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ARIES DREAM
dritter Settag
Rene`& Logbuchauszug Kapt. Harald Meier
12/27/2012, querab Cabo San Vicente

Wir berichten vom Freitag den 23.11.12
Unsere Daten von 12:00 Schiffzeit (heute UTC)
Position: N 37° 22", W 010° 16,8"; Kurs 260°; in Fahrt 2 Tage 00 Stunden
Etmal für 25 h = 157 sm, SOG-Schnitt = 6,3 kn; Gesamt: 324 sm (Motor 113, Segel 11)
1018 hPa; Temp. Luft 17°, Wasser 17°; bewölkt; Wind SSE 3/4 Bf
Um 07:00 ist bei Bewölkung an Bb ein rötlicher Streifen am Horizont auszumachen. Die Sonne kündigt sich an. Kurz darauf ist der Sonnenaufgang zu bewundern. In unserem Sichtkreis zeigen sich keine anderen Schiffe.
Beim Frühstück mit Pfannkuchen und Apfelmus rollt das Schiff noch leicht. Doch dies ist unberechenbar. Wenn es dann ohne Vorwarnung kräftig überkommt, zeigt das Gepolter in der Messe, daß nicht alles seefest steht. Diesmal kugeln auch die Kaffe- und Teekannen durch die Gegend.
Der Wind ist uns gewogen. Um 09:30 geht der Motor aus.
Wir können SEGELN . Und wir setzen einiges Tuch:
An Rahsegeln: Groß, Großuntermars, Großobermars, Großbrahm und Großroyal, Fock, Voruntermars, Vorobermars, Vorbrahm und Vorroyal. Dazu die Stagsegel: Vorstengestag, Großstengestag und Besanstag. Außen vor bleiben nur die Klüver. Unsere Navigatoren setzten den Kurs auf WSW ab was mir nicht ganz einleuchtet. Aus früheren Reisen erinnere ich mich, dass der Passat über Südost nach Ost und Nordost einschwenkt. Die 08-12 Wache ist gut beschäftigt ;-) Wir werden nun einige Stunden unter Segeln laufen.
Um 12:00 stehen wir 80 sm NWlich vom Cabo Pesao Vincente. Dort gibt es ein Verkehrstrennungsgebiet . Da spielt sich das Verkehrsgeschehen ab. Ums Eck geht es dort in den Golf von Cadiz. Wir sind auch ca 280 sm, ebenfalls NWlich, von der Straße von Gibraltar entfernt.
Um 16:30 wird eine Halse über den Steuerbordbug gefahren. Dies geht noch nicht so schnell, es fehlt noch etwas die Übung. Ulrike steht über 1,5 Stunden während des Manövers am Ruder. Da ist einiges mit Krafteinsatz zu „Kurbeln". So erwirbt sie sich den Ehrentitel einer „Gefechtsrudergängerin". Spätestens in dieser Position wäre ich extrem mit bestmöglicher Höhe nach SO gelaufen.
Bald danach ist die Segelherrlichkeit vorbei. Um 17.18 muß wieder die Maschine ran. Alle Segel werden geborgen. Mit Wind und Strömung ist kein Staat zu machen. Auf der Position N 37° 23" und W 010° 43" scheinen wir fast zu stehen. Den Wind haben wir voll auf der Nase. Trotz starkem Motoreinsatz kommen wir teilweise nur mit unter 1 kn voran. Hoffen wir für morgen wieder auf Segelwind.
Bei Einbruch der Nacht werden noch einige Segel besser beigezeisert, damit der Wind nicht mit ihnen „spielen" kann ;-) Zerrissene Segel können wir nicht gebrauchen. In der Nacht zeigt sich die Mondscheibe verschleiert hinter Wolken. Sie ist schon sehr voll. Bald ist Vollmond.

