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ARIES DREAM
Family Sailing Didim-Antalya
Rene Hertel
06/30/2012, Antalya Celebi Marina



Family Sailing Didim-Antalya

Am 13.06.2012 startet die ARIES DREAM Einhand von Didim nach Turgutreis. Bei leichtem NW-Wind (5-6 kn) wird zum ersten Mal der neue Genacker angeschlagen und ausgerollt. Da im Top das Kopfprofil am Genua-Topbeschlag ansteht, öffnet sich der Genacker erst vollständig nach leichtem Fieren des Falls. Bei 9 kn scheinbarem Wind erreiche ich SOG 5,6 das ist für unser 19to Schiff recht zufriedenstellend. Ein zweites Boot sieht mein Manöver und versucht es gleichermaßen. Er legt sich auf meine Kiellinie aber der Abstand vergrößert sich binnen weniger Minuten und das erfreut einen alt gedienten Regattasegler nach der Formel: 2 Segelboote = 1 Regatta.
Beim Anlaufen auf die Marina Turgutreis muss ich mit dem Furler etwas spielen, bis sich das Tuch „einigermaßen" gleichmäßig aufrollt. Dieses System sollte mir noch etwas Kopfzerbrechen bereiten. Nachdem die ganze Mimik wieder im Segelsack verstaut ist, stelle ich fest, dass beim Einparken in der Turgutreis D-Marin das Bugstrahlruder nur auf eine Seite reagiert jedoch mit der Marina-Crew geschieht alles Weitere ganz problemlos.
Mein Vorschoter J holt mich mit dem Auto in der Marina ab und wir fahren zu diversen Supermärkten um unseren Proviant, Wasser und Getränke für die kommenden Wochen
aufzufüllen. Nach einer Nacht im Bett zuhause und einige Runden im Swimmingpool holen wir unsere Mitsegler, Schwester und Schwager, vom Flughafen ab und beenden am nächsten Morgen unseren Landaufenthalt mit dem Auslaufen Kurs Süd in Richtung
Kos.
Ohne Klarierung in der Marina segeln wir bis zu den heißen Quellen an der Ostküste der Insel und ankern 100m vor den Quellen, die wir schwimmend erreichen. Mit jedem Schwimmzug wird das Wasser wärmer und in dem Naturstein-Kessel erreich es dann 37-38° was in 15 min Intervallen durch eine Sprung ins Meer unterbrochen wird.
Wieder an Bord hat der /die Vorschoter/in Juanita ein köstliches Frühstück vorbereitet
und soll uns für den kommenden Segeltag stärken. Bei Winden bis 20kn erreichen wir
über Knidos die insel Symi, wo wir in der Kloster-Bucht Panormitis einen ruhigen Ankerplatz finden.
Hier wird erstmals unser neuer MAGMA Gas Grill eingeweiht und getestet. In Verbindung mit der senkrechten Bimini Stütze und der damit verbundenen variablen
Arbeits und Verstau - Möglichkeit ist diese Anschaffung eine ideale Koch- und Grill- Alternative.
Der nächste Tag führt uns zur autofreien Bucht Bozuk Kale die von einer Burgruine auf der Westhuk bewacht wird. Innerhalb der Bucht im nördlichen Scheitel ist sicheres Festmachen am Steg von Alex vor dem Loryma Restaurant gewährleistet.
Alex (richtiger Name BEKIR, GSM 0533 343 42 64 ) kenne ich aus der Zeit, als er mit 15 Jahren auf einem wackeligen, zusammengeflicktem Ruderboot in der Nachbarbucht Serce Liman den Seglern die Landleinen abnahm und sicher an den Felsen vertäute. Danach kam er zum Schiff zurückgerudert und pries in 6 Sprachen seine wenigen Habseligkeiten wie Honig, Feigen, manchmal Obst und Fisch oder diverse Handarbeiten an. Man konnte seinem natürlichen Charme nicht widerstehen und oftmals hat er uns mit Einkäufen im Dorf aus der Klemme geholfen oder auch einmal eine Bauchtänzerin mit Musikern für einen prominenten Gast an Bord organisiert. Inzwischen ist er beim Militär gewesen und hat nun mit 27 Jahren sein eigenes Restaurant und Freunde in aller Welt. Mich bezeichnet er als seine deutsche Familie.
Wir hatten ein köstliches Candellight Dinner mit diversen Vorspeisen, Fisch und Lobster satt und Rotwein bis zum Abwinken.

