Green Coral

Green Coral im Tagus Yacht Center, Amora (Lissabon)

14 August 2014 | Mackay Marina, Australia
12 August 2014 | Mackay, Australien
10 August 2014 | Bundaberg Port Marina, Australia
07 August 2014 | Scarborough Marina, Australia
07 July 2014 | Monthys Boatyard, Caboolture, Australien
07 July 2014 | Scarborough im Februar 2014
15 June 2014 | Bundaberg, Dezember 13 bis Februar 14
23 May 2014 | Coral Sea im Dezember 2013
22 May 2014 | Espiritu Santo, Vanuatu im November 2013
21 May 2014
15 May 2014 | Malekula, Vanuatu im November 2013
09 May 2014 | Epi, Vanuatu im Oktober 2013
05 May 2014 | Efate, Vanuatu im Oktober 2013
01 May 2014 | Tanna, Vanuatu im Oktober 2013
21 December 2013 | Tanna/Vanuatu
27 October 2013 | Vanuatu
28 September 2013 | Noumea
05 September 2013 | Noumea
09 December 2012 | Whangarei, NZ
07 December 2012 | Whangarei, NZ

Cape Town Verlängerung

26 March 2015 | Cape Town
Rosmarie
Wieder einmal mussten wir unsere Pläne ändern. Wir wollten schon die Leinen lösen, da stellten wir fest, dass wir erneut ein technisches Problem hatten. Mit Hilfe der freundlichen Damen des Marina Offices, die einen Brief, mit der Schilderung unseres Problems, an die Behörden schrieben, wurden wir am nächsten Morgen mit einem 3 Monate Visum (ohne zusätzliche Kosten) wieder einklariert. Wer hätte gedacht, dass es so einfach geht! Gut, so einfach war es dann doch nicht, denn es brauchte noch einige Disskussionen zwischen den Beamten, ob sie überhaupt ermächtigt waren, uns die erneute Einreise zu gestatten. Schlussendlich entschieden sie, dass dem doch so war und knallten den Einreisestempel in unsere Pässe. Wohl die einfachste Lösung für alle!

Was nun? Eigentlich waren wir bald wieder bereit die Leinen zu lösen, nachdem wir das Problem erstanlich schnell gelöst hatten. Aber der Tafelberg, der uns täglich von oben herab grüsste, mal mit Tischtuch (Tablecloth) mal ohne, lockte uns dermassen, dass wir entschieden noch ein paar Tage hier zu bleiben. Sehr zur Freude all unserer Freunde hier. Dies gab uns auch Gelegenheit Traceys Eltern, die hier wohnten kennen zu lernen. Sie besuchten uns einmal an Bord und hatten gesehen wie sich's so lebt auf einer Yacht.

Inzwischen waren noch zwei Segler, die wir ebenfalls in Curaçao kennen gelernt hatten wie "Cooe Too", hier eingetroffen. Aber nicht mit ihrem Boot "Kalida", dass sie in New Zealand verkauft hatten, sondern mit einem Mietauto. Sie hatten sich in der Zwischenzeit ein anderes Boot ("Ariel") in Griechenland gekauft, das jetzt dort auf dem Trockenen auf sie wartete. Zufällig bereisten sie genau jetzt Südafrika und hatten sich mit H. und Bronte von "Cooe Too" verabredet! Das wurde ja immer besser! Wir hatten ein paar Abende viel Spass zusammen, was wir mit Amarula tüchtig begossen. Es hat gut getan sie alle zusammen wiederzusehen. Unsere Wege hatten sich ja all die Jahre an den verschiedensten Orten immer wieder gekreuzt, bis wir alle in Neuseeland waren. Dort hatten sich unsere Wege getrennt.

Der Tafelberg, so dominierend über Cape Town wie das Matterhorn über Zermatt! Mit etwas Proviant machten wir uns auf den Weg. Mit den ÖV's gings bis zur Talstation der Luftseilbahn. Da staunten wir nicht schlecht wieviele Leute da bereits anstanden. 2 Std. Schlange stehen in brütender Hitze, da ist am Skilift anstehen ein schnöder Klacks dagegen. Da konnte man ja glatt verdursten unterwegs, obwohl, dort wo es eine Art Unterstand hatte, von Zeit zu Zeit ein feiner Wassernebel über den Köpfen der Anstehenden versprüht wurde. Schade hatten wir unsere Wanderschuhe nicht dabei. Mit selbst hochsteigen wären wir wohl schneller gewesen!

In der Talstation hatten wir dann noch genügend Zeit all die Infos über die Bahn zu lesen. Sie wurde von der CH-Firma Garaventa gebaut und ist eine von denen die sich während der Fahrt einmal herum dreht, so dass alle innendrin die volle Rundsicht geniessen können. Beeindruckend!

Oben sind die verschiedenen Wege gut ausgebaut und an verschiedenen Stellen mit Tafeln versehen die Infos über die Pflanzen und Tierwelt und deren Schutz erklärten. Auch auf die Gefahren wurde ausgiebig informiert. Wenn nämlich der Wind stärker wird ertönt ein Rückrufsignal und man muss unverzüglich zur Bahn zurück, damit alle Besucher schnellst möglich nach unten transportiert werden können. War zum Glück an diesem Tag nicht der Fall.

Wir assen unser Pic-Nic auf luftiger Höhe und genossen den ganzen Nachmittag mit umherwandern, Aussicht geniessen und beobachten von Vögeln, Echsen und den Dassies (Klippschliefer, eine Art Murmeltier). Zum Schluss der Tages gönnten wir uns noch Kaffe und Kuchen im Gipfelrestaurant. Dann reihten wir uns wieder in die Schlange ein damit uns die Bahn wieder hinunter bringen konnte. Zum Glück war die Wartezeit nicht mehr so lange wie bei der Bergfahrt.

Langsam drängte die Zeit. Wir wollten ja noch dieses Jahr in Europa ankommen. Die Idee über Brasilien und die Karibik nach Europa zu segeln hatten wir bereits aufgegeben. Dafür war es schon zu spät. Zusammen mit ein paar anderen Yachten wollten wir jetzt durch Mitten durch den Süd- und Nordatlantik direkt zu den Azoren segeln. Das gab uns Zeit noch Lüderiz in Namibia zu besuchen und in St. Helena einen längeren Stopp einzulegen. Aber auch für diesen neuen Plan drängte die Zeit bereits und wir mussten in die Gänge kommen. Also noch einen letzten Einkauf im Supermarkt. Am 20.03. stimmt auch das Wetter. Südliche Winde und schönes Wetter sind angesagt. Ideale Bedingungen um nach Namibia zu segeln.