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2. Seetag an Bord
Rene`& Logbuchauszug Kapt. Harald Meier
12/27/2012, Coastline of Portugal

Wir berichten vom Donnerstag den 22.11.12
Unsere Daten von 12:00 Schiffzeit (heute noch MEZ)
Position: N 39° 39", W 009° 37,6"; Kurs 202°; in Fahrt 0 Tage 23,7 Stunden
Etmal für 23,7 h = 167 sm, SOG-Schnitt = 7,0 kn; Gesamtwerte: 167 sm unter Motor
1023 hPa; Temp. Luft 15,5°, Wasser 17°; o/c (leicht bewölkt); Wind umlaufend ½ Bf
In der Nacht ließ das Rollen nach, was der schlafenden Freiwache eine ruhige Restnacht in den Kojen brachte.
Am Tage zeigten sich noch unerwartete Schäden der Rollerei vom Vortag. Im Lazarett wurde eine Schublade zerlegt und der Inhalt auf dem Boden verteilt . Eine Reparatur ist nun angesagt.
Beim Erwachen zeigte sich der Beginn eines schönen Tages, der schon mal mit einem guten Frühstück begann. Der Wind ist noch nicht unser Freund, der Motor kommt noch nicht zur Ruhe. Dafür beginnt am Vormittag wieder kräftiges Rollen mit einer Krängung von 10°. Mit Stagsegeln versuchen wir mehr Stabilität zu erreichen.
An Bord beginnt im „Roten Salon" mein „großer Sprechfunkkurs" für Trainees, das LRC (Long Range Certificate) Teilnehmer müssen aber schon den kleinen Schein haben, das SRC. Für Interessierte aus der Stammcrew mit SRC ist auch noch ein LRC -Kurs angedacht.
An Deck werden große Delphinschulen beobachtet. Man zählt ca 30 Tiere. Donnerstag ist Seemanns Sonntag. Da zaubern unsere Köche einen Kuchen für den Nachmittagskaffee.
Wir laufen unermüdlich auf Südkurs, den wir mindestens bis auf die Höhe von Lissabon beibehalten werden. Es geht an Porto vorbei und später am Nachmittag passieren wir an Bb im Abstand von 8 sm die Inselgruppe der BERLENGAS, die 12 sm vor der Küste liegen. Da dürfen wir aber nicht durchfahren, es ist ein Naturschutzgebiet. Später, bei Dunkelheit, nach 2 Stunden Fahrt durch ein Verkehrstrennungsgebiet vor der Ansteuerung von Lissabon, sehen wir eine Lichterkette an Bb. Es ist 21:00 und stehen vor dem Mündungsdelta des RIO TEJO, der Einfahrt nach Lissabon. Bis Lissabon wären es für uns noch 30 sm.
Wir haben einen schönen Sternenhimmel. Der Mond geht auf Vollmond zu. Wir stellen die Uhren um eine Stunde zurück, von MEZ auf UTC. Damit die Mehrzeit gerecht geteilt wird, bei jeder Wache um 20 Minuten zurück. Also morgen können wir eine Stunde länger in der Kojen liegen.

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Erster Seetag
Rene`& Logbuchauszug Kapt. Harald Meier
12/27/2012, Auslaufend Vigo Hafen

Der Mittwoch, den 21.11.12 zeigt sich als sonniger Tag. Nach dem Frühstück wird die Einweisung der Tainees inklusive Bootsmanöver und Rigg fortgesetzt. Um 12:00 kommt der Lotse und wir können die Leinen loswerfen. Die Reise beginnt. Bei stahlenden Sonnenschein laufen wir Richtung offene See. Als Kulisse zieht das in der Mittagssonne liegende Vigo an Backbord vorbei. Es mangelt an Wind aus der nötigen Richtung. Es empfängt uns eine starke Dünung (alte Windsee). Wir rollen um die 10° und laufen unter Motor Richtung Süden in den Abend. In den Kojen muß man erst mal die richtige Position finden um das Rollen des Schiffes zu beherrschen. Dafür keilt man sich etwas diagonal in der Koje zwischen Kojenwand und Schlingerschutzbrett (früher Leesegel) ein. Diverse Decken und Kissen der Leerkojen werden als Polster benützt. Die Nacht ist trocken und sternenklar. In meiner ersten Nacht -Wache von 04 - 08 hr auf See gehe ich abwechselnd Ruder, Pause, Ausguck, Feuerrunde, Ruder ..u.s.w.

