Petra and Alfred at Sea

26 January 2021 | Grenada, St. Davids Bay
20 January 2021 | Grenada Marine, St. David´s, Grenada
17 January 2021 | Grenada
13 January 2021 | Grenada
05 January 2021 | Grenada, True Blue Bay
13 July 2020 | St. Davids Bay, Grenada
03 July 2020 | ST. Davids Bay, Grenada
17 June 2020 | Grenada, Port Louis Marina
15 June 2020 | Grenada, Anchorage St. George's
09 June 2020 | Grenada, Anchorage St. George's
05 June 2020 | Grenada, Grande Anse Bay
01 June 2020 | Le Marin, Martinique
22 May 2020 | St. Anne Anchorage, Martinique
07 May 2020
03 May 2020 | Le Marin, Martinique
14 April 2020 | Le Marin, Martinique
10 April 2020 | Le Marin, Martinique
04 April 2020 | Le Marin, Martinique
30 March 2020 | Martinique, Le Marin

Happy Birthday, Petra!

26 January 2021 | Grenada, St. Davids Bay
Alfred+Petra Punke+Pavlisin | Hotter than July
Nie hätte ich gedacht, dass ich mich in der St. Davids Bay am Steg der Grenada Marine Bootswerft so wohl fühlen würde. Mein erster Eindruck ging eher ein wenig in die Richtung "spooky". Crazy sailors, Männer, die schon monatelang an ihren Booten rumbasteln, oder wochenlang allein in der Bucht Ankern. Dann einheimische freakige Fischer, die uns mit ihrer extrem lauten karibischen HipHop-Reggaemusik ganz schön auf die Nerven gehen. Die Bootswerft-Leute, die von überall her hier gestrandet zu sein scheinen und den "Laden" irgendwie im karibischen Stil am Laufen halten. Dabei bei fast allen Seglern mehr oder weniger starken Unmut über die ausgeführten Arbeiten hervorrufen - wenn sie denn überhaupt ausgeführt werden. Durch die Pandemie ist der Betrieb der Werft auch überaus überschaubar, wenn mal ein Boot pro Woche zu Wasser gelassen wird, ist das schon viel. Das Restaurant Laura's in der Bucht ist geöffnet, aber zahlende Restaurantgäste sind ebenfalls selten, wir halten das Restaurant noch am ehesten am Laufen. Die einsamen Männer treffen sich auf ein Bier oder mehr, that's it. Wie gesagt, ein wenig spooky irgendwie.
Nach dem zu-Wasser-Lassen haben wir uns erstmal eine unserer berüchtigten Todo-Listen erstellt. Ich war so übermotiviert, dass ich nach zwei Tagen gemerkt habe, ich mache irgendwas falsch. Es ist heiß. Man schläft nicht immer gut bei 30°C in der Koje. Ich bin nicht mehr der Jüngste, und es zwickt hier und da. Das brachte mich an den Rand der Erschöpfung. Naja, fast. Also haben wir ein paar Leitzätze aufgestellt:
Pausen machen. Den karibischen Lifestyle verstehen und leben. Es ist nicht Ostern in Großenbrode. Wir haben Zeit. Keiner treibt uns.
Danach ging's besser. Wir entdeckten den Swimmingpool, wir legten die Außenarbeiten auf den frühen Vormittag oder den späten Nachmittag, und hielten mittags Siesta. Der Fisch in Lauras Restaurant wurde immer besser, und wir lernten die Fähigkeiten der einzelnen Werftarbeiter immer mehr kennen und schätzen. Wir begannen, am späten Nachmittag kleine Spaziergänge in der Umgebung zu unternehmen. Wie schön die Bucht aussieht, wenn man sie von Weitem und von oben anschaut!



