SailBlogs
Bookmark and Share
Saba's Reisen
Tauchen, die zweite
Daniel
01/09/2010, Marina Las Palmas, Cran Canaria

Wieder ein rascher Morgen, denn es stehen nochmals 2 Tauchgänge an, immerhin erst um halb elf.
Das nutzen Silke und ich und besorgen uns noch eine Angel inkl. Rolle und Köder für die anstehende Atlantiküberquerung. Wir haben Glück und wählen einen Laden mit sehr guter und bodenständiger Beratung. So erstehen wir ein gutes Einsteigerset zum Aktionspreis und ein paar Ersatzköder. Mehr wollte uns der Verkäufer nicht verkaufen, sehr angenehm. Mal sehen, was wir damit fangen. Bin gespannt.
Zum Tauchen geht es heute mit dem Boot. Es ist aber eher rauh und so fahren wir zuerst nur ins nördliche Hafenbecken zu einem Wrack eines Frachters. Es reicht, dass wir komplett nass werden. So sind wir schon schön abgekühlt. Das Abtauchen ist dennoch eine Erleichterung, um der Schauklerei zu entfliehen. Das Wrack liegt auf 25 bis 30 Meter. Das ist durchaus interessant, aber Wracks sind nicht so meine Welt. Es hat wenig Fische, kaum Bewuchs und so kann ich mir ein halb zerfallenes Boot unter großen Anstrengungen anschauen. Der Sinn erschliesst sich nicht sofort.
Für den zweiten Tauchgang kämpfen wir uns weiter nach Norden gegen Wind und Welle. In einer nicht wirklich geschützten Bucht treibend machen wir Mittagspause. Ein Teil der Tauchgruppe wegen Seekrankheit schon im Wasser. Dann geht es zum zweiten Tauchgang. Es ist ein Platz mit total eindrücklichen Felsformationen, vielen Bögen, Durchgängen und Einschnitten. Leider spürt man die Dünung noch weit runter und die strömt hin und her durch all die Löcher. Dazu kommt, dass es fast gar keine Fische hat und auch wenig Bewuchs. In Summe auch ein wenig einfacher Tauchgang.
Dementsprechend ist nicht mehr viel Programm angesagt, nach zwei solchen Tauchgängen merkt man, dass es doch ein Sport ist.
Die Mädels haben sich an Bord vergnügt und sind guter Laune und spielen wild.

Tauchen, die erste
Daniel
31/08/2010, Marina Las Palmas, Cran Canaria

Heute haben wir es morgens eilig, da ich um 10 Uhr schon bei der Tauchschule auf der anderen Seite des Hafenbeckens sein muss. Schaffen wir auch, wenn auch nur mit Anstrengung.
Dann geht es eher spanisch (un)organisiert weiter und es dauert bis halb zwölf, bis wir schlussendlich mit dem Kleinbus zum Tauchplatz ins Naturschutzgebiet Arinaga südlich vom Flughafen fahren. Der Einstieg über Felsen und die anbrandenden Wellen ist zwar etwas schwierig, aber es lohnt sich. Beide Tauchgänge sind toll, wir sehen jede Menge Fische inkl. Barrakudas und Muränen und betauchen eine kleinere Höhle. Die Tauchschule ist wieder einmal komplett spanisch und niemand spricht so richtig englisch. Ich geniesse es, lokal zu tauchen. Am Tauchplatz treffen wir auf jede Menge englisch und deutsch geführt Gruppen. Aber das Erlebnis auf spanisch macht einfach Spass und man bekommt viel von ihrem Lebensgefühl mit. Und unter Wasser macht die Sprache so oder so keinen Unterschied.
Silke hat sich in der Zwischenzeit schon mal bei den Chandlern nach den noch notwendigen Dingen erkundigt und vieles zurücklegen lassen. Am Nachmittag ist sie mit Lena in den Carrefour einkaufen gefahren.
Abends hütet Lia die Kinder und wir gehen ins Pier 21 essen. Wir essen uns durch ein ganzes Viergangmenü inkl. Wein und geniessen den Abend. Lecker.

