geraetschaften zum Schleuderpreis von 1 Million Dollar an. Englaender und Franzosen waren nicht bereit, den Preis zu zahlen, weil sie davon ausgingen, das ihnen das Geraet kostenlos zufallen wuerde, wenn die Amerikaner erst mal abgezogen waeren. Die Amerikaner durchschauten die Taktik und haben aus Wut lieber alles ins Meer geworfen, weil die Kosten fuer den Ruecktransport in die Staaten hoeher gewesen waere als der Wert des Materials. Diese Stelle ist vermutlich der groesste Unterwasserschrottplatz der Welt und ein eintraeglicher Tauchspot fuer die lokalen Tauchschulen.
24/09/2009, Vanuatu - Espiritu Santo
Bild: Türkisblaue Surunda Bay
19. bis 24.09. Es zieht uns weiter in die Surunda Bay nur 7 Meilen weiter südlich. Bei High Tide morgens um 6.30 Uhr fahren wir ohne Probleme durch die ausgesteckte Fahrrinne aus der Oysterbay hinaus und liegen nach einer guten anderthalben Stunde bereits wieder zwischen den Riffen in der Serunda Bay. Ein Südafrikaner hat hier ein groþes Anwesen, das wie ein Resort aussieht, gebaut und stellt für die Segler ebenfalls kostenlos Internet zur Verfügung. Die Bucht gefällt uns besser als die Oysterbay, weil man bei dem weiþen Sandstrand und türkisblauen Wasser eher das tropische Feeling hat. Von hier aus können wir per Anhalter oder mit dem Sammeltaxi für 200 Vatu pro Person nach Luganville, der zweitgrössten Stadt Vanuatus fahren und mal wieder einkaufen und auf den Markt gehen. In etwa zwei Stunden hat man eigentlich alles gesehen, die Stadt ist im Vergleich zu Port Vila ein ziemlich verschlafenes Nest. Wir erledigen bei Customs unsere nationale ausklarieren für die weitere Segelstrecke nach Port Vila. Wie schon in der Oysterbay kümmern wir uns via Internet um die Beantragung unserer Visa für Australien. Bis man da alles ordnungsgemäþ eingetragen hat, da vergehen schon mal einige Stunden. Wir müssen noch auf einige Nachfragen antworten, Gehaltbescheinigung und Krankenversicherung nachweisen. Helmuts "e676 Visum" für ein Jahr ist dann innerhalb von 3 Tagen erteilt. Wie es mit meinem Visum aussieht müssen wir abwarten, nachfragen hat es aber keine mehr gegeben.
18/09/2009, Vanuatu - Espiritu Santo
Bild: Bizzarre Baumwurzeln am Bluehole
13. bis 18.09. Der Wind wird nicht weniger, die Stecke nach Sueden wird beschwerlich werden. Bis in die Oysterbay sind es 26 Meilen, aber die voll gegen an. Wir motoren mit 2600 upm und kommen so mit 5,5 Knoten gut voran, ohne uns in den Wellen festzusaugen. Die Einfahrt in die Oysterbay ist sehr niedrig und kann mit unserem Tiefgang (2,10 Meter) nur bei Hochwasser befahren werden. Der erste Ansteuerpunkt passt, aber dann wurden wohl neue Baken mit rot und gruen gesetzt. Vorsichtig steuere ich hindurch, Helmut schaut vom Vorschiff aus, wie der enge Einfahrtkanal durch die Korallen hindurchfuehrt und gibt Anweisungen, wie ich steuern soll. Da rumpst es auch schon und wir haben fuer einen Moment Grundberuehrung, es war wohl doch noch nicht ganz Hochwasser. Aber das Schiff ist drueber geschrabbt und vorsichtig tasten wir uns weiter bis in die von Mangroven umgebene Lagune. Auf unserem Ankerplatz nahe dem Oyster Island Resort haben wir sogar kostenloses Wireless Internet, richtig gut nach 4 Wochen internetloser Zeit. Jetzt koennen wir in aller Ruhe die Bilder der 2 Festivals ordnen, Onlinelogbuch nachtragen, mal wieder Mails schreiben, Haushalt machen, im Resort die Waesche waschen lassen und sie an Bord trocknen. Ein Dingi Ausflug zum Blue Hole, einem klarem Suesswasserpool, mit den besonders klarem Wasser und den Wasserspiegelungen ist eine Abwechslung waehrend der geruhsamen Tage.
