Ankunft Alderney
Jürgen
13/07/12, Braye, Alderney
Dieser Blogeintrag wurde gestern leider nicht mehr übertragen, deshalb kommt er jetzt verspätet.
Gerade sind wir auf Alderney angekommen. Bis auf den Regen hatten wir eine einfache Ueberfahrt. Der Wind wehte mit 5 Windstaerken zwar wieder direkt von vorn, aber aufgrund der Gezeitenstroemung mussten wir nur wenig kreuzen. Vom Timing her sind wir gearde rechtzeitig vor dem
Dunkelwerden angekommen. Hier im Hafen gibt es keine Stege, man liegt entwerder an Mooringbojen oder vor Anker. Wir haben unseren Anker auf 8 Meter Wassertiefe geworfen und bis jetzt haelt er.
Morgen wollen wir die Insel erkunden. Laut unserem Reisefuehrer kann man hier eine geführte Fahradtour machen, die werden wir wohl buchen. Die Insel ist in etwa so gross wie Helgoland und wird autonom zusammen mit den anderen Inseln verwaltet. Die Inseln gehören weder zur EU
noch zu England und werden von der koeniglichen Verwaltung in England diplomatisch vertreten. Damit befinden wir uns hier auf zollfreiem Gebiet. Mal sehen ob man hier guenstig Rum kaufen kann, der ist uns naemlich ausgegangen. Das ist ja auch kein Wunder, bei dem Wetter kann
man eben gut mal einen Grog oder Tee mit Rum vertragen. Die Ostfriesenmischung von Elke schmeckt wunderbar mit einem Schuss Rum! Vielen Dank noch einmal dafuer.
Aufbruch verschoben
Jürgen
13/07/12, Cherbourg
Wir hatten uns gerstern Abend die Wecker fuer heute Morgen 04:00 Uhr gestellt. Als die Wecker klingelten ging draussen imer noch ein starker Wind und es regnete in Stroemen. Keiner von uns hatte Lust bei diesem Wetter sein warmes Bett zu verlasse und sich dem Regen auszusetzen. Wir haben uns also im Bett umgedreht und weiter geschlafen. Mittlerweile ist der Wind vorbei und die Sonne quaelt sich durch die Wolken. Wir werden gegen 16:00 Uhr auslaufen um den Gezeitenstrom in Richtung Alderney zu nutzen. Da es nur eine kurze Strecke bis Alderney ist, werden wir wohl zwichen 20:00 und 22:00 Uhr dort ankommen.
Neue Bilder Gallerie Hamburg nach Brest
Jan
12/07/12, Cherbourg
Ich hab gerade eine zwei neue Fotogalerien hinzugefürgt. Eine von der Abschiedsfeier und eine mit Bildern von Hamburg nach Brest.
Wir warten hier in Cherbourg im Moment auf günstiges Wetter um den Alderney Race zu durchqueren, der für seine starken Strömungen und Brecher berüchtigt ist. Der Alderney Race ist die Meerenge zwischen Frankreich und der Kanalinsel Alderney. Die Strömungen können hier bei Springflut Geschwindigkeiten von biszu 8 Knoten erreichen. Wir werden wahrscheinlich Morgenfrüh in See stechen.
Heute haben wir einige Sachen erledigt, die uns in den letzten Tagen aufgefallen waren. So kamen von unserer Ruderanlage komische Geräusche. Jürgen war der Meinung wir hätten vielleicht ein Netz eingefangen und ist deshalb Tauchen gegangen. (Bild oben) Aber es war nichts zusehen. Wir haben dann hinterher festgestellt, dass die Steuerseile ein kleines bischen Spiel haben und deshalb beim Lastwechsel an den Umlenkblöcken das Geräusch verursachen.
Außerdem haben wir unsere Stopfbuchse nachgezogen (dichtet die Propellerwelle nach Außen ab) und die Mittelwanten nachgespannt.
Cherbourg
Jürgen
11/07/12, Cherbourg
So, nun kommt mal wieder ein Bericht über eine direkte Internetverbindung und ich muss nicht auf die Sonderzeichen achten.
Früh am Morgen sind wir hier in Cherbourg angekommen. Die Marina ist randvoll mit Booten, weil hier eine Segelregatta gefahren wird. Trotzdem haben wir noch einen freien Liegeplatz gefunden. Leider hat der Steg an dem wir liegen keine Verbindung zum Land, so dass wir mit dem Dingi fahren müssen.