Am nächsten Morgen ein kurzer Motortrip in die Bucht Serce Liman und Ankern mit Landleine (selbst ausgebracht) auf der westlichen Süd-Flanke. Schorcheln und Aufspüren von Amphoren - Resten ist hier angesagt, jedoch nicht anfassen und mitnehmen. Von dieser Bucht stammt der Großteil an geborgenen Artefakten, die heute im Meeresarchiologischen Museum von Bodrum in der Burg St. Peter untergebracht sind.Der Anker hielt jedoch den einfallenden Böen nicht stand und wir verlegten an die NW Seite. Der Erste Abend Mit OK - Spiel war für alle An Bord der krönende Tagesabschluss.
Um 09:30 laufen wir aus dieser malerischen Bucht aus und stehen gegen 13:00 vor der Einfahrt des antiken Hafens von Rhodos. Wild gestikulierend steht ein gelbes T-shirt am
seewärtigen Molenkopf und beim näherkommen sehe ich ein Walkie-Talkie an seinem Shorts-Gürtel. „Marina is closed, Marina full" sind seine unaufhaltsamen Rufe, aber kein UKW-Kontakt zur Marina. Ohh heiteres, armes Griechenland !
Ich möchte mich trotzdem vom Zustand des Hafens überzeugen und sehe, nach dem unter Protest einfahrend, mindestens 4 leere Liegeplätze. ALLE Reserviert !!
Welcome in Hellas.
Um unnötigen Stress meiner Mitsegler zu vermeiden, drehe ich bei und verlasse diesen ungastlichen Ort. Ich nehme Kurs auf den Industriehafen, wo ich in der Vergangenheit, jedoch mit weitaus größeren Schiffseinheiten immer Glück hatte. Jetzt liegen hier auch wieder einige Mega-Yachten aber die Lücken dazwischen würden mir
mit meinem „nur" 5 m breiten Schiffchen durchaus genügen. - Fehlanzeige - alles reserviert. Welcome in Hellas.
Inzwischen bläst es mit kräftigen 22-28kn aus West über die Insel und ein Ankerliegen ist eine ungemütliche Sache, wenn keine Schutzbucht erreichbar ist. Von meinem Freund Udo Hinnerkopf www.insidersegeln.de hatte ich gelesen, dass die seit 10Jahren im Bau befindliche neue Yacht - Marina nun der Fertigstellung entgegeneilt (er vergas jedoch zu bemerken, dass der Begriff „eilt" nicht im griechischen Vokabular enthalten ist). Auf einem riesigen Gelände sind verschiedenste menschenleere Baustellen zu sehen. Eine Baumaschine transportiert gerade schwarze Plastikrohre von A nach B und 5 Menschen sind irgendwo im Schatten auszumachen. Im weitläufigen Hafenbecken sind komplette Schwimmstege mit Pollern und Stromtürmchen montiert - aber Boots - und Menschenleer. (Nur am Rande sei bemerkt, dass die ca. 800 Liegeplätze große D-Marin Didim mit allen technischen und Service -Einrichtungen nach 3 Jahren Bauzeit zum Betrieb freigegeben wurde.)
Am westlichen Molenkopf soll wohl ein Anmeldepunkt installiert werden und hier finden wir einen windgeschützten Liegeort wo wir längsseits festmachen können. Niemand kommt oder schenkt uns besondere Aufmerksamkeit was bedeutet, dass wir diese eine Nacht hier liegen können. Nachdem wir das Boot sicher vertäut, alle Luken gesichert und das Boot verschlossen ist, machen wir uns auf den Weg in die malerische Altstadt.
Das mit - geschobene Klapprad bringt mich schnell zum Hafenamt, wo ich einklarieren kann. Die Crew sitzt inzwischen auf dem Restaurantbalkon einer Giros-Bude und ergötzt sich am Anblik der Touristenströme , die unter ihnen vorbeiziehen. Die trotzdem spürbare mittelalterliche Atmosphäre nimmt uns jedoch erst in den versteckten Gassen
ohne Souvenirläden in ihren Bann und wir finden die versteckten Hinweise auf die Schicksal trächtigen Momente der Vergangenheit. Hier das Türkenviertel, dort die Judenstrasse. Das spanische Haus von der Königin Sophia 2002 besucht oder den alten Glockenturm mit Blick über die Dächer von Rhodos. Wie schnell verlosch die Macht der Tempelritter unter den Belagerungen der Osmanen. Nach vielen Kreuz - und Querwegen finden wir wieder den Weg aus den riesigen Wall Anlagen und gehen wieder

