Hundewache
Jürgen
18/08/12, Portugal
Wir treiben auf dem offenen Meer.
Nach unserem Aufbruch aus Nazare mussten wir noch bis 13:00 Uhr motoren, bis dann puenktlich zur Mittagszeit der erhoffte Seewind einsetzte und wir die Segel setzen konnten. Um 20:00 Uhr, als die Sonne anfing unterzugehen, war es mit dem Wind dann vorbei. Wir haben die Segel geborgen und treiben seitdem mit einer leichten Stroemung unserem Ziel Lissabon entgegen.
Ich habe jetzt Wache und muss aufpassen, dass ich nicht einschlafe. Diese Wachen nach Mitternacht sind die anstrengensten, weil man um diese Zeit sehr muede ist. Am schlimmsten wird es mit der Muedigkeit kurz bevor die Sonne aufgeht. Ich werde mich mit Kaffee und Tee versuchen wach zu halten. Um 05:00 Uhr werde ich dann von Gabi abgeloest.
Draussen ist ein diffuses Licht. Der Mond ist hinter Wolken verborgen und es sind nur wenige Sterne zu sehen. Am Horizont ist die Kueste zu sehen und das Lcht der Staedte erleuchtet den Himmel. Wahrscheinlich ist es über dem Land ziemlich dunstig.
Bis nach Lissabon sind es fast noch 40 Meilen. Wahrscheinlich werden wir bis mittags wieder motoren und dann den Rest der Strecke segeln koennen.
Nach Lissabon
Jürgen
18/08/12, Portugal
Der Ruhetag ist uns gut bekommen. Heue Morgen sind wir gut ausgeruht nach Lissabon aufgebrochen. Es weht wieder mal kein Wind aber wir hoffen ab mittags auf Seewind. Der englische Hafenmeister hat uns noch ein paar Tips fuer die schnellste Route nach Lissabon gegeben. Im Moment motoren wir mit der Stroemung nach Sueden, die uns mt ca, 1,5 Knoten anschiebt. Die Fahrt durchs Wasser betraegt ca. 4,8 Knoten, die Fahrt ueber rund Grund allerdings 6,2 Knoten.
Die Fahrt durchs Wasser messen wir mit unserer Logge, ein kleines Raedchen am Rumpf des Bootes, das durch das vorbeistroemende Waser gedreht wird. Diese Messmethode kann aber eine Stroemung des Wassers nicht messen und gibt deshalb nicht die tatsaechliche Geschwindigkeit wieder. Genauer misst man mit dem GPS, das die Fahrt ueber Grund angibt. Weil uns die Stroemung im Momnt von hinten anschiebt, ist die Fahrt ueber Grund um die Geschwindigkeit der Stroemung schneller als die durchs Wasser.
Ansonsten hat der Wetterbericht fuer heute noch Regen und Gewitter angesagt. Zur Zeit ist der Himmel auch bedeckt, es koennte also sein dass wir von oben noch nass werden.
Wir wuenschen allen die morgen bei den CyClassics mitfahren viel Spass und Erfolg. Bringt das Rennen ohne Stürze oder Verletzungen hinter Euch. Alle anderen die bei den CyClassics zusehen, bitten wir das Team von 6PAC fuer uns mit anzufeuern.
Nazare
Gabi
17/08/12, Porugal
Wir haben heute im Hafen von Nazare übernachtet. Direkt am Hafen konnten wir am Morgen frische Brötchen kaufen. So gefällt es uns. Dann haben wir beschlossen heute einen Erholungstag einzuglegen. Wir sind nicht gesegelt, mussten kein Brot backen und auch nicht einkaufen. Selbst am Boot gab es nichts zu reparieren. So haben wir unsere Badesachen gepackt und sind zum Strand von Nazare gelaufen. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne gab ihr Bestes. Leider konnten wir nur sonnenbaden, da die Brandung am Strand zu stark war, um in das 22 Grad warme Wasser zu gehen. Wegen eines Canyon soll das Baden hier auch gefährlich sein. Es war trotzdem schön. Am Abend kamen die Mücken zu uns aufs Boot und wir haben schnell unsere Moskitonetze angebracht, die Anke für uns genäht hat. Dafür hier nochmals danke Anke.
Figueira
Jürgen
16/08/12, Portugal
Gegen 17:00 Uhr Ortszeit haben wir gestern in der Marina von Figueira festgemacht. Wir mussten die gesamte Strecke bis dahin motoren, es war einfach zu wenig Wind. Der Ort und die Marina sind ohne Hoehepunkte, so dass wir heute Morgen nach Nazare aufgebrochen sind. Die Wetterberiche für die kommenden Tage sagen weiterhin Flaute fuer dieses Seegebiet voraus. Weiter im Sueden soll es dann aber noerdliche Winde geben. Wir motoren also heute wieder und gehen davon aus, dass es zumindest bis Nazare dabei bleiben wird.