Royal Cape Yacht Club

13 March 2015 | Cape Town
Rosmarie
In der Nacht hatte es etwas geregnet was wir dankbar als Süsswasserdusche für unser Schiff registrierten. Noch etwas unausgeschlafen meldete Peter sich im Marina Office, um mit dem Manager zu sprechen, ob wir am Platz bleiben konnten oder wo anders hin mussten, da wir doch einige Zeit hier bleiben wollten (mussten, bis alles repariert war). Die nette Dame am Desk fand den Manager nicht, meinte aber es sei gar kein Problem.

Wir hatten hier in Cape Town Seglerfreunde "Cooe Too" (Bronte und H.), die wir vor Jahren in Curaçao getroffen hatten. Sie sind hier wieder sesshaft geworden um zu arbeiten. So trafen wir Bronte zum Lunch im Club. Er erzählte uns, dass sie ihr Boot in NZ verkauft hatten. Im November hatte er einen schlimmen Töffunfall und war noch nicht wieder ganz hergestellt (er fährt Rennen). Aber langsam besserte alles und er hatte bereits einen neuen Job für den nächsten Monat in Aussicht. Seine Partnerin H. arbeitete fast Tag und Nacht an einem Filmset (Werbebranche) und hatte Kunden zu betreuen. Wir trafen sie erst nach dem Abschluss der Arbeiten. Bronte fuhr mit Rosmarie zum Einkaufen mit seinem neuen Boy Toy (schicker, leuchtend blauer BMW) und Peter hatte in der Zeit die Gasflasche zum Shipchandler, zum füllen, gebracht und das Schiff an den Landstrom angeschlossen. Das Free Internet der Marina funktionierte auch leidlich auf dem Boot.

Vorerst aber trafen wir uns mit andern Seglern in der Clubbar auf einen Wiedersehensdrink. Klar gesellten sich neue Leute zu den"alten" Bekannten und es wurde ein Bier-Fröhlicher Abend! Wir diskutierten über die Pläne und Strategien wie es von hier aus weiter gehen sollte. Der Club war gerammelt voll, den Mittwochs und Sonntags wurden Clubregatten abgehalten. Ein absolut erfolgreicher erster Tag!

Hier musste Rosmarie eine Passbeglaubigung für ihre Schweizer Bank einholen, was die Hafenpolizei unbürokratisch und schnell erledigte. Gleich musste Rosmarie den Brief in die Schweiz auf der nächsten Post aufgeben (Paarden Island). Bei der Gelegenheit fand sie in einer Chandlery eine neue Konsole für das GPS, die unterwegs schlapp machte.

Wir begannen schnell mit den wichtigsten Arbeiten und Reparaturen auf unserer Liste: Beim Kamin hatten wir eine undichte Stelle und das Segel musste zum Segelmacher. "Orion" war schon bereit um weiter zu fahren und wir halfen beim Leinen lösen und ablegen.

Am nächsten Tag kam Bronte uns wieder besuchen und wir fuhren zusammen zur Waterfront. Ein riesiges Gelände mit Shoppingcenter, Restaurant, Vergnügungspark, Marina und Museen (zum Beispiel das Diamanten Museum). Wir erkundeten vor allem die zwei Supermärkte und waren im Schlemmerland angelangt! Zu Fuss zur Marina, war es ein Fussmarsch von fast einer Stunde. Auf der Karte sah alles so nah aus, war es aber bei weitem nicht, da Cape Town noch grösser als Durban war.
Nun kannten wir schon mal die wichtigsten Orte zum überleben. Mit vollen Rucksäcken gings zurück mit den gut organisierten und günstigen ÖV's und nur 10 min. laufen zur Marina.

Weiter gings mit abarbeiten der Arbeitsliste: Wäsche waschen und verstauen (langsam, da die Maschinen sehr langsam waren), die Genua anschlagen die aus der Reparatur zurück war, Fenster die bei den Rahmenspalten auch nicht alle dicht waren, neu abdichten, Proviant durchsichten und Liste erstellen, Proviant Grosseinkauf machen und alles verstauen.
Das Wetter war allgemein schön und trocken, aber oft hatten wir viel Wind bis 25kn, auch in der Marina. Die Wäsche brauchte mind. 4 Klammern/Stück um nicht von der Leine gerissen zu werden! Cape Town ist im übrigen auch bekannt als "Windy City". Das verhinderte leider auch dass wir dringend nötige Lackierarbeiten auch hier nicht machen konnten.

Dann musste Peter noch zum Zoll (mit Quittung der Marina, dass wir bezahlt hatten) und Ausklarieren bei Immigration, da unser Visa am 11.03. ablief.
Auch schafften wir es noch mit B. und H. im Restaurant Grand, an der Camps Bay, zu dinnieren. Das Essen war vorzüglich und die Bedienung sehr flott. Danach machten die Beiden mit uns eine Sightseeing Tour hoch zum Signal Mountain, wo wir eine grandiose Aussicht auf das nächtliche Cape Town und die umliegenden Buchten hatten. Es war so schön die Beiden wiedergesehen zu haben und in Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse zu schwelgen. Schade war nur, dass die Zeit nicht mehr gereicht hatte den Tafelberg zu besteigen, was eigentlich ein Muss (!) ist.

Nun war praktisch alles bereit auszulaufen und ein neues Ziel anzuvisieren.

Durban bis Cape Town

03 March 2015 | Cape Town
Rosmarie
So gut es uns hier in der Durban Marina gefallen hatte, kam was sich nicht vermeiden liess. Wir mussten wieder einmal Abschied nehmen von lieb gewonnenen Freunden. Dies feierten wir mit allen gebührend. Wir bedankten uns bei der ausserordentlich freundlichen und hilfsbereiten Staff der Marina, klarierten aus, füllten Vorrats Kisten, Wassertanks und bunkerten Diesel, zurrten alles fest an Deck und checkten nochmals das Wetter.
Wir bereiteten uns für den 22.02 zur Abfahrt vor, aber dann gabs doch noch einen Tag Verzögerung. Das Wetter hatte sich dramtisch schnell verändert. Ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner und sintflutartigem Regen brach über Durban herein, mit starken Winden bis 35kn in der Marina. Wir hatten ein paar Mal erlebt, dass der Wind plötzlich von einer Minute auf die andere so heftig über die Marina brauste.
Dann am 23.02 hielt die Green Coral nichts mehr und wir lösten die Leinen in Durban Marina.Das Abenteuer, "Segeln im Agulhas Strom" konnte beginnen. Der Agulhas Strom geht hinunter bis zu Cape Agulhas, ganz unten am Südzipfel von Südafrika. Wie schon mal erwähnt setzt der Strom von Norden nach Süden der Küste entlang und ist deshalb auch so warm (ca. 26°C). Hilft also demjenigen der auch in diese Richtung fährt. Wenn nun der Wind auch noch aus Nordosten bläst sind die Bedingungen perfekt, um sehr schnell nach Süden zu kommen. Bläst der Wind hingegen aus Südwesten, können sich Wellen von bis zu 20m Höhe auftürmen. Unvorstellbar! Da das Wetter sehr schnell ändern kann ist es wichtig, dass man akkurate Wetterinformation bekommt. Die Wetterfrösche (vom Peri-Peri-Net und vom South African Marina Mobile Net) hier sind zum Glück sehr erfahren und versorgen die Segler laufend mit den aktuellen Daten, wann ein Wetterfenster in Aussicht ist. Wenn sich die Wettersituation verschlechtert während man unterwegs ist, kann es sein, dass man umkehren muss und den nächsten sicheren Hafen anlaufen.