nach Justierung des inneren Kompasses in Richtung neue Marina. Hier angekommen ist das Maschendraht-Tor mit einem riesigen Vorhängeschloss unüberwindlich geschlossen, aber direkt neben dem Tor ist der Bauzaun mannshoch und breit geöffnet
und wir können hindurchschlüpfen. Zurück am Schiff ist alles unberührt und unversehrt.
Da das Licht für brauchbare Fotos auch nicht mehr besser zu werden scheint , mache ich mit dem Klapprad eine Fotorunde um das Hafenbecken und finde dabei auch noch eine intakte Wasserleitung. Leider ist unser Liegeplatz zu weit entfernt, sollte aber trotzdem Beachtung finden. Nach einer weiteren Stunde kommt ein schwarz gekleideter
Mensch zielgerichtet zum Schiff und meint, wir dürfen nicht in der Marina liegen. Meinen Einwand, dass wir ja VOR der Marina liegen macht ihn etwas unsicher und er sagt, dass wir am nächsten morgen gehen müssten. Das genügt uns : Welcome in Hellas.
Am nächsten Morgen 19.06.2012 nach Fahrrad - Check-out und frischen Brötchen laufen wir aus in Richtung Göcek wo wir nach 6 Segelstunden im Archipel in der Kapi Koyu Bucht festmachen. In den letzten 4 Jahren hat sich hier einiges verändert. Ein langer Holzsteg am östlichen Ufer ist nun eine beliebte Anlegestelle für Chartersegler geworden, die nach der Bootsübernahme in Göcek hier ihre ersten Anlandungen - begleitet von vielen Augen und noch mehr Stimmen - üben. Ein Internationales Stimmengewirr macht die früher einmal beschauliche Bucht zu einem belebten Großstadtbahnhof.
Am nächsten Morgen, wir wollen noch etwas tanken und Wasser aufnehmen verlegen wir nach Göcek zur Yachtclub Tankstelle im hintersten Buchtwinkel. Da vor und hinter der Anlegestelle Hindernisse bzw. Catamarane liegen, muss ich um längsseits anzulegen bereits 10 m vor der Tankstelle parallel zum stehen kommen. Jetzt hilft mir das festgesetzte Großsegel den leisen Windhauch aus ost zu nutzen um ein Bilderbuchmanöver zu fahren. Alles gelingt ohne laute Stimmen und Schrammen und an Bord ist die Berührung der Fender mit dem Steg nicht spürbar. Ein Lob auch an die Mannschaft für die sorgfältige Leinenarbeit. Getankt 212 Liter Diesel für 810 TL ????
Welcome in Turkiye. Wir wollen raus aus dem Trubel und segeln in langen Kreuzschlägen in Richtung Karakören, zum Ölü Deniz, vorbei an Gemiler Reede wo die
ganze Insel voller antiker Ruinen steht und am Ufer die Reste alter Schiffswerften erkennbar sind. Auch hier ist viel Touristenverkehr mit Banana-Booten und aufdringlichen Eisverkäufern. Also fahren wir zu einem ruhigen Liegeplatz wo wir die Nacht verbringen. (Geheimtip: Paradise Bay)
Da der Wind nicht mitspielen will und ein unangenehmer Schwell aus verschiedenen Richtungen besteht, fahren wir unter Maschine mit 2000 rpM bei 7 kn beide Schleppangeln aus in Erwartung einer weiteren Grill Aktion. Der gesamte Toern
verblieb uns, ohne auch nur einen einzigen Fisch zu fangen oder einen einzigen Delphin gesehen zu haben. Wir sind jedoch mehrfach an großen Schildkröten vorbeigesegelt.
Unser Kurs führt uns vorbei an der malerischen Felsenküste vor dem langen Sandstrand von Patara über Kalkan zur letzten EURO Bastion, dem griechischen Kastelhorizon. Der Wirt des Ufer-Restaurants wikt uns heran und der Anker fällt auf
15m. Kaum festgemacht stehen 4 Gläser gekühlten Weißwein auf einem Tisch im Schatten seiner Weinlaube. „ Kalimera ,das geht auf's Haus" frohlockt er mit der Aussicht auf hungrige und durstige Segler. Was er jedoch nicht weiß, ist die Tatsache, dass unsere beiden Damen ausgefuchste Gourmet-Köche sind, die Ihm genau sagen werden was auf den Tisch kommt. Ganz sicher ist, dass sein 3Kg Zackenbarsch unbestimmten Alters nicht an unserem Tisch sein Dasein beendet. Was er uns servierte, waren fein geschnittene Oktopus -Scheibchen mit klitzekleinen Krabben in Oliven-Knoblauchsud gebraten . Dazu einen staubtrockenen Weißwein - ein Hochgenuss mediterraner Küche.