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Törn mit der Alexander v. Humboldt 2
Rene
12/14/2012, VIGO , Galizien, ES - Teneriffa/ES

1. Tag an Bord
Nach dem Frühstück im Hotel fragte ich nach, das Zimmer bis zum Nachmittag belegen zu können, was unproblematisch möglich war. Ein erneuter Versuch zur Alex 2 zu gelangen wurde möglich, als ich sah, wie ein Hafenarbeiter durch ein kleines Personen-Drehtor das Gelände verlassen konnte. Dort angekommen meldete ich mich nach betätigen der Sprechtaste an und konnte nach Rückfrage durch das automatisch freigegebene Drehgitter eintreten. Die Alex 2 lag längsseits an der Kaimauer und an der Gangway wurde ich freundlich von 2 weiblichen Leichtmatrosen
Empfangen. Nach Sichtung meines Reisepasses wurde vereinbart, dass ich gegen
15:00 Uhr an Bord kommen kann, da der Kabinenplan noch nicht fertig erstellt war.
An einem anderen Kai in der Nähe lag ein weiterer Großsegler. Die Brigg Roald Amundsen fährt mit Jugendlichen zwischen 16 und 60 Jahren auf den klassischen
Windjammer - Routen wie alle anderen Traditionssegler. Nach einem Besuch beim Real Club Nautico de Vigo und einem Cortado an der Bar schlendere ich durch die Altstadt mit interessanten Gebäuden klassizistischer und Jugendstil - Architektur. Da es Zeit für eine erste Paella ist, führt mich mein innerer Kompass wieder an den Ort der kulinarischen Exzesse in die Calle de Marisquerias. Obwohl grundsätzlich die Paella für 2 Personen angeboten wird, bekomme ich diese Portion für den halben


Preis. Obwohl der Himmel bedeckt ist geht damit für mich die Sonne auf.
Nach dem obligatorischen Glas Vino tinto und einem hausgemachten Flan-Desert
gehe ich um die Häuserzeile herum zurück zum Hotel. Rasch noch den ersten Blog-Teil schreiben, Fotos herunterladen und im Free-WiFi Netz auf meiner Blog-Seite aktivieren. Schon klingelt der Portier, wann ich denn das Zimmer zur Nachreinigung
freigeben kann. 5 Minuten später stehe ich am Empfangtresen, erledige die Bezahlung und lasse ein Taxi rufen. Ein kleiner gelber Hunday und eine große runde
Taxifahrerin steigt aus. Als Sie meinen Gepäckberg sieht, runzelt sie die Stirn und als sie den Kofferraum öffnet verstehe ich auch warum. Ein mittlerer Müllplatz wird erkennbar aber irgendwie schafft sie es, meine Reisetasche unterzubringen. Auf dem Beifahrersitz sieht es nur wenig verändert aus und ich war nahe daran, mein Gepäck wieder auszuladen. Ich denke nur: Augen zu und durch. Die Fahrt an den Zollkai gestaltet sich dann auch noch problematisch, weil meine Chauffeurin diesen Teil der Stadt das erste Mal befährt. Endlich angekommen gehe ich mit dem ersten Gepäckstück an Bord, wo gleich mein Pass eingezogen wird und die Anwesenheitsliste abgehakt ist. Mein 2. Seesack ist etwas größer und ich lasse ihn die steile Niedergangtreppe ins Salondeck hinab gleiten. Kabine 2307 soll nun für die nächsten Tage mein privates Refugium werden weil keine der anderen 3 Kojen belegt sind. Also stehen mir 4 Spinde und das Duschbad ganz alleine zur Verfügung.
Welch ein Luxus, wenn ich bedenke, mit 4 gleichgroßen Segelkameraden hausen zu müssen. Als alles in den Schränken verstaut ist, gehe ich wieder an Deck und stelle mich den Anwesenden vor. Teilweise sind einige bereits mehrere Reisen mit der Alex 1 und 2 gefahren und haben schon ihren festen Platz in der Mannschaft gefunden. Insgesamt sind wir 34 Personen an Bord.
Bereits um 17:00 haben wir von unserem Captain Harald die erste Einweisung und danach die Schiffsbegehung mit allen Sicherheits- relevanten Erklärungen i.S. Feuerschutz und Betriebssicherheit . Ich bin als Trainee in der Großtopwache von 04-08 morgens und abends bei unserem Topsie „Doodle" eingeteilt. Der Tag endet mit dem gemeinsamen Abendessen in der Messe und dann heißt es früh in die Koje, denn von 04 - 06 ist meine erste Gangway-Wache mit Leichtmatrose Daniel.

