Vila do Conde
Jürgen
10/08/12, Portugal
Kurz vor Porto haben wir uns entschlossen einen Ankerplatz fuer die Nacht zu suchen. Wir wollten nicht bei Nebel und Dunkelheit in den grossen Hafen einlaufen. Da kein Wind wehte war es kein Problem direkt vor der Leekueste zu ankern. Damit uns kleine Fischerboote rechtzeitig sehen konnten haben wir unsere Deckslampe brennen lassen.
Heute Nacht hat sich noch unsere Backbord-Positionlaterne verabschiedet. Zuerst dachten wir die Birne waere durchgebrannt, aber so einfach war es dann doch nicht. Irgendwie kommt nur wenig Spannung bei der Lampe an. Wir müssen im Hafen mal suchen was das Problem ist. Als Ersatz haben wir ja noch unsere Dreifarbenlampe auf dem Mast. Nur ob man die bei Nebel auch sehen kann?
Nachdem es in der Nacht aufgeklart hatte, herrscht jetzt wieder dichter Nebel mit Sichtweiten von vielleicht einer Bootslaenge. Wir fahren langsam und mit staendigen Schallsignalen wieder hinaus auf Meer. Bis Porto sind es noch ca. 12 Seemaeilen. Wir haben die Hoffnung, dass der Nebel sich bis dahin aufloest, denn ab Mittag soll es wieder etwas Wind geben.
Ansonsten sind wir alle etwas muede. Durch die leichte Duenung hat das Boot unangenehm geschaukelt und keiner von uns hat wirklich gut geschlafen. Wir freuen uns jetzt auf Porto und ein gutes Glas Portwein.
Baiona nach Porto
Jürgen
09/08/12, Nordspanien
Seit gestern Abend liegen wir im Nebel. Die Sichtweite betraegt manchmal nicht mehr als 50 Meter. Gabi und Jan haben das Hand-GPS mitgenommen als sie mit dem Dingi zum Einkaufen gefahren sind, damit sie das Boot auf dem Rueckweg auch wiederfinden. Heute Morgen lichtet sich der Nebel erst jetzt langsam, deswegen ist es auch nichts mit dem fruehen Aufbruch geworden.
Gegen 10:30 Uhr sind wir unter Motor losgefahren. Der Nebel ist immer noch sehr dicht. Man kann 30 bis 50 Meter weit sehen. Gabi und Jan sitzen im Cockpit und gehen Ausguck, ich sitze am Radar. Zusaetzlich geben wir mit dem Nebelhorn regelmaessig Schallsignale. So eine dicke Suppe haben wir bisher noch nicht gehabt. Wir steuern raus aufs Meer, weil wir hoffen, dass dort kein oder nur geringer Nebel ist.
Baiona
Jürgen
08/08/12, Nordspanien
Nach einem kurze Toern sind wir gestern gegen 17:00 Uhr in Baiona angekommen. Wie wir mittlerweile gelernt haben, war das der erste spanische Hafen den Christoph Kolumbus nach seiner Entdeckung Amerikas angelaufen hat.
Gestern Abend sind wir noch vom spanischen Zoll kontrolliert worden. Bis auf unsere und die Papiere des Bootes wollten sie nichts weiter sehen. Einer der Zoellner sprach relativ gut deutsch und es stellte sich heraus, dass er laengere zeit in Hamburg gelebt hat. Die Welt ist halt klein auch wenn wir 6 Wochen gebraucht haben um hierher zu kommen.
Wir haben die Nacht im Hafen verbracht und unsere Batterien und Wasservorraete aufgefüllt. Bei einer gruendlichen Ueberpruefung des Riggs haben wir festgestellt, dass das Kutterstag sich in seiner Halterung im Mast verdreht hatte. Also haben wir das Focksegel abgeschlagen, das Stag gelockert und wieder in die ichtige Position gebracht. Nachdem wir alles anschliessend zusamengebaut hatten war der Vormittag schon wieder rum.