Nach dem Ausklarieren machen wir uns auf den Weg zwischen Inseln und Klippen zurück in die Türkei, runden Ulu Burnu und sind nach kurzer Motorfahrt in der Einfahrt zur Reede von Kekova. Hier schleichen wir vorbei an der touristenüberfüllten Bucht des antiken Xera wo man schnorchelnd über die alten Fußböden der versunkenen Häuser gleiten kann. Unzählige Amphoren liegen etwas außerhalb fest mit dem Meeresboden verwachsen und können mit Glasboden-Booten besichtigt werden. Wir finden einen Stegplatz in Kale längsseits bei Hassan Roma Restaurant den ich auch von früheren Besuchen gut kenne. Er bietet gute Qualität zu fairen Preisen und der Weg zur Burgruine ist gut erreichbar. Schwägerin und Schwager scheuen keine Mühe und krabbeln bei gut 30°Cel. Die vielen Treppen und Eselspfade hinauf zur Burg. Ich wate auf das kleine Halbinsel Eiland um ein Foto mit dem schwimmenden Sarkophagen zu machen aber da kommen mir 2 sehr fotogene Enten vor die Linse. Nach dem Ausgezeichneten Fisch - Dinner bei Hassan mache ich noch eine Nachtaufnahme mit kaputtem Stativ von der beleuchteten Burg.
Am nächsten Morgen verlegen wir uns in die Lagune hinein und ankern direkt vor den steinernen Sarkophagen, die hier aus einem Stück aus den Felsen gehauen wurden.
Der Abend wird mit der köstlichen Fischsuppe von Hassan in Kaleücagiz abgerundet.
Mit Großsegel und Genua und wenigen Kreuzschlägen verlassen wir Kekova Reede
am nächsten Morgen in Richtung Antalya, vorbei an Finike in den Cavuz Liman wo wir vor Anker die Nacht verbringen.
Weiter geht es am nächsten Morgen mit Motorfahrt wo wir vor Olympos den Anker fallen lassen. Ein ausgedehnter Besuch der Ruinen ist angesagt. Da das Schiff nicht unbemannt vor Anker liegen darf, bleiben Skipper und Skipperin an Bord und der Rest der Familie wird „ausgebootet". Ein Charter-Gulet Kapitän kommt schwimmend zu unserem Schiff und bittet um einen Fähr-Dienst seiner Gäste vom Land zurück auf das Schiff. Mit 8 Personen auf unserem 3,20m Rib sind wir an der Grenze der Zuladung angelangt und sicher gelangen 8 russische Touristen wieder an Bord. Zum Dank reicht mir der Skipper eine Flasche gekühlten türkischen Weißwein bester Qualität. Nach 4 Stunden stehen unsere Hobby-Archeologen strahlend vor Begeisterung, schwitzend vor Hitze und müde winkend am Strand. Was sie gesehen und erlebt hatten, kam in einem nimmer endenden Redeschwall aus ihnen heraus. Die Nacht verbringen wir in der Südbucht von Phaselis, die wir gegen 18:30 erreichen.
Wir ankern am Fuße des Lykischen Olymps und sind bis 9:00 nahezu alleine. Roma und Klaus werden zur Besichtigung der antiken Stadt ausgebootet aber bereits auf der Rückfahrt zum Schiff nähern sich die ersten Touristen-Gulets. Nach einer Stunde zähle ich 20 abenteuerlich dekorierte Touristenschiffe die mit voller Lautstärke ihre Beats über die Bucht blasen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen und manchmal fallen die Touristen fast auf unser Schiff, wenn sie mit rauschender Bugwelle musikuntermalt an uns vorbeidampfen.
Für uns hat der Spuk um 14:00 sein Ende, weil wir noch in der Kemer Marina einklarieren wollen. Unterwegs wollen wir noch einmal den Genacker setzen aber das gelingt nicht mehr. Der topseitige Beschlag verhindert das Ausrollen und nur die untere Hälfte öffnet sich. Nach mehreren Versuchen geben wir auf, denn inzwischen spüren wir auch die Waschküchen-Hitze von Antalya. In Kemer angekommen weisen uns die Marinos einen Platz zu, der nur mit Bugstrahlruder - Unterstützung alleine anfahrbar ist.
Diesen Umstand haben die Jungs aber schnell erkannt und so bugsieren sie mich mit 2 Dingis in die Parklücke. Leinen Fest, Strom und Wasser installiert und ab zum Einklarieren. Vor etlichen Jahren war der Ort noch ein internationaler Treffpunkt. Heute ist Kemer fest in russischer Hand. Selbst der Bankomat hat nur noch eine türkische und eine russische Plattform im Programm. Im eleganten Restaurant ISOLA ALBA direkt neben der Marina wollen wir am nächsten Morgen frühstücken. Nach positiver Beantwortung, ob dies möglich sei, nehmen wir in dem leeren vollklimatisierten Gastraum platz und sogleich werden die riesigen Weinkelche mit kaltem Wasser gefüllt. Die ledergebundenen Speisekarten schweben herbei und das freundlich - unverbindliche Lächeln des Kellners wirkt professionell. Wir bestellen quer über die internationalen Frühstücksvarianten, Egg Benedict, Cappucino und Latte Macciato. Letzteres kommt nach 20 Minuten, jedoch kein Brot, keine Olive, kein Obst - nichts. Die Kellner laufen verlegen treppauf, treppab, manchmal mit, manchmal ohne ledergebundene Speisekarte. Schließlich können wir einige Wortfetzen hören die sie wechseln und - es sind russische Gastarbeiter. Nach etwa einer Stunde macht sich unter uns eine spürbare Unruhe bemerkbar und Juanita
steht auf, schaut in den unteren leeren Gastraum deutet mit unmissverständlichen Handzeichen auf unsere Geduldsprobe hin und bemerkt in türkisch : hadi-hadi cabuk -cabuk. (das kennt Sie noch von den Bauarbeitern in unserem Haus bei Bodrum). Der Kellner kommt wieder einmal und bringt verbissen ein „sorry fife minits" zwischen den Lippen hervor. Die Qualität des Gebotenen ist dann aber ausgezeichnet und nur das Egg Benedict hat nur den Namen verdient weil es eben 2 pochierte Eier mit 2 Salatblättern waren. Auf den letzten Meilen vor unserem Zielhafen, der Celebi Marina von Antalya sehen wir noch einmal Schildkröten und fahren dann zwischen auf Reede
liegenden Tankern in die Marina. Ein umfangreiches Prozedere mit vielen Papieren und Unterschriften zeugt einmal mehr von der übereifrigen türkischen Büroktratie aber die Marina ist sauber mit klinisch reinen Toiletten und Duschen. Das Restaurant ist nicht schlecht, kann aber mit Lage, Qualität und Preisen nicht mit Bodrum mithalten. Für Segler aus dem Bodrumer Revier macht es nach meiner Ansicht keinen Sinn, nach Antalya zu segeln, Klima und Preise machen den Blick in die malerische Altstadt und den Hafen nicht wett. Besser ist ein Mietwagen-Ausflug in die Berge hinter Kemer mit
einem Abstecher nach Antalya.