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Tall Ship Sailing
Rene
11/20/2012, VIGO , Galizien, ES

Die Anreise über Madrid nach Vigo war absolut unproblematisch, weil ich eigentlich mit Flug- Ausfällen wegen der andauernden Streiks in Spanien gerechnet hatte. Mit dem Hotel Bahia de Vigo hat Juanita einen guten griff getan, denn das etwas heruntergekommene 5 Sterne Haus war billig, jedoch die Zimmer waren geräumig , im 8. Stock mit weitem Blick über die Hafenanlage und einer Whirlpool-Badewanne ausgestattet. Als ich mein Gepäck abgestellt hatte, begann ich den Laptop zu installieren und das FREE WiFi zu aktivieren.
Ich drehte den Kopf zur Seite und sah in diesem Moment die ALEXANDER v. Humboldt 2 seitlich vor dem Hotel auf Ihren Liegeplatz einschwenken. Mit deutscher Pünktlichkeit machte mein Zuhause für die kommenden 10 Tage um 18:30 an den Kai Anlagen der Muelle Commercial von Vigo fest.
Ich hatte einen vom TO ausgeschriebenen Lehrgang über LRC und Pactor für diese Zeit belegt der von Dipl.Ing.Wilhelm Alm durchgeführt wurde. Jetzt hielt mich nichts mehr im Hotelzimmer fest und ich fuhr mit dem Fahrstuhl in die Hotellobby und suchte einen Fußweg zur Anlegestelle. Der Zollhafen hatte am Abend jedoch nur eine Einfahrt weit im Norden der Bucht und damit war mein Ehrgeiz recht früh auf die
Notwendigkeit geschrumpft, ein brauchbares Restaurant für das Dinner zu finden. Das gestaltete sich nicht so einfach, weil die Saison für Gäste in der Woche offensichtlich vorbei war und die Wirtschaftskrise der letzten Jahre Ihre Spuren hinterlassen hat. Nach viele Kreuz- und Querstrassen fand ich dann fast unmittelbar hinter dem Hotel in einer Gasse versteckt ein Lokal für SEAFOOD mit dem Namen
Restaurante Marisqueria Bahia. Auf die klassisch einfache spanische Art, wurden hier alle Sorten von Krustentieren und Muscheln aus dem Atlantic angeboten. Dazu gab es Brot und einen Vino tinto de la Casa. Einfach lecker. Obwohl ich fast 20 Jahre kein spanisch mehr gesprochen habe, ist mir dies noch recht gut gelungen und der wirt hat mir auch noch einen guten Klaren auf den Weg eingeschenkt. Der Abschluss
Die Anreise abends fand sein Ende in der Whirlpool-Badewanne.

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4. Etappe Tinos - Santorini-Didim
Rene
09/21/2012, D-Marin Didim

Am Hafenkai ist es uns zu rasselig, deshalb starten wir am nächsten Morgen in Richtung der berühmt - berüchtigten malerischen Insel Mykonos wo wir nach 2 Std. Motorfahrt in der
sogenannten „Mykonos Marina Tourlos Nea Limani" einen Liegeplatz finden. Davor mussten wir jedoch zwischen auf Reede liegenden riesigen Kreuzfahrtschiffen im Slalom
die Einfahrt finden, in der gerade ein 50ft Charter - Catamaran seine ungeschützte Bordwand an der Kaimauer rasierte. Alleine das Geräusch hat unseren Ohren mitfühlende Schmerzen bereitet. Die sogenannte Marina entspricht dem landesüblichen Status. Weder Strom , nur Wasser (2 Std. täglich) sind erhältlich und ganz zu schweigen von ordentlichen sanitären Einrichtungen glänzt die Anlage in Staub und Müll. Dementsprechend sah unser Boot nach vier Tagen Liegezeit auch aus. Die Altstadt hat nichts von ihrer pittoresken Atmosphäre eingebüßt und noch immer drängen sich Hunderttausende täglich bis tief in
die Nacht durch Gassen und unzählige Bars und Restaurants. Zum Abendessen haben wir in einem exklusiven Restaurant „Cuisine Catherin" einen Tisch reserviert und der Wirt kennt mich noch, obwohl mein letzter Besuch über 15Jahre her ist. Das Angebot auf den vielen Tellern ist wieder überwältigend. Vor dem Lokal warten noch viele Gäste auf einen freien Tisch, als wir das Lokal verlassen. Mit einem Suzuki-Jeep kurven wir über die Insel und Manuel entdeckt die Super Paradise Beach wo er den Abend verbringen möchte. Irgendwann kommt er am nächsten Morgen aus seiner Kabine gekrochen und erzählt von der Partynacht „mit allem Drum und Dran" bei der er internationale Freunde gefunden hat.