Gabi und Jan liegen in den Kojen und holen den versäumten Schlaf der vergangenen Nacht wieder auf. Ich nutze die Zeit uns habe die fehlerhaften Umlaute aus unseren Blogeinträgen entfernt.
Das Wetter ist mal wieder durchwachsen und morgen soll ein heftiger Wind wehen, den werden wir wohl hier im Hafen abwettern. Sobald der Wind durchgezogen ist, geht es dann weiter zu den Canal-Inseln. Wahrscheinlich werden wir als erstes Alderney anlaufen.
Nach Cherbourg
Jürgen
10/07/12, Baie de Seine
Gegen 14:00 Uhr sind wir aus Ouistreham aufgebrochen. Der Grund fuer diesen spaeten Start liegt an den Gezeiten. Die Schleuse zum Canal de Cean oeffnet nur waehrend des Hochwassers und auch dann nur alle 1,5 Stunden. Morgen frueh wollen wir in Cherbourg ankommen. So wie es im Moment aussieht werden wir das wohl auch schaffen. Wir muessen zwar wieder hoch am Wind segeln aber koennen die meiste Zeit den geplanten Kurs von 300 Grad anlegen. Sobald wir um das Cap vor Cherbourg segeln werden wir aber wieder kreuzen muessen.
In Ouistreham haben wir noch etwas Proviant gekauft und Jan und ich haben uns einen grossen Beobachtungsbunker des Atlantkwalls angesehen. Der Bunker war eine Kommandozntrale fuer Kuestenbatterien und sollte die Entfernung zu Zielen auf See berechnen. Alles war offenlichlich auf deutsche Art gut vorberitet fuer den Ernstfall, allerdings war am Tage der Invasion das Messgeraet fuer die Entfernungsmessund ausgefallen. An diesem Kuestenabschnitt hatten die allierten Landetruppen nicht wirklich viel Gegenwehr. Konnte ja keiner vernuenftig zielen.
In Cherbourg wollen wir zum ersten Mal ausklarieren. Wir wollen von da aus zu den Kanal-Inseln segeln, die nicht zum Schengen abkommen gehoeren.
Juno Beach
Jan
09/07/12, Ouistreham
Heute sind wir mit dem Bus nach Courseulles-sur-Mer gefahren. Der Kuestenabschnitt bei Courseulles-sur-Mer hatte bei der Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944 den Code Namen Juno Beach. In diesem Bereich sind damals die kanadischen Truppen gelandet. Dort haben wir uns heute ein Museum angesehen, dass die Rolle der Canadier bei der Invasion zeigt. Ausserdem haben wir eine Fuehrung am Strand und durch einen alten Bunker des Atlantikwalls gemacht. Morgen wollen wir uns noch einen alten Bunker in Ouistreham ansehen und gegen 14:00 Uhr werden wir dann Richtung Cherbourg auslaufen.
Gerstern haben wir bei Juergen mal unseren neuen Langharschneider ausprobiert. Fuers erstemal ist der Haarschnitt eigentlich ganz gut geworden :-)
Ausflug nach Brugge
Gabi
08/07/12, Ouistreham
Hallo alle zusammen! heute sind wir in Ouistreham bei Caen in Frankreich angekommen. Wir haben einen Rundgang durch den Ort gemacht und schon mal einen Pasties probiert. Jetzt sitzen wir zum Abendbrot an Deck und geniessen das schoene Wetter.
Auf Wunsch von Bine und Leif hier noch ein kurzer Bericht ueber unseren Ausflug nach Brugge: Jan und ich sind mit der Strassenbahn und mit dem Zug von Zeebrugge nach Brugge gefahren. Juergen hatte keine Lust schon wieder eine Stadt anzusehen. Wir haben uns die Innenstadt mit den schoenen alten Haeusern und imposanten Kirchen angesehen. Im 2. Weltkrieg ist Brugge offensichtlich von Bomben verschont geblieben. In einer der vielen Chocolaterien haben wir feinste belgische Schokolade gekauft. Die war sehr lecker. Es gibt auch ein Museum ueber Schokolade in Brugge, sowie ein Museum ueber Diamanten. Die waren uns dann doch zu teuer. Es wurden Stadtrundfahrten mit kleinen Booten und kleinen Pferdekutschen angeboten, aber wir haben alles zu Fuss abgeklappert. Die Stadt ist mit ihren alten restaurierten Haeusern wirklich sehr schoen und sehenswert.