Wir haben jetzt in die kleine Bucht oestlich vom Hafen verholt und liegen wieder vor Anker, die Liegegebuehr im Hafen ist uns einfach zu teuer. Ein Tag im Hafen kosten fast 50,- Euro.
Es ist richtig warm geworden, von See her ziehen dichte Nebelfelder in die Bucht, so dass das gegenüber liegende Ufer manchmal nicht mehr zu sehen ist. Gabi und Jan sind gerade ins Wasser gesprungen, aber im Vergelich zur Luft ist es im Wasser mit knapp 18 Grad noch ziemlich kalt. Sobald es wieder etwas abkuehlt werden wir noch ein paar Lebenmittel und Getraenke einaufen. Morgen wollen wir früh nach Porto aufbrechen. Bis dahin sind es etwa 80 Seemeilen und wir wollen morgen Abend nach Moeglichkeit dort ankommen.
Baiona, letzter Hafen in Nordspanien
Jürgen
07/08/12, Nordspanien
Wir sind auf dem Weg nach Baiona, Das ist ein kleiner Ort am suedlichen Eingang der Ria de Vigo. Baiona wird der Letzte Hafen sein, den wir in Nordspanien anlaufen. Wir werden hier unsere Wasservorraete ergaenzen, einkaufen und andere Kleinigkeiten erledigen. Die naechtse Station wird dann Porto sein.
Nordspanien hat uns sehr gut gefallen. Hier ist ein tolles Segelrevier, wir wundern uns, dass es so wenig Beachtung bekommt. Die Kueste ist aehnlich zerklueftet wie in Schweden oder Norwegen und die Berge sind teilweise um 500 Meter hoch. Der Kueste sind oftmals kleine Inseln vorgelagert, die alle zu einem groeßeren Naturschutzgebiet gehoeren. Mit einem Permit darf man die Inseln anlaufen, dort ankern und auch tauchen. Das Wasser ist sehr klar und es gibt viele Fische und Delphine. Sobald wir in etwas groesserer Entfernung zur Kueste gesegelt haben, haben wir eigentlich immer eine groessere Anzahl von Delphinen getroffen. In der Regel kamen diese dann zum Boot und haben uns eine laengere Zeit begleitet.
In den Ria's, so heissen die Fjorde hier, gibt es immer Buchten in denen man vor Anker liegen kann. In der Naehe von Ortschaften findet man auch immer wieder Marinas, falls man mal im Hafen liegen moechte. In vielen Buchten sind tolle, weisse Sandstraende die zum Baden einladen, wenn denn das Wasser etwas waermer waere. Im Moment betraegt die Wasserthemperatur um 18 Grad, es war aber auch schon eine laengere Zeit lang nur 15 Grad warm.
Die vegangene Nacht haben wir vor einem sehr belebten Strand bei der Stadt Sanxenxo geankert. Abends sind wir mit dem Dingi an Land gefahren und haben uns in eine Bar gesetzt. Anscheinend machen hier viele Spanier Urlaub, jedenfalls war es sehr voll. Touristen aus anderen Laendern haben wir nicht gesehen. Auch trifft man nur vereinzelt mal auf auslaendische Segelyachten.
Isla Salvora
Jürgen
06/08/12, Nordspanien
die Nacht haben wir in Lee der Isla Salvora verbracht. Nachdem wir bis in den fruehen Nachmitag hinein einen schoenen Segelwind hatten, drehte der Wind nach Nordwest (!) und nahm dabei stark ab. Wir haben deshalb das Grossegel und die Genua geborgen und den Blister gesetzt. Allerdings war der Wind zuerst so schwach, das auch de Blister immer wieder einfiel. Blister ist ein 200 Quadratmeter grosses Leichtwindsegel, mit dem sehr gut bei schwachen Wind von hinten segeln kann. Das Tuch ist sehr leicht, aehnlich dem von Fallschirmen oder Drachen. Saeter frischte der Wind dann etwas auf und wir kamen ganz gut voran. Abends haben wir uns dann fuer diesen Ankerplatz entschieden.