Da J am 26.08. wieder nach Deutschland geflogen ist, sind wir Vater & Sohn am nächsten
Tag nach Naxos weitergesegelt. Das Schiff sah aus wie ein Beachvolleball-spielfeld. Feinster Sand von der unteren Saling bis in die letzte Ritze der Backskisten. Alles das Ergebnis von 5 Tagen und 4 Nächten in der „Mykonos Marina". Kaum waren wir nach 22 Seemeilen im Hafen von Naxos angekommen wies uns der Hafenmeister einen Platz zu
an dem Strom und Wasser genommen werden konnte. Alle Luken dicht, die Cockpitpolster
an Land zum entstauben und mit dem Hochdruckreiniger vom Bug beginnend wurde das Schiff wieder „Sehtauglich" gemacht.


Am 28.08. sind wir mit den ersten Sonnenstrahlen mit Ziel IOS ausgelaufen. Da aber Manuel unbedingt mehr Zeit auf Santorini verbringen wollte, ließen wir die Insel Ios an Steuerbord mit Kurs auf Thira / Santorini. An der Südspitze von Ios sahen wir über
der Insel Thira eine dicke Wolke, die sich recht schnell in unsere Richtung bewegte und dabei immer tiefer sank. Plötzlich waren wir von dichtem Nebel umhüllt und das Radar war nun in diesem dicht befahrenen Seegebiet unser Auge. Große Kreuzfahrtschiffe kamen aus der nördlichen Einfahrt in die Caldera heraus und Andere wieder hinein. Etwa 2 Seemeilen vor der Einfahrt lichtete sich der Nebel ebenso schnell wie er gekommen war und wir ließen den Anblick der mehrere hundert Meter hohen Lava-Felswände auf uns einwirken. Hier wird dem Menschen bewusst, dass er nie über die Natur siegen wird. Wir fuhren an dem mir von früheren Reisen bekannten Ankerplatz Sa Nicolau vorbei zum „alten Hafen" von Santorini. Dieser weltbekannte Ort verdient in Wirklichkeit nicht den Namen „OldPort" wie in der ganzen Stadt auffindbar. Es ist eher eine Anlegestelle für Shuttle Boote der großen Kreuzfahrtschiffe, die hier ihre Passagiere anlanden und mit Eseln oder dem Cable car
(Gondelseilbahn) die ca. 400m hohe Felswand hinaufbefördern. Die Eselstreppen konnten wir auch bei unserem nächtlichen Abstieg ausgiebig genießen. Jeder Schritt muss peinlichst bedacht sein, sonst steht der Mann wortwörtlich in Eselkacke. In den schmalen Gassen am Grat der Caldera drängen sich Touristen aller Welt um die besten Plätze der Restaurants, Bars und Souvenirläden. Immer wieder fasziniert der Blick in das tiefe Blau der Meerfläche in diesem Vulkankrater mit all den Schiffen und Booten, die u.A. hier für dieses Leben verantwortlich sind. Nach einer Wind-und Wellenreichen Nacht verlegen wir in den Morgenstunden die Yacht nun doch an den nördlich gelegenen Ankerplatz Sa Nicolao und unser Anker fällt und hält. Mit den Heckleinen machen wir an der kleinen Betonpier fest und können sicher das Boot verlassen, da selbst bei starkem Wellengang
Genügend Freiraum zur Pier ist. Mit dem Dingi fahren wir zum Minihafen Ammoudhi an der Nordwestspitze des östlichen Inselteiles müssen jedoch vorher das Beiboot samt Motor hoch auf die Felsen ziehen, weil mannshohe kurze Seen ein weiterfahren für unser 340cm langes Beiboot zu gefährlich sind. Ein abenteuerlicher Pfad entlang der Felsen bringt uns wieder auf kultiviertes Gelände und die Strasse nach Oia. Wir sind hungrig nach Bewegung und entscheiden uns, die Strasse zum Ort zu laufen, was bei über 30°Cel. und genügend Wind die Kehlen rasch austrocknen lässt. Das erste Bier in einem der Panoramarestaurants schmeckt dann besonders gut und lässt die Staub-und Hitzeorgie der letzten Stunde rasch vergessen. Zur Erkundung der Insel brauchen wir einen Mietwagen und der erste Kontakt in einem Tourist-Office ist erfolgreich. Ein himmelblauer Chevrolet -