Wir lernten uns mit Lebensmitteln zu versorgen, auch die Straßenhändler in der Umgebung zu nutzen, und man hält ein Pläuschchen mit jedem, den man trifft. Es sind ja nicht allzu viele und man kennt sie alle.
Und dann kam der Tag, an dem alle Arbeiten ruhten: Petras Geburtstag. Schon Tage vorher hatten wir uns darauf gefreut, wollten wir doch den Geburtstag mit einem Besuch des Magazine Beach und anschließendem Dinner im Restaurant Aquarium feiern, dem schönsten Strandrestaurant Grenadas. Und es kann sicherlich noch mit einigen Anderen in der Karibik gut mithalten. Shademan (lokaler Taxifahrer für Segler) chauffierte uns hin und abends auch zurück, so dass wir uns sogar einen kleinen Cocktail genehmigen konnten. Den Nachmittag verbrachten wir an einem schattigen Plätzchen unter einem Baum mitten auf dem endlos langen weißen Strand. Petra erzählte begeistert von den Fischen, die sie beim Schnorcheln bewundert hat. Wir genossen den Sonnenuntergang mit Rumpunsch und Mojito, unser Tisch befand sich mehr oder weniger direkt auf dem Strand. Postkartenbilder mit Palmen, Felsen, Strand und Meer, im Hintergrund St. Georges mit seinen Lichtern.



Wir hatten an dem Tag besonders und danach auch noch an so manchem anderen Tag in der Bucht das Gefühl, viel besser geht es möglicherweise nicht. Es macht Spaß, am Boot zu arbeiten ohne Stress, zu erleben, wie ein Mangel nach dem anderen (und es waren mehr als nach einem Winterlager-Aufenthalt in der Tennishalle!) beseitigt wird, sich das Boot und die Ausrüstung immer mehr der Seetüchtigkeit nähern, die wir für große Fahrt brauchen. Vergessen sind dann abends die endlosen Suchereien nach Werkzeug, Material und Ersatzteilen oder das Stauen von Gegenständen. Allein unsere Hygiene- Medizin- und Sanitärartikel, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten neu zu verstauen, kann schon mal einen Tag dauern. Alles muss seinen festen Platz bekommen, nichts darf lose irgendwo rumliegen. Was abends bleibt ist die Freude über den Fortschritt, das Gespür dafür, bald geht's los, bald werden wir wieder segeln.
Das erste Traumrevier, dass wir ansteuern möchten, ist Carriacou, eine Insel ca. 40 sm nördlich von Grenada. Sie gehört zum Staatsgebiet von Grenada, wir können uns dort also ohne Einschränkungen bewegen. Berichte von Traumstränden, tollen Riffen, wo man beim Schnorcheln Rochen und Schildkröten zu sehen bekommt, lassen unsere Vorfreude immer wieder ansteigen. Wir haben auch unsere letzte große Baustelle gestern beseitigt, den defekten Kicker. Er hat jetzt zwar eine feste Position, aber er hält den Baum. Der Großsegeltrimm leidet etwas, aber das ist sicherlich vertretbar. Das Ersatzteil aus Dänemark von war für den 1. Februar avisiert. Heute (27.1.) teilte uns die Werft mit, dass er bereits auf Grenada ist! Nach 6 Tagen! Das ist vor allem auch deshalb äußerst erstaunlich, da ich ein Paket, das ich selbst aus Braunschweig versendet hatte, genau nach 54 Tagen entgegennehmen konnte. Bleibt noch zu hoffen, dass die Verzollung, die bei meinem Paket nochmal fast zwei Wochen gedauert hat, in diesem Falle in wenigen Tagen abgewickelt wird. Dann bräuchten wir das Provisorium des festgesetzten Kickers nicht mehr, und könnten wieder einen Original-Stoßdämpfer einsetzen.
Kurz hier noch die wichtigsten technischen Neuerungen und Reparaturen:
• Motorbatterie-Schalter ausgetauscht (ihr erinnert euch? Das war das Teil, dass auf
der Atlantiküberfahrt den Motor zum Erliegen gebracht hatte. Die Schalter von X-
Yachts waren in dem 54-Tage-Paket ...) (Werft)
• Die Luke in der Toilette neu abgedichtet (Werft)
• Neue Bimini installiert (Werft)
• Neues Solarpaneel-System auf der Bimini in Betrieb genommen (bringt ca. 30%
mehr als wir benötigen - und wir haben noch Windgenerator und zwei flexible
Paneele) (Werft)
• SSB-Radio, VHF-Funk und Satellitentelephon neu in Betrieb genommen (neuer
Laptop)
• Kühlschrank: Undichtigkeit beseitigt (Werft)
• Neue YCG-Flagge gesetzt
• uvm, s. Liste