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back to Sea
Rene Hertel
06/22/2012, D-Marin Didim

Ready for summer-sailing

Nach 6 Wochen (geplant 4) sind wir wieder zurück im Element Wasser. Die vergangenen Wochen waren in erster Linie ausgefüllt durch Warten. Warten auf
die Mitarbeiter der verschiedenen Service - Betriebe, die gerade in dieser Zeit ihre absolute Hochsaison haben. Aber wie geplant wurden alle Kielmuttern und Unterlegscheiben getauscht, da teilweise stark korrodiert und alle Seeventile ausgewechselt. Obwohl schon vor 4 Monaten beauftragt, hat es der Servicebetrieb versäumt die Bestellung für die Bronze Ventile zu versenden und die Folge war, dass nun wieder Edelstahl Ventile eingebaut wurden. Zum äußerlichen Schutz jedoch mit einem hochwirksamen antikorrosiv - Spray behandelt. Für den im Bugraum eingebauten Watermaker wurde eine über der Wasserlinie befindliche Entwässerungsbohrung angebracht und die nicht mehr benötigten Unterwasseröffnungen ausgebaut und durch eine mehrfache Glasfaser - Komposit - Beschichtung fachgerecht versiegelt. Sowohl der Kiel als auch das Spatenruder wurde überholt und schadhafte Stellen mit EPOXY repariert. Die ebenfalls bereits im Dezember 2011 bestellten und anbezahlten Segel sollten am 24.04.2012 geliefert werden. Die Lieferfirma Q-Sails (HOOD) aus Izmir hatte zwar aus irgendwelchen nebensächlichen Gründen mehrfach in den Monaten davor angerufen, jedoch niemals auf einen möglichen Lieferverzug hingewiesen. Die unvollständige Lieferung Groß und Genua erfolgte genau 1 Monat später am 24.05.2012. Wir warten noch immer auf unseren neuen furling Genacker mit LOGO Aufdruck 5x5m. Die Segel mit Hydranet Radial-Cut wurden bei einem ersten Testschlag bereits positiv bewertet.
Nachdem im Wasser, musste die Klimaanlage ihren ersten Testlauf ebenfalls über sich ergehen lassen. Es kommt nach ca. 3-4Minuten so kalte Luft aus dem Gebläserohr, dass man sich nicht länger als eine Minute davor aufhalten kann. Die Kabine wird bei offenen Türen und geschlossenem Niedergang in 9 Minuten von 26° auf 22°C heruntergekühlt. Das entspricht unseren Wünschen zur Vorbereitung einer gekühlten Schlafkabine. Da alle Innenleuchten auf LED umgerüstet wurden, war der Kombüsenbereich etwas zu düster. Also wurde unter die Hängeschränke und an die Deckenleiste noch 3 LED - Lichterketten unsichtbar befestigt. Jetzt strahlt auch die
Galley fast wie im Sonnenlicht. Die Gangway wurde nun auch mit einem selbst-designten Beschlag umgerüstet und lässt sich kinderleicht montieren und zum Segeln an der festen Reling - Verlängerung verstauen. Und nun unser Komfort Wunder: Unter dem Reißverschluss der Bimini - Technik ist unsere Hängematte eingebaut und läst sich in sekundenschnelle nutzen oder versorgen. Unser Freund Nico hat dann noch geholfen, die Morse - Schaltung durch ein identisches Neuteil zu ersetzen. Diese Arbeit bedarf einer besonderen Umsicht, damit die Bowdenzüge nicht verbogen oder beschädigt werden. Den Abschluss der Arbeiten zum Saisonstart ist nun der Anbau unseres Magma - Gasgrill´s den Juanita beigesteuert hat. Er wird von einer gesonderten Gasflasche aus dem Gasschap mit einer abnehmbaren Zuleitung gespeist und kann während des Segelns so weit aus dem Arbeitsbereich geschwenkt werden, dass er keinen gesonderten Stauraum benötigt.
Wir freuen uns schon auf unseren ersten fangfrischen Grillerfolg (oder das Steak aus dem Supermarkt).