MATIS (Mini) mit Schiebedach steht uns für die nächsten Tage zur Verfügung und wir machen uns sofort auf den Weg nach Akrotiri. Diese Ausgrabungen bezeugen die vergangenen 3000Jahre der Inselexistenz mit verschütteten Gebäuden, auf denen die nächste Besiedelung aufgebaut und wiederum verschüttet wurden. Berühmte Fresken und Mosaike sind in internationalen Museen zu finden. Der Strand von Akrotiri lockt uns zu einem Imbiss in einem der Strandrestaurants und dabei entdecken wir die vor Anker liegenden Boote im leichten Schwell der Leeseite der Insel. Mit dem Auto direkt erreichbar und sicher können wir hier mehrere Tage liegen. Also setzen wir die Idee gleich um und fahren zurück nach Oia und in den Hafen Ammoudhi. Manuel hilft mir, das Boot wieder zu Wasser zu lassen und fährt mit dem Auto zurück. Ich gehe an Bord und versuche den Anker zu heben. Keine Chance. Alle Versuche mit Lose auf die Kette und langsames Vorwärts-fahren sind erfolglos. Der Anker hat sich festgebissen. Lot: 46m Beim Vorfahren trifft mich wieder eine Heckwelle eines ausfahrenden Schiffes, das Boot senkt und hebt sich, es gibt einen trockenen Knall und mir ist klar: Kettenbruch.
Restliche Kette eingeholt, Position registriert und losgefahren, sind ineinander übergehende Handlungen und rasch lässt die Bordroutine alles Weitere verdrängen. 30 kn Wind pressen ARIES DREAM durch die Caldera auf die südliche Öffnung des Insel -Ringes zu, die in kurzen Manövern erreicht ist und sofort lässt Schwell und Winddruck nach. Mit dem Pflugschar-Notanker und der übrig gebliebenen Kette ist der Ankerplatz Akrotiri über Sandgrund auf 5m Tiefe schnell erreicht und nach schnorchelnder Inspektion gesichert. In der Nähe ankert eine wunderschöne Kutter-Sloop die ich als Oyster 65 einordne und deren Eigner gleichzeitig mit mir per Dingi an dem Restaurant Anleger festmachen. Nach kurzem Hallo lädt er mich ein, gemeinsam an einem Tisch auf Ehefrau und Sohn zu warten. Im Gespräch stellen wir fest, dass seine Yacht aus der Edelschmiede Solaris in Aquileia bei Grado stammt. Vor 10 Jahren lag ich einen Monat zur Reparatur eines Rumpfschadens
in dieser Werft mit einer Trintella 57 aus Aluminium, die bei einem Frühlingssturm in der Türkei stark beschädigt wurde. Wir hatten also sofort viele gemeinsame Themen. Mein Sohn war wohl irgendwo auf der Strecke zwischen Oia und Akrotiri in Thia „hängengelieben" um seinen letzten Urlaubstag ausklingen zu lassen. Als ich am nächsten morgen den Parkplatz mit dem Fernglas absuchte, stieg er gerade aus dem himmelblauen Chevrolet Matis aus und winkte um abgeholt zu werden. Er hat wegen etwas Alkohol im Blut vorgezogen, bei neuen Freunden im Hotel auf der Couch zu pennen.
Gegen 10 Uhr sollten wir am Flughafen sein und somit war unser gemeinsamer letzter Morgen auch nicht von großen Themen gefüllt. Ich wäre noch gerne mit ihm weitergesegelt aber dringende Termine und Dokumente wegen seinem Bafög Antrag riefen ihn nach Hause zurück. Ich spürte auch, dass es ihm leid tat. Pünktlich verabschiedeten wir uns am