Todo-Liste Seite 1

Doppelte Arbeit und ein südafrikanisches Boot

20 January 2021 | Grenada Marine, St. David´s, Grenada
Petra | schön sonnig, 28 Grad Celsius, ab und zu ein Schauer
Kennt ihr das auch? Man arbeitet an etwas, das man nur ein Mal im Jahr macht oder selten und kann sich nicht so recht erinnern, wie es gemacht wird? Wie z.B. Großschot einfädeln, Spinnaker vorbereiten... Tja, und da kann es schon einmal passieren, dass man noch einmal von vorne anfangen muss - doppelte Arbeit eben. Womit fängt man bloß an, wenn man schon so eine lange Liste hat (Foto in Galerie)? Alfred und ich sammelten auf dieser Liste erst einmal alles, was uns so einfiel: Großsegel anbauen, Boot innen aufräumen und sauber machen, Sicherheitsmittel anbauen (Rettungsringe, Markierungsboje etc.) etc.. Als wir den ersten Tag zum Boot durften (11.1.2021), sah Alfred sich das Boot alleine an, weil ich Schulterschmerzen hatte und mich noch nicht traute, mit einer Hand die 3 Meter hohe Leiter hochzusteigen, die steil an das Boot angelehnt stand. Das Boot sah ganz gut aus. Während Alfred sich alles genauer ansah, ging ich zu dem Restaurant am Strand der Werft, setzte mich auf die schön schattige Terrasse, vor der das Meer sanft auf den Strand gleitet und die Wellen ein beruhigend regelmäßiges Rauschen erzeugen. Wie schön, wieder hier zu sein. Ein kleines Segelboot lag verlassen an dem Palmen gesäumten Strand. Wem das wohl gehört? Plötzlich taucht daneben ein Mann auf, der seine Einkaufstasche abstellt. Ich erkenne ihn wieder - das ist doch Andreas? Alfred kommt jetzt auch. Wir setzen uns mit Andreas an einen Tisch und unterhalten uns. Andreas gehört zum kleinen Kreis der Lockdowngruppe der Werft, die wir in den letzten Tagen vor unserer Reise nach Deutschland kennenlernten: Paul (amerikanischer Brite), Andreas (Deutscher aus Stendal), Roger (Amerikaner), Liat und Ayal (junges israelisches Paar in den 30ern). Es waren ca. 5-7 Personen, die zur Zeit des Lockdowns hier auf Grenada auf ihren Booten waren und dann keine Unterkunft hatten. Die Werft erlaubte ihnen dann ausnahmsweise für Monate auf ihren Booten wohnen zu dürfen. Als wir unser Boot auf den Landaufenthalt vorbereiteten, trafen wir uns ein paar Mal mit dieser lustigen und interessanten Mischung von Leuten, die sich angefreundet hatte, um sich in dieser besonderen Situation gegenseitig zu helfen und auch Spaß zu haben. Am Ende, also Anfang Juli, wurden wir sogar zu einer Geburtstagsfeier von Ayal eingeladen, der zusammen mit einem der Werftarbeiter an einem idyllischen Platz an einem Bach mitten im Wald feierte. Wir freuten uns also, jemanden zu treffen, den wir kannten.
Als das Boot am nächsten Tag am Steg lag, fingen wir an, im Boot aufzuräumen, damit wir uns überhaupt bewegen konnten. Den Tag darauf wuschen wir das Boot. Irgendwie gab es jeden Tag etwas zu tun. Wahrscheinlich kennt ihr das alle von eurer Wohnung, eurem Haus oder dem Boot - egal, wo man hinsieht, überall erinnert dich irgend etwas an Arbeit, die zu tun wäre, sei es ein Riss, eine staubige Ecke oder Spinnweben. Am besten ist es jedoch, sich an die Liste zu halten, sage ich mir immer wieder, sonst lasse ich wieder etwas liegen, das ich angefangen habe. So basteln wir und putzen wir vor uns hin bzw. arbeiten auch mal an gemeinsamen Projekten so wie den Scout Sea Hub, den Repeater, einzurichten, den wir endlich - nach 8 Tagen - so eingestellt haben, dass wir WLAN an Bord haben, also nicht mehr die 100 Meter über den Steg zum Restaurant gehen müssen, um Kontakt zur restlichen Welt zu haben. Weitere gemeinsame Projekte: Rettungsringehalterungen anbauen, ohne die Schrauben und Muttern ins Wasser fallen zu lassen, Lazyjack (sehr praktischer Sack, in den man das Segel fallen lassen kann, damit es nicht aufs Deck fällt) und Großsegel anbauen, Kochen, Essen online bestellen, mit Handwerkern über das Bimini (Sonnenschutzdach im Cockpit, auf das Solarpaneele befestigt wurden, die man aber auch wieder entfernen kann) und den Rod-Kicker (Stange mit Hydraulikfeder, die den Baum und das Segel stützt) reden.
