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ARIES DREAM
Törn mit der Alexander v. Humboldt 2
Rene
12/14/2012, VIGO , Galizien, ES - Teneriffa/ES

1. Tag an Bord
Nach dem Frühstück im Hotel fragte ich nach, das Zimmer bis zum Nachmittag belegen zu können, was unproblematisch möglich war. Ein erneuter Versuch zur Alex 2 zu gelangen wurde möglich, als ich sah, wie ein Hafenarbeiter durch ein kleines Personen-Drehtor das Gelände verlassen konnte. Dort angekommen meldete ich mich nach betätigen der Sprechtaste an und konnte nach Rückfrage durch das automatisch freigegebene Drehgitter eintreten. Die Alex 2 lag längsseits an der Kaimauer und an der Gangway wurde ich freundlich von 2 weiblichen Leichtmatrosen
Empfangen. Nach Sichtung meines Reisepasses wurde vereinbart, dass ich gegen
15:00 Uhr an Bord kommen kann, da der Kabinenplan noch nicht fertig erstellt war.
An einem anderen Kai in der Nähe lag ein weiterer Großsegler. Die Brigg Roald Amundsen fährt mit Jugendlichen zwischen 16 und 60 Jahren auf den klassischen
Windjammer - Routen wie alle anderen Traditionssegler. Nach einem Besuch beim Real Club Nautico de Vigo und einem Cortado an der Bar schlendere ich durch die Altstadt mit interessanten Gebäuden klassizistischer und Jugendstil - Architektur. Da es Zeit für eine erste Paella ist, führt mich mein innerer Kompass wieder an den Ort der kulinarischen Exzesse in die Calle de Marisquerias. Obwohl grundsätzlich die Paella für 2 Personen angeboten wird, bekomme ich diese Portion für den halben


Preis. Obwohl der Himmel bedeckt ist geht damit für mich die Sonne auf.
Nach dem obligatorischen Glas Vino tinto und einem hausgemachten Flan-Desert
gehe ich um die Häuserzeile herum zurück zum Hotel. Rasch noch den ersten Blog-Teil schreiben, Fotos herunterladen und im Free-WiFi Netz auf meiner Blog-Seite aktivieren. Schon klingelt der Portier, wann ich denn das Zimmer zur Nachreinigung
freigeben kann. 5 Minuten später stehe ich am Empfangtresen, erledige die Bezahlung und lasse ein Taxi rufen. Ein kleiner gelber Hunday und eine große runde
Taxifahrerin steigt aus. Als Sie meinen Gepäckberg sieht, runzelt sie die Stirn und als sie den Kofferraum öffnet verstehe ich auch warum. Ein mittlerer Müllplatz wird erkennbar aber irgendwie schafft sie es, meine Reisetasche unterzubringen. Auf dem Beifahrersitz sieht es nur wenig verändert aus und ich war nahe daran, mein Gepäck wieder auszuladen. Ich denke nur: Augen zu und durch. Die Fahrt an den Zollkai gestaltet sich dann auch noch problematisch, weil meine Chauffeurin diesen Teil der Stadt das erste Mal befährt. Endlich angekommen gehe ich mit dem ersten Gepäckstück an Bord, wo gleich mein Pass eingezogen wird und die Anwesenheitsliste abgehakt ist. Mein 2. Seesack ist etwas größer und ich lasse ihn die steile Niedergangtreppe ins Salondeck hinab gleiten. Kabine 2307 soll nun für die nächsten Tage mein privates Refugium werden weil keine der anderen 3 Kojen belegt sind. Also stehen mir 4 Spinde und das Duschbad ganz alleine zur Verfügung.
Welch ein Luxus, wenn ich bedenke, mit 4 gleichgroßen Segelkameraden hausen zu müssen. Als alles in den Schränken verstaut ist, gehe ich wieder an Deck und stelle mich den Anwesenden vor. Teilweise sind einige bereits mehrere Reisen mit der Alex 1 und 2 gefahren und haben schon ihren festen Platz in der Mannschaft gefunden. Insgesamt sind wir 34 Personen an Bord.
Bereits um 17:00 haben wir von unserem Captain Harald die erste Einweisung und danach die Schiffsbegehung mit allen Sicherheits- relevanten Erklärungen i.S. Feuerschutz und Betriebssicherheit . Ich bin als Trainee in der Großtopwache von 04-08 morgens und abends bei unserem Topsie „Doodle" eingeteilt. Der Tag endet mit dem gemeinsamen Abendessen in der Messe und dann heißt es früh in die Koje, denn von 04 - 06 ist meine erste Gangway-Wache mit Leichtmatrose Daniel.

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Tall Ship Sailing
Rene
11/20/2012, VIGO , Galizien, ES

