Petra and Alfred at Sea

23 June 2022 | Tottenville Marina
20 June 2022 | Nordatlantik - Küste vor Atlantic City
17 June 2022 | Norfolk, VA.
14 June 2022 | Norfolk
05 June 2022 | Beaufort, NC
05 June 2022 | Charleston, South Carolina, USA
25 May 2022
20 May 2022 | Cape Canaveral
02 May 2022 | Lake Worth (Alfred) Riviera Beach (Milena Bonatti), Schwuelper-Walle (Petra)
18 April 2022 | West Palm Beach, Riviera Beach, Cracker Boys Boatyard
27 March 2022 | Lake Worth, Palm Beach County, Florida, USA
09 March 2022
05 March 2022 | West Palm Beach, Riviera Beach City Marina
28 February 2022 | Old Bahama Bay Marine (Grand Bahama)
23 February 2022
19 February 2022
15 February 2022 | Elizabeth Harbour, Fowl Cay
14 February 2022
08 February 2022 | Elizabeth Harbour, Exumas, Bahamas
08 February 2022

Cape May to Tottenville, Staten Island, NY (132 nm)

23 June 2022 | Tottenville Marina
Alfred | Grau, Ab und zu Regen, nachts frisch, tagsüber wie Ostsee im Sommer
Sandy Hook


Wir genossen die 'Tage in Cape May' (nach dem gleichnamigen Buch. Wir enthielten uns allerdings dem Versuch, die dort beschriebenen Erlebnisse in irgendeiner Form nachzuvollziehen) und vor allem das wundervolle Wiedersehen mit meinem ehemaligen Kollegen und Weltspitzen-Katalysator-Forscher Pat (er hat übrigens den Diesel-Skandal aufgelöst!) und seiner lieben Frau Barbara, die uns als New Yorkerin nochmal viele aktuelle Tipps für die 'City' mit auf den Weg gab.

Die Planung
Die nächste Etappe sollte uns ganz nah an Manhattan heranbringen. Ganz nah nur deshalb, weil wir Manhattan natürlich ein wenig genauer anschauen wollten, die sich dort befindlichen Marinas aber Preise abrufen, die uns unvernünftig erscheinen. Und es zu meinem ehemaligen Forschungszentrum nur 20 Minuten mit dem Auto sind, so dass uns weitere noch aktive Kolleg*innen schnell mal nach Feierabend besuchen können. Und weil wir damals nach Feierabend des Öfteren nach Perth Amboy gefahren sind, um dort lecker Lobster zu essen. Und weil die ausgewählte Marina die akzeptablen Preise hat, die zwar immer noch extrem hoch sind, aber an die wir uns inzwischen gewöhnt haben (um die 100 $/Tag).
Wieder mal gab es eine Wetterfenster-Entscheidung zu treffen: Ablegen Montag, wie langfristig geplant (Reservierungen der Marinas) bedeutete wenig Wind, aber keine Gewitter. Alternativ Ablegen Dienstag mit viel bzw. ausreichend Wind, dafür aber lange Regenphasen potentiell mit Gewittergefahr. Es ging hin und her, der Wetterbericht änderte sich stündlich. Schließlich entschieden wir uns für die geplante Abfahrt und den Ausschluss von Gewittern.