Zur Abwechslung - und nicht zu vergessen, denn manchmal vergraben wir uns vor lauter Aufgaben ins Boot und vergessen, auch mal etwas anderes zu tun - unternehmen wir auch etwas mit anderen Leuten. Am zweiten Tag, auf dem Rückweg zum Boot, warfen wir einen Blick auf einen sehr schicken neuen Katamaran am Anfang des Stegs (es gibt nur einen langen Steg, an dem ca. 6-7 Boote links und rechts liegen). Er war uns schon aufgrund der großen norwegischen Flagge am Achterstag aufgefallen. Wir rätselten also, welche Nationalität der Kat hat, weil zusätzlich an der Backbord-Want eine u.s. amerikanische Flagge als auch eine südafrikanische Flagge festgebunden waren. Am Heck fehlte also die Nationalflagge - wieso bloß? Wir wissen es nicht, wir ahnen es nur. Es sprach uns also ein Mann an, der an Bord war und nicht aufhörte, Fragen zu stellen. Thomas war sehr aufgeschlossen, interessiert, nein, ich würde sogar sagen, enthusiastisch, mit uns zu reden. Er sprach sogar recht gut deutsch. Später kam auch Terri heraus, seine Frau. Sie waren Amerikaner, zum Teil mit deutschen und norwegischen Wurzeln, der Skipper Südafrikaner. Die große norwegische Flagge war zu Ehren von Thomas´ Vater gesetzt, der Norweger war. Er war sehr früh gestorben, kurz vor Anfang der Rente und Thomas hatte sich deshalb geschworen, seinen Traum früher zu verwirklichen und zwar mit 57. Zur gleichen Zeit stieß ein Engländer zu unserem Gespräch hinzu, der uns anbot, seinen Swimmingpool nutzen zu können, es liege nicht weit von hier - man könne dort so schön den Sonnenuntergang im Jacuzzi genießen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Unsere neuen Freunde, Thomas und Terri, und wir verabredeten uns, zum Swimmingpool zu gehen, das ca. 500 Meter von hier entfernt liegt, einen kleinen Weg an der Bucht entlang zu einem großen Anwesen, auf dem mehrere neue typisch karibische pastelorange Holzhäuser den Hügel säumen und die Bucht überblicken.
Abends gingen wir kurz vor Sonnenuntergang zum Pool. Thomas hatte südafrikanischen Wein mitgebracht - es war Luxus! Das hatte ich vorher noch nie gemacht - mit einem Glas Wein am Rande des Swimmingpools im kühlen Wasser schwebend den Sonnenuntergang über der Bucht genießen. Wir redeten darüber, Träume zu verwirklichen, bevor es zu spät ist, über Covid, USA (aber nur ganz kurz!) und das Glück, diesen wunderschönen Abend gemeinsam genießen zu können. Danach verabredeten wir uns für Samstagabend zu einem Abendessen an Bord des Kats - es gab einen Barbecue! Wir brachten Salate mit und Bier - wieder ein sehr schöner Abend, dieses Mal gemeinsam mit dem Skipper Dudley, den die beiden angeheuert hatten, um ihnen das Segeln beizubringen! Unglaublich, wie mutig manche Menschen sind. Wieder war es ein sehr schöner Abend. Leider mussten wir uns für längere Zeit verabschieden, weil sie am nächsten Morgen schon weiter segeln wollten. Wir hofften, uns auf der Reise Richtung Norden - sie erst einmal nach Florida und wir zu den Bahamas - bald wieder zu sehen.
Gestern trafen wir Andreas wieder. Es ist schon eine Woche vergangen. Andreas kommt nur ein Mal pro Woche von seinem ankernden Boot an Land, um Erledigungen zu machen. Er hat ein sehr schönes altes Holzboot, eine Ketsch, also ein Segelboot mit zwei Masten. Wir unterhielten uns wieder sehr schön mit ihm und Roger auf der schönen Strandterrasse des Restaurants, Laura´s Place. Was für eine schöne Abwechslung zur Arbeit, sich mal zu unterhalten und eine kühle Limonade zu schlürfen, "LLB" meine Lieblingslimonade, Lemon, Lime and Bitter ("Angostura" ist eine einheimische bittere Getränkezutat wie Aperol oder Camapari und gibt der Limonade eine schöne rosa Farbe).

