Figueira
Jürgen
16/08/12, Portugal
Gegen 17:00 Uhr Ortszeit haben wir gestern in der Marina von Figueira festgemacht. Wir mussten die gesamte Strecke bis dahin motoren, es war einfach zu wenig Wind. Der Ort und die Marina sind ohne Hoehepunkte, so dass wir heute Morgen nach Nazare aufgebrochen sind. Die Wetterberiche für die kommenden Tage sagen weiterhin Flaute fuer dieses Seegebiet voraus. Weiter im Sueden soll es dann aber noerdliche Winde geben. Wir motoren also heute wieder und gehen davon aus, dass es zumindest bis Nazare dabei bleiben wird.
In Figueira haben wir einen jungen Hamburger getroffen, der den Sommer an der Algarve verbracht hat. Er segelt allein und ist jetzt wieder auf dem Rueckweg nach Hamburg. Aufgrund der schlechten Wetterverhaeltbisse in der Biskaya will er noch einen Mitsegler an Bord nehmen um die gefaehrliche Strecke nicht allein segeln zu muessen. Bereits im Fruehjahr hatte er shlechtes Wetter und hat den Weg von Brest nach Vigo innerhalb von ewas mehr als 2 Tagen zurueck gelegt. Dabei sind ihm oefters Wellen ins Cockpit eingestiegen und er hat ueber den Auspuff Wasser in den Motor bekommen. Im Laufe des Sommers ist sein Motor dann von innen verrostet, o dass er den Motor austauschen lassen musste.
Auch bei uns sammelt sich bei Wind und Wellen von achtern viel Wasser im Auspuff, obwohl er von aussen mit einer Klappe verschlossen ist und vor dem Motor noch ein grosser Schwanenhals installiert ist. Wir haben uns vorgenommen das zu beobachten und ggf. den Motor kurz anzulassen um das Wasser aus dem Auspuff zu blasen.
Aveiro nach Figueira
Jürgen
15/08/12, Portugal
Die Entscheidung aufgrund der Wetterberichte im Hafen von Aveiro zu bleiben war richtig. Ab Mittag nahm der Wind immer mehr zu. Abends haben wir dann bis zu 18m/sec, entsprechend 8 Beaufort, gemessen. Bei Wind dieser Staerke werden die meisten Haefen an dieser Kueste geschlossen, da das Einlaufen durch Wellen und Stroemung unmoeglich wird. Bei dem schwedischen Segelboot, dass neben uns ankerte, hat der Anker nicht gehalten. Das Boot wurde im Laufe von 2 Stunden 300 bis 400 Meter durch den Hafen getrieben. Bis sie sich dann einen neuen Ankerplatz, weiter vom Ufer entfernt, gesucht haben.
Gegen Mitternacht gab es dann einen Wolkenbruch und der Wind sprang um 90 Grad nach Westen und wurde danach schwaecher. Jetzt scheint wieder die Sonne und zur Zeit messen wir nur noch 2 Windstaerken. Trotzdem werden wir gleich in Richtung des naechten Hafens, Figueira, aufbrechen. Bis dahin sind es ca. 35 Seemeilen, das sollten wir irgendwie bis heute Abend schaffen.
Aveira
Jürgen
14/08/12, Portugal
Mit einem schoenen konstanten Wind von 4 bis 5 Windstaerken aus suedlichen Richtungen sind wir gestern gemuetlich nach Aveira gesegelt. Zeitweise sind wir parallel zur Kueste gesegelt und haben den viele Kilometer langen Sandstrand bewundert. Den Huegel der Kueste ist jetzt flaches Land mit hellen Sandstraenden und Duenen vorgelagert. Auch das Meer wird mit zunehmender Entfernung zur Kueste nur langsam tiefer und damit wird das Wasser wieder waermer. Wir haben Themperaturen um die 20 Grad gemessen.
Gestern, gegen 20:00 Uhr Ortszeit, sind wir im Hafen von Aveira angekommen und liegen in einem abgeschiedenen aber gut geschuetzten Bereich des Hafens vor Anker.