Die Anreise über Madrid nach Vigo war absolut unproblematisch, weil ich eigentlich mit Flug- Ausfällen wegen der andauernden Streiks in Spanien gerechnet hatte. Mit dem Hotel Bahia de Vigo hat Juanita einen guten griff getan, denn das etwas heruntergekommene 5 Sterne Haus war billig, jedoch die Zimmer waren geräumig , im 8. Stock mit weitem Blick über die Hafenanlage und einer Whirlpool-Badewanne ausgestattet. Als ich mein Gepäck abgestellt hatte, begann ich den Laptop zu installieren und das FREE WiFi zu aktivieren.
Ich drehte den Kopf zur Seite und sah in diesem Moment die ALEXANDER v. Humboldt 2 seitlich vor dem Hotel auf Ihren Liegeplatz einschwenken. Mit deutscher Pünktlichkeit machte mein Zuhause für die kommenden 10 Tage um 18:30 an den Kai Anlagen der Muelle Commercial von Vigo fest.
Ich hatte einen vom TO ausgeschriebenen Lehrgang über LRC und Pactor für diese Zeit belegt der von Dipl.Ing.Wilhelm Alm durchgeführt wurde. Jetzt hielt mich nichts mehr im Hotelzimmer fest und ich fuhr mit dem Fahrstuhl in die Hotellobby und suchte einen Fußweg zur Anlegestelle. Der Zollhafen hatte am Abend jedoch nur eine Einfahrt weit im Norden der Bucht und damit war mein Ehrgeiz recht früh auf die
Notwendigkeit geschrumpft, ein brauchbares Restaurant für das Dinner zu finden. Das gestaltete sich nicht so einfach, weil die Saison für Gäste in der Woche offensichtlich vorbei war und die Wirtschaftskrise der letzten Jahre Ihre Spuren hinterlassen hat. Nach viele Kreuz- und Querstrassen fand ich dann fast unmittelbar hinter dem Hotel in einer Gasse versteckt ein Lokal für SEAFOOD mit dem Namen
Restaurante Marisqueria Bahia. Auf die klassisch einfache spanische Art, wurden hier alle Sorten von Krustentieren und Muscheln aus dem Atlantic angeboten. Dazu gab es Brot und einen Vino tinto de la Casa. Einfach lecker. Obwohl ich fast 20 Jahre kein spanisch mehr gesprochen habe, ist mir dies noch recht gut gelungen und der wirt hat mir auch noch einen guten Klaren auf den Weg eingeschenkt. Der Abschluss
Die Anreise abends fand sein Ende in der Whirlpool-Badewanne.

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4. Etappe Tinos - Santorini-Didim
Rene
09/21/2012, D-Marin Didim

Am Hafenkai ist es uns zu rasselig, deshalb starten wir am nächsten Morgen in Richtung der berühmt - berüchtigten malerischen Insel Mykonos wo wir nach 2 Std. Motorfahrt in der
sogenannten „Mykonos Marina Tourlos Nea Limani" einen Liegeplatz finden. Davor mussten wir jedoch zwischen auf Reede liegenden riesigen Kreuzfahrtschiffen im Slalom
die Einfahrt finden, in der gerade ein 50ft Charter - Catamaran seine ungeschützte Bordwand an der Kaimauer rasierte. Alleine das Geräusch hat unseren Ohren mitfühlende Schmerzen bereitet. Die sogenannte Marina entspricht dem landesüblichen Status. Weder Strom , nur Wasser (2 Std. täglich) sind erhältlich und ganz zu schweigen von ordentlichen sanitären Einrichtungen glänzt die Anlage in Staub und Müll. Dementsprechend sah unser Boot nach vier Tagen Liegezeit auch aus. Die Altstadt hat nichts von ihrer pittoresken Atmosphäre eingebüßt und noch immer drängen sich Hunderttausende täglich bis tief in
die Nacht durch Gassen und unzählige Bars und Restaurants. Zum Abendessen haben wir in einem exklusiven Restaurant „Cuisine Catherin" einen Tisch reserviert und der Wirt kennt mich noch, obwohl mein letzter Besuch über 15Jahre her ist. Das Angebot auf den vielen Tellern ist wieder überwältigend. Vor dem Lokal warten noch viele Gäste auf einen freien Tisch, als wir das Lokal verlassen. Mit einem Suzuki-Jeep kurven wir über die Insel und Manuel entdeckt die Super Paradise Beach wo er den Abend verbringen möchte. Irgendwann kommt er am nächsten Morgen aus seiner Kabine gekrochen und erzählt von der Partynacht „mit allem Drum und Dran" bei der er internationale Freunde gefunden hat.

Da J am 26.08. wieder nach Deutschland geflogen ist, sind wir Vater & Sohn am nächsten
Tag nach Naxos weitergesegelt. Das Schiff sah aus wie ein Beachvolleball-spielfeld. Feinster Sand von der unteren Saling bis in die letzte Ritze der Backskisten. Alles das Ergebnis von 5 Tagen und 4 Nächten in der „Mykonos Marina". Kaum waren wir nach 22 Seemeilen im Hafen von Naxos angekommen wies uns der Hafenmeister einen Platz zu
an dem Strom und Wasser genommen werden konnte. Alle Luken dicht, die Cockpitpolster
an Land zum entstauben und mit dem Hochdruckreiniger vom Bug beginnend wurde das Schiff wieder „Sehtauglich" gemacht.