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Wintering in Didim
Rene
04/07/2012, D-Marin Didim

Wintering in Didim.
Bevor mit den Arbeiten an Bord begonnen wurde, haben wir gegenüber unserem Liegeplatz einen Depot-Raum von der Marina angemietet. Dieser wurde mit einem System-Stahlregal ausgebaut um genügend Stauraum für alles im Boot befindliche Gut, Polster und Matratzen, Werkzeuge, Farben und Lacke, Kleber und Sikaflex, Kücheneinrichtungen, Festmacher, Fallen und Schoten etc. zu stauen.
Danach wurden Türen und Schrankrückwände abgebaut und ebenfalls im Depot untergebracht. Von zuhause kam dann noch ein Werkzeugwagen auf
Rädern und eine Schreinerwerkbank dazu. Fertig war unsere Refit - Werkstatt.
Nun wurde die bestellte Tiefkühlanlage, bestehend aus Kompressoreinheit und Kältespeicher eingebaut. Die Verlegung des Kälterohres hinter den Kabinenwänden war etwas problematisch aber schlussendlich war nach einem vollen Arbeitstag die Tiefkühleinheit mit Funktionstest eingebaut. Der Kabelplan von der Werft in Frankreich war sehr hilfreich bei der Belegung der richtigen Schaltkreise.
Nun sollte der Mast abgebaut und zur Fa. Yachtworks zur Überholung und Fixierung der verschiedenen Kabel im Mast verbracht werden. Die Terminals mit den Wantenspannern waren wohl in den vergangenen 10 Jahren niemals geöffnet und evtl. gefettet worden, so dass sie sich nur mit allergrößter Anstrengung und Verlängerung der Schlüsselhebel lösen ließen. Diese Arbeiten haben wohl mehr als 4 Stunden in Anspruch genommen aber mit 5 Mann und einem Autokran war es
geschafft und wir konnten das Schiff wieder an den Wasserliegeplatz verbringen.
Im Depot waren inzwischen 3 Große Kartons mit der Klimaanlage eingetroffen und haben viel Arbeitsfläche beansprucht. Also mussten diese erst entleert, und die Anlage auf das Schiff verbracht werden. Da auch hier wenig Raum für eine längere Lagerung vorhanden war, wurde nun der richtige Einbauort für die Anlage festgelegt.
Wenn man die Anlage nicht in einer Kabine unterbringen wollte oder konnte, blieb nur eine einzige Möglichkeit, sie hinter dem Salon-Kleiderschrank über dem Wasserboiler einzubauen. Dabei sollte die Fundament - Kondenswasser - Auffangwanne über der Wasserlinie des Bootes, die Drainagerohre ohne starke Winkel in den Bilgensumpf, und der Kühlwasser - Ein- und Auslauf nach Anweisung montiert sein.
All dies wurde mit einer großen Portion Hirnschmalz und Alternativlösungen schlussendlich festgelegt und eingebaut.
Nun hatten wir immer ein wenig Platzprobleme, wenn mehr als 3 Personen am Salontisch sitzen wollten. Also wurde die erste Idee eine freistehende Sitzbank Mittschiffs zu montieren wegen dem Verlust der großzügigen Salondarstellung verworfen. Die alternative Idee war jetzt, eine Verlängerung der achterlichen Sitzfläche zu schaffen. Das Angebot eines Schreiners in der Marina war jenseits von Gut und Böse und so musste die eigene Handwerkerleistung eingesetzt werden. Furnierte Holzplatten wurden bestellt und mit vorhandenen Profilen verleimt, angepasst und montiert und unterscheiden sich kaum von der werftseitigen Konstruktion. Da der in Kroatien eingebaute Generator recht laut ist, haben wir uns entschlossen, den heckseitigen Raum für Ruderquadranten, Autopiloten etc. mit einem Schallschutz - Belag auszukleiden. Dies soll jetzt von einem kleinen fähigen Menschen erledigt werden. Am 02.04.fuhren wir in die Box um das Schiff aus dem Wasser an Land zu verbringen. Die Mannschaft der Marina erledigte diese Aufgabe in gewohnt professioneller Weise und nachdem mit dem Hochdruckreiniger alle Bewuchsstellen gereinigt waren, wurde das Schiff mit 10 Lagerböcken lotrecht direkt vor dem technischen Büro der Fa Yachtworks abgestellt. Nun war es mit dem Übernachten an Bord vorbei und wir sind in das Club-Hotel der Marina umgezogen. Im Zimmerpreis ist das Frühstück, Nutzung der Sauna und Gym mit Pool enthalten wodurch der weitere Verbleib in der Marina angenehm ausfallen soll. Jetzt sollen alle Arbeiten am Unterwasserschiff und die Bohrungen für das Airco - Kühlwasser und
die Seewasser-Entsalzungsanlage fachgerecht ausgeführt und die Seeventile eingebaut werden. Bei der Überprüfung aller übrigen Seeventile wurden Korrosionsspuren festgestellt und entschieden, alle durch neue Bronce - Ventile zu ersetzen. Parallel zu diesen Arbeiten wurde eine neue Sprayhood bestellt und gleich mit einem Anschlussteil an das vorhandene Bimini - Verdeck zu einem kompletten Plichtzelt erweitert. Diese Aufgabe hat die türkische Fa. Royal-Marine aus Didim sorgfältig in bester Qualität zufriedenstellend gelöst. Am 28.04. soll das Schiff seeklar mit neuem Antifouling Anstrich und poliertem Rumpf eingewassert werden.