Sie schwimmt!

17 January 2021 | Grenada
Alfred | Hot, some showers
Was ja auch zu erwarten war. Alles blieb trocken, als der Kran sie langsam ins Wasser absenkte. Auch der Motor sprang sofort an. Allerdings begann das Boot, sofort Fahrt aufzunehmen, obwohl der Schalthebel noch in Leerlaufstellung war. Zusätzlich blockierte er, das Boot ließ sich also nicht aufstoppen. Da die Tragegurte sich noch nicht abgesenkt hatten, liefen wir also Gefahr, mit dem Propeller in die Gurte zu geraten. Ich konnte den Motor allerdings rechtzeitig ausschalten. Glücklicherweise konnte Craig, ein Motorfachmann der Werft, den Fehler recht schnell beheben, und ich motorte zum Liegeplatz am Werftsteg. Mein erstes Anlegemanöver nach so langer Zeit verlief ohne Probleme. Aufatmen. Glücklichsein.



Mindestens genauso glücklich waren wir nach Erhalt des negativen PCR-Testergebnisses, hatten wir uns doch auf der dreitägigen Reise einem gewissen Risiko einer Ansteckung ausgesetzt. Die Quarantäne endete also für uns nach dem fünften Tag, und wir fühlten uns irgendwie befreit, stärker als sonst. "I feel free", der alte Cream-Song geisterte mir im Kopf herum, ich verschickte ihn kommentarlos per Whattsapp an einige Freunde, in der Hoffnung, dass sie meine Gefühle nachvollziehen konnten.
Die Werft hatte eine Wartezeit von 10 Tagen nach Einreise auf Grenada festgesetzt, wir mussten also noch vier weitere Tage im Hotel bleiben. Luxus pur. Drei Swimmingpools, Klimaanlage, ein schickes Restaurant, wir machten einen Ausflug zu Fuß zum unserer Meinung nach schönsten Strand der Insel (Magazine Beach). Wir konnten uns aber auch selbst verpflegen, nach guter alter Rewe-Manier bestellten wir in einem Supermarkt ein paar Lebensmittel, die uns sogar noch angeliefert wurden. Trotzdem, irgendetwas fehlte. Und am 11. Januar war es endlich soweit. Mit dem Leihwagen fuhren wir die 20 km bis zur St. Davids Bucht, gespannt, was uns erwarten würde. Der erste Eindruck war o.k.! Alle notwendigen Arbeiten, um das Boot zu Wasser zu lassen, waren durchgeführt worden. Wir hatten uns einen Termin zum Kranen gleich für den nächsten Tag geben lassen. Das Unterwasserschiff hatte einen neuen Antifouling-Anstrich, frische Zinkanoden, und der Rumpf war auch poliert worden. Das Deck sah nicht ganz so gut aus: Spinnenwebe, Grünspan an manchen Leinen, unser altes flexibles Solarpaneel sah ebenfalls ziemlich mitgenommen aus. Aber die Batterien hatten guten Ladezustand, und innen gab's keine neuen Gäste, und trocken war es auch überall. Nicht so schlecht, wir hatten uns auf Schlimmeres gefasst gemacht. Allerdings war die Unordnung durch die Handwerker und auch durch die vielen Dinge, die wir im Boot gestaut hatten so groß, dass wir noch eine weitere Nacht im Hotel schliefen. Alles ganz relaxed. Kein Stress.