Unter Motor fuhren wir aus dem Hafen. Als wir draussen das Grosssegel setzen wollten, stellten wir fest, dass wir die Reffleinen verkehrt herum eingefädelt hatten. Peter, der noch keine Seebeine hatte, musste das mühsam ändern. Das Boot schaukelte wie wild hin und her denn wir hatten 3m Wellen und ordentlich Wind. Als das Gross dann endlich oben war, stellten wir weiter fest, dass die unterste Luvbox (Gleiter) defekt war, und die darin befestigte Segellatte heraus gerutscht war. Das wollten wir nicht flicken unterwegs. Also musste das Gross wieder runter und das Besansegel (hinterer Mast, viel kleiner) gesetzt werden. Dann hätte Peter noch das Stagsegel setzten sollen, er war aber zu müde dazu. Er musste sich erst mal ein paar Stunden hinlegen.
Mit Fock und Besan Segel war das Boot jedoch zu langsam um mit dem Autopiloten gesteuert zu werden. Deshalb mussten wir stundenlang von Hand steuern. Dann hatte das Antennenkabel einen Wackelkontakt und die Funkerei klappte überhaupt nicht. So musste Peter auch noch auf den Besanmast klettern um es neu anzuschliessen. So ein Krampf!
Endlich setzten wir das Stagsegel und konnten die Windfahnensteurung einrichten.
Am zweiten Tag befanden wir uns dann im Strom und wir machten sagenhafte 8.8kn Fahrt. Das war sehr ungewohnt für uns, denn normalerweise sind wir nicht schneller als 6kn.
Der Wetterbericht für die nächsten Tage war schlecht und so mussten wir in East London unseren ersten Halt einschalten.
Am späten Abend erreichten wir den sehr gut befeuerten, sicheren Hafen von East London. Um Mitternacht, im Schein der Hafenlichter, machten wir an einer Mooringboje im Buffalo River, vor der Brücke, fest. Hier war das Wasser merklich kühler (16,9°C) als draussen im Strom (bis zu 26°C).
East London ist kein toller Ort, die Hafenanlage hat ein paar hässliche Industriegebäude, den Polizeiposten bei dem wir uns melden mussten und ein Restaurant. Der Ort selber ist etwas weiter hinten im Tal und nicht sichtbar. Wir mussten dem freundlichen Beamten nur den Flightplan (heisst wirklich so), mit unserem nächsten Bestimmungsort, abgeben. Dieses Formular wurde dann dorthin gefaxt. Das war alles! Wir probierten danach gleich das Restaurant Footprint aus. Die Bedienung, gelangweilt aber freundlich, wartete auf die Mittagsgäste.
Das Essen war sehr gut aber die Portion sehr klein, dafür hatten wir gratis Internet Zugang. Einer der Kellner fing ein Gespräch mit uns an. Schon nach ein paar Minuten fragte er plötzlich ob wir ihn nicht mitnehmen könnten in die Schweiz. Er möchte unbedingt dort hin und bräuchte noch einen Sponsor der für ihn bürge. Wir mussten ihn enttäuschen und erklären, dass das nicht gehe, weil wir erstens noch sehr lange unterwegs seien, und zweitens keinen Platz für Gäste an Bord hätten.
Wir warteten drei Tage, mit relaxen, lesen und Sachen reparieren (auch die Segellatte wieder in der Luvbox befestigt), bis sich erneut ein Wetterfenster auftat.

Wieder lenkten wir das Boot in den Agulhas Strom. Und wieder war es schlecht steuerbar mit Autopilot und Windfahnensteuerung. Daran war wohl die Strömung schuld und der Wind der uns entgegen blies! Zum Glück nicht sehr stark und wir hatten bur 2½m Wellenhöhe. Der Grossschifffahrtsverkehr war beträchtlich. Frachter und Tanker waren in beiden Richtungen unterwegs und umzingelten uns. Wieder einmal waren froh, dass wir AIS hatten und so die Bewegungen der grossen Schiffe genau sehen konnten.

Die Fahrt bis zum Cape Agulhas ist abwechslungsreich und die Bedingungen sind einigermassen gut. Mit segeln und motoren lassen wir alle sicheren Ankerplätze aus, um so schnell wie möglich das Cape Agulhas zu umrunden. Leider sehen wir die Konturen des Kaps trotz Mondlicht schlecht. Danach ändert sich alles! Wir werden langsamer und die Wassertemperatur sinkt dramatisch auf eisige 12°C, so dass wir uns wärmer anziehen müssen. Im nu gibt es Kondenswasser überall im Schiff! Auch der Wind ändert dreht nach Nordwest und wir setzen mehr Segel.

Am Nachmittag erreichten wir die Valsbaai an dessen Südwestecke das berühmte "Cape of Good Hope" liegt. Sieht auch nicht wirklich spektakulär aus, mit grossem Parkplatz und eine Menge Touristen. Wir waren nicht sehr beeindruckt. Viel spektakulärer hingegen war der Sonnenuntergang, mit fast spiegelglattem Meer, ab und zu ein Seelöwe der sich auf der Wasseroberfläche in den letzten Sonnenstrahlen aalte.
Als wir zur Houtbaai kamen, sahen wir das es an den Hügeln des Konstatinaberges überall brannte. Ein schauriges Schauspiel in der Dämmerung. Das Feuer brannte auf der ganzen Flanke fast rund um den Berg noch zwei Tage weiter, hörten wir danach in Cape Town. War sehr schlimm für all die Leute die ihre Häuser aufgeben mussten und viele litten unter der starken Rauchentwicklung im weiten Umkreis des Feuers. Wir hatten Glück, dass der Rauch nicht aufs Wasser zu uns kam.
Nach dem wir den Duikerpunt erreichten tauchte das riesige Ankerfeld der grossen Schiffe vor uns auf, alle fast taghell beleuchtet. Sieht aus wie Weihnachtsdekoration von weitem! Wir schlängeln uns durch und erreichen die Royal Cape Yacht Club (RCYC) Marina um Mitternacht. Am Nachmittag hatten wir telefonisch einen Platz von der Marina zugewiesen bekommen. Dank der guten Beschreibung und der vielen Lichter der Stadt, fanden wir diesen Problemlos in der Nacht. Es erschien doch tatsächlich ein Segler (vom Boot "Renate") der uns half anzulegen. Wir tranken einen Manöverschluck (Grogg) und fielen danach wie tot in die Kojen.