Kurze Arbeitsliste
Daniel
30/08/2010, Marina Las Palmas, Cran Canaria

Heute sind wir gleich morgens mit Michel verabredet. Er wird im Auftrag der Werft alle anstehenden Garantiearbeiten durchführen (lassen) und überwachen.
Wir sind noch beim Frühstück als er deutlich früher als abgesprochen kommt. Das fängt ja schon sehr positiv an.
Er macht einen extrem zuverlässigen und erfahrenen Eindruck. Dennoch: Wie es sich für eine anständige französische Werft gehört, spricht er natürlich nur französisch (und immerhin spanisch). ;-) Aber das können wir ja mittlerweile ganz gut und so funktioniert wenigstens die Kommunikation zurück in die Werft sicher und das ist uns wohl wichtiger.
Wir gehen die Liste ausführlich durch. In Summe muss man sagen, dass wir für ein brandneues Schiff mit wenig Problemen kämpfen und davon kaum etwas gravierend ist.
Michel macht das sehr gründlich und schlussendlich dauert es bis zum Mittag. Er weist uns noch auf die schlechte Sicherheitslage im Hafen hin und ermahnt uns, wirklich wirklich vorsichtig zu sein. Wir sollen niemanden auf's Schiff lassen, den wir nicht kennen, denn häufig erfolgen Besuche nur, um das Schiff auszuspähen und es später zu bestehlen. Das klingt ja vielversprechend für unseren dreiwöchigen Aufenthalt hier! Also sichern wir das Dinghy noch mit einer zweiten Kette, schliessen die Bowlocker ab, kappen die Hauptschalter der Motoren etc. Nachts schliessen wir so oder so immer ab und die Gangway kommt auch immer an Bord. Nur schon wegen der Kakerlaken. Tagsüber lassen wir die hinteren Sonnenblenden immer unten, um den Einblick ins Schiff vom Steg zu erschweren
Anna geht es heute leider gar nicht gut, sie wacht bereits mit leichtem Fieber auf und ihre Nase läuft - da hat Mamas Infekt voll zugeschlagen. Entsprechend liebesbedürftig ist unsere Kleinste und damit steht mein Programm auch bereits fest: Anna trösten, tragen, mit ihr spielen und ganz viel schmusen. Lena macht das alles gut mit, sie ist ganz große Schwester und kümmert sich rührend um Anna, indem sie ihr nahezu jeden Wunsch nach Nuki, Kuschelteddy oder sonstigem Spielzeug erfüllt. Daniel fällt heute als Spielkamerad komplett aus, ihn plagt eine heftige Migräne (klar, wir fahren am Freitag schließlich auch nach Hause!). Hoffen wir mal, dass er die für morgen geplanten Tauchgänge mit der hiesigen Tauchschule antreten kann, hier gibt es sicher viel zu sehen.

Einleben im neuen Hafen
Silke
29/08/2010, Marina Las Palmas, Cran Canaria

Was für ein Lebensgefühl: bereits mit Aufstehen herrschen im und auf dem Schiff 27 Grad und die Sonne lacht von einem stahlblauen Himmel auf uns herunter. So lässt es sich aushalten und wir wollen gar nicht an das nasskalt verregnete Hamburg denken, das uns Ende dieser Woche erwartet. Wir nutzen diesen Sonntag zum Wäsche waschen, Faulenzen und Eis essen - viel mehr Programm haben wir nicht. Ich bin immer noch sehr erkältet und lege mich am Nachmittag gleichzeitig mit Anna für ein Nickerchen in die Koje, während Lena mit Lia spielt und Daniel die Blogeinträge der Passage nachholt. Nachdem Anna und Mama wieder wach sind, laufen wir noch auf die andere Hafenseite, wo zumindest die Mädchen ein Eis essen und wir die Auslagen der diversen Ship Shops studieren. Hier sollten wir von der geeigneten Angelausrüstung bis hin zu den ausgefallensten Ersatzteilen eigentlich alles erwerben können, was der Skipper unbedingt braucht oder auch nicht ...
Als wir den Rückweg antreten, sind beide Mädchen durstig vom weiten Spaziergang und so kehren wir noch in einem der vielen Restaurants ein, um etwas zu trinken. Beide Mädchen finden das super und tanzen und spielen vergnügt vor sich hin. Zurück auf dem Schiff heisst es dann rasch Abendessen vorbereiten, da Lena und Anna sehr müde sind und sich vermutlich bei mir angesteckt haben. Allerdings bedeutet "müde" nicht inaktiv - vor und während des Essens wird durch's Schiff getobt, gequasselt und gekaspert, als wenn es kein Morgen gäbe. Und ausgerechnet heute bin ich dran mit ins Bett bringen - was schlussendlich dann besser ging als erwartet. Anna weint noch zweimal kurz, dann jedoch herrscht Ruhe in der Mädchenkoje. Daniel macht sich währenddessen noch im Internet schlau über die Bekämpfung von Kakerlaken, die es hier am Steg zahlreich gibt. Zum Glück! Denn nachdem er mir all die Erfahrungsberichte anderer Segler vorgelesen hat, die er in diversen Blogs gefunden hat (igittigitt!!!), gehen wir ins Cockpit, um unsere Landleinen (die Brücke zum Schiff für diese Biester) mit Insektizid einzusprühen. Und da sitzt auch schon ein erstes Prachtexemplar auf unserer SABA - na bravo. Daniel ist zum Glück reaktionsstark und bringt seinen FlipFlop erfolgreich zum lethalen Einsatz, dennoch sind wir etwas beunruhigt, wie und ob wir uns diese Schädlinge vom Schiff und Hals halten können. Also mal wieder ein neues Projekt, na denn: Gute Nacht!