Flughafen mit Direktflug nach München. Einige Tage später erfuhr ich, dass er noch über 4 Stunden am Flughafen wegen technischer Probleme ausharren musste.
Die Anker - Story
Nun oblag mir die Aufgabe, meinen wertvollen Inox-Kobra Anker samt Kette wieder ans
Tageslicht zu befördern. Unterwegs fiel mir die Werbung an einer Hausfront des SANTORINI DIVE CENTERS auf und das war unmittelbar nach dem Flughafen mein erstes Ziel. Eine Gruppe junger Männer und Frauen waren gerade damit beschäftigt, sich für den nächsten Tauchgang zu rüsten. Ein Mitarbeiter sprach mich an und ich musste erfahren, dass der Inhaber der Firma noch unterwegs von einer Bootsreparatur war. Kostas ,
ein dunkelblonder Bär von Mann kam mit ölverschmierten Armen aus seinem Auto gekrochen und bekam die ersten Meldungen seiner Mannschaft. Ein kurzer Blick zu mir und das Zeichen „muss noch Hände waschen" genügten um meine nachfolgende Ankerstory einzuleiten. Wir tauschten noch unsere Mobile-Nummern um einen Bergungstermin zu vereinbaren. Am Nachmittag kam die Meldung : „tomorrow 4PM
We pickup you by Boat and go to Ammoudhi"
Am nächsten Tag, pünktlich um 16:00 kam ein 8m Taucherboot längsseits und mit ca.
100m Leine bewaffnet enterte ich den Abholer. Kostas stand am Rohr, nur mit Badehose und T-Shirt bekleidet und bretterte los. Als wir in die Caldera einfuhren, donnerten wir gegen die heranstürmenden Wellen an und im nu waren wir durchnässt. Kostas zog das T-Shirt aus und hielt Kurs auf die Position, die ich Ihm angab. Wie vorausberechnet erreichen wir nach 40 Minuten die vermeintliche Position und nach Fixierung des Bootes an einer großen Boje neben der mein Anker liegen muss, wurden sofort die Tauchgeräte fertiggemacht und die Neoprenanzüge angelegt. Ein Fischer wollte genau gesehen haben, wo der Anker liegt, aber das waren 40m hinter der von mir angegebenen Stelle. Ein mitgebrachter Hebesack sollte den Anker an die Oberfläche liften und mit dieser Bewaffnung stieg Kostas ins Wasser. Er begann die Suche auf ca. 40m Tiefe an der von
dem Fischer angegebenen Position. Nach ca. 15Min kamen dann die meisten Luftblasen aus der von mir bestimmten Position und nach weiteren 6 Minuten kam der Hebesack mit lautem Zischen an die Oberfläche. Daran glänzte mein Kobra Anker voller Unschuld. Als Kostas und sein Begleiter wieder an Bord waren, haben wir zuerst den Anker geborgen und danach versucht, die 46m Kette mit 12mm Gliedmaß aufzuholen. Keine Chance.
Kostas entschied, nach einer Zigarettenpause nochmals mit dem Hebesack die Kettenmitte aufzuholen um dann am durchhängenden Ende die Leine zu fixieren. Somit war das aufzuholende Gewicht jeweils um 50 % reduziert. Nach insgesamt 1,5 Stunden waren Anker und Kette an Bord und wir fuhren nun mit dem Wind zurück zu ARIES DREAM.
Hier warfen wir Anker und Kette mit Sorgleine zu Yacht ins Meer um danach alles mit der Ankerwinch der Yacht zu bergen. Als Anerkennung und Dank habe ich diese Sportkameraden zu einem köstlichen Dinner in der Marina Livadia eingeladen. Wegen einer mangelhaften Vorplanung ist diese Marina nur für Boote geeignet, die sicher ohne
Grundberührung eine Untiefe (versandet ständig) von 1,80m überwinden.