Ushaka Marine World und andere Ausflüge

25 February 2015 | Durban
Rosmarie
Einmal besuchten wir die Beachfront. Diese wurde total neu angelegt, zusammen mit dem Stadion, im Rahmen der Fussball WM vor einigen Jahren.
Dort stehen auch unzählige Hotels und ein viele Kilometer langer Rad und Fussgänger Weg. Dieser und die Beach lockten sonnenhungriges und mehr oder weniger sportliches Volk an. Über Weihnachten und Neujahr war dort die Hölle los. Wir hatten sowas nur noch an der Cote d'Azur in Frankreich erlebt. Strassen und Parkplätze, alles vollgestopft und überall Ramba Zamba! Sicher baden konnte man jedoch nur dort wo Netze die Haifische fern hielten. Durban bietet auch Surfern gute Strände mit hohen Wellen. Taucher finden ebenfalls schöne Reviere. Diese Küste bietet viel.

Auch das Port Natal Maritime Museum war ein Besuch wert. Klein aber fein!
Mit viel Enthusiasmus und Freizeitopfern renovierten Freiwillige ein altes, Kohle betriebenes, und ein moderneres aber herunter gekommenes, Tugboat. Auch ein Minensuchboot aus dem II. Weltkrieg war zu besichtigen. In der Ausstellung hatte es viele kostbare Schiffsmodelle.

Ein anderes Mal waren wir mit unseren Freunden Tracey und Familie im Botanischen Garten. Ein Ort wo man Sonntags hin geht und Picnic macht. Im Restaurant dort fand gerade eine indische Hochzeitsfeier statt und wir konnten das Paar beim Fototermin beobachten. Das Haar der Braut war reich mit Blumen geschmückt. Auch deren Auto auf dem Parkplatz war hübsch dekoriert. Wir genossen ein paar ruhige Stunden dort zusammen.

Das Ushaka Marine World ist ein riesiger Komplex mit Touristenfallen (unzähligen teuren Shops, Restaurants, Take Aways), Reptilien Ausstellung und der Unterwasser Welt mit Aquarien und Shows. In das eigentliche Marine World war auch ein Wet and Wild integriert.Wir verbrachten einen ganzen Tag im Marine World.
Ein riesiges Wrack, täuschend echt nachgemacht (aber aus Kunststoff), beherbergte ein Restaurant, eine Bar und das fantastische, unterirdisch angelegte Aquarium. Rundherum waren verschiedene Becken angelegt, in die man von oben wie von unten hinein sehen konnte. Im Haifischbecken konnte man sich, als Taucher in einem grossen Käfig, zu den Haien gesellen. Ein anderes konnte man durchwandern mit einem Astronautenhelm mit Luftschlauch dran. Ein weiteres war den Schnorchlern vorbehalten und zeigte viele Reeffische. Das alles und viel mehr sah man auch von unten durch dicke Glasscheiben. Zu den Fütterungszeiten war kaum mehr Platz vor den Fenstern zu kriegen.
Die Hauptatraktion war die Delfinshow, welche zweimal pro Tag statt fand. Sie pflegen dort einen Delfin, der verletzt aufgefunden und gesund gepflegt wurde. Sein Name ist "Gambit" und er ist ca. 44 Jahre alt und ist so quasi in Rente. Er musste keine Luftsprunge mehr absolvieren, schien jedoch noch Spass an den kleineren Tricks zu haben! Dafür zeigt eine Gang von 5 jüngeren Tieren was sie alles drauf hatten. Ihr liebstes Spiel war das bespritzen des Publikums das auf den vorderen Rängen sass.
Interessant war auch die Fütterung der über 40 Cape Pinguine. Sie waren alle mit einem Band, das verschieden farbige Streifen hatte, gekennzeichnet. Damit auch wirklich jedes Tier genug zu Fressen bekam, mussten sie einzeln antreten (schön in der Reihe anstehen) und erhielten 2-3 Fische (Pilchards). Manchmal hatten sie Mühe und würgten richtig bis der Fisch unten war. Wir lernten, dass Pinguine ihr Fressen nur in Fisch oder nicht Fisch einteilen können, also kein anderes Geschmacksempfinden haben. Interessant!
Der Anziehungspunkt für die kleinen Kinder waren die Seelöwen (Seals) die einige kleine Kunststücke zeigten. Ein mutiges Kind durfte sich von so einem schnautzhaarigen Burschen küssen lassen. Nachgefragt wie sich das anfühlte, antwortete das Kind mit gerümpfter Nase, dass der Kerl stark nach Fisch gerochen hätte!

Dann erreichte uns die traurige Nachricht vom Tod eines deutschen Seglerfreundes, den wir in Neuseeland kennen gelernt hatten. Er und seine Partnerin waren schon vor Jahren nach Neuseeland ausgewandert und wohnten auf dem Boot. Sie segelten immer in der Cyclon freien Saison nach Norden zu den verschiedenen Inseln, wo wir sie auch manchmal trafen.
In der Zeit wo wir das Boot an Land hatten, besuchten wir sie oft am Samstag Morgen nach dem Markt. Wir tranken ihnen den guten "Zmorgenkafi" weg und hatten viel Spass zusammen.

