S/V RELAX - heading west

11 July 2018 | Trinidad/Berlin
21 June 2018 | St. Laurent de Maroni
05 June 2018 | Island Noronha
20 May 2018 | St. Helena
20 May 2018 | St. Helena
20 May 2018 | Unterwegs
07 May 2018 | Lüderitz
07 May 2018 | Lüderitz
05 May 2018 | Lüderitz Harbour
03 May 2018 | between Saldanha and Lüderitz
27 April 2018 | Saldanha
27 April 2018 | Yachtport SA
24 April 2018 | Saldanha, 100 km nördlich Kapstadt
23 April 2018 | Saldanha
21 April 2018 | Cape of good hope
19 April 2018 | Kap der Guten Hoffnung
08 April 2018 | Simons Town/ Kapstadt
16 February 2018 | Berlin
14 February 2018 | Simons Towm
11 February 2018 | Simons Town

Etappenziel Trinidad.

11 July 2018 | Trinidad/Berlin
Ralph
Von French Guayana nach Trinidad beträgt die Entfernung ca. 600 Seemeilen. Von unserem Ankerplatz Saint Laurent fahren wir wieder fast 5 Stunden durch den Urwald hinaus zum Atlantik. Die letzten 2 Stunden weht uns ein starker Wind auf die Nase, welcher aus dieser Richtung wieder mal nicht vorhergesagt war.
Kaum im offenen Meer angelangt, schläft der Wind ein und wir müssen wieder mal unerwartet Motoren. In der Nacht, entlang der Surinamischen Küste müssen wir vielen Fischern ausweichen, die meisten ohne Positionslichter. Seltsamerweise nehmen zwei grössere Fischfangboote mit Positionslichter direkt Kurs auf uns und nähern sich unerfreulich nahe!? Vorsichtshalber ändern wir unseren Kurs und geben mehr Motorleistung. So finden wir in dieser Nacht kaum Zeit in unseren Freiwachen für eine Mütze Schlaf. Zu zweit lassen sich die Situationen besser einschätzen.
Um die Küste Venezuelas machen wir einen größeren Abstand. Nachrichten von Überfällen auf private Schiffe lassen uns vorsichtig sein. So schalten wir unsere Positionslichter in der Nacht aus und nutzen vermehrt unser Radar zur Sichtung von Schiffen.
Einige Meilen östlich von Trinidad nimmt der Schiffsverkehr erheblich zu. Der Seeweg aus der Karibik in den südlichen Atlantik führt durch die Meerenge zwischen Trinidad und Tobago. AIS ist hier wieder eine große Hilfe. Einige der Frachter wollen in die gleiche Richtung wie wir: Port of Spain in Trinidad.
Als wir uns entscheide eine schmale Durchfahrt nach Süden als Abkürzung zu nehmen, muss ich feststellen, dass ich (sehr müde morgens um 0500 Uhr) die Gezeiten nicht in Betracht gezogen hatte. So hatten wir die Strömung auf die Nase. Bei einer Geschwindigkeit von 1,5 Knoten über Grund brachen wir ab und nahmen nun doch die längere Strecke mit schwächerer Strömung in Kauf.
Gegen 0830 Uhr legen wir am Zoll-Dock an, um einzuklarieren. Papierkram nach englischen Maßstäben. Dann verlegen wir uns an eine Boje und fallen in unsere Koje.
Bis hierher haben wir nun ca. 5600 Seemeilen (10.400 km), gemessen von Kapstadt, mit nur kurzen Unterbrechungen hinter uns gebracht. Unzählige Segelmanöver, Reffen, Spinnaker, Segel runter, Motoren, haben uns auf Trab gehalten. Dann wieder Starkwind. Das ging nicht spurlos an uns vorbei. Carmen hat mindestens 2 Kilo abgenommen und das bei ihrem Leichtgewicht. Ich, leider keiner Gewichtsabnahme. Dafür ist wieder mal meine alte Wirbelsäulenverletzung (Schleudersitz) erheblich bewegungseinschränkend in Erscheinung getreten. Gleichzeitig machte mein frisch operiertes Knie auch noch Probleme.
So waren wir froh, endlich in Trinidad angekommen zu sein. Aber auch hier ging es gleich weiter. RELAX muss ins Trockendock, erforderliche Reparaturen müssen koordiniert werde.
Da Carmens Arbeitsbeginn der 1. Juli war, standen wir schon unter Zeitdruck.
Der Flug mit CONDOR von Tobago war ausgebucht. So flogen wir von Trinidad nach Miami, weiter nach Frankfurt, dann nach Berlin. Insgesamt waren wir mit Transfer zum Airport und nach Hause ziemlich genau 29 Stunden unterwegs.
Gut war, dass uns Deutschland mit herrlichem Sommerwetter erwartete. Kurzer Ruhetag für Carmen und schon ist sie wieder dienstlich unterwegs nach USA. Ich habe mir sofort einen Termin beim Chiropraktiker besorgt. Nun ticken die Uhren wieder mal anders. Bald aber planen wir die (wahrscheinlich) letzte Etappe (nach Florida) unserer Weltumseglung Die begann im Januar 2009 von Fort Lauderdale aus. Dort werden wir RELAX erst mal wieder hinbringen.
Und wie soll es weiter gehen? Auf jeden Fall gemütlicher! Die Bahamas sind immer noch, auch nach vielen anderen Revieren, unser "Heimat-Revier". In einem Punkt herrscht Einigkeit. Strecken nonstop über sehr lange Entfernungen sind NICHT vorgesehen!