Am 28.08. sind wir mit den ersten Sonnenstrahlen mit Ziel IOS ausgelaufen. Da aber Manuel unbedingt mehr Zeit auf Santorini verbringen wollte, ließen wir die Insel Ios an Steuerbord mit Kurs auf Thira / Santorini. An der Südspitze von Ios sahen wir über
der Insel Thira eine dicke Wolke, die sich recht schnell in unsere Richtung bewegte und dabei immer tiefer sank. Plötzlich waren wir von dichtem Nebel umhüllt und das Radar war nun in diesem dicht befahrenen Seegebiet unser Auge. Große Kreuzfahrtschiffe kamen aus der nördlichen Einfahrt in die Caldera heraus und Andere wieder hinein. Etwa 2 Seemeilen vor der Einfahrt lichtete sich der Nebel ebenso schnell wie er gekommen war und wir ließen den Anblick der mehrere hundert Meter hohen Lava-Felswände auf uns einwirken. Hier wird dem Menschen bewusst, dass er nie über die Natur siegen wird. Wir fuhren an dem mir von früheren Reisen bekannten Ankerplatz Sa Nicolau vorbei zum „alten Hafen" von Santorini. Dieser weltbekannte Ort verdient in Wirklichkeit nicht den Namen „OldPort" wie in der ganzen Stadt auffindbar. Es ist eher eine Anlegestelle für Shuttle Boote der großen Kreuzfahrtschiffe, die hier ihre Passagiere anlanden und mit Eseln oder dem Cable car
(Gondelseilbahn) die ca. 400m hohe Felswand hinaufbefördern. Die Eselstreppen konnten wir auch bei unserem nächtlichen Abstieg ausgiebig genießen. Jeder Schritt muss peinlichst bedacht sein, sonst steht der Mann wortwörtlich in Eselkacke. In den schmalen Gassen am Grat der Caldera drängen sich Touristen aller Welt um die besten Plätze der Restaurants, Bars und Souvenirläden. Immer wieder fasziniert der Blick in das tiefe Blau der Meerfläche in diesem Vulkankrater mit all den Schiffen und Booten, die u.A. hier für dieses Leben verantwortlich sind. Nach einer Wind-und Wellenreichen Nacht verlegen wir in den Morgenstunden die Yacht nun doch an den nördlich gelegenen Ankerplatz Sa Nicolao und unser Anker fällt und hält. Mit den Heckleinen machen wir an der kleinen Betonpier fest und können sicher das Boot verlassen, da selbst bei starkem Wellengang
Genügend Freiraum zur Pier ist. Mit dem Dingi fahren wir zum Minihafen Ammoudhi an der Nordwestspitze des östlichen Inselteiles müssen jedoch vorher das Beiboot samt Motor hoch auf die Felsen ziehen, weil mannshohe kurze Seen ein weiterfahren für unser 340cm langes Beiboot zu gefährlich sind. Ein abenteuerlicher Pfad entlang der Felsen bringt uns wieder auf kultiviertes Gelände und die Strasse nach Oia. Wir sind hungrig nach Bewegung und entscheiden uns, die Strasse zum Ort zu laufen, was bei über 30°Cel. und genügend Wind die Kehlen rasch austrocknen lässt. Das erste Bier in einem der Panoramarestaurants schmeckt dann besonders gut und lässt die Staub-und Hitzeorgie der letzten Stunde rasch vergessen. Zur Erkundung der Insel brauchen wir einen Mietwagen und der erste Kontakt in einem Tourist-Office ist erfolgreich. Ein himmelblauer Chevrolet -
MATIS (Mini) mit Schiebedach steht uns für die nächsten Tage zur Verfügung und wir machen uns sofort auf den Weg nach Akrotiri. Diese Ausgrabungen bezeugen die vergangenen 3000Jahre der Inselexistenz mit verschütteten Gebäuden, auf denen die nächste Besiedelung aufgebaut und wiederum verschüttet wurden. Berühmte Fresken und Mosaike sind in internationalen Museen zu finden. Der Strand von Akrotiri lockt uns zu einem Imbiss in einem der Strandrestaurants und dabei entdecken wir die vor Anker liegenden Boote im leichten Schwell der Leeseite der Insel. Mit dem Auto direkt erreichbar und sicher können wir hier mehrere Tage liegen. Also setzen wir die Idee gleich um und fahren zurück nach Oia und in den Hafen Ammoudhi. Manuel hilft mir, das Boot wieder zu Wasser zu lassen und fährt mit dem Auto zurück. Ich gehe an Bord und versuche den Anker zu heben. Keine Chance. Alle Versuche mit Lose auf die Kette und langsames Vorwärts-fahren sind erfolglos. Der Anker hat sich festgebissen. Lot: 46m Beim Vorfahren trifft mich wieder eine Heckwelle eines ausfahrenden Schiffes, das Boot senkt und hebt sich, es gibt einen trockenen Knall und mir ist klar: Kettenbruch.
Restliche Kette eingeholt, Position registriert und losgefahren, sind ineinander übergehende Handlungen und rasch lässt die Bordroutine alles Weitere verdrängen. 30 kn Wind pressen ARIES DREAM durch die Caldera auf die südliche Öffnung des Insel -Ringes zu, die in kurzen Manövern erreicht ist und sofort lässt Schwell und Winddruck nach. Mit dem Pflugschar-Notanker und der übrig gebliebenen Kette ist der Ankerplatz Akrotiri über Sandgrund auf 5m Tiefe schnell erreicht und nach schnorchelnder Inspektion gesichert. In der Nähe ankert eine wunderschöne Kutter-Sloop die ich als Oyster 65 einordne und deren Eigner gleichzeitig mit mir per Dingi an dem Restaurant Anleger festmachen. Nach kurzem Hallo lädt er mich ein, gemeinsam an einem Tisch auf Ehefrau und Sohn zu warten. Im Gespräch stellen wir fest, dass seine Yacht aus der Edelschmiede Solaris in Aquileia bei Grado stammt. Vor 10 Jahren lag ich einen Monat zur Reparatur eines Rumpfschadens
in dieser Werft mit einer Trintella 57 aus Aluminium, die bei einem Frühlingssturm in der Türkei stark beschädigt wurde. Wir hatten also sofort viele gemeinsame Themen. Mein Sohn war wohl irgendwo auf der Strecke zwischen Oia und Akrotiri in Thia „hängengelieben" um seinen letzten Urlaubstag ausklingen zu lassen. Als ich am nächsten morgen den Parkplatz mit dem Fernglas absuchte, stieg er gerade aus dem himmelblauen Chevrolet Matis aus und winkte um abgeholt zu werden. Er hat wegen etwas Alkohol im Blut vorgezogen, bei neuen Freunden im Hotel auf der Couch zu pennen.
Gegen 10 Uhr sollten wir am Flughafen sein und somit war unser gemeinsamer letzter Morgen auch nicht von großen Themen gefüllt. Ich wäre noch gerne mit ihm weitergesegelt aber dringende Termine und Dokumente wegen seinem Bafög Antrag riefen ihn nach Hause zurück. Ich spürte auch, dass es ihm leid tat. Pünktlich verabschiedeten wir uns am
Flughafen mit Direktflug nach München. Einige Tage später erfuhr ich, dass er noch über 4 Stunden am Flughafen wegen technischer Probleme ausharren musste.
Die Anker - Story