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von Göcek zurück nach Didim
Rene
11/22/2011, D-Marin Didim

Nach mehreren Tagen Regen und Kälte in der Bucht von Göcek haben wir am 14.11.2011 um 0700 die Anker gelichtet und sind unter Maschine bei null Wind
auf den Rückkurs nach Didim gestartet. Unsere Planung sah vor, den NNW Wind unter Wellen-Landschutz mit Kurs West segelnd zu nutzen und unter Einplanung von 2 Schutzbuchten - bei aufkommendem Sturm - so weit als möglich nach Westen zu segeln. Die Wetterinformationen von Poseidon /Gr. und Windguru sagte uns für max 3 Tage moderates Wetter voraus und wie geplant erwischten wir den NNW - Wind kurz nach der Westhuk zur Einfahrt in den Fethiye Golf. Unter Vollzeug Groß und Genua zogen wir mit bis zu 9 kn mit 90° Windwinkel gen Westen. Unser Freund Nico hatte zur Vorsicht nur die Fock und Großsegel im ersten Reff gesetzt und konnte unseren Speed erst halten, nachdem er von Fock auf Genuasegel gewechselt hat. Danach zog er jedoch mit "fullspeed" an uns vorbei. Genau in der Mitte der Passage zwischen der Insel Rhodos und dem türkischen Marmaris schlief der Wind dann ein und mit unseren 10 Jahre alten Segeln hatten wir keine Chance irgendeinen Liegeplatz zu erreichen. Also hieß es: Tücher bergen und Maschine an. Unser Freund Nico versuchte es noch unter Segel bis wir Ihn wieder überholt hatten, dann startete er auch seinen "Jockel". Ein U-Boot der türkischen Marine schlich unter Land parallel zu unserem Kurs in gleicher Richtung in 2 Seemeilen Entfernung an uns vorbei. Unter Maschine passierten wir die Einfahrt unserer ersten Schutzbucht Serce Liman
und kamen dann vorbei an der zweiten Schutzbucht Panormitis auf der griechischen Insel Symi in der Dämmerung vor den antiken Hafen von Knidos. Inzwischen war es stockdunkel geworden aber mit Radar - Hilfe und Suchscheinwerfer konnten wir bei aufkommenden Fallböen die Einfahrt problemlos passieren. Unser Freund Nico hatte bereits auf der Luv - Seite des Restaurants - Steges festgemacht, nachdem ein Ankerversuch gescheitert war. Am Ende der Leeseite des Jettys lag eine Charteryacht und davor war noch exakt 18m Platz. Mit Scheinwerfern und Taschenlampen versuchten Sie uns an den Liegeplatz zu dirigieren, was aber durch die Blendwirkung eher erschwert wurde. Ich kannte den Steg von Besuchen aus der Vergangenheit und ich wusste, dass die Wassertiefe um 2 m lag (auf der Luv Seite). Da ich gegen den seitlich auf den Rumpf wirkenden Wind anlegen musste, sollten erst mal alle Fender richtig platziert werden. Dazu musste ich zunächst die Schiffsnase im Wind halten um danach mit kontrolliertem Speed knapp an der Charteryacht vorbei an den Steg zu gelangen. Dort angekommen Mittelspring, Bug und Heckleine festmachen, Fender kontrollieren Licht und Maschine aus , raus aus den Mustos und rein in das Knidos Restaurant. Ein Großer Orfos (Zahnbrasse) konnte unseren Mägen nicht widerstehen und schwamm dann auch im obligatorischen Kirmizi Sharap (türkisch Rotwein). Lot Kontrolle 2,15m bei Tiefgang 1,98m.

