03/07/2009, Zwischen Vanua Levu und Viti Levu - Fidschi
Heute kein Wind keine Welle, aber sonniges Wetter, nach 4 Stunden westwaerts motoren ankern vor dem weissen Sandstrand vor Naigani. Das Wasser ist tuerkisblau, gibt es also doch hier in Fidschi.
03/07/2009, Makogai
Beim Schnorcheln am Vormittag bewundern wir die Riesenmuscheln und den neu angepflanzten Korallengarten direkt neben dem Inseljetty. Die Muscheln und Korallen sind in den alten Bettgestellen der Leprastation mit Gittern geschuetzt auf 3 bis 4 Meter Wassertiefe auf dem hellen Sandgrund in unmittelbarer Nachbarschaft zu den anderen Korallenkoepfen sehr schoen zu sehen. Wieder einmal bedauern wir es, dass wir keine Unterwasserkamera haben um das im Bild festhalten zu koennen. Auf der gegenueberliegenden Seite der Bucht schnorcheln wir vor der kleinen Insel und sehen dort auf nur 3 bis 4 Meter Wassertiefe Weichkorallen, die sich wie langflooriger Samt in den Wellen wiegen. Am Nachmittag macht Helmut seit langem mal wieder einen Tauchgang, ich schnorchle zusammen mit Tanja ebenfalls an den kleinen schwarzen Felsen an der Inselspitze. Das Wasser ist herrlich klar und Schwaerme von bunten kleinen Fischen schwimmen um uns herum. Auch die Papageienfische in ihrer Farbenpracht knabbern Plankton von den Korallen. Um 17 Uhr fahren wir dann ins Dorf, schauen zu, wie der Erdofen bestueckt wird und geben unsere Kawawurzeln ab. Sie werden im Moerser zerstampft, mit Wasser vermischt und wir duerfen dieses schlammfarbene Gebraeu dann als Kawagetraenk waehrend der Auffuehrung der traditionellen Taenzen, die die Kinder des Dorfes zeigen, aus Kokosschalen schluerfen. Es schmeckt eigentlich nach gar nichts, macht aber eine pelzige Zunge, betaeubt den Gaumen etwas und kratzt im Hals. Alkoholisch ist das Getraenk jedenfalls nicht, es betaeubt eher ein wenig und man soll nach reichlichem Genuss nicht mehr Herr seiner Beine sein. Soweit lassen wir es allerdings nicht kommen. Die Kinder fuehren die traditionellen Taenze mit Begeisterung und in farbenfrohe Kostuemen, die mit Blumen und Gruenzeug verziert sind auf. Wir bekommen zur Begruessung ein selbstgefertigtes Blumenbukett umgehaengt. "So feiern wir diese Zermonie in regelmaessigen Abstaenden immer, das haelt die Dorfgemeinschaft zusammen", erklaert uns der Doerfaelteste. Davon konnten wir uns selbst ueberzeugen, denn fast alle 72 Einwohner sind an diesem Abend im Gemeinschaftshaus versammelt, zwei Drittel davon sind Kinder! Dieser Abend war das Urspruenglichste, was wir bisher im Suedseeraum erlebt haben.
02/07/2009, Makogai
Um 10 Uhr geht's gemeinsam an Land, wir melden uns beim "Chief" Mr Kameli Laveta, uebergeben das traditionelle Gastgeschenk (Sevu Sevu), die Kawawurzeln, und bitten um Erlaubnis, vor dem Dorf ankern zu duerfen. Sehr freundlich werden wir von allen Dorfbewohnern mit Bula Bula willkommen geheissen und von Saras Sharma, einer Inderin, durchs Dorf und die Ruinen der ehemalige Leprastation gefuehrt. In der Zeit von 1911 bis 1969 lebten und starben ca. 6000 Leprakranke aus dem pazifischen Raum hier auf der Insel. Das Projekt wurde von der englischen und franzoesischen Regierung finanziert. Die letzten 8 nicht mehr ansteckenden Leprakranken wurden 1969 nach Suva ins Hospital verlegt. Von den Wohnhaeusern stehen zum Teil nur noch die Grundmauern, vom Gefaengnis und dem ehemalige Open Air Kino (1913) sieht man noch Ruinen. Vom Regenwald fast ueberwuchert sind auf der ganzen Insel ueber 2000 Graeber mit Gedenksteinen zu finden. Saras erzaehlt uns, dass sie aus Suva kommt und fuer einige Monate das Makogai Mariculture Project, das die Aufzucht von Riesenmuscheln und den Wiederaufbau der Korallenriffe vor Makogai zum Ziel hat, betreut. Momentan ist das Projekt aus Geldmangel ein wenig ins Stocken geraten. Zum Abschluss der Fuehrung klettert ein Einheimischer auf eine 15 Meter hohe Palme und holt fuer jeden von uns eine Trinkkokosnuss herunter, die Mr Kameli, der Chief, fachmaennische oeffnet. Fuer Freitagabend bietet uns der Chief eine Kawa Zermonie mit Tanz und Erdofenessen an, das die Dorfbewohner zur Aufbesserung ihrer Gemeindekasse fuer uns durchfuehren wollen. Wir nehmen das Angebot gerne an.