Nun oblag mir die Aufgabe, meinen wertvollen Inox-Kobra Anker samt Kette wieder ans
Tageslicht zu befördern. Unterwegs fiel mir die Werbung an einer Hausfront des SANTORINI DIVE CENTERS auf und das war unmittelbar nach dem Flughafen mein erstes Ziel. Eine Gruppe junger Männer und Frauen waren gerade damit beschäftigt, sich für den nächsten Tauchgang zu rüsten. Ein Mitarbeiter sprach mich an und ich musste erfahren, dass der Inhaber der Firma noch unterwegs von einer Bootsreparatur war. Kostas ,
ein dunkelblonder Bär von Mann kam mit ölverschmierten Armen aus seinem Auto gekrochen und bekam die ersten Meldungen seiner Mannschaft. Ein kurzer Blick zu mir und das Zeichen „muss noch Hände waschen" genügten um meine nachfolgende Ankerstory einzuleiten. Wir tauschten noch unsere Mobile-Nummern um einen Bergungstermin zu vereinbaren. Am Nachmittag kam die Meldung : „tomorrow 4PM
We pickup you by Boat and go to Ammoudhi"
Am nächsten Tag, pünktlich um 16:00 kam ein 8m Taucherboot längsseits und mit ca.
100m Leine bewaffnet enterte ich den Abholer. Kostas stand am Rohr, nur mit Badehose und T-Shirt bekleidet und bretterte los. Als wir in die Caldera einfuhren, donnerten wir gegen die heranstürmenden Wellen an und im nu waren wir durchnässt. Kostas zog das T-Shirt aus und hielt Kurs auf die Position, die ich Ihm angab. Wie vorausberechnet erreichen wir nach 40 Minuten die vermeintliche Position und nach Fixierung des Bootes an einer großen Boje neben der mein Anker liegen muss, wurden sofort die Tauchgeräte fertiggemacht und die Neoprenanzüge angelegt. Ein Fischer wollte genau gesehen haben, wo der Anker liegt, aber das waren 40m hinter der von mir angegebenen Stelle. Ein mitgebrachter Hebesack sollte den Anker an die Oberfläche liften und mit dieser Bewaffnung stieg Kostas ins Wasser. Er begann die Suche auf ca. 40m Tiefe an der von
dem Fischer angegebenen Position. Nach ca. 15Min kamen dann die meisten Luftblasen aus der von mir bestimmten Position und nach weiteren 6 Minuten kam der Hebesack mit lautem Zischen an die Oberfläche. Daran glänzte mein Kobra Anker voller Unschuld. Als Kostas und sein Begleiter wieder an Bord waren, haben wir zuerst den Anker geborgen und danach versucht, die 46m Kette mit 12mm Gliedmaß aufzuholen. Keine Chance.
Kostas entschied, nach einer Zigarettenpause nochmals mit dem Hebesack die Kettenmitte aufzuholen um dann am durchhängenden Ende die Leine zu fixieren. Somit war das aufzuholende Gewicht jeweils um 50 % reduziert. Nach insgesamt 1,5 Stunden waren Anker und Kette an Bord und wir fuhren nun mit dem Wind zurück zu ARIES DREAM.
Hier warfen wir Anker und Kette mit Sorgleine zu Yacht ins Meer um danach alles mit der Ankerwinch der Yacht zu bergen. Als Anerkennung und Dank habe ich diese Sportkameraden zu einem köstlichen Dinner in der Marina Livadia eingeladen. Wegen einer mangelhaften Vorplanung ist diese Marina nur für Boote geeignet, die sicher ohne
Grundberührung eine Untiefe (versandet ständig) von 1,80m überwinden.
Am Nächsten morgen wurde ich zu einem Höhlen-Tauchgang abgeholt und konnte die Tauchlehrer bei ihrer sorgfältigen Arbeit beobachten. Jede Kleinigkeit wurde mit den Anfängern besprochen und erklärt und in Gruppen zu 4 Tauchern mit Geduld und Ruhe
durchgeführt.
Zurück an Bord begann ich nun, die Ankerkette samt Anker wieder an Deck zu bekommen. Dazu musste ich aber zuerst den Notanker aufholen, abschäkeln und
die beiden Enden an der Bruchstelle wieder zusammenfügen. Dazu hatte ich mir eine exotische Verbindung ausgedacht. Ich hatte tausend Meter Dynema Angelschnur mit 37kg
Tragkraft an Bord. Diese wickelte ich nun im Abstand eines Kettengliedes zwischen die losen Enden und so oft, bis der Durchmesser der Wicklungen dem Durchmesser eines Kettengliedes entsprach. Danach wurden die Wicklungen mit Rundtoerns so fest verschnürt, dass ein relativ festes aber flexibles Dynema - Kettenglied entstand. Hiermit konnte ich mühelos die am Meeresgrund liegende Ankerkette samt Anker aufholen, ein neues Ankermanöver machen und prüfen, ob sich der Anker eingegraben hat.
Vorläufiges Ende der Ankerstory
2 Tage später konnte ich Juanita am Flughafen abholen und 2 weitere schöne Tage
auf Santorini mit Besuch einer Weinkellerei mit Weinmuseum und Sonnenuntergang
mit Bluesmusik und „Sundownder in Oia" verbringen. Am nächsten morgen starten wir zur
25nM entfernten Insel Anafi wo wir vor dem kleinen Fischerhafen einen ruhigen Ankerplatz finden. Die Bordküche zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite und einige Runden OK Spiel machen den Abend komplett. Irgendwann zu später Stunde wird unsere Kabine von einem hellen Lichtkegel getroffen und lässt mich aus der Koje katapultieren. Eine Fähre
der Inselverkehrslinie lässt ihre Anker 100m neben uns in den Grund fallen und macht
parallel zu unserer Ankerrichtung an der Kaimauer fest. Sofort rumpeln einige Fahrzeuge über die Heckklappe und rattern die steile Straße hinauf zum Hauptort. Nachdem die Navigationslichter gelöscht sind ist mir klar, dass hier der Übernachtungsplatz der Fähre ist.
Beruhigt kann ich dann auch wieder einschlafen. Am nächsten Morgen gegen 08:00 Uhr legt die Fähre wieder so unkompliziert ab, wie sie am Vorabend angelegt haben und verschwindet in Richtung Santorini. Gleich darauf ist auch unser Anker wieder an Bord und wir gehen auf Ost-Kurs mit Ziel Astipalaya. Mit Halbwind und vollen Segeln bei 20-23kn Wind ziehen wir mit 8kn unsere Hecklinie bis vor die erste Westhuk der Insel auf einem Bug. Danach ist der Wind weg und wir fahren mit Motor bis Spatha Point wo wir zur
Begutachtung in den Hafen einfahren wollen. In der Hafeneinfahrt dümpelt eine Motoryachtwir ausklarieren müssen. Die Einfahrt in den stark frequentierten Hafen von Kalymnos gestaltet sich einfach und mit Juanita am Anker wird das Manöver Bilderbuchreif in das Logbuch eingetragen. Das Dingi wird nicht zu Wasser gelassen um der Gangway platz zu machen, sondern als Zwischenschritt zur Kaimauer benutzt. Das Ausklarieren ist in der
Port Authority schnell erledigt und nach einem Glas Wein an Bord werden die Leinen wieder losgeworfen und der Anker eingeholt. Nun mit Kurs direkt auf die Didim Marina
Die wir gegen 17:00 unter Segel erreichen.