In Figueira haben wir einen jungen Hamburger getroffen, der den Sommer an der Algarve verbracht hat. Er segelt allein und ist jetzt wieder auf dem Rueckweg nach Hamburg. Aufgrund der schlechten Wetterverhaeltbisse in der Biskaya will er noch einen Mitsegler an Bord nehmen um die gefaehrliche Strecke nicht allein segeln zu muessen. Bereits im Fruehjahr hatte er shlechtes Wetter und hat den Weg von Brest nach Vigo innerhalb von ewas mehr als 2 Tagen zurueck gelegt. Dabei sind ihm oefters Wellen ins Cockpit eingestiegen und er hat ueber den Auspuff Wasser in den Motor bekommen. Im Laufe des Sommers ist sein Motor dann von innen verrostet, o dass er den Motor austauschen lassen musste.
Auch bei uns sammelt sich bei Wind und Wellen von achtern viel Wasser im Auspuff, obwohl er von aussen mit einer Klappe verschlossen ist und vor dem Motor noch ein grosser Schwanenhals installiert ist. Wir haben uns vorgenommen das zu beobachten und ggf. den Motor kurz anzulassen um das Wasser aus dem Auspuff zu blasen.
Aveiro nach Figueira
Jürgen
15/08/12, Portugal
Die Entscheidung aufgrund der Wetterberichte im Hafen von Aveiro zu bleiben war richtig. Ab Mittag nahm der Wind immer mehr zu. Abends haben wir dann bis zu 18m/sec, entsprechend 8 Beaufort, gemessen. Bei Wind dieser Staerke werden die meisten Haefen an dieser Kueste geschlossen, da das Einlaufen durch Wellen und Stroemung unmoeglich wird. Bei dem schwedischen Segelboot, dass neben uns ankerte, hat der Anker nicht gehalten. Das Boot wurde im Laufe von 2 Stunden 300 bis 400 Meter durch den Hafen getrieben. Bis sie sich dann einen neuen Ankerplatz, weiter vom Ufer entfernt, gesucht haben.
Gegen Mitternacht gab es dann einen Wolkenbruch und der Wind sprang um 90 Grad nach Westen und wurde danach schwaecher. Jetzt scheint wieder die Sonne und zur Zeit messen wir nur noch 2 Windstaerken. Trotzdem werden wir gleich in Richtung des naechten Hafens, Figueira, aufbrechen. Bis dahin sind es ca. 35 Seemeilen, das sollten wir irgendwie bis heute Abend schaffen.
Aveira
Jürgen
14/08/12, Portugal
Mit einem schoenen konstanten Wind von 4 bis 5 Windstaerken aus suedlichen Richtungen sind wir gestern gemuetlich nach Aveira gesegelt. Zeitweise sind wir parallel zur Kueste gesegelt und haben den viele Kilometer langen Sandstrand bewundert. Den Huegel der Kueste ist jetzt flaches Land mit hellen Sandstraenden und Duenen vorgelagert. Auch das Meer wird mit zunehmender Entfernung zur Kueste nur langsam tiefer und damit wird das Wasser wieder waermer. Wir haben Themperaturen um die 20 Grad gemessen.
Gestern, gegen 20:00 Uhr Ortszeit, sind wir im Hafen von Aveira angekommen und liegen in einem abgeschiedenen aber gut geschuetzten Bereich des Hafens vor Anker.
Eigentlich wollten wir heute direkt weiter segeln aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Fuer heute sind suedwestliche Winde mit bis zu 7 Windstaerken angesegt, es soll regnen und Gewitter geben. Da wir gut in der Zeit liegen, werden wir das schlechte Wetter hier abwarten und wahrscheinlaich morgen nach Figueira segeln. Wir werden den Tag nutzen und unsere Vorraete mit frischen Lebensmitteln ergaenzen und eigentlich muessten wir auch noch ein Brot backen.
Tagestoern nach Aveiro
Jürgen
13/08/12, Portugal
Eben sind wir aus der Marina Atlantico ausgelaufen. Das naechste grosse Ziel ist Lissabon. Bis dahin sind es 5 Tagestoerns mit jeweils 30 bis 40 Seemeilen, wenn man den direkten Weg segeln kann. Heute geht das jedenfalls nicht denn durch die Biskaya soll ein Tiefdruckgebiet ziehen, das uns hier suedwestlichen Wind bringt. Deshalb kreuzen wir zunaechst ein paar Meilen hinaus auf das Meer und versuchen spaeter den direkten Kurs auf Aveiro anzulegen.
Hier auf dem Meer ist es nicht mehr so warm wie an Land. Gestern bei unseren kleinen Wartungsarbeiten sind wir ganz schoen ins Schwitzen gekommen. Heute dagegen mussen wieder lange Hosen und Pullover aus den Schraenken hervorgeholt werden.
