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SY Nuku'alofa auf grosser Fahrt
Wieder in der Sandwichbay
Renate
01/10/2009, Vanuatu - Malekula

Bild: Glückliche Schweine
01. + 02.10.: Am Morgen nach der Tsunami Warnung wird ueber SSB Radio auf 10090 KHz, dem Winfried- Wetternetz ausfuehrlich berichtet, dass es grosse Schaeden in Samoa, das am staerksten betroffen war, gegeben und dass es nach vorsichtigen Schaetzungen 150 Todesopfer gegeben hat. Aus Tonga berichtet die TO-Stuetzpunktleiterin Elke ueber einen starken schnellwechselnden Flut- und Ebbestrom in der Blue Lagoon und in der Lagoone vor Neiafu. Wir waren gluecklicherweise bis auf die nervliche Anspannung und Ungewissheit, ob noch Nachbeben kommen, nicht betroffen. Die Einheimischen auf der Insel Uri, hinter der wir geschuetzt vor Anker lagen, waren auch informiert gewesen, es wurden aber keine Evakuierungsmassnahmen vorgenommen, sie berichteten lediglich, das das Niedrigwasser am Morgen ungewoehnlich niedrig war, also Wasser abgezogen worden war. Da der Wind aus SE in den naechsten Tagen eher staerker werden soll, bolzen wir unter Motor bei 10-15 Knoten Wind nach Sueden gegenan bis in die Sandwichbay, in der wir bereits vor 4 Wochen schon mal einen Stopp eingelegt hatten. Im Dorf Lamap werden sehr viele Schweine gezuechtet, sie streunen unter den palmen herum, fressen Kokosnussfleisch und laufen einem staendig ueber den Weg. Da bleibt es nicht aus, dass wir zusammen mit Axel und Marja ein kleines Schwein kaufen und teilen. Metzgereien wie bei uns in Deutschland gibt es in Vanuatu nur in den drei grossen Staedten und so muss man halt umdenken und die Fleischversorgung anderweitig sicherstellen. Puenktlich um 9.00 Uhr wird am naechsten Morgen das frisch geschlachtete, bratfertige Schwein geliefert, es muss nur noch in Portion geschnitten und vakuumiert werden. Jetzt sind wir fuer die naechsten Tage erstmal reichlich gut versorgt. Ein Besuch bei der Familie von Ezekiel, die uns vor vier Wochen so reichlich mit Gemuese und Obst beschenkt hatten, steht auf dem Programm. Wir bedanken uns mit einem grossen Stueck Mahi Mahi, den wir unterwegs an die Angel bekommen haben. Ein Fisch von 1 Meter Laenge ist einfach zuviel Fisch fuer 2 Personen. Ezekiel ist hocherfreut und strahlt uebers ganze Gesicht. Grosse Seefische sind etwas Besonderes, die koennen mit den kleinen Auslegerkanus naemlich nicht gefangen werden. Er bittet uns, am naechsten Tag noch mal vorbeizukommen und laesst es sich nicht nehmen, uns auch diesmal wieder reichlich mit Obst und Gemuese zu beschenken und bewirtet uns mit frisch gepresstem Pampelmusensaft. Ihm wirklich etwas schenken, geht eigentlich nicht, er gibt immer etwas zurueck. Mit einem Gebet in Bislama Sprache verabschiedet er uns mit allen guten Segenswuenschen auf unsere Reise.

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Tsunami Warnung
Renate
29/09/2009, Malekula - Port Stanley