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3.Etappe Thasos - Tinos
Rene Hertel
09/21/2012, Tinos

3. Etappe von Thasos nach Tinos
Gegen 06:15 gehen wir Anker auf und nach einem Badestop vor Limenaria an der Südwest-Küste von Thasos setzen wir unseren Kurs auf den Athos-Finger der Chalkidiki Halbinseln ab. Um 15:30 erreichen wir die Bucht vor dem Vatopedi Kloster, das im 10.Jahrhundert gegründet wurde. Hier fällt unser Anker in der einzigen geschützten Ecke der Bucht. Wohl wissend, dass ein Ankern oder befahren der 500m Seegrenze zu dieser Mönchsrepublik
verboten ist hoffen wir auf ein gnädiges „Übersehen". Falsch gepokert, - gerade als die Badeleiter zur Kontrolle des Ankers fällt, fährt ein Schlauchboot der Küstenwache aus dem kleinen Klosterhafen und nimmt Kurs auf uns. Mit harschen Worten werden wir unmissverständlich aufgefordert, unverzüglich den Anker aufzuholen und die 500m Küstenlinie zu überfahren. Gesagt - getan und wir rechnen aus, dass wir erst gegen 22:00 die nächste Ankermöglichkeit auf dem mittleren Chalkidiki - Finger erreichen können. Trotzdem erlauben wir uns , von den über 20 Klöstern der Mönchsrepublik im vorbeifahren
12 Klöster fotografisch einzufangen. Pünktlich zum Sonnenuntergang verlassen wir an der südwestlichen Ecke der Halbinsel die Mönchsrepublik und nehmen Kurs auf die Bucht von
Sykias im Singitas Kolpos, die wir um 22:30 erreichen. Zunächst fällt der Anker mitten in der nach NO geschützten Bucht. Danach geht unser Dingi ins Wasser und eine eine Inspektion der Liegemöglichkeit wird durch einen freundlichen Oesterreicher möglich. Wir gehen wieder Anker auf und legen uns neben seine Segelyacht und er ist uns mit der Landleinen - Fixierung eine wertvolle Hilfe. Mit schweren Knochen erreichen wir den nahen Strand und bekommen im Restaurant „FIFE STEPS ON THE SAND", obwohl inzwischen schon 23:30 überschritten sind, noch jedes Gericht von der Speisekarte. Müde fallen wir gegen 01:00 in die Kojen.
Am 18.08.2012 ist unser Anker schon wieder an Bord und wir nehmen Kurs auf das Naturschutzgebiet der nördlichen Sporaden wo unser Anker um 14:10hr in der geschützten Bucht von Kyra Panagia in den Sand beisst. Während der Überfahrt hatten wir starken Seegang aus NNO und Windgeschwindigkeiten bis 40kn vor 20% Gross und 40% Genuasegel. Klares Wasser und Natur pur entschädigen uns für den vergangenen Ritt über die anstürmenden Wellen des einsetzenden Meltemi´s.
Bereits am nächsten Morgen sind wir um 09:00 schon wieder nach der obligatorischen Schwimmrunde und Frühstück auf dem Weg zur Insel Skyros - Limin Linaria.
Der Kleine Hafen von Skyros liegt in einer Meltemi - geschützen Bucht an der Südwest-.
Flanke der Insel und erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit bei Seglern und Motorbootfahrern. Freundliche Mitarbeiter der „SKYROS MARINA" (max. Platz für 12 Yachten) weisen den ankommenden Yachtie in die letzte verfügbare Box und erklären den gesamten Ablauf in dieser Mini-Marina. Strom und Wasser sind gratis und der Liegetag kostet ca. 4,50 Euro. Gerne bleiben wir hier für 3 Tage und besichtigen die Chora (Hauptort) mit ehemaligem Militärgefängnis und Klosterberg.
Unser nächster Schlag sollte uns bis in das ca. 100nM entfernte Tinos bringen, weil der Meltemi lt. Poseidon Wetterdienst eine Atempause einlegen soll. Da wir am frühen Morgen in Tinos einlaufen wollen, starten wir um 15:30 aus dem Hafen um noch eine Schwimmpause in der Südbucht einzulegen. Gegen 16:30 gehen wir dann Ankerauf mit Kurs auf die Osthuk der Euböa - Halbinsel Ak Kafirevs die wir um 0:00 Uhr runden. Bis hierher hatten wir eine beständige Backstags - Brise mit bis zu 30kn und ca.1,5m Seegang. In dieser Passage kreuzten wir gleich mehrmals den Kurs riesiger Kreuzfahrtschiffe die sich aus Ost und West durch diese Wasserstrasse drängen. Ein mitlaufender Strom von 5-6 kn spült uns förmlich durch diesen Kanal zwischen Euböa und der Insel Andros. Im Leeschatten der Insel Andros ist schlagartig der Wind eingeschlafen und die See ruhig wie ein Ententeich. Mit Motorkraft schieben wir uns hinter die Meerenge zwischen Andros und Tinos. Da ich die Tücken dieser Meerenge kenne bleibe ich dicht unter der Landabdeckung. Trotzdem fällt der Meltemi nach Querung der Passage mit voller Kraft über uns her. Kurze, hohe Gischtwellen knallen seitlich gegen den Bug und der Anemometer springt auf 45-46-47-50 kn Wind. Nur aus den Augenwinkeln sehe ich einmal 52 kn Wind auf der Anzeige aber ich muss mich auf die Küstenlinie konzentrieren weil das Boot mit kleinster Besegelung immer noch wahre Bocksprünge in den Wellen veranstaltet.
Mit dem ersten Schusslicht erreichen wir den Hafen Tinos, machen mit Buganker und Heckleinen zur Pier fest und verkriechen uns in die Kojen.
Gegen 13:00 machen wir uns auf zum Erkundungsgang durch die Stadt. Auf einer ca. 600m langen zur Wallfahrtskirche aufsteigenden Strasse ist am Straßenrand ein ca.60cm breiter Teppichbodenbelag fest verlegt. Hierauf sieht man junge und alte Menschen, gebrechliche oder wie Prostituierte gestylte Frauen teilweise auf den Knien oder dem Gesäß den Aufstieg als Bußgang zu bekriechen. Dieselbe, in auffälliger Nuttentracht gekleideten Strohblondine sahen wir am Spätnachmittag als einfache junge Frau unauffällig gekleidet in der Stadt . Nur an der übergroßen Schlangenledertasche hatten wir sie wiedererkannt. Am Abend drängen sich in den schmalen Gassen viele Touristen und Pilger in den zahlreichen Tavernen und Bars. Liegeplatz und Strom sind in Tinos noch kostenlos. Einzig Wasser kostet 0,20€/to.