Eigentlich wollten wir heute direkt weiter segeln aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Fuer heute sind suedwestliche Winde mit bis zu 7 Windstaerken angesegt, es soll regnen und Gewitter geben. Da wir gut in der Zeit liegen, werden wir das schlechte Wetter hier abwarten und wahrscheinlaich morgen nach Figueira segeln. Wir werden den Tag nutzen und unsere Vorraete mit frischen Lebensmitteln ergaenzen und eigentlich muessten wir auch noch ein Brot backen.
Tagestoern nach Aveiro
Jürgen
13/08/12, Portugal
Eben sind wir aus der Marina Atlantico ausgelaufen. Das naechste grosse Ziel ist Lissabon. Bis dahin sind es 5 Tagestoerns mit jeweils 30 bis 40 Seemeilen, wenn man den direkten Weg segeln kann. Heute geht das jedenfalls nicht denn durch die Biskaya soll ein Tiefdruckgebiet ziehen, das uns hier suedwestlichen Wind bringt. Deshalb kreuzen wir zunaechst ein paar Meilen hinaus auf das Meer und versuchen spaeter den direkten Kurs auf Aveiro anzulegen.
Hier auf dem Meer ist es nicht mehr so warm wie an Land. Gestern bei unseren kleinen Wartungsarbeiten sind wir ganz schoen ins Schwitzen gekommen. Heute dagegen mussen wieder lange Hosen und Pullover aus den Schraenken hervorgeholt werden.
Basteltag und neue Bilder
Jan
12/08/12, Leixoes
Heute Morgen waren Jürgen und ich auf der Strandpromenade joggen. Nach sechs Wochen auf dem Boot ohne viel Bewegung hat das gut getan. Man merkt schon, dass die Muskeln in den Beinen etwas abgebaut haben.
Danach haben wir angefangen am Boot zubasteln. Jürgen hat die Positionslaterne repariert und ich habe alle fünf Meter Markierungen auf die Ankerkette gemalt, damit wir besser abschätzen können wie viel Kette wir draußen haben. Außerdem hab ich das Steuerrad geschmiert und Roststellen ausgebessert.
Heute Mittag haben wir eine ausgiebeige Siesta gemacht und uns vom Stadtbummel und der Bastelei erholt.
Heute Abend haben wir bei einem Glas Wein der Bildergalerie 2. Etappe neue Bilder hinzugefügt.
Porto
Gabi
11/08/12, Portugal
Gestern Mittag sind wir im dichten Nebel mit Hilfe unseres Radars und AIS sicher in der Marina Porto Atlantico angekommen. Ich fand die Tour durch den Nebel sehr unangenehm. Das ist nicht mein Ding und ich finde es beaengstigend im Blindflug durch das Wasser zufahren. Aber zum Glueck gibt es ja Radar, AIS, Juergen und Schallsignale, womit man sich den richtigen Weg sucht.
Die Marina hier liegt gleich neben dem Containerterminal und hat schon bessere Tage gesehen. Sie ist nicht besonders erwaehnenswert. Am Nachmittag haben wir uns noch ein wenig in der naeheren Umgebung umgesehen und gleich neben der Marina einen schoenen Strand entdeckt, an dem ich Abends bei Sonnenuntergang noch spazieren gegangen bin.
Heute frueh sind wir dann mit der Strassenbahn in die Altstadt von Porto gefahren. Porto liegt sehr schoen beiderseits des Flusses Douro am Hang und hat sehr viele alte Gebaeude, die zu einem grossen Teil in einem erschreckend schlechtem Zustand sind. Dazwischen gibt es aber auch viele moderne oder modernisierte Gebaeude. Ueber den Fluss Douro gehen sechs grosse Brücken, die die Stadt beiderseits des Flusses verbinden. Man hat viele gut Aussichtspunkte über die Stadt, was ich sehr schön fand.