Der Törn
Das war eine supergute Entscheidung! Denn der Wind wehte stärker und dann noch aus einer Richtung, die Milena Bonatti fliegen ließ. Halbwind mit 10 bis 15 Knoten, phantastisch. Gegen Abend nahm der Wind noch ein wenig zu, bis um die 20 Knoten, und der Wind drehte noch mehr nach Westen, so dass er von achtern kam. "Wenn das in der Nacht so bleibt, sollten wir was tun", dachten wir beide. Trotz Bullenstander hatten wir ja nach dem Unfall mit tödlichem Ausgang bei der ARC 2022 die Regel aufgestellt, den Wind auf Langfahrt unter Autopilot im Mittel nicht mehr als 150 Grad von achtern einfallen zu lassen. Mit dem Kurs würden wir weit auf See hinaus segeln und die Distanz stark vergrößern. Und Probleme mit den vor New York zahlreichen Verkehrstrennungsgebieten (VTG) bekommen. Was tun? "Vielleicht können wir nur mit Vorsegel segeln", schlug ich vor. "Dann sind wir zu langsam", gab Petra zu bedenken (sonst geht das immer andersrum). Der 20 Knoten-Wind war auch die Grenze für unser ungerefftes Groß, in der Nacht will man so auch nicht segeln. Alternativ könnten wir im 2. Reff segeln (das erste Reff mussten wir ja zugunsten des dritten Reffs opfern), dann bliebe aber die Patenthalsengefahr und der schlechte Kurs. "Lass es uns einfach ausprobieren, solange es noch nicht dunkel ist", schlug Petra nach langen Theoriediskussionen schließlich vor. "Wir können es dann immer noch wieder zurückrüsten, wenn wir nur mit Genua zu langsam sind." Gesagt, getan. Und, dank des überraschend guten Windes erreichten wir knapp die erforderlichen 6 Knoten. Super. Und wir konnten genau vor dem Wind segeln und hatten damit einen Anlieger auf Sandy Hook unter Vermeidung der VTG's. Das ging so bis ca. 2 Uhr nachts, danach musste sich die arme Petra mit kleiner 4 Knoten Fahrt über die Runden retten, bis es hell wurde, denn sie wollte mich schlafen lassen, und allein machen wir Nachts keine aufwändigen Manöver, bei dem man das Cockpit verlassen muss. Und Motoren wollte sie auch nicht. Tapfere Petra.
Genau zu dem Zeitpunkt, als es hell wurde, kam der Wind zurück, und auch noch von der Seite! Schnell den Alfred geweckt, schlaftrunken war er gerade gut genug, um hinter dem Steuer zu agieren. Groß gesetzt, und ab ging die Post. Alfred durfte dann noch zwei Stunden herrlich segeln, Sonnenaufgang inklusive, bis der Wind wie vorhergesagt vollständig einschlief. Noch ca. 30 Meilen bis zur Marina. 5 Stunden Motorfahrt lag vor uns, bei jetzt spiegelglatter See. Durch die vielen Schiffe um uns herum gab es etwas Abwechselung, einmal - ich sollte es nicht erwähnen - nach einer längeren Smartphone-Recherche, (wir waren dicht an der Küste mit Funkkontakt), drehte ich mich um Richtung Bug und ein Schleppverband zog ca. 200 m vor uns quer zu unserem Kurs an uns vorbei. Wieso hatten wir den nicht bemerkt? Es wird ein Rätsel bleiben, gut, nichts passiert, aber dieses Ereignis erhöhte unsere Wachsamkeit, und wir kehrten zu einer klaren Wachordnung und 10 Minuten Checks zurück.

Kurzer Technik-Exkurs
Ich kommuniziere über Whattsapp immer mit Robert. Seine Maria ist eine baugleiche X-Yachts Xc38, und da gibt es viel auszutauschen. Er segelt mit seiner Maria im Mittelmeer, zur Zeit Menorca und hat viele Reparaturen in Griechenland machen lassen. Leider hat einer der Mechaniker dort die Lichtmaschine falls angeschlossen, was seine Batterien zerstört hat. Er berichtete jedenfalls über hohe Spannungen während der Motorfahrt. Wie zufällig schaute ich auf unseren Batteriemonitor. "Das gibt's doch nicht!" rief ich. Unsere Spannungen zeigten ebenfalls Peaks > 15 V, und die Ladung der Batterien vollzog sich irgendwie langsam. Dreimal gab es einen Alarm vom Motormanagement (großes Wort, es sind nur Überwachungen und der Motorstart). Schnell die Batterien gefühlt, Gottseidank sie waren alle drei kalt. Wir mussten noch ca. 10 Meilen zurücklegen, was blieb uns übrig? Wir fuhren mit leicht gedrosselter Drehzahl zur Marina. Alles ging gut, und wie wir den Fehler analysieren und beheben, folgt dann in den nächsten Blogs (Gähn).