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2. Etappe Ägäis Nord
Rene
09/21/2012, Keramoti

Die darauffolgende Nacht war kurz, denn um 06:00 am nächsten Morgen waren die Festmacher zum Land gelöst und der Kurs nach Süden um die Südküste entlang nach westen zu Segeln. Kaum hatten wir das Südostkap erreicht, waren die Genua voll und das Groß auf 60% gereft gesetzt und eine rasante Fahrt begann. Auf den insgesamt 52nM nach Limnos stand der Speedometer nicht selten auf der Marke 10,5kn. Deshalb erreichten wir den Hafen von Limnos in Myrina an der Westküste bereits um 13:00 Uhr. Das Hafenbecken teilten wir uns mit 2 weiteren Ankerliegern um dem Mopedgetöse am Kai auszuweichen. Hier lagen bereits 6 Yachten unterschiedlicher Herkunft. Myrina auf Limnos ist eine kleine Ortschaft, die sich um einen mittelalterlichen
Burgberg herum angesiedelt hat eine lange und schmale Fussgängerfreundliche Strasse
Zieht sich achsial 1 km durch den Ort und am Ende kann man auf einer Restaurantpromenade fast bis zum Hafen zurückgehen - Wenn man über den Burgberg klettern möchte. Die Suche nach einem einfachen Giros-Restaurant an der Strasse war von kurzer Dauer und bald waren wir wieder an Bord. Nicht ohne noch vorher je eine Flasche Rot - und Weißwein aus der Inselproduktion eingekauft zu haben. Vor Anker erlebten wir in der kommenden Nacht ein herrliches Wetterleuchten direkt hinter der beleuchteten Burg und ich verschoss 20 Bilder auf der Digitalkamera um ein brauchbares Foto zu bekommen.
Heute am 12.08. soll unsere längste Tagesetappe nach Thasos sein.
Um 05:00 Gewitterregen und Blitze wecken uns auf. Bis um 06:00 halten wir Augen und Ohren zu und als es gegen 07:00 etwas abflaut, geht Juanita im Bikini in den Regen um den Anker zu lichten. Pünktlich 07:04 queren wir die Hafeneinfahrt und setzen unseren Kurs entlang der Westseite der Insel nach Norden. Umlaufende Winde hauptsächlich jedoch gegenan machen das segeln unmöglich und so entschließen wir uns zu einem Törn unter Maschine. Jetzt wird sich unser Plichtzelt bewähren, das wir noch vor dem Auslaufen installiert haben. Als wir an der Nordwest- huk der Insel ankommen, treffen uns die ersten Wellenberge aus Ost. Das Grosssegel wird zum Rollschutz voll gesetzt und leicht back gezogen. Dadurch liegt das Boot besser am Ruder und nimmt die Wellen mit leichter
Lee-Lage weitaus sanfter. Teilweise fliegt der Seaspray weit über das Boot hinweg, jedoch in unserer „Kuchenbude" sind wir trocken und gemütlich versorgt. Eine große Delphinschule kommt uns entgegen und begleitet uns 20 Minuten auf unserem Kurs nach Norden. Gegen 13:00 finden die ersten Sonnenstrahlen durch die schweren Regenwolken und sofort wird es wieder der gewohnte ägäische Sommer. Ohne Wind motoren wir an der Ostseite der Insel an wunderschönen Buchten vorbei mit vollkommen bewaldeten Berghängen und riesigen Marmorbrüchen bis zum Hauptort Thasos wo wir um 16:50 längsseits festmachen können. Es werden keine Liegegebühren verlangt, Wasser und Strom gibt es an modernen Versorgungssäulen gegen Gebühr und Schlüsseldepot. (20 €). Die nächsten Tage geniessen wir mit einer Inselrundfahrt im Mietwagen mit Klosterbesichtigung und detektivischer Spürnase nach dem letzten Thasos - Weinbauern. Mit 2 kleinen Shops in Limenaria und Potos vertreibt er eigene Spezialitäten wie Weine, Honig in verschiedenster Form, Olivenöle und selbstgebrannten Uzo.
Leider waren beide Geschäfte geschlossen.
Die Insel ist ungemein grün und gemischt mit etwas Laubwald auch stark bewaldet. In jedem kleinen Ort finden wir eine Feuerwehr zur bekämpfung von Waldbränden. Im Hafen von Thasos ist ein reger Fährverkehr zum nahegelegenen Festland mit dem Ort Keramoti.
Nach Keramoti starten wir am 16.08.2012 da unser 3. Törnmitglied, Manuel, der Sohn des Skippers seine wohlverdienten Semesterferien ab heute einläuten möchte. Er kommt um 21.00 aus Köln im Billigflieger hier an und wir erwarten Ihn im Hafen.
Nach einem späten Dinner in einem Restaurant vor dem Sand Beach gehen wir an Bord
um am nächsten Morgen früh zu starten. Juanita hatte sich einen „ruhigen" Ankerplatz ausgesucht und wir liegen auch still und ruhig südlich der Beach Bar. Kaum waren wir an Bord, begann die Disco mit 120phon zu hämmern und der Wind trägt jeden beat geradewegs in unsere geöffneten Decksluken. Die Müdigkeit ist dann jedoch stärker und wir fallen in einen Kurzschlaf tiefer Bewusstlosigkeit, denn bereits um 03:00 sind wir wegen der stimmungsvollen Lautstärke hellwach. Wir reden, machen Kreuzworträtsel und weil uns wieder die Augen zufallen schließen wir die Decksluken. Es ist plötzlich Mucksmäuschenstill und wir kriechen schnell wieder unter die Bettdecken.