Als wir um die Insel herumkamen und die Bucht einsehen konnten lagen da schon zwei weitere Segler, einer davon aus Deutschland mit einer Vindoe wie Hermann sie zu verkaufen hat. Die Insel und auch die Bucht erinnern uns stark an die Schaerengaerten vor Schweden: Flache Inseln deren Steine von den Wellen geglaetet sind und mit spaerlichem Bewuchs. Wir werden hier bis Mittag bleiben und erst mal Brot backen und die kleine Insel erkunden. Ab nachmittags soll es dann wieder Wind geben mit dem man segeln kann.
Die Sonne scheint und hat den obligatorischen Nebel aufgesaugt. Das Wasser ist nicht mal 16 Grad warm, wir werden hier wohl nicht baden obwohl die Insel mit einem tollen Sandstrand dazu einlaedt.
Wenn man die Kueste entlang segelt hat man den Eindruck das Wasser wuerde kochen. Direkt an der Kueste steigt sehr viel Dunst auf und bildet dicke Cumulus Wolken, die ueber das Land abziehen. Durch den dichten Dunst kann man die Kueste teilweise nicht sehen, obwohl die Berge am Ufer sehr hoch sind. Erstaunlich, dass das kalte Wasser so stark verdunstet. So deutlich habe ich das an unseren Kuesten noch nicht beobachtet.
Auf See in Richtung Vigo
Jürgen
05/08/12, Nordspanien
Das Wasser plaetschert leise am Rumpf, das Boot hat etwas Schlagseite und wir gleiten mit etwa 5 Knoten durchs Wasser.
Vergangene Nacht haben wir beim Cap Finisterre geankert. Jan und ich sind abends noch auf den Berg am Cap gewandert und haben den Ausblick genossen. Oft sind die Berge vom Nebel verhuellt, aber gestern Abend schien die Sonne und man konnte toll ueber die gesamte Bucht sehen.
In dem Ort Fisterra, der direkt am Cap liegt war gestern eine grosse Fiesta. Als wir in die Bucht einliefen wurden vom Cap Boeller abgeschossen. Wir haben das mal als Willkommensgruss gewertet. Wo wird man schon mit Salutschuessen begruesst?! Am Hafen war ein grosser Jahrmarkt aufgebaut und es waren sehr viele Leute unterwegs. Auf einer kleinen Buehne am Strand sind Volkstanzgruppen aufgetreten Spaeter am Abend gab es dann noch eine Open-Air Disco. Als wir heute Morgen fruehstueckten waren die Gallier immer noch am Feiern. Die Musik zun den Volkstanzgruppen wurde growsstenteils live gespielt. Wie in Schottland und Irrland wirden Dudelsaecke, Pfeiffen und Trommeln als Instrumente benutzt. Gitarren, wie man sie sonst in Spanien erwartet haben wir nicht gesehen.
Der Toern zum Cap war nicht besonders toll. Es regnete oft sehr stark, der Himmel war bedeckt und die Sicht war ganz schlecht. Manchmal konnte man nur ein paar hundert Meter weit sehen. Heute ist die Bewoelkung aufgerissen und die Sonne scheint zumindest zeitweise wieder. Der Wind kommt immer noch aus suedlichen Richtungen, obwohl saemtliche Wetterberichte seit Tagen immer wieder Nordwestlichen Wind ansagen. Die haben wahrcheinlich einen anderen Kompass als wir :)
Regenweter
Gabi
04/08/12, Nordspanien
Wir sind wieder unterwegs. Heute wollen wir endlich das Cap Finisterre runden. Das Hamburger Wetter hat uns wieder eingeholt. Der Himmel ist bedeckt und es regnet. Jan und Gabi sitzen im Cockpit und werden nass. Der Wind kommt natuerlich aus suedwestlichen Richtungen. Also ist wieder kreuzen angesagt.