Las Palmas - Etappenziel erreicht
Daniel
28/08/2010, Marina Las Palmas, Cran Canaria

Die Nacht war noch ruhiger. Leider hat der Wind deutlich abgegeben und nach hinten gedreht. Also ist auch nichts mit Gross setzen, denn es würde nur die Genua abdecken und den Spinnaker bekommen wir ja erst in den Kanaren. Also Geduld üben und mit 4-5 kn durch die Nacht dümpeln. Learning daraus: schnell segeln, wann es geht, nicht wann man es will. Aber auch so kommen wir an und dafür sorgt reger Schiffsverkehr für übermässig viel Ausgleich. Bis auf einen marrokanischen Frachter passieren wir alle in gutem Abstand und dieser weicht nach Absprache am Funk problemlos aus. Unsere Bordelektronik, beim Kauf eher als ein wenig grosszügig angesehen, bewährt sich super und entspannt das Leben und Wache gehen wesentlich. Die Mädchen schlafen wieder bis um 8, der Rest noch länger und so beginnt wiederum ein ruhiger Bordtag. Anna ist heute nicht ganz so gut drauf, entweder auch ein wenig krank oder Entwicklung, wer weiss das auch immer. Dennoch ist genügend Energie und Zeit zum Spielen da. Zwischendurch wird das Alphabet geübt (siehe Foto). Lena kann wie angeworfen plötzlich Reime hören. Die beiden sind immer für eine Abwechslung und Überraschung gut. Kurz vor dem Ziel verlässt uns der Wind fast ganz und wir motoren die letzten 1,5 Stunden nach Las Palmas. An der Nordküste von Cran Canaria passieren wir eine Bohrinsel und laufen dann in den riesigen Hafen ein. Die Marina ist schnell gefunden und obwohl wir ja 2 Tage früher als unsere Reservation ankommen, können wir uns den Platz auswählen. Zum Glück haben wir schon ein wenig manövrieren geübt, denn wir müssen doch mit 15 kn Seitenwind rückwärts an den Steg und dann mit Muringleinen festmachen. Es klappt aber dank der Hilfe des Marinero ohne Probleme. Dennoch dauert es einige Zeit, bis wir ganz fest sind, Strom und Wasser gelegt sind und wir wieder im Hafen eingerichtet sind. Mit Las Palmas haben wir unser erstes Etappenziel erreicht. Erstaunlich, wie einfach und schnell wir hier waren. Aus unserem Törnziel "vielleicht kommen wir bis an die Südküste Portugals" ist kurzerhand mal ein 1.800 Seemeilen Zubringerschlag für eine Atlantiküberquerung geworden. So schnell können sich Pläne ändern. Bleibt abzuwarten, dass wir den Atlantik dann auch wie geplant überqueren können. Unsere SABA ist auf jeden Fall zu einem totalen Zuhause geworden, das sich sowohl unterwegs als auch vor Anker oder im Hafen richtig gut, sicher und gemütlich anfühlt. Karibik, wir kommen! ;-)

Ruhig
Daniel
27/08/2010, auf See unterwegs von Madeira nach Cran Canaria

Die erste Nacht verlief völlig unspektakulär. Wir haben genau 1 Schiff gesehen, vermutlich ein Segelboot auf Gegenkurs und das war es auch. Währenddessen sind wir gemütlich mit 6-7 kn Fahrt unterwegs. Es ist extrem ruhig, hat kaum Welle und um die 12 kn Wind aus NE. Eigentlich könnten wir das Gross setzen und deutlich schneller sein, aber die momentane Fahrt reicht für eine Ankunft morgen früh in Las Palmas und so schenken wir uns das. An Bord lebt es sich wie an Land. Einziger Wermutstropfen ist, das Silke super erkältet ist und wieder einmal eine Überfahrt für sie anstrengend ist. Lena scheint ein wenig davon abbekommen zu haben, hat sie doch gleich gestern Abend alles bis zurück zum Mittagessen in ihre Koje gespuckt. Es scheint aber keine Seekrankheit zu sein. Dennoch schlafen beide ungestört durch bis um 8 Uhr. Sehr angenehm, früher wird es hier so oder so nicht hell. Den Tag verbringen wir mit lesen, spielen, kochen, Apfelstrudel backen (siehe Bild) und ein wenig ausruhen. Abends werde ich während meiner Freiwache glatt wieder aus dem Bett geholt, da wir ein erstes Regenschauer streifen. Auf dem Radar sieht man aber mehr, als wir abbekommen und nach einer halben Stunde ist alles wieder beim Alten.

Newer ]  |  [ Older ]

 

 
Powered by SailBlogs