Was kam da grade ueber den Aether? Elke vom TO-Stuetzpunkt in Neiafu gibt auf dem Morgennetz von Winfried 10090 kHz die Meldung durch, dass um 7.10 Uhr Tonga Zeit ein Seebeben nordoestlich von Tonga mit der Staerke 5,4 auf der Richter Skala registriert wurde und mit einem Tsunami auch in Vanuatu zu rechnen ist. Wir werden bei dieser Nachricht natuerlich aufgeschreckt und ueberlegen, ob wir irgendetwas tun muessen oder koennen. Wir hoeren auf dem Netz, dass Walter mit der Cinderella in der Blue Lagoon in der Vava'u Gruppe zwar keine hohe Welle hat, aber das Wasser in die Lagune mit starker Stroemung in kurzen Intervallen zu- und wieder abgelaufen ist und die Boote, die ueber niedrigem Wasser ankern Grundberuehrung bekommen. Eine halbe Stunde spaeter wird berichtet, dass sich die Tsunamiwelle mit einer Geschwindigkeit von 800 km/Stunde ausbreitet. In Pago Pago/amerikanisch Samoa soll das Wasser in kurzen Abstaenden um 2 m gestiegen und wieder gefallen sein. In Anbetracht der Tatsache, dass das EPI Zentrum des Seebebens auf 15 Grad 30 min Sued und 171 Grad West lokalisiert wurde, also 1250 nm von uns entfernt, warten wir erst mal weitere Meldungen aus Fidschi von der Kira ab. Dakota Peter, der ebenfalls in Fidschi ist, berichtet, dass im Fidschi Wetterbericht das Seebeben nur am Rande erwaehnt wurde und auch keine Tsunamiwarnung abgegeben wurde. Ein amerikanische Schiff, die Ocean Star, die etwa 10 Meilen noerdlich von uns mit der Upps in einer Bucht liegt, hat Kontakt nach Amerika hergestellt und gibt nach einer anderthalben Stunde dann ueber VHF bekannt, dass das Warnzentrum Hawaii die Tsunamiwarnung fuer Vanuatu aufgehoben hat. Wir atmen auf und trinken in Ruhe unseren Kaffee zu Ende. Welche Massnahmen haetten wir zu unserer Sicherheit vornehmen koennen? In jedem Fall mal ins tiefere Wasser mitten in die durch Inseln geschuetzte Bucht von Stanley Harbour verlegen und anstatt auf 10 Meter auf 20 Meter ankern, also weg vom flachen Uferbereich und den Riffen, um sich herum Platz haben oder aber Anker auf gehen und rausfahren ins wirklich tiefe Wasser moeglichst weit weg vom Kuestenbereich. Jetzt nach 4 Stunden ist immer noch alles ruhig und wir sind froh, dass wir nur den "Sturm im Wasserglas", wie es Winfried ausgedrueckt hat, hatten. Letztes Jahr haben wir genau in dieser Zeit (26.09. - 07.10.2008) an der Mooring der Antaia (Elke und Werner) in der Vava'u Gruppe vor Neiafu gelegen.

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Tauchen am Wrack President Coolidge
Renate
25/09/2009, Vanuatu - Espiritu Santo

Bild: 25 Meter unter Wasser am Million Dollar Point Die wirklich einmalige Gelegenheit am wohl laengsten (200 Meter), am besten erhaltenen und leicht zugaenglichsten Wrack der Welt, dem Luxusdampfer President Coolidge, einen Tauchgang zu machen, will sich Helmut nicht entgehen lassen. Die President Coolidge wurde von den Amerikanern im 2. Weltkrieg als Truppentransporter genutzt. Im Oktober 1942 Bei dem Versuch in den Kanal von Luganville einzufahren, um die an Bord befindlichen amerikanischen Soldaten abzusetzen, lief sie im Oktober 1942 auf zwei amerikanische Minen. Der Kapitaen nahm Kurs auf das nahe liegende Ufer und setzte die Soldaten im kniehohen Wasser ab. Es gab lediglich 2 Tote. Innerhalb von ca. 2 Stunden lief das Heck der Coolidge voll Wasser und der Rumpf rutschte zurueck in die Tiefe. Der Schiffsrumpf ist heute auf einer Tiefe zwischen 21 und 70 Meter betauchbar. Nicht weit entfernt vom Wrack der Coolidge befindet sich der Million Dollar Point. Dieser Punkt bekam seinen Namen, als die Amerikaner 1945 die Insel verlassen haben und vorher ihr gesamtes ziviles Geraet, Raupen. LKWs und sonstige Arbeitsgeraete an diesem Punkt ins Meer geworfen haben. Hintergrund: Die Amerikaner boten den Englaendern und Franzosen, die die Inseln verwalteten, diese Geraetschaften zum Schleuderpreis von 1 Million Dollar an. Englaender und Franzosen waren nicht bereit, den Preis zu zahlen, weil sie davon ausgingen, das ihnen das Geraet kostenlos zufallen wuerde, wenn die Amerikaner erst mal abgezogen waeren. Die Amerikaner durchschauten die Taktik und haben aus Wut lieber alles ins Meer geworfen, weil die Kosten fuer den Ruecktransport in die Staaten hoeher gewesen waere als der Wert des Materials. Diese Stelle ist vermutlich der groesste Unterwasserschrottplatz der Welt und ein eintraeglicher Tauchspot fuer die lokalen Tauchschulen.

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