Beim Segelsetzten haben wir festgestellt, dass unser Grossfall angebrochen ist. Wir haben es dann mit dem Reservefall fuer die Genua getauscht. In einem der naechsten Haefen muessen wir ein neues Fall beschaffen. Ansonsten ist mit dem Boot und mit uns Alles in Ordnung. Jan und sind ein wenig muede, die Reinigungsaktion des Unterwasserschiffes hat uns hanz schoen geschlaucht. Aber wir kommten sämtlichen Bewuchs entfernen. Bis zur naechsten Reinigung derfen wir nicht so lange warten, sonst werden die Algen wieder so lang und dann gehen sie nur schwer ab.
Tauchgang
Gabi
03/08/12, Nordspanien
Heute war wieder Flaute. Es lohnte nicht die Segel zu setzen. Wir haben die Zeit genutzt, Einkaeufe zu erledigen und den Wasserpass zu saeubern. Dazu sind Juergen und Jan in ihre Taucheranzuege geschluepft und haben ordentlich geputzt. Am Abend haben wir noch ein bisschen den Ort erkundet und die gewaltigen Wellen des Atlantiks an der Einfahrt zu dieser Bucht bestaunt.
Auf dem Weg nach Muxia
Jürgen
02/08/12, Nordspanien
So, nun sind wir wieder unterwegs. Unser Ziel fuer heute ist Muxia, ein kleines Fischerdorf, dass in unserem Reisefuehrer als besonders sehenswert herausgestellt wird. Nach unseren Karten gibt es dort keinen richtigen Hafen, sondern nur eine Art Wellenbrecher hinter dem man vor Anker geht.
Das Wetter hat sich tatsaechlich gebessert und heute frueh kam der Wind aus Westen, allerdings hat er wieder auf suedwestliche Richtungen gedreht. Aber das kennen wir ja nun schon, es geht immer gegenan. So muessen wir auch heute wieder einen riesigen Umweg machen um unser Ziel zu erreichen. Dafür weht der Wind konstant mit 4 Windstaerken, so dass wir die Genua und das Grossegel setzen können. Wir haben zwar eine Schlagseite von 20 bis 25 Prozent kommen aber gut mit 5 Knoten voran. Gegen 18:00 Uhr sollten wir Muxia erreicht haben.
In unsere Naehe segelt ein weiters Boot aus Hamburg, Thats Life. Das Boot hat in Camaret sur Mer eine Nacht mit uns im Paeckchen gelegen. Die beiden wollen auch einmal um die Welt segeln und werden an der Regatta ARC 2012 von Gran Canaria nach Sankt Lucia teilnehmen.
Tag vor Anker
Jürgen
01/08/12, Nordspanien
Wir sind immer noch in der Bucht, die wir gestern Abend angelaufen haben. Die Wetterfroesche hatten Recht, frueh morgens drehte der Wind auf suedwest und bliess selbst hier in der geschuetzten Bucht mit bis zu 6 Windstaerken. Vor kurzem hat der Wind nun auf West gesdreht und nimmt langsam ab. Wind aus suedwestlichen Richtungen konnten wir nicht gebrauchen, weil das mal wieder die Richtung ist in wir wollen. Da wir genuegend Zeit haben, haben wir den Wind hier abgewettert. Morgen scheint sich wieder der hier uebliche noerdliche Wind einzustellen und dann geht es weiter in Richtung Sueden. Das wetter wird hier massgeblich vom Azorenhoch bestimmt, wenn das Hoch in seiner ueblichen Position liegt weht an seiner oestlichen Seite ein beständiger Nordwind. Kommt es zu einer Stoerung durch ein Tiefdruckgebiet dann bleibt dieser bestaendige Wind aus, So wie heute. Dem Barographen nach ist das Tiefdruckgebiet abgezogen, wir erwarten also morgen wieder noerdliche Winde. Ich werde gleich aktuelle Wetterberichte einholen. Mal sehen ob die Wettervorhersagen sich mit unseren Beobachtungen decken.
Eigentlich haben wir den ganzen Tag nur gefaulenzt, also die Ruhe genossen und ausgiebig gelesen und viel geschlafen. Dafuer wollen wir morgen frueh aufstehen und rechtzeitig aufbrechen.