Safari im iMfolosi Wildlife Reserve

05 February 2015 | Durban
Rosmarie
Im Mpila Resort (iMfolosi Park), hatten wir für 3 Tage ein Chalet gemietet. Kochen mussten wir selber.
Peter holte am Montag früh den Mietwagen. unser Gepäck mussten wir bei strömendem Regeneinladen. Den ersten Halt machten wir im Gateway Shopping Center (Nahe des Flughafens) um Vorräte für die drei Tage im Wildpark ein zu kaufen. Die Strassen waren gut und ausserhalb von Durban fuhren wir lange Zeit durch riesige Baumplantagen hindurch (Holzproduktion). Wir kamen an Dörfern vorbei mit runden Lehmhäusern und Strohdächern und Ständen mit Früchte und Gemüse Händlern. Die Kühe liefen manchmal gefährlich nahe der Strasse entlang wo die Autos mit hoher Geschwindigkeit vorbei brausten. Weiter oben im Norden wurde die Autobahn zu einer viel befahrenen Autostrasse, an der es keinen Zaun hatte, wie an der Autobahn.
Die Fahrt bis zum Park Eingang dauerte gut 3 Stunden. Am Gate wurden wir registriert. Nach dem Gate verzweigte sich die geteerte Strasse. Links zum iMfolosi und Mpila Resort, rechts zum Hluhluwe und Hill Top Resort.

Da es schon später Nachmittag war, fuhren wir gleich zum Mpila Resort, welches sich auf einer der höchsten Bergkuppen im Gelände befand. Alle Abzweigungen waren nummeriert, so konnte man sich gut orientieren auf der Karte, die wir am Gate kauften.
Schon auf dem Weg zum Resort (ca. 1 Stunde Fahrt), sahen wir viele Wildtiere gleich neben der Strasse. Als allererstes sahen wir ein White Rhino Mami mit Sprössling. Dann eine grosse Herde Impala Antilopen und ein paar Zebras. Als nächstes ein grosses Warzenschwein, einen Rietbock und noch mehr Impalas. Kurz bevor wir ins Resort kamen, entdeckten wir gar eine Giraffe die sich wohl für die Nacht unter einem Baum nieder liess. Wir waren total begeistert von dieser Fülle an Wildtieren gleich in der ersten Stunde im Park.
Beim einchecken mussten wir die Parkfee bezahlen und buchten gleich eine kleine Wandertour für den nächsten Morgen.
Im Resort hatte es nebst dem Office einen kleinen Shop, wo man Souvenirs und auch ein paar Basics an Esswaren fand. Vor allem Holz und Holzkohlen um zu Grillieren, Spaghetti und Saucen dazu. Und eine Tankstelle hatte es auch.
Auf dem Weg zum Chalet, turnte eine Horde Paviane in den Bäumen über uns zur Begrüssung. Ja nie füttern, sonst werden sie immer frecher.
Wir richteten uns im Chalet ein. Es hatte eine kleine Terasse mit Zaun und Türchen, welches man immer geschlossen halten musste. Denn die Wildtiere konnten sich überall frei bewegen bis zum Haus, ausser die Elefanten, was ein hoch angelegter Zaun verhinderte. Die Tür zum Chalet musste man auch immer gut verschliessen, sonst war nichts vor den Pavianen sicher!
Drinnen hatte es eine Kochnische mit Herd und Backofen, Schüttstein, Kühlschrank, Geschirr, Wandschrank, grosses Bett und einen Tisch mit 4 Stühlen. Das Bad war modern, geräumig und hatte Dusche, WC und ein Lavabo. Geschmackvoll eingerichtet und funktionierte.
Zum Abendessen kochten wir Spaghetti an Tomatensauce, grünen Salat mit Tomaten und schauten uns im Computer einen Film an. Fernseher hatte es keinen und der Strom wurde von 22 Uhr bis 7Uhr früh ausgeschaltet. Eine Petroleum Lampe stand auf dem Tisch und wir hatten unsere Stirnlampen dabei um uns nachts im Raum zu bewegen.
Rund ums Chalet herum raschelte, schnüffelte und grunzte es im Dunkeln. Was das wohl für ein Tier war? Es war übrigens strikte verboten nachts draussen herum zu laufen! Zu gefährlich!
Tagwache 4 Uhr früh! Mit Proviant, Wanderschuhen, langen Hosen, langärmligen Hemden, Hut und Sonnencrème machten wir uns auf. Treffpunkt war um 5.30 Uhr beim Office. Es fanden sich nebst dem Ranger Swane mit Begleiter Magic (Lehrling) noch 3 weitere Personen ein. Swane erklärte uns die Regeln. Keine Tiere füttern, nicht laut sprechen und bei Fragen oder Foto Pausen, dies bei ihm melden mit einem zweimaligen klicklaut (Zungenschnalzen). Er wiederholte das alles mind. drei Mal hinter einander, aber es war trotzdem nicht einfach ihn zu verstehen weil er nicht deutlich sprach.
Wir fuhren mit unseren Autos zu Abzweigung Nr. 7. Kaum waren wir losgefahren, rannte eine Fleckenhyäne über die Strasse. Ging es schon los mit Tieren sehen? An unserm vorläufigen Ziel angekommen, bläute uns Swane erneut seine Regeln ein und versprach uns, dass wir die Big Five sehen werden. Als erstes lauschten wir dem Vogelgesang (die Vögel waren relativ nahe und gar nicht scheu). Schön im Gänsemarsch und beschützt von Swane vorne und Magic hinten (beide mit Gewehren ausgestattet) marschierten wir auf einem schmalen Pfad durchs Unterholz. Hie und da blieben wir stehen und lauschten oder Swane erklärte uns eine Pflanze oder einen Baum am Weg. Er zeigte uns den Marulabaum dessen Rinde wie Früchte die Elefanten lieben. Wenn die Früchte überreif sind und gären, dann sind sie berauschend und das mögen die Elefanten wie auch die Paviane (wahrscheinlich torkeln sie dann besoffen durch den Busch)!
Leise, von Zeit zu Zeit horchend, pirschten wir uns weiter. Nach etwa einer Stunde öffnete sich die Buschlandschaft und wir kamen zu einem Felsvorsprung. Der Ausblick auf einen Fluss hinunter, der sich durch ein sanftes Tal schlängelte, war fantastisch. Und genau unter uns wo er einen Bogen machte, lagen eine Gruppe Rhinozerosse und schliefen. Das heisst sie waren gerade im Begriff zu erwachen und "räkelten" sich, hoben den Kopf und legten sich nochmals gemütlich in ihre sandigen Bette. Während wir unsere Zmorgensandwiches kauten, erhob sich ein riesiger Bulle und ging zur "Toilette" und fing an sich im Gras sein Frühstück zusammen zu suchen. Ein Tier nach dem andern stand danach auf, machte Morgentoiltte und verschwand, langsam grasend, in den Büschen. Andere Tiere entlang des Flussufers konnten wir nicht ausmachen.