Basteltag und neue Bilder
Jan
12/08/12, Leixoes
Heute Morgen waren Jürgen und ich auf der Strandpromenade joggen. Nach sechs Wochen auf dem Boot ohne viel Bewegung hat das gut getan. Man merkt schon, dass die Muskeln in den Beinen etwas abgebaut haben.
Danach haben wir angefangen am Boot zubasteln. Jürgen hat die Positionslaterne repariert und ich habe alle fünf Meter Markierungen auf die Ankerkette gemalt, damit wir besser abschätzen können wie viel Kette wir draußen haben. Außerdem hab ich das Steuerrad geschmiert und Roststellen ausgebessert.
Heute Mittag haben wir eine ausgiebeige Siesta gemacht und uns vom Stadtbummel und der Bastelei erholt.
Heute Abend haben wir bei einem Glas Wein der Bildergalerie 2. Etappe neue Bilder hinzugefügt.
Porto
Gabi
11/08/12, Portugal
Gestern Mittag sind wir im dichten Nebel mit Hilfe unseres Radars und AIS sicher in der Marina Porto Atlantico angekommen. Ich fand die Tour durch den Nebel sehr unangenehm. Das ist nicht mein Ding und ich finde es beaengstigend im Blindflug durch das Wasser zufahren. Aber zum Glueck gibt es ja Radar, AIS, Juergen und Schallsignale, womit man sich den richtigen Weg sucht.
Die Marina hier liegt gleich neben dem Containerterminal und hat schon bessere Tage gesehen. Sie ist nicht besonders erwaehnenswert. Am Nachmittag haben wir uns noch ein wenig in der naeheren Umgebung umgesehen und gleich neben der Marina einen schoenen Strand entdeckt, an dem ich Abends bei Sonnenuntergang noch spazieren gegangen bin.
Heute frueh sind wir dann mit der Strassenbahn in die Altstadt von Porto gefahren. Porto liegt sehr schoen beiderseits des Flusses Douro am Hang und hat sehr viele alte Gebaeude, die zu einem grossen Teil in einem erschreckend schlechtem Zustand sind. Dazwischen gibt es aber auch viele moderne oder modernisierte Gebaeude. Ueber den Fluss Douro gehen sechs grosse Brücken, die die Stadt beiderseits des Flusses verbinden. Man hat viele gut Aussichtspunkte über die Stadt, was ich sehr schön fand.
In einem Weinkeller haben wir nach einer Führung auch den für Porto beruehmten Portwein probiert. Der war zwar nicht schlecht, uns aber doch etwas zu suess und zu Fischgerichten wuerde ich Weisswein bevorzugen. Der Portwein wurde uns zum Dessert, wie Eis Pudding oder dunkler Schokolade empfohlen. Eine Flasche Portwein sollte in dem Weinkeller zwischen 20,- und 235,- Euro kosten.
Am Abend sind wir dann wieder mit der Strassenbahn zurueck zum Hafen gefahren. In der Strassenbahn wurden wir dann von Fahrscheinkontrolleuren kontrolliet und beim Schwarzfahren erwischt, weil wir nicht für jeden ein eigenes Ticket gekauft haben. Jan und Juergens Personalien wurden aufgenommen. Wir nehemn das mal auf die leichte Schulter, wer soll die Strafe in Deutschland schon eintreiben?! Ist ja keiner von uns anzutreffen - in den naechsten drei Jahren.
Vila do Conde
Jürgen
10/08/12, Portugal
Kurz vor Porto haben wir uns entschlossen einen Ankerplatz fuer die Nacht zu suchen. Wir wollten nicht bei Nebel und Dunkelheit in den grossen Hafen einlaufen. Da kein Wind wehte war es kein Problem direkt vor der Leekueste zu ankern. Damit uns kleine Fischerboote rechtzeitig sehen konnten haben wir unsere Deckslampe brennen lassen.
Heute Nacht hat sich noch unsere Backbord-Positionlaterne verabschiedet. Zuerst dachten wir die Birne waere durchgebrannt, aber so einfach war es dann doch nicht. Irgendwie kommt nur wenig Spannung bei der Lampe an. Wir müssen im Hafen mal suchen was das Problem ist. Als Ersatz haben wir ja noch unsere Dreifarbenlampe auf dem Mast. Nur ob man die bei Nebel auch sehen kann?
Nachdem es in der Nacht aufgeklart hatte, herrscht jetzt wieder dichter Nebel mit Sichtweiten von vielleicht einer Bootslaenge. Wir fahren langsam und mit staendigen Schallsignalen wieder hinaus auf Meer. Bis Porto sind es noch ca. 12 Seemaeilen. Wir haben die Hoffnung, dass der Nebel sich bis dahin aufloest, denn ab Mittag soll es wieder etwas Wind geben.
Ansonsten sind wir alle etwas muede. Durch die leichte Duenung hat das Boot unangenehm geschaukelt und keiner von uns hat wirklich gut geschlafen. Wir freuen uns jetzt auf Porto und ein gutes Glas Portwein.