Ankunft in der Tottenville Marina, Staten Island
Wir konnten die Fahrt trotzdem genießen, der Blick auf Sandy Hook war schön, und das Queren und Abfahren der Fahrwasser und deren Tonnen war lustig. Apropos Sandy Hook. Ich hatte vor ca. 30 Jahren einen Wochenendausflug zusammen mit meinem Kollegen Rüdiger dorthin gemacht. Das jetzt vom Meer aus zu sehen, ist schon etwas Besonderes. Und dann tauchte die Verrezano-Bridge auf, und weiter im Dunst die Skyline. Erste große Momente. Die ganz großen Gefühle heben wir uns für das Ankern vor der Statue auf Liberty auf. Wenn unser Boot uns denn noch bis dahin trägt.
Ron, der Besitzer und Mariniero der Tottenville Marina nahm unsere Leinen an. Ein unglaublich hilfsbereiter Mensch. Und wieder einmal genießen wir den Anblick einer wüsten Industrielandschaft, mit Bootsfriedhof/Schrottplatz vis-a-vis. Wir lieben Industrieromantik.




Und Staten Island (wird übrigens 'Stätten Eilind' gesprochen, und nicht, wie ich immer ''Stäiten Eilind') gehört schon zum New York State, und ist eine gute, sichere Gegend, mit Zug/Fähranbindung (ca. eine Stunde) nach Manhattan. Hier bleiben wir ein wenig.

Norfolk(Hampton) – Cape May (193 nm)

20 June 2022 | Nordatlantik - Küste vor Atlantic City
Alfred | ganz schön frisch


Thunderstorms

Gewitter sind in dieser Jahreszeit an der Küste von Florida bis New York an der Tagesordnung. Eines hatten wir ja schon auf See erlebt, bitte nicht noch einmal. Und: bei der Ankunft in Norfolk, Rebel Marina meinte der Hafenmeister noch so nebenbei:" oh yeah, thunderstorms come almost every day after three p.m., they easily reach 50 knots, often up to 100". Naja, da übertreibt mal wieder einer. Bis zum nächsten Nachmittag, als unser Boot mitten im Gewitter so stark auf die Seite gedrückt wurde, dass die Klampen am Steg fast den Gelcoat erreichten, trotz dicker Kugelfender. Aber eben nur fast, sonst wäre es teuer geworden. Wir schauten uns den Windmesser an: 54 Knoten, das war für das Instrument ein neuer Höchstwert. Für Petra und mich auch. Leichte Panik kriecht mir dann den Rücken hoch, in der Situation kann man nur beten, dass nichts passiert und es möglichst bald vorüber ist. Jetzt wissen wir Bescheid. Ach ja, Blitze zuckten auch um uns herum, diesmal kam ich nur bis drei mit dem Zählen.
Vor dem Hintergrund entschieden für uns, die nächste Überfahrt sorgfältig so auszuwählen, dass Gewitter vermieden wurden. Das bedeutete aber, dass wir ein üppiges Flautenfeld durchfahren müssten. Sei's drum, der Motor hat erst gut 1000 Stunden runter, da ist noch viel Luft nach oben. Allerdings rückt der nächste Wartungstermin näher.

Törnplanung

Und dann wieder die Diskussion, morgens los oder abends. Den Kanal der Willoughby Bay mussten wir wegen unseres Tiefgangs mit Hochwasser durchfahren, das bedeutete, wir mussten am Vormittag los. Am Nachmittag war aber wieder einer dieser 'Thunderrstorms' vorhergesagt. Da wir auch noch Tanken mussten, und sich die nächste Tankstelle auf der anderen Seite des Hauptfahrwassers befand, war der Plan, dort in der Marina mit dem schönen Namen 'Old Point Comfort Marina' diesen Sturm abzuwettern. Der Hafenmeister ließ uns dann auch an einem Stegkopf festmachen. Ohne Liegeplatzgebühr. Ungewöhnlich nach unseren bisherigen Erfahrungen.
Der Sturm war dann nicht ganz so arg wie der vorherige, nur etwas über 30 Knoten in Böen, und die Blitze waren weiter weg. Am frühen Nachmittag legten wir ab mit dem Ziel Cape May am Nordausgang der Delaware Bay, ca. 180 Seemeilen entfernt. Möglicherweise würden wir zu früh ankommen, sowohl noch in der Dunkelheit, als auch zu früh vor wegen fehlendem Wasser unter dem Kiel, Hochwasser war um ca. 10 Uhr. So galt es, die richtige Geschwindigkeit zu wählen. Andererseits war für den späten Vormittag des übernächsten Tages ein Gewitter bei Cape May vorhergesagt ...