In einem Weinkeller haben wir nach einer Führung auch den für Porto beruehmten Portwein probiert. Der war zwar nicht schlecht, uns aber doch etwas zu suess und zu Fischgerichten wuerde ich Weisswein bevorzugen. Der Portwein wurde uns zum Dessert, wie Eis Pudding oder dunkler Schokolade empfohlen. Eine Flasche Portwein sollte in dem Weinkeller zwischen 20,- und 235,- Euro kosten.
Am Abend sind wir dann wieder mit der Strassenbahn zurueck zum Hafen gefahren. In der Strassenbahn wurden wir dann von Fahrscheinkontrolleuren kontrolliet und beim Schwarzfahren erwischt, weil wir nicht für jeden ein eigenes Ticket gekauft haben. Jan und Juergens Personalien wurden aufgenommen. Wir nehemn das mal auf die leichte Schulter, wer soll die Strafe in Deutschland schon eintreiben?! Ist ja keiner von uns anzutreffen - in den naechsten drei Jahren.
Vila do Conde
Jürgen
10/08/12, Portugal
Kurz vor Porto haben wir uns entschlossen einen Ankerplatz fuer die Nacht zu suchen. Wir wollten nicht bei Nebel und Dunkelheit in den grossen Hafen einlaufen. Da kein Wind wehte war es kein Problem direkt vor der Leekueste zu ankern. Damit uns kleine Fischerboote rechtzeitig sehen konnten haben wir unsere Deckslampe brennen lassen.
Heute Nacht hat sich noch unsere Backbord-Positionlaterne verabschiedet. Zuerst dachten wir die Birne waere durchgebrannt, aber so einfach war es dann doch nicht. Irgendwie kommt nur wenig Spannung bei der Lampe an. Wir müssen im Hafen mal suchen was das Problem ist. Als Ersatz haben wir ja noch unsere Dreifarbenlampe auf dem Mast. Nur ob man die bei Nebel auch sehen kann?
Nachdem es in der Nacht aufgeklart hatte, herrscht jetzt wieder dichter Nebel mit Sichtweiten von vielleicht einer Bootslaenge. Wir fahren langsam und mit staendigen Schallsignalen wieder hinaus auf Meer. Bis Porto sind es noch ca. 12 Seemaeilen. Wir haben die Hoffnung, dass der Nebel sich bis dahin aufloest, denn ab Mittag soll es wieder etwas Wind geben.
Ansonsten sind wir alle etwas muede. Durch die leichte Duenung hat das Boot unangenehm geschaukelt und keiner von uns hat wirklich gut geschlafen. Wir freuen uns jetzt auf Porto und ein gutes Glas Portwein.
Baiona nach Porto
Jürgen
09/08/12, Nordspanien
Seit gestern Abend liegen wir im Nebel. Die Sichtweite betraegt manchmal nicht mehr als 50 Meter. Gabi und Jan haben das Hand-GPS mitgenommen als sie mit dem Dingi zum Einkaufen gefahren sind, damit sie das Boot auf dem Rueckweg auch wiederfinden. Heute Morgen lichtet sich der Nebel erst jetzt langsam, deswegen ist es auch nichts mit dem fruehen Aufbruch geworden.
Gegen 10:30 Uhr sind wir unter Motor losgefahren. Der Nebel ist immer noch sehr dicht. Man kann 30 bis 50 Meter weit sehen. Gabi und Jan sitzen im Cockpit und gehen Ausguck, ich sitze am Radar. Zusaetzlich geben wir mit dem Nebelhorn regelmaessig Schallsignale. So eine dicke Suppe haben wir bisher noch nicht gehabt. Wir steuern raus aufs Meer, weil wir hoffen, dass dort kein oder nur geringer Nebel ist.
Baiona
Jürgen
08/08/12, Nordspanien
Nach einem kurze Toern sind wir gestern gegen 17:00 Uhr in Baiona angekommen. Wie wir mittlerweile gelernt haben, war das der erste spanische Hafen den Christoph Kolumbus nach seiner Entdeckung Amerikas angelaufen hat.