Wir machten uns auf den Rückweg. Dieser führte uns auf andern Wegen über Wiesen und an vielen verdorrten Bäumen vorbei. Auf den Wiesen hatte es von Zeit zu Zeit Stellen wo viel Dung herum lag und fleissige Dungkäfer grosse Ballen formten und irgendwo hin rollten. Auffallend war, dass die Stellen von nur einer Pflanzensorte bewachsen waren, wie wenn jemand das so angesät hätte. Dies sei eine typische Rhino Toilette erklärt uns Swane. Die Männchen brunzen in der Mitte, die Weibchen aussen rundherum.
Man kann den Dung des Rhinos gut von demjenigen des Elefanten unterscheiden. Das Rhino frisst fast nur Gras und der Dung hat dementsprechend nur kurze Pflanzenfasern drin. Der Elefant hingegen hinterlässt riesige Haufen wo er gerade geht und frisst ausser Gras auch viele Äste und sogar kleine Bäume. Sein Dung enthält dadurch viel längere Pflanzenfasern, ist also auffallend gröber.
Der Dung der Giraffe sieht ganz anders aus. Kleine Bällchen, etwa von der Grösse von Chupachups (Lollies), ähnlich dem von Ziegen, nur grösser.
An einem Busch endeckten wir eine gut getarnte, bizzare, grosse Heuschrecke, die wir gebührend bewunderten.
OK, die Kleinen hatten wir jetzt gesehen. Aber wo blieben die Grossen? Ausser zerstörten Bäumen, verschiedenen Fussspuren, Dung und Loosung von Hyänen sahen wir immer noch nichts von den dazu gehörigen Tieren. Die haben wohl verschlafen (Ha,ha,ha....)! Swane hatte uns zwar die Big Five versprochen, aber nicht gesagt wann wir sie zu Gesicht bekommen würden.
Danach gingen wir wieder zurück zu unserem Chalet um zu frühstücken und uns kurz auszuruhen von dieser Strapaze, denn es war schon am Morgen ziemlich heiss.
Mit genügend Proviant für den Tag versehen fuhren wir gegen Mittag wieder los, um einen Rundkurs auf dem iMfolfosi Track zu machen. Mit unserem Kleinwagen durften wir nicht auf allen Tracks fahren. Aber ein Auto mit 4 Rad Antrieb hätte fast doppelt soviel gekostet, und sich nicht gelohnt, weil man in 3 Tagen nie alle Tracks abfahren konnte.
An diesem Tag sahen eine Vielzahl von Gazellen, meist Impalas aber auch Nyalas, Rhinos (Breitmaul Nashorn oder auch White Rhino genannt), Zebras, Büffel, Warzenschweine, viele verschiedene Vögel und eine Gruppe Giraffen. Aber weder Elefanten noch Raubkatzen. Nun, es war auch so schon genug für heute!
Wir genossen einen Apéro (Cola und Chips) auf unserer kleinen Terasse und beobachteten eine Herde Impalas, die wenige Meter von uns entfernt auf der Wiese vor dem Chalet, zu grasen begann. Als sie wieder weiter zogen, machte Peter Feuer auf dem Grill. Heute gab es ein grosses Steak und Salat mit Tomaten und ein Glas Wein dazu. Aber beinahe wäre es nicht dazu gekommen.
Also, Peter legte die Steaks auf den Grill der ca. 10m von der Terasse entfernt auf der Wiese stand. Er kam auf die Terasse zu gelaufen um einen Teller zu holen, da hörten wir, dass etwas, das wie ein Pferd tönte, über die Wiese galopierte, direkt auf den Grill zu. Es war eine Fleckenhyäne die sich unsere Steaks schnappen wollte. Blitzschnell überlegte Peter was man dagegen tun könnte. Schliesslich ist es ein unberechenbares, wildes Tier und dass es nicht doch besser wäre die Steaks zu opfern. Dann kam ihm in den Sinn, dass die Hyänen in den Karl May Büchern als feige Kreaturen bezeichnet wurden. So drehte er sich um und machte ein paar Schritte in Richtung Grill. Da blieb die Hyäne plötzlich stehen und traute sich dann doch nicht näher ran. Nach einer Weile verzog sie sich, frustriert und immer wieder zurückblickend zum Nachbar Gebäude, wo ebenfalls grilliert wurde! Ob sie wohl da auch keinen Erfolg hatte?
Auf diesen Schreck tranken wir gleich noch ein Glas Wein! War das ein langer, aufregender Tag!

Am nächsten Tag planten wir einen der Tracks im Hluhluwe (sprich: Schlu-schlu-we) Park zu befahren. Dieser Park ist grösser als der iMfolosi und hat mehrere Tracks. Auch das grössere und luxeriösere Resort befand sich hier. Hotel mit Swimingpool, Touristenfalle, gutes Restaurant und vieles mehr.
Die Autostrasse führte, auf einem hohen, steilen Damm, mitten durch die Parks und bildete die Grenze dazwischen. Der iMfolosi und Hluhluwe Park waren verbunden durch eine Unterführung für die wilden Tiere und die (etwas weniger wilden) Touristen.
Als wir frühmorgens aus dem Chalet traten, turnten die frechen Paviane bereits munter auf den Bäumen herum und frassen die darunter liegenden Früchte zum Frühstück. Auf dem Weg hinunter bis zum Gate sahen wir "nur" ein paar Rhinos. Die sind allerding sehr beeindruckend mit ihrer Grösse, wenn sie gleich neben der Strasse stehen und dir ins Auge schauen! Nach der Unterführung stieg die Strasse relativ steil an auf eine Anhöhe hinauf. Nach einer Kurve traten plötzlich Elefanten hinter den Büschen hervor, direkt vor uns auf die Strasse und wir mussten sofort anhalten. Mann, sind diese Tiere riesig und nebst grossem Respekt stieg auch etwas Angst in uns auf, ob wir uns micht zu nahe an den Tieren aufhielten. Wir mussten eine Weile so ausharren, bis die Tiere alle die Strasse überquert hatten. Wow, unsere ersten Elefanten. Und auf der anderen Seite des Tales sahen wir eine Giraffe aus den Büschen heraus ragen. Sie war nicht zu übersehen, denn ihr gelbes Fell leuchtete in der Sonne und den grünen Büschen richtiggehend. Auf einem Hügelkamm sahen wir die Siluetten von einigen Rhinos und an einer Wasserstelle lagen und grasten ein paar Büffel.
Da wir nur einen Tag hier zur Verfügung hatten, mussten wir uns entscheiden welchen Track wir befahren wollten. Wir entschieden uns für einen Loop der uns an verschiedenen Hides (getarnte Beobachtungsunterstände bei Wasserlöchern) vorbei führte und weiter vorne wieder in die Hauptstrasse mündete. Diese Strasse war nicht geteert, sollte aber mit unserem Micra machbar sein.