Das sehen auch die Werftarbeiter hier so, die uns in dem halben Jahr ja ein neues Solarpaneel-System aufbauen sollten. Nun, sie waren fast fertig. Und der Vorteil für uns war auch, dass wir gleich eine neue Bimini mit beschaffen konnten, auf denen die Solarpaneele ja montiert werden sollten. Denn in dem halben Jahr in der karibischen Sonne plus Regenzeit (es regnet wirklich viel und heftig zwischen Juli und November hier) hatte der Stoßdämpfer des Rodkickers, der den Großbaum oben hält beschlossen, seine Stützfunktion aufzugeben und damit hatte der Baum freie Bahn, die Bimini zu zerstören, die inzwischen zum Ausmessen der Paneele aufgebaut worden war. Fällt mal wieder in die Kategorie "dumm gelaufen". Das Vertrauen in die Werft wurde dadurch allerdings nicht besonders gestärkt. Es wurde noch weiter geschwächt, als beim Bohren der Decksdurchführung für die Kabel der Paneele nicht nur das Deck ein Loch erhielt, sondern auch noch das ein oder andere Kabel, dass sich dummerweise genau unter der Bohrstelle befand.

Durchgebohrte Kabel

Großzügig wie die Werft nun einmal ist, haben sie die Kabel kostenlos ausgebessert. Diese Großzügigkeit wiederholte sich mit der Reparatur des Kühlschranks allerdings nicht. Wurden erst 12 Arbeitsstunden für dessen Reparatur berechnet, die aber, wie wir nach dem ersten Kühlvorgang feststellten, nicht zum Erfolg geführt hatte, identifizierte der Techniker dann ein Leck, dass er durch Löten abdichten konnte. Was nochmals mit fünf Arbeitsstunden zu Buche schlug. (Das Leck geht voll auf unsere Kappe, wir hatten zu viele Hähnchenschenkel in das Kühlfach gestopft, die wir dann unbedingt in gefrorenem Zustand aus dem Kühlfach in bergmännischer Manier heraushauen wollten).
Jetzt testen wir das neue Solarpaneel-System. Sieht ganz gut aus, wenn auch unsere hohen Erwartungen vielleicht nicht ganz erfüllt werden, wir müssen das System noch besser verstehen. Und es muss noch eine Edelstahlstrebe ergänzt werden, da sich sonst Wasserlachen auf der Bimini sammeln könnten. Die Rechnung, wieviel mich ein zusätzliches Ampere mit dieser ganzen Aktion kostet, mache ich lieber nicht auf.



Neben dieser Strebe müssen wir also noch das Kickerproblem lösen, und dann warten wir noch auf ein Paket, dass ich am 1. Dezember in Braunschweig auf den Weg gebracht habe. Es beinhaltet einige nützliche Sachen, so zum Beispiel die Mechanik des Motorschalthebels. Genau in dem Moment, als ich beim Kranen das Problem mit dem Hebel hatte, gab mir mein Freund Harm übrigens die gute Nachricht, dass DHL ihm mitgeteilt hätte, dass das Paket auf Grenada angekommen ist. (Er hat sich freundlicherweise für mich ans Telefon gehängt, von hier aus ist das eine kostspielige Angelegenheit). Nach 40 Tagen. Seit letzten Dienstag versuche ich zusammen mit dem für Zollangelegenheiten zuständigen Logistiker der Werft, das Paket aus dem Zoll und in meine Hände zu bekommen. Wären wir in einem spanischsprechenden Land, würde es heißen: Manyana, Manyana. Und das heißt nicht etwa "Morgen, Morgen". Nein, es heißt: "Nicht heute!". Hier heißt es: "may be". Kenne ich auch irgendwoher.
Jedenfalls ist das Boot im Wasser, wir sind trotz allem überglücklich, endlich wieder auf dem Boot leben zu können. Wie wir dann weitermachen, um das Boot startklar zu bekommen und endlich wieder segeln zu können angesichts einer langen To do-Liste und der Tatsache, dass wir in der Karibik sind, wird Petra im nächsten Blog berichten.