Am nächsten Morgen weckte uns strahlender Sonnenschein und nach dem Frühstück wurden um 0730 die Leinen losgeworfen. Gleich nach erreichen des Knidos - Kaps setzten wir den Kurs nach Westen fort, da die Welle genau auf unseren Kurs hielt und bei 1,5 - 2m Welle ist ein Vorankommen sehr mühsam. So querten wir die Passage zur Griechischen Insel Kos im rechten Winkel und kamen danach unter Landschutz und Segeln zügig mit bis zu 7kn speed voran. Die Yacht „cést la vie" unseres Freundes Nico wählte die Diretissima und lange sah es aus, als ob er vor uns an der NE Huk von Kos ankommen sollte. Über VHF bekamen wir seinen Speed mit 2-3 kn durchgesagt aber bald zeigte sich, dass wir weit voraus lagen. Als wir dann an der Nordost Huk von Kos ankamen war er ca. 3 nm hinter uns, was er jedoch, da plötzlich der Wind in der Bodrum Strait weg war, unter Maschine sehr schnell wieder eingeholt hatte. Unser Kurs war jetzt ohne weitere Zwischenfälle an den Catal Islands vor Turgutreis vorbei in Richtung Didim einprogrammiert und wir trafen gegen 1530 in der D-Marin in Didim ein. Hier liegt jetzt unser Baby währen den Wintermonaten bis Ende April 2012 und wir werde uns währen dieser Zeit in die Katakomben der Yacht zu einem umfangreichen „refitting" eingraben. Das Schiff soll u.A. neue Segel, eine Tiefkühleinheit, eine Klimaanlage und eine Motorüberholung bekommen. Mehr beim nächsten Blog.

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von Bozburun nach Göcek
Rene
11/10/2011, Bucht von Göcel

Von Bozburun über Zwischenstop in Buzukkale und Marmaris sind wir jetzt in Göcek gelandet. Es musste mal wieder Frischwasser und etwas Diesel getankt werden. In der Einfahrt zur Bucht von Marmaris haben wir unseren Freund Nico erwartet, der mit seiner Yacht "c´est la vie" aus Didim gekommen ist. Er hatte tage zuvor über 60 Fels-Austern geerntet und am Abend ein köstliches Austern-Essen zelebriert. Mit dieser Yacht hatten wir im November 2009 unsere Hochtzeisreise auf der gleichen Strecke gemacht, nur in diesem Jahr wollten wir es auf eigenem Kiel nochmals erleben. Ob wir noch weiter nach SO segeln ist nicht klar, weil die Wettervoraussichten und die täglichen Wolkenbildungen zum Überdenken anregen.

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Hochzeitsreise Wiederholung
Rene
11/06/2011, Didim-Knidos-Bozburun

Mit achterlichem Wind um 18kn sind wir am 04.11.2011 um 12:00 in Didim ausgelaufen und bis zu den Catal Islands vor Turgutreis gesegelt. Ankunft 17:00 vor Anker.
Am 5.11.2011 Start 9:00 über Kos zur Trennlinie Knidos wo die Ostägäis beginnt. Am Restaurantsteg unter Mondlicht 18:05 längsseits festgemacht. Fallboen über Nacht aber ruhig und sicher geschlafen.
Start 09:30 von Knidos Richtung Ost. Nach 2 nM kein Wind. Unter Maschine bis
Ak Burnu danach Segel Vollzeug mit 3-5 kn Fahrt und max. 8 kn Wind bis 14:00 durchgehalten. als dann der Wind nur noch mit 3-5 kn achterlich aufkam - Motor an bis Bozburun. Hier in der Bucht bei 0 Wind vor Anker.

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