Nach etwa einer Viertel Stunde Fahrt blockierte erneut eine Elefantenherde den Weg. Diesmal liessen sich die Tiere mehr Zeit, und verweilten auf beiden Strassenseiten um an den Büschen zu fressen. Es kamen immer wieder neue Tiere hinzu und gingen hin und her. Endlich sahen wir eine Lücke in der Kolonne und fuhren rasch weiter. Uff, geschafft. Weiter führte uns der steil ansteigende Weg auf die nächste Anhöhe. Die Fahrspur war ziemlich stark ausgewaschen vom Regen und wir mussten mit Schuss den steilen Anstieg in Angriff nehmen. Leider rutschte dann eine Seite des Wagens in die tiefe Rinne und es kratzte ganz hässlich unter uns. Peter hielt sofort an und wir manöverierten vorsichtig rückwärts. Wieder unten angekommen, trauten wir uns nicht aus dem Wagen, da die Elefanten immer noch sehr Nahe waren und immer mehr Tiere kamen. Wir fuhren unter einen Baum um im Schatten zu warten und sahen dass es Flüssigkeit auf der Strasse hatte wo wir eine Weile getanden hatten. Wir fanden den Mut aus zu steigen und schauten kurz unter den Wagen und sahen dass es tropfte. Es sah nicht wie Öl aus, eher wie Kühlflüssigkeit. Auch nicht gut! Am Besten wäre es so schnell wie möglich zum Gate zurück, um den Schaden zu begutachten und Pannenhilfe an zu fordern. Das Handy funktionierte nämlich nicht im Park.
Aber die Elefantenherde bewegte sich nicht vom Fleck und es kamen immer noch weitere Tiere daher. Ein riesiger Bulle direkt neben der Strasse, überwachte die Herde und er wartete wohl bis auch das allerletzte Tier über die Strasse war. Aber dies geschah einfach nicht. Die Bäume beiderseits der Strasse waren zu lecker! Als gerade mal kein Tier auf der Strasse stand machten wir einen Versuch um näher ran zu fahren, aber der Bulle drehte sich und kam langsam mit aufgestellten Ohren auf uns zu. Sofort rückwärts zur alten Position, was der Bulle akzeptierte und sich wieder der Herde widmete.
So entschlossen wir uns die Flucht nach vorne an zu treten, bevor alle Flüssigkeit unter dem Auto ausgelaufen war. Diesmal wählten wir die andere Seite der Fahrspur zu nehmen, auf die Gefahr hin, dass wir ein paar Kratzer an der Seite bekamen von den Büschen. Geschafft! Stark schwitzend kamen wir oben an, wie wenn wir das Auto rauf geschoben hätten. Endlich gings weiter bis zu einer Abzweigung. Da die Sicht etwas vesperrt war durch Büsche, sahen wir erst im letzten Moment, dass auch hier Elefanten auf der Kreuzung standen. Was nun, wieder zurück wollten wir nicht, aber so Nahe an den Tieren vorbei, ging doch auch nicht. Wir sassen in der Elefantenfalle!
Wir warteten und warteten, und langsam aber sicher meldete sich ein dringendes menschliches Bedürfniss an, das einen Besuch eines WC's verlangte!
Endlich konnten wir Gas geben und fuhren so schnell wie möglich weiter. Suchten auf der Karte das nächste Wc, und schon wieder blockierten Tiere die Strasse. Diesmal waren es einige Zebras. Ein Muttertier mit Teenager und ein anderes Erwachsenes. Nach einer Weile gingen Mamma und Nachwuchs auf die Wiese um zu grasen. Aber das andere Tier verharrte in einer seltsamen Stellung auf der Strasse. Es schaute in unsere Richtung, das heisst es schaute eigentlich auf den Boden und hatte die Vorderhufe etwas gespreizt steckengerade in den Boden gestemmt. Was soll denn das, fragten wir uns? Wir haben es nicht heraus gefunden. Nach einer weile so dastehen kam das Junge wieder auf die Strasse und schmiegte sich an trotzig aussehende Zebra und dann, endlich, zottelten die Beiden auf die Wiese.
Immer nervöser fuhren wir so schnell es ging auf der Schotterstrasse weiter. Sie führte über einen kleinen Bach, wo die Strasse so schlecht war, dass wir befürchteten gar nicht durchfahren zu können. Vorsichtig fur Peter Meter für Meter bis wir auf der andern Seite waren. Geschafft. Nun aber schnell denn es wurde immer dringender. Anhalten durften wir nicht, denn wir waren ja in der Wildniss, und nur im Auto sicher. Auch wenn wir bisher keine Raubtiere gesehen hatten hiess das noch lange nicht, dass es keine hatte. Beim Hide angekommen habe ich noch nie jemanden so schnell aus dem Auto speeden sehen wie jetzt! Dann fuhren wir zurück zum Gate. Auf dem Parkplatz leget sich Peter auf den Boden um den Schaden zu begutachten. Es tropfte und tropfte, und wir fanden dann heraus, dass es nur Kondenswasser von der Klimaanlage sein kann! Bei allen andern Autos auf dem Parkplatz entdeckten wir ebenfalls kleine Rinnsale unter den Autos hervor kommen. Erleichtert fuhren wir wieder weiter Wildpark anschauen.
Zeit für unseren mitgebrachten Lunch war es mittlerweile auch geworden. Ausser Vögel und einem schlafenden Büffel sahen wir weiter keine Tiere an einer Wasserstelle. Die Tiere hatten Mittagspause!
Da der Tag schon in den Nachmittag hinein ging, fuhren wir zum Hill Top Resort, wo wir bei einem Kaffee die grandiose Aussicht über die Landschaft genossen.
Danach fuhren wir noch auf einem Track, der auf der Karte eigentlich nur für 4WD Autos bezeichnet war. Wir sagten uns, dass wir jederzeit umkehren könnten wenn unser Wagen nicht mehr weiter konnte. Das hatte sich wirklich gelohnt, denn wir sahen zwei grosse Warane und zwei Landschildkröten, die vor uns über die Strasse rannten, resp. gemächlich liefen. Dann mussten wir anhalten weil ein Rhino direkt am Strassenrand graste und keine anstalten machte seinen Hintern zu bewegen.
Das nahmen wir zum Anlass um zu kehren. Als wir herfuhren überquerten wir einen kleinen Fluss und als wir zurück fuhren entdeckten wir ein kleines Krokodil unterhalb der Wasserschwelle. Es wartete auf das Abendessen und wir sahen wie es blitzschnell zuschnappte als wohl ein Fisch die Schwelle runter kam.
Auf dem Rückweg zu unserem Chalet sahen wir immer wieder Impala Herden und weitere Rhinos. Einfach beeindruckend wie gross und friedlich diese Tiere waren.
Wie schon eingebürgert gab es einen Apéro auf dem Terräschen, Cola und Game Biltong (getrocknetes stark gewürztes Wildfleisch). Dreimal dürft ihr raten was es zu Nachtessen gab. Spaghetti, diesmal mit grüner Sauce und Salat mit Tomaten. Wein hatten wir keinen mehr!