Am Nächsten morgen wurde ich zu einem Höhlen-Tauchgang abgeholt und konnte die Tauchlehrer bei ihrer sorgfältigen Arbeit beobachten. Jede Kleinigkeit wurde mit den Anfängern besprochen und erklärt und in Gruppen zu 4 Tauchern mit Geduld und Ruhe
durchgeführt.
Zurück an Bord begann ich nun, die Ankerkette samt Anker wieder an Deck zu bekommen. Dazu musste ich aber zuerst den Notanker aufholen, abschäkeln und
die beiden Enden an der Bruchstelle wieder zusammenfügen. Dazu hatte ich mir eine exotische Verbindung ausgedacht. Ich hatte tausend Meter Dynema Angelschnur mit 37kg
Tragkraft an Bord. Diese wickelte ich nun im Abstand eines Kettengliedes zwischen die losen Enden und so oft, bis der Durchmesser der Wicklungen dem Durchmesser eines Kettengliedes entsprach. Danach wurden die Wicklungen mit Rundtoerns so fest verschnürt, dass ein relativ festes aber flexibles Dynema - Kettenglied entstand. Hiermit konnte ich mühelos die am Meeresgrund liegende Ankerkette samt Anker aufholen, ein neues Ankermanöver machen und prüfen, ob sich der Anker eingegraben hat.
Vorläufiges Ende der Ankerstory
2 Tage später konnte ich Juanita am Flughafen abholen und 2 weitere schöne Tage
auf Santorini mit Besuch einer Weinkellerei mit Weinmuseum und Sonnenuntergang
mit Bluesmusik und „Sundownder in Oia" verbringen. Am nächsten morgen starten wir zur
25nM entfernten Insel Anafi wo wir vor dem kleinen Fischerhafen einen ruhigen Ankerplatz finden. Die Bordküche zeigt sich mal wieder von ihrer besten Seite und einige Runden OK Spiel machen den Abend komplett. Irgendwann zu später Stunde wird unsere Kabine von einem hellen Lichtkegel getroffen und lässt mich aus der Koje katapultieren. Eine Fähre
der Inselverkehrslinie lässt ihre Anker 100m neben uns in den Grund fallen und macht
parallel zu unserer Ankerrichtung an der Kaimauer fest. Sofort rumpeln einige Fahrzeuge über die Heckklappe und rattern die steile Straße hinauf zum Hauptort. Nachdem die Navigationslichter gelöscht sind ist mir klar, dass hier der Übernachtungsplatz der Fähre ist.
Beruhigt kann ich dann auch wieder einschlafen. Am nächsten Morgen gegen 08:00 Uhr legt die Fähre wieder so unkompliziert ab, wie sie am Vorabend angelegt haben und verschwindet in Richtung Santorini. Gleich darauf ist auch unser Anker wieder an Bord und wir gehen auf Ost-Kurs mit Ziel Astipalaya. Mit Halbwind und vollen Segeln bei 20-23kn Wind ziehen wir mit 8kn unsere Hecklinie bis vor die erste Westhuk der Insel auf einem Bug. Danach ist der Wind weg und wir fahren mit Motor bis Spatha Point wo wir zur
Begutachtung in den Hafen einfahren wollen. In der Hafeneinfahrt dümpelt eine Motoryachtwir ausklarieren müssen. Die Einfahrt in den stark frequentierten Hafen von Kalymnos gestaltet sich einfach und mit Juanita am Anker wird das Manöver Bilderbuchreif in das Logbuch eingetragen. Das Dingi wird nicht zu Wasser gelassen um der Gangway platz zu machen, sondern als Zwischenschritt zur Kaimauer benutzt. Das Ausklarieren ist in der
Port Authority schnell erledigt und nach einem Glas Wein an Bord werden die Leinen wieder losgeworfen und der Anker eingeholt. Nun mit Kurs direkt auf die Didim Marina
Die wir gegen 17:00 unter Segel erreichen.

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