Liebe Gruesse Eure Gabi
0 Meridian ueberschritten
Jürgen
07/07/12, Vor Le havre
Seit kurz vor 22:00 Uhr zeigt unser GPS ungewohnte Positionen an. Wir haben den 0 Meridian ueberfahren und befinden uns ab jetzt fuer eine lange Zeit auf der westlichen Erdhalbkugel. Zur Feier dieses Ereignisses muessten Gabi und Jan sich eigentlich einer Taufe unterziehen. Weil wir zu dem Zeitpunkt aber einen schweren Wolkenbruch durchfahren haben, lassen wir diesen als Taufe gelten.
Das Wetter will einfach nicht besser werden. Immerhinkonnten wir heute die gesamte Strecke segeln ohne zu kreuzen. Irgendwie hat es immer gepasst. Bis zu unserem Zielhafen, Ouistreham, sind es noch ca. 4 bis 5 Stunden zu segeln. Dort muessen wir dann auf die naechste Flut warten um in den Hafen einlaufen zu koennen. Der Hafen wird waehrend der Ebbe mit einer Schleue geschlossen damit er nicht leerlaufen kann. Der Tiedenhub betraegt hier immerhin 7m.
In Ouistream, keiner von uns weiss wie man das ausspricht, wollen wir ein paar Tage bleiben und uns Museen und Orte in Zusammenhang mit der Landung der Allierten ansehen.
Ankerplatz im englischen Kanal vor Etables
Jürgen
06/07/12, Vor Etables
Gestern Nachmittag zogen mehrere Gewitter ueber der Kueste an uns vorbei. Das hatt zur Folge, dass sich auf See kein Lueftchem mehr regte. Weil nicht absehbar war, bis wann die Gewitterlinie abgezogen ist haben wir uns entschlossen auf einer Bank zu ankern.
Wir liegen hier mitten im Kanal ohne irgenwelchen Schutz auf 12 Meter Wassertiefe. Jan hatte zuerst Bedenken, aber da hier kein Schiffsverkehr ist, liess er sich ueberzeugen. Der Anker hat sofort gehalten und trotz Gezeitenstroemung und jetzt auch wieder Wind ist er nicht ausgebrochen. Wir hben unsere gesamte Kette mit einer Laenge von 50 Meter ausgebracht.
Der Wind weht jetzt wieder mit etwas 4 bis 5 Windstaerken aus suedwest. Nach einem schnellen Fruehstueck werden wir weiter segeln. Unser Zielhafen ist Ouistreham. Bis dahin sind es etwa noch 97 Seemeilen.
Im Englischen Kanal
Jürgen
06/07/12, Boulogne-Sur-Mer
Heute morgen haben wir die engste Stelle des englischen Kanals durchfahren. Seit wir von Zeebruegge aufgebrochen sind haben wir fast die gesamte Nacht immer schoenen Wind gehabt. Zwar kommt der Wind immer noch direkt von vorn, aber er weht mit einer Windstaerke von ca. 5 Beaufort. So koennen wir die groesstmoegliche Segelflaeche an den Wind bringen. Zur Zeit fahren wir mit der Unterstuetzung des Tiedenstromes fast 7 Knoten. Wenn der Strom gleich kippt, weil die Flut beginnt werden wir erheblich an Geschwindigkeit einbuessen. Der Gezeitenstrom kann hier bis zu vier Knoten betragen. Und immerhin haben wir Springflut, dass heisst die Stroemung koennte besonders stark werden. Ansonsten war die Nacht recht feucht, denn es hat viele Stunden stark geregnet. Im Boot ist es fast so nass wie draussen, weil man imme viel Wasser mitbringt wenn man ins Boot zurueckkommt. Von Sommerwetter ist nichts zu merken, es ist kuehl und der Himmel ist total bedekt. Es ist mehr einen herbstlicher Eindruck.
Bevor ich diesen Text absenden konnte hat es aufgebriest und wir mussten Segel reffen. Wir segeln jetzt mit Fock und dem 1. Reff m Gross.