Tagwach 5.30 Uhr, unser letzter und Abreise Tag. das Wetter versprach zwar schön zu werden, aber es war diesig und wir hatten keine Fernsicht wie gestern. Nachdem wir gepackt und aufgeräumt, den Schlüssel im Office abgeliefert und getankt hatten, fuhren wir nochmals zu einem Hide wo es einen kleinen Wasserfall gab und es geheissen hatte, dass hier manchmal Löwen zu sehen seien. Ausser ein paar hübschen sehr zutraulichen Vögel und zwei Wasserschildkröten im Pool darunter, waren keine Tiere mehr zu sehen. Nur noch Spuren im Sand vom Nachtlager der Rhinos! Da hätten wir wohl früher aufstehen müssen!
Nochmals am Mpila Resort vorbei (vorsorglicher WC-Gang), sahen wir untewegs Elefanten auf einem Hügelkamm (in sicherem Abstand von uns) und eine Gruppe von Giraffen nahe der Strasse. Wir machten einen Halt beim Centenary Center wo man die handgefertigten Souveniers tonnenweise anbot, aber auch eine interessante Ausstellung zu besichtigen war. Es wurden die verschiedenen Fangtechniken von früher sowie heute gezeigt. Die Pioniere und Helden wurden hier in den Himmel gelobt.
In dieser Station werden die überzähligen Rhinos eingefangen und in die anderen Wildparks Afrikas und in die Zoos in aller Welt gebracht. Dasselbe wird auch mit Antilopen Herden gemacht.
Dann kurz bevor wir das Gate erreichten, erlebten wir die Krönung unseres Ausfluges. Wir sahen einen der Könige der Wildnis.
Ein Leopard war gerade im Begriff von einem Baum zu springen als wir ihn entdeckten! Wir konnten gerade noch ein Foto schiessen und weg war er. Aber immerhin, wie haben einen Leoparden in der freien Wildbahn gesehen. Super!
Dann gehts wieder zurück Richtung Süden, vorbei an den Dörfern, Früchte und Gemüse Händlern, den Kühen und Ziegen. Als wir auf Durban zu fuhren, hatten sich die dunklen Wolken am Horizont verdichtet und alsbald regnete es.
Vor dem Gateway Shopping Center herrschte Verkehrschaos und im Center war der Strom ebenfalls ausgeschaltet und das Fleisch in den Kühltruhen schwitzte tüchtig. wir kauften im Spice Emporium Gewürze mit der Lampe am Handy und konnten nur mit dem genauen Betrag in bar bezahlen. Eine Verkäuferin musste alles von Hand in ein Buch eintragen, wie in den Tagen vor den Registrierkassen.
Im strömenden Regen brachten wir unser Gepäck wieder an Bord. So schloss sich der Kreis wieder!

Reparaturen und Social Life

02 February 2015 | Durban
Rosmarie
Hier trafen wir wieder uns bekannte Segler (Nine of Cups, Elbe, Thor, Aspasia und Taurus) und knüpften neue Kontakte unter den Yacht Club Mitgliedern. Einige organisierten jeden Donnerstag Abend ein BBQ beim Swimmingpool. Sie brachten Kohle mit und jeder brachte eine Schüssel (vor allem Salate) mit Beilagen für alle zum teilen. Fleisch und Getränke brachte jeder für sich selber mit. Wir genossen diese Treffen sehr und es entstanden so neue Freundschaften. Ein Paar, André und Sherryn haben ein hübsches B&B nahe beim Botanischen Garten und haben uns mal zum Brunch eingeladen. Ein weiteres Paar Michelin und Günther (Töffler, Harley Davidson) waren meist mit dabei. Michelins Currybeans waren am beliebtesten! Und zum Abschied schenkte Michelin Rosmarie einige selbstgemachte Ohrringe. So nice!
Dann war da noch Gilbert von "Zazu", der bereits eine Weltumsegelung hinter sich hatte, und ein Buch darüber geschrieben hat. "Where the wind carried us!" Er, wie auch die andern hatten uns viel geholfen und uns nützliche Infos gegeben.
Ein junges Paar, Tracey und Nicolaas mit zwei Kindern, die an unserem Steg Segelunterricht genommen hatten, kamen eines Tages und fragten ob wir bereit wären ihnen zu erzählen wie das Leben auf dem Boot so ist. Unsere Erfahrungen, Kosten und was es sonst noch so alles braucht um die Leinen lösen zu können. Wir trafen uns etliche Male und unsere Infos bestärkten sie ihren Traum vom eigenen Boot zu verwirklichen. Wir sind gespannt wann es soweit ist. (Ausserdem war Tracey als Austausch Schülerin mal für ein Jahr in Basel und hatte Deutsch gelernt).

Die Erledigung aller angefallenen Reparaturen und Arbeiten waren nicht so einfach hier. Es brauchte immer viel Zeit bis man das Richtige fand, oder das Wetter passte für Lackierarbeiten und etwas Bestelltes endlich ankam. Die grösseren Posten waren der neue Boiler, die Segelreparatur und der Ersatz der Lazybags (Segeltaschen die die Segel vor Sonnenlicht schützen, wenn sie nicht gebraucht werden).
Der Einbau des neuen Boilers war, wie immer, mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Da das neue Model komplett andere Masse hatte als das Alte, musste Peter ein Gestell aus Holz anfertigen. Dieses musste vor dem Einbau natürlich noch gestrichen werden um es zu schützen (grundieren, Deckanstriche). Da ich (weil trockenes Wetter) gleichzeitig im Cockpit lackieren musste, hatten wir dort eine etwas chaotische Baustelle. Naturgemäss passen lackieren und schreinern nicht zusammen. Das Resultat war dann auch eine leicht eingestaubte neue Lackschicht auf dem Tischchen der Steuerkonsole!
Kurz bevor wir lossegeln wollten, kam dann der Segelmacher doch noch (Termin immer wieder verschoben). Das Resultat der Hetzerei war dann entsprechend und die Lazybags sehen nicht gerade profimässig genäht aus. Aber sie erfüllen den Zweck!
Vessel Name: Green Coral
Hailing Port: Basel
Crew: Rosmarie & Peter
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Green Coral's Photos -