Ungeplanter Stopp in Französisch Guyana

21 June 2018 | St. Laurent de Maroni
Ralph
Bild oben zeigt unsere Flussfahrt durch den Urwald. Nach Stunden wird eine Hütte sichtbar.

Eigentlich wollten wir direkt von Noronha nach Trinidad segeln. Die Windprognose war gut. Aber bereits nach einem Tag ließ der Wind nach. Es ging nur noch mit Spinaker oder Maschine. Lediglich in Regenschauern frischte der Wind auf und wir konnten ein wenig segeln. Eine neue Windprognose zeigte Wind noch weiter von der Küste entfernt. Also Motoren wir in die Richtung. Als wir dort ankamen, kein Wind aber eine Gegenströmung welche unsere Geschwindigkeit auf sagenhafte 1,9 Knoten reduzierte. Das ging nun gar nicht. Zurück Richtung Brasilianische Küste. Dort muss nahe der Küste eine günstige Nord-Strömung sein, sagt das Handbuch. Nach langer Zeit finden wir die Strömung. Aber immer noch kein Wind. Die Vorhersage sieht schlecht aus. Tagelang Motoren wir, unser Dieselvorrat nimmt stetig ab.
Wir erkennen, falls wir nach Trinidad Motoren müssten, dass unser Diesel nicht ausreicht. So entschließen wir uns nach French Guiana abzudrehen, um Diesel zu Bunkern. Saint Laurent heißt unser Ziel. Gute vier Stunden müssen wir den Fluss Maroni folgen. An den Ufern nur Urwald, der Fluss selbst eine braune Brühe.
In Saint Laurent befindet sich eine kleine private Marina. Einklarieren ist einfach, befinden wir uns doch im Territorium der EU! Wir Bunkern 110 Liter Diesel in Kanistern. Bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit kein Spaß. Dann kurzer Besuch beim Supermarkt, um frisches Obst und Brot zu kaufen.
Die Stadt selbst hat einen historischen Hintergrund, welcher uns nicht bekannt war. Hier befand sich die französische Strafkolonie von der der Film "PAPILLON" handelte. Das Hauptlager ist noch erhalten. Bis zu 70.000 Häftlinge befanden sich hier rund um Saint Laurent in verschiedenen Camps verteilt. Napoleon wollte den "Abschaum" der Gesellschaft nicht in Frankreich für teures Geld durchfüttern. Die Stadt ist immer noch geprägt von alten Gebäuden im damaligen Baustil.
Ist LÜDERITZ in Namibia von alten deutschen Häusern geprägt, so ist Saint Laurent das französische Pendant. Der Fluss Maroni bildet die Grenze nach Surinam. Hier findet reger illegaler Grenzverkehr statt, welchen die französischen Behörden augenscheinlich nicht in den Griff bekommen. Ist die offizielle Einreisestelle, welche wir genutzt haben, praktisch verwaist, flitzen kleinere Motorboote von Surinam nach French Guiana und anders herum.
Schmuggel jeder Art ist an der Tagesordnung. Und wer in French Guiana an Land kommt ist schon mal automatisch in der EU angekommen. Über die soziale Situation will ich mich nicht auslassen. In Gesprächen mit Einwohnern ist zu erkennen, unglaubliche Zustände. Die aufgenommen Flüchtlinge kassieren für jedes Kind Kindergeld. Da die meisten gar nicht arbeiten wollen, ist es so angenehmer möglichst viele Kinder zu zeugen. So beträgt das Durchschnittsalter in Saint Laurent 15 Jahre!!!! Auf den Straßen wimmelt es von Kindern.
Der ungeplante Stopp hier war sehr interessant. Sowie die Flussströmung kippt, geht es zurück in den Atlantik Richtung Trinidad. Nur 600 Seemeilen. Die Windvorhersage sieht gut aus.

Stopp in Fernando de Noronha

05 June 2018 | Island Noronha
Ralph
Mit Erreichen der brasilianischen Insel Noronha ist die Atlantikueberquerung praktisch abgeschlossen. Nun geht es entlang der Nordostküste Südamerikas Richtung Karibik, genauer gesagt nach Trinidad. Die Entfernung die wir noch zurück legen müssen beträgt knapp 2000 Seemeilen (3700 km). Wir werden im Abstand von ca. 200 Seemeilen der Küste entlang segeln.

Von Namibia bis Noronha haben wir um die 3570 Seemeilen (6640 km) zurückgelegt. Das Wetter war wechselhaft, Wind von 0 bis 30 Knoten. Alle Segel incl. aller Reffs und Spinaker wurden genutzt. Überraschungen gab es wenige. Einmal Überhitzung einer Maschine, wo wir eine Zeitangabe beschäftigt waren, die Ursache zu finden. Das Problem wurde gelöst. Wir begegneten nur 5 Schiffen, aber mindesten 15 Bojen mit AIS Kennung! Verloren von Fischern? Militärischer Kram? Beim Ausweichen einer solchen Boje donnerten wir fast über eine Boje ohne AIS Kennung.