Gestern Abend sind wir noch vom spanischen Zoll kontrolliert worden. Bis auf unsere und die Papiere des Bootes wollten sie nichts weiter sehen. Einer der Zoellner sprach relativ gut deutsch und es stellte sich heraus, dass er laengere zeit in Hamburg gelebt hat. Die Welt ist halt klein auch wenn wir 6 Wochen gebraucht haben um hierher zu kommen.
Wir haben die Nacht im Hafen verbracht und unsere Batterien und Wasservorraete aufgefüllt. Bei einer gruendlichen Ueberpruefung des Riggs haben wir festgestellt, dass das Kutterstag sich in seiner Halterung im Mast verdreht hatte. Also haben wir das Focksegel abgeschlagen, das Stag gelockert und wieder in die ichtige Position gebracht. Nachdem wir alles anschliessend zusamengebaut hatten war der Vormittag schon wieder rum.
Wir haben jetzt in die kleine Bucht oestlich vom Hafen verholt und liegen wieder vor Anker, die Liegegebuehr im Hafen ist uns einfach zu teuer. Ein Tag im Hafen kosten fast 50,- Euro.
Es ist richtig warm geworden, von See her ziehen dichte Nebelfelder in die Bucht, so dass das gegenüber liegende Ufer manchmal nicht mehr zu sehen ist. Gabi und Jan sind gerade ins Wasser gesprungen, aber im Vergelich zur Luft ist es im Wasser mit knapp 18 Grad noch ziemlich kalt. Sobald es wieder etwas abkuehlt werden wir noch ein paar Lebenmittel und Getraenke einaufen. Morgen wollen wir früh nach Porto aufbrechen. Bis dahin sind es etwa 80 Seemeilen und wir wollen morgen Abend nach Moeglichkeit dort ankommen.
Baiona, letzter Hafen in Nordspanien
Jürgen
07/08/12, Nordspanien
Wir sind auf dem Weg nach Baiona, Das ist ein kleiner Ort am suedlichen Eingang der Ria de Vigo. Baiona wird der Letzte Hafen sein, den wir in Nordspanien anlaufen. Wir werden hier unsere Wasservorraete ergaenzen, einkaufen und andere Kleinigkeiten erledigen. Die naechtse Station wird dann Porto sein.
Nordspanien hat uns sehr gut gefallen. Hier ist ein tolles Segelrevier, wir wundern uns, dass es so wenig Beachtung bekommt. Die Kueste ist aehnlich zerklueftet wie in Schweden oder Norwegen und die Berge sind teilweise um 500 Meter hoch. Der Kueste sind oftmals kleine Inseln vorgelagert, die alle zu einem groeßeren Naturschutzgebiet gehoeren. Mit einem Permit darf man die Inseln anlaufen, dort ankern und auch tauchen. Das Wasser ist sehr klar und es gibt viele Fische und Delphine. Sobald wir in etwas groesserer Entfernung zur Kueste gesegelt haben, haben wir eigentlich immer eine groessere Anzahl von Delphinen getroffen. In der Regel kamen diese dann zum Boot und haben uns eine laengere Zeit begleitet.
In den Ria's, so heissen die Fjorde hier, gibt es immer Buchten in denen man vor Anker liegen kann. In der Naehe von Ortschaften findet man auch immer wieder Marinas, falls man mal im Hafen liegen moechte. In vielen Buchten sind tolle, weisse Sandstraende die zum Baden einladen, wenn denn das Wasser etwas waermer waere. Im Moment betraegt die Wasserthemperatur um 18 Grad, es war aber auch schon eine laengere Zeit lang nur 15 Grad warm.
Die vegangene Nacht haben wir vor einem sehr belebten Strand bei der Stadt Sanxenxo geankert. Abends sind wir mit dem Dingi an Land gefahren und haben uns in eine Bar gesetzt. Anscheinend machen hier viele Spanier Urlaub, jedenfalls war es sehr voll. Touristen aus anderen Laendern haben wir nicht gesehen. Auch trifft man nur vereinzelt mal auf auslaendische Segelyachten.