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1. Etappe Ägäis von Süd nach Nord
Rene
09/21/2012, Boscaada Insel

26.07.2012 Auslaufend 07:40 D-Marin Didim mit Kurs Samos. An Bord ist unser Freund Jim , amerikanischer Staatsbürger mit türkischer Staatsangehörigkeit, einer türkischen Freundin, vielen Katzen und drei Hunden. Als Privatpilot ist er sehr an allen navigatorischen Gegebenheiten an Bord interessiert und vergleicht viele Systeme mit den Einrichtungen auf Privatflugzeugen.
Mit leichten Westwinden erreichen wir die Westspitze des „Milliparks" und schwenken mit geborgenen Segeln nach Osten, um nach der Passage so weit wie möglich nach Norden zu kommen. Beginnend bei 14kn Wind können wir den gewünschten NNW Kurs
halten, aber als der Wind auf bis zu 28kn aufbrist müssen wir nach Ost abfallen.
Plötzlich sehen wir aufgeregt eine Schar Möven über einer kleinen Wasserfläche auf und nieder flattern und inmitten dieser Aktion springt ein ca. 150cm großer Thunfisch
mit seiner ganzen Körperlänge aus dem brodelden Wasser und wieder zurück. Delphine konnten wir oft in dieser Größe sehen, aber keinen Thunfisch. Mit meinen 2 Schleppangeln hatte ich noch 2 große Kreise um diese Stelle gezogen, jedoch ohne Anglerglück. Gegen 17:15 lagen wir in der Degirmen - Büjük (Körmen) vor Anker wo eine heiße Quelle ins Meer fliesst.
Am 27.07. starten wir wieder um 07:00 Uhr und sind bereits um 09:30 in der Teos Marina in Sigacik fest, da ohne Wind nur mit Motor gefahren wurde. Die mondäne Hafenanlage beherrscht den Ort und entsprechend sind die Preise hoch. Für einen Gin/Tonic hat man sich erlaubt 25TL zu verlangen. Der Erste G/T ging zurück, weil kein Schweppes Tonicwasser verwand wurde. Hier liegt auch die Yacht FARRNIENTE unserer Freunde Klaus und Barbara. Nach kurzer Kontrolle musste ich feststellen, dass das Schiff sehr auf Tuchfühlung mit den Nachbarbooten festgemacht ist.
Heute 28.07.12 reist James wieder per Bus über Izmir nach Turgutreis zurück, da seine Freundin mit Entzugsmeldungen drohte. Ich bleibe noch eine Nacht und starte am nächsten Morgen um 07:00 in Richtung Cesme. Raumschots mit 35kn Wind und kurzer
1m Welle surfe ich mit 9kn unter Genua Kurs 230° über die Bucht. An Teke Burnu gehe ich auf Kurs 320° um in Alacati einen ruhigen Anker- oder Hafenplatz zu finden.
Inzwischen ist der Wind abgeflaut da ab 12:00 die übliche Mittagsflaute einsetzt. Danach wechselt der Wind fast regelmäßig um 180° in die entgegengesetzte Richtung.
Unter Motor fahre ich die betonnte Zufahrt zur Marina und erfrage einen Liegeplatz für
eine Nacht. „Sorry we are overbookt" kommt die Antwort auf UKW 73. Kurz ein Blick auf die Karte, Distanz abgleichen und beidrehen mit Kurs direkt zur Cesme Marina. Unterwegs erfrage ich per Telefon: 02327122500 ext.No. 5 die Liegemöglichkeit und bekomme sofort die Bestätigung. Mit dem letzten Schusslicht erreiche Ich die Marina und bekomme einen Liegeplatz mit dem Bug zum Wind. Die Mannschaft assitiert mit Dingi an der Mooring und meine Heckleinen sind fixiert. Strom und Wasser angeschlossen, Eincheken im C&N Marinabüro , zum Duschen und ohne Nachtmahl in die Koje.
Jetzt muss ich 3 Tage warten, bis mein Vorschoter Juanita aus Deutschland zurückkommt; die ich in Izmir mit einem Mietwagen abholen werde.
Die Camper & Nicholson Marina hat die gesamten ehemaligen Fischer-Kais in eine luxuriöse Marina verwandelt. Eine intelligente Schwimmsteg-Anlage mündet über einen Zugang direkt vor dem Marina-Gebäude. Rund um das Hafenbecken findet man diverse
Cafe's und Restaurants, Bars, Modeshops und Maklerbüros mit viel Charme installiert.
Spät abends startet in einer großzügigen Club-Bar ein Life Konzert nach dem anderen.
Zum Schall-und Windschutz werden ganzflächige Lamellenrollos herabgelassen. An Bord ist in 100m Entfernung nur sehr leise Musik hörbar. Der Zugang in das innere Marina - Gelände ist nur mit einer Magnetkarte möglich. Nach einem mageren, aber sehr teuren Dinner im ersten Fischrestaurant PORT entschließen wir uns zur baldigst möglichen Abreise.