Der chinesische Fischer der ein sehr langes Netz mit ca. 5 AIS Bojen schleppte und uns nahe kam, antwortete natürlich nicht über Funk obwohl wir ihn direkt über DSC individuell anklingelten. Professionalität in der Seefahrt gibt mir echt zu denken! Kommunikation gehört zur Professionalität.

Jedenfalls schafften wir den Landfall in Noronha kurz vor der Dunkelheit. Eine Beschreibung unseres Aufenthaltes in Noronha wird später nachgereicht.

St. Helena

20 May 2018 | St. Helena
Ralph

Die größte Stadt ist JAMESTOWN. Bei einer Gesamteinwohnerzahl von ca. 4200 ist die Stadt eher ein Städtchen. Dieser Ort verkörpert Ur-Britisches Flair. Angefangen von der Kirche bis zu den einzelnen Gebäuden.
Alle strahlt Ruhe aus. Natürlich fahren auch Autos, aber meist alte Modelle. Der Transport eines Autos kostet um die 5000 Britische Pfund. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von ca. 6000 GBP ist das schon happig.
Internet für Prepaid Sim Karten ist kein Schnäppchen. Für die Sim Karte 16 GBP (18 Euro). Für 100 MB muss man 11.50 Euro berappen!!!Für 100 MB!!!
In Restaurants ist es billiger: 1 Stunde ca. 7 Euro.
Ein Besuch beim Hospital (nur dort ist ein Arzt) kostet, wenn die Krankenschwester helfen kann, 97 Euro. Kommt der Arztbesuch dazu muss man 776 Euro bar hinblättern. Bei der Einreise muss man nachweisen, dass man eine Rücktransport-Versicherung hat. Wenn nicht, muss man vor Ort eine käuflich erstehen oder man bekommt keine Einreisegenehmigung.
Die Behörden selbst sind sehr freundlich.. Ankern ist praktisch nicht möglich, Bojen kosten natürlich. Mit dem Beiboot anlanden gestaltet sich wegen des Schwells und Platzmangel schwierig. So nimmt man das Wasser-Taxi, jede Fahrt 2,3o Euro pro Person einfache Fahrt.
Wir wollten nochmals einige Sachen einkaufen, Obst, Kartoffeln, Joghurt und Eier. Nichts war es. Die Regale waren leer. Der Versorgungsfrachter kommt erst wieder nächste Woche!
So beschaulich die Insel ist, so hat sie auch Nachteile. Der wöchentliche Flug aus Johannesburg ist auch nicht sicher, da die Wetterverhältnisse schwierig sind.
Morgen haben wir einen Leihwagen gemietet und werden die felsige Insel erkunden.
Interessant ist natürlich das Haus, in dem Napoleon im Exil lebte. Jetzt wohnt dort der französische Konsul.
Auf der Insel läuft alles einen ruhigen Gang und prompt ist fast alles am Sonntag geschlossen. So konnten wir Napoleons Haus nur von außen betrachten, ebenso sein Grab. Aber man konnte sich vorstellen, wie bitter es für Napoleon war, weit oben auf der Insel, fast mittig, mit Sicht auf den Atlantik, zu erkennen, dass er keinerlei Chance hatte, von dort zu entkommen.
Ansonsten haben wir die kurvigsten und engsten Straßen (Wege) seit langer Zeit befahren. Der neu eröffnete Flughafen musste natürlich auch besucht werden. Aber, der war auch geschlossen, da heute kein Flugzeug erwartet wurde.
Und nun haben wir wenigstens einen Spot gefunden (Hotel) wo wir noch schnell unsere Blog-berichte über Internet absetzen können. Allerdings ohne Bilder, da das Internet zu langsam ist. Das letzte Wasser-Taxi zur RELAX geht um 1800 Uhr. Das dürfen wir nicht verpassen. Um 1800 Uhr öffnen hier die Restaurants (mit WiFi). Zu spät für uns.
Abschließend ist zu sagen, St. Helena war den Stopp wert! Morgen geht es Richtung Trinidad mit eventuellen Stopp auf den Noronha Inseln (Brasilien). Also lange, ca. 30 Tage (3600 Meilen nach Trinidad) kein Internet, kein Radio, Fernsehen, nervige Nachrichten. Die wichtigen Dinge im Leben kommen zum Tragen.
Vessel Name: RELAX
Vessel Make/Model: Catamaran MANTA 42
Hailing Port: Hamburg
Crew: Ralph & Carmen
About:
Skipper/Captain Ralph: Beruflicher Werdegang, Jahrgang 1948. Nach Schulabschluss Eintritt in die Luftwaffe mit Aufnahme der fliegerischen Ausbildung. [...]
Extra: Der Skipper trat im August 2008 in den endg�ltigen Ruhestand. Dann ging es los Richtung Westen.
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