Quarantäne-Apartment

13 January 2021 | Grenada
Alfred+Petra Punke+Pavlisin | Hot
Hier haben wir unsere 5-tägige Quarantäne verbracht.

Unser Terrassen-Apartment
Der Turm auf der rechten Seite war unser Hauptaufenthaltsplatz.

Welcome Back!

05 January 2021 | Grenada, True Blue Bay
Alfred | Sunny and warm
Das haben wir gleich mehrfach gehört bei unserer Ankunft auf Grenada, von Grenzschutzbeamtinnen, von Chris, unserem Service-Ingenieur der Bootswerft, von den Hotelangestellten. Ja, wir sind wirklich froh, es bis Grenada geschafft zu haben. Die Reise war nicht ohne Risiko, nach Wochen mehr oder weniger ohne jegliche Kontakte zu anderen Menschen fanden wir uns plötzlich auf Flughäfen, in Flugzeugen umringt von sehr vielen Menschen wider, und das über Tage. Klar, FFP2-Maske, Abstand, ständiges Hände-Desinfizieren, aber trotzdem bleibt eine Restunsicherheit, man hat ja schon so viel gehört. Aber wir wollen zurück zu unserem Boot, zurück zu dem Leben, was wir für uns gewählt haben.
Die Reise war auch recht anspruchsvoll und anstrengend, da wir uns auf die Ein- bzw Durchreise von drei Ländern einstellen mussten: Kanada (Transit mit Aufenthalt im Flughafen für 16 Stunden; Schlafen auf dem Fußboden ...), Barbados (hier durften wir in einem Hotel übernachten, leider haben wir über das Internet eine nicht so glückliche Hand bei der Wahl des Hotels gehabt) und schließlich Grenada. Hier wurden wir entschädigt für die Reise mit einem Hotelzimmer, was eher einem Luxusapartment entspricht, inklusive einer Terrasse mit weitem Blick über die Bucht und das Meer (True Blue Bay Resort). Heute, am 5. Tag der Quarantäne, warten wir auf das Testergebnis, wir fühlen uns gut und sind guter Dinge, dass es negativ sein wird.
Leider hat die Werft, in der unser Boot an Land steht, eine Sonderregelung, nach der wir erst am 11. Tag nach Einreise auf das Gelände dürfen. Wir sind so gespannt, in welchem Zustand sich das Boot befindet. Um möglichst bald wieder segeln zu können, haben wir alle für das zu-Wasser-lassen notwendigen Wartungsarbeiten in Auftrag gegeben. Auch haben wir eine Erweiterung unserer Energieversorgung installieren lassen, vier weitere Solarpaneele mit 400 Watt, die auf der Bimini mit Reißverschlüssen befestigt wurden bzw. werden. Da sieht man schon mal, wie komplex solch eine einfache Installation sein kann! Selbst nach einem halben Jahr wird daran noch gewerkelt. Ursprünglich hatten wir an einen Geräteträger gedacht, der auf dem Heck montiert werden sollte. Glücklicherweise hat mir Tom Logisch (Danke, Tom!) die Nachteile klar gemacht, wie Am-Wind-Eigenschaften beim Segeln und Kosten und mir alternativ diese Bimini-Lösung empfohlen. Sie ist demontierbar, so dass wir auch weiterhin einen freien Kopf beim Segeln behalten können, wenn wir wollen. Eine andere Variante war nämlich, die Paneele fest über dem Cockpit aufzubauen, dann hätten wir immer überdacht segeln müssen, wie der arme Boris auf seiner Imoca.
Jedenfalls sind wir gespannt wie Flitzebögen, wie unser Boot jetzt aussieht. Auch vom Zustand her natürlich. Ein halbes Jahr bei Prallsonne und 30°C mit Regenschauern und Windböen können das Boot schon ein wenig mehr belasten als ein Winterlager in der Tennishalle in Großenbrode. Aber wir sind optimistisch, freuen uns riesig auf das Segeln in der westindischen Inselwelt (allein der Name schon!), Domenica, Antigua, Sint Maarten sind einige Ziele, später dann vielleicht noch die BVI's, die Bahamas und Kuba. Die Hurricane-Saison planen wir in Curacao zu verbringen, das ist dann ein ganz schöner Zirkel, den wir absegeln müssen/wollen. Von da aus soll's dann Ende des Jahres Richtung Panamakanal gehen. Wie heißt es so schön: Pläne sind dazu da, über den Haufen geworfen zu werden ...
Ihr hört von uns, sobald die Milena Bonatti wieder schwimmt.