Am 04.08.12 starten wir nach den üblichen Ausklarierungen am Vorabend pünktlich um 06:00 in die aufgehende Sonne. Bereits nach 1,5 Stunden können wir den Motorantrieb gegen die Segel tauschen und ziehen mit konstant 7,5 kn in Richtung Lesbos. In Mitilini,
dem Port of Entry werden wir von einem Hafenpolizist heran gewunken und an den Zollsteg gewiesen. Sehr freundlich nimmt er alle Leinen auf und erklärt uns die übliche Einklarierungs - Prozedur. Zuerst Crew-Passkontrolle, dann Zoll, danach Hafenmeisterei mit dem Eingangsstempel im Cruising-Permit für Griechenland. Mit dem Boot fahren wir in den Hafen ein aber entscheiden dann, die nahegelegene fast leere Marina aufzusuchen, da der Straßenlärm der Mopedfahrer keinen ruhigen Schlaf am Stadkai in Aussicht stellte. Mit unserem Dingi fahren wir dann am Abend wieder in die Stadt um ein wenig Landluft zu schnuppern und nach Plan von jeder besuchten Insel je eine Flasche Weiß - und Rotwein in unseren Bilgen-Keller zu bringen. Zuerst jedoch geniessen wir einen vorzüglichen Frappee, den man nur in Griechenland so gut bekommt. Nach langem Suchen finden wir dann auch endlich ein kleines Restaurant wo wir unseren ersten griechischen Gyros auf dieser Tour bestellen. Leider waren wir zu hungrig um nach einem anderen Lokal zu suchen, denn die gelieferte Qualität war unterste Kategorie. Allerdings auch der Preis.
Wir hatten entlang der Hafenpromenade bestimmt 20 Cafe's mit 500 handybestückten jungen Menschen gefunden - aber kein Restaurant. Erst bei der Ausfahrt aus dem Hafenbecken sahen wir dann etliche Restaurants auf der gegenüberliegenden Hafenseite. Die Nacht in der leeren Marina war mucksmäuschenstill und wir schliefen wie die Murmel. Am nächsten morgen, noch mal schnell zum Hafenmeister und Abmeldestempel eingeholt, danach mit
NNO Kurs auf die Kreuz durch die Strasse von Lesbos wobei die Kargoschiffe stets rechtzeitig Ihren Kurs korrigiert haben. Nach 5 langen Kreuzschlägen erreichen wir das abgelegene Inselarchipel Maden Adasi vor Ayvalik, wo wir eine ruhige Nacht verbringen.
Bei absoluter Windstille starten wir am nächsten Morgen mit einer dicken Qualle neben dem Boot. Unser Kurs in Richtung Nord bringt uns unter Motor bis in die Ankerbucht vor Sivrice an der türkischen Küste. Auch hier wieder Dinner an Bord ohne Landgang, da der Wind am Abend kräftig zulegt. Unser Anker gräbt sich nach ca.100m fest ein und wir können in Ruhe schlafen.
Am 07.08.12 starten wir um 10:45 auf den Kurs nach Bozcaada einer von 2 türkischen Inseln im Mittelmeer die wir nach 60nm über Grund wegen der notwendigen Kreuzschlägen
um 17:30 erreichen. Direkt unter der Burg liegen wir sicher neben vielen anderen Yachten
mit Strom und Wasser für 70TL pro Nacht. Eine Vielzahl attraktiver Fischrestaurants säumen die Uferlinie und auch innerorts findet man viele Tavernen unter Weinlaub - beschirmten Strassen. Es gibt nur einen Bäcker im Ort, der seit 1957 seine Position mit hervorragenden Brotsorten hält. Im Sommer sind auf der Insel über 50.tsd Besucher.
Im Winter ist die Insel mit ca. 600 Personen bevölkert. Es gibt auch eine christliche Kirche
die Sonntags geöffnet ist. Ein beständiger Fährverkehr zwischen dem türkischen Festland spült im 2-Stunden-Takt laufend neue Besucher aus Istanbul und Canakkale auf diese Insel mit langen Sandstränden und alten, traditionsbewussten Weinkellereien. Ein alter Geschäftsfreund von Juanita betreibt hier einen der ersten Windparks in der Türkei und die Einladung zu einem Fischessen in seinem Sommerhaus an der Westküste hält uns etwas länger als geplant fest. Zum Glück hatten wir die Einladung angenommen denn am nächsten Morgen sollte mein neues geändertes Genacker Segel per Kurierdienst auf die Insel geliefert werden.
Es ist der 10.08.2012 abends um 21:30 trifft mit der letzten Fähre vom Festland unser seit langem erwarteter Genacker mit Logo Applikation ein. Der Kurierfahrer entdeckt mich gleich nach der Ankunft und packt mir das Segel auf mein Klapprad. Ich balanciere das riesige und schwere Paket zum 500m entfernten Boot und bin froh, das Gleichgewicht
auf dem nur schwer lenkbaren Fahrrad (der Lenker war durch das aufliegende Paket blockiert) halten zu können.

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