Aufgeschoben ist nicht ...

13 July 2020 | St. Davids Bay, Grenada
Alfred+Petra | Hotter than July
Leider müssen wir unsere Reise bis zum Ende der Hurricane Saison unterbrechen, unser Boot steht gut vertäut auf Grenada.
Es wird also bis dahin erst einmal keine Posts mehr geben. Wir melden uns, wenn es weitergeht.
Bleibt uns gewogen, bis dahin und alles Gute für Euch!
Alfred und Petra
Vessel Name: Milena Bonatti
Vessel Make/Model: X-Yachts, Xc 38
Hailing Port: Großenbrode, Germany
Crew: Petra Pavlisin, Alfred Punke
About: Petra has been sailing high seas for a few years now. Alfred has been sailing the Baltic and the North Sea since 2000.
Extra: We are planning a circumnavigation of the globe, crossing the Atlantic with ARC 2019, heading to New York 2020 and westward after
Milena Bonatti's Photos - Main
Magazine Beach
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Created 24 January 2021
St. Davids Bay, Pool
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Created 23 January 2021
Erste Erlebnisse mit dem Boot an Land und im Wasser
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Created 17 January 2021
6 Photos
Created 11 January 2021
Haul-out in St. David's Bay Some tours over the island Final days in the boatyard
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Created 21 July 2020
Milena Bonatti at anchor in True Blue Bay and walk to Prickley Bay and Mt. Hartman Bay
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Created 22 June 2020
Sunset Battle
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Created 15 June 2020
Quarantine Anchorage near St. Georges, Grenada. Fotos of the anchor chain and anchor and Yello.
8 Photos
Created 15 June 2020
Some activities we were able to do during the lockdown
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Created 10 May 2020
Pictures from our Atlantic Crossing
60 Photos
Created 25 March 2020
Wir sitzen in Le Marin fest und wettern die Pandemie ab
32 Photos
Created 24 March 2020
Fotos unserer Reise von Grenada nach Martinique
31 Photos
Created 24 March 2020
Port Louis Marina St. George's Clarkes Court Bay
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Created 3 March 2020
Hier wird das Klischee Karibik voll erfüllt!
30 Photos
Created 24 January 2020
Admiralty Bay Sugar Reef Beach Turtle Sanctuary
28 Photos
Created 19 January 2020
St. Vincent: - Montreal Gardens - Blue Lagoon
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Created 19 January 2020
A professional fotogafer took pictures of our arrival
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Created 26 December 2019
Some Impressions from that Event
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Created 3 November 2019
Ascent of Guajara i(2718 m) n Tenerife
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Created 1 November 2019
Foto selection out of a sailing trip from Gran Canaria to Tenerife with Passat Sails and a tour over the island of tenerife
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Created 26 October 2019
Bretagne
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Created 16 August 2019
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Created 8 August 2019
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Created 1 July 2019
May 5: Ansegeln mit dem Yachtclub Großenbrode - frisch und sonnig 😎
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Created 8 May 2019