Der Törn

Zuerst gings flott unter Segeln voran, durch die Fahrwasser der Chesapeake Bay über die Tunnel hinweg, mit ein wenig Verkehr auf dem Wasser und viel Verkehr auf dem Funk. Wir freuten uns über das flotte Vorankommen, den guten Wind, die Strömung von hinten und das schöne Wetter, das immer mehr einem schönen Sommertag auf der Ostsee zu ähneln begann. So auch der Beginn der Dunkelheit. Petra begann als erstes zu klagen: "Ganz schön kalt, ich glaub' ich zieh mir 'nen Pullover an". Ich holte meine Socken hervor (wo sind die eigentlich?), und zog eine lange Hose und meine coole leicht gefütterte Kletterjacke an. Wie befürchtet, schlief der Wind langsam ein und kam auch noch direkt auf die Nase. Keine Chance, Motor an. Was dann folgte, war die längste je von mir absolvierte Fahrt unter Motor mit der Milena Bonatti: 22 Stunden und ca. 100 Seemeilen brummte der liebe Motor unentwegt vor sich hin. Schön, dass es auch sowas gibt.
Am Ende waren wir doch ein wenig zu forsch herangegangen, und mussten abbremsen. Gegen Morgen (des übernächsten Tages) frischte der Wind wieder auf, wir konnten Segel setzen, machten einen großen Schlag nach draußen vor die Einfahrt von Cape May und ließen uns dann beiligend mit 1.5 Knoten langsam wieder Richtung Küste treiben. Das Gewitter kam schon um 8 Uhr morgens, war aber harmlos, wir bekamen nur ein wenig Regen ab. Der Hafenmeister war schon wach und schaute nach, ob unser vorreservierter Platz frei war. War er, und wir konnten kommen, wann immer wir wollten.

Lustige Ankunft

Kurios dann unsere Ankunft: ich navigierte zu einem Ort in den inneren Fahrwässern von Cape May, in dem ich die Hafenmarkierung für die 'Utsch's Marina' auf der elektronischen Seekarte entdeckt hatte. Petra meinte noch, dass sie an einem Abzweig anders abgefahren wäre, weil sie die Marina dort verortet hatte. Doch ich steuerte weiter auf der von mir vorgegeben Route. Über Funk meldete ich uns beim Hafenmeister an: "We are directly in front of a gas station." " I am also in front of our gas station, but I cannot see you. Where are you? Have you passed 'Red 16'?" (Red 16 ist eine rote Fahrwassertonne mit der Nummer 16). Ich schaute auf dem Seekarten-Plotter nach. Red 16 war in dem Fahrwasser, in das Petra abbiegen wollte! Wie konnte das sein? Ich klickte auf die Marinamarkierung nahe Red 16, und tatsächlich, es gab eine zweite 'Utsch's Marina! Petra musste bei Ihrer Recherche wohl auf diese korrekte Markierung gestoßen sein. Die Tiefenangaben waren dort allerdings in der Größenordnung zwei bis drei Fuß, viel zu flach für uns! Deshalb hatte ich vielleicht diese Marina bei der Suche gar nicht erst in Erwägung gezogen. Bei der Reservierung hatte der Hafenmeister uns aber versichert, dass wir bei Hochwasser keine Probleme haben würden. Trotzdem fragte ich über Funk nochmal nach. "Plenty of water now," war die lakonische Antwort. Nach dem Anlegen klärten wir alles auf, er sagte uns, dass seine Marina in vielen Seekarten völlig falsche Tiefenangaben ausweist. Und die doppelte Markierung ein böser Fehler in der elektronischen Seekarte sei. Wenn einer eine Reise tut ...
Und die Moral von der Geschicht? Verlass dich nicht nur immer auf dich. Hör auch mal andren zu.

Ein Freund

Cape May hatten wir vornehmlich angesteuert, um uns mit einem ehemaligen Kollegen und Freund von mir zu treffen, der in Rehoboth auf der Südseite der Delaware Bay lebt. Pat und seine Frau Barbara besuchten uns am nächsten Tag, es geht eine Fähre über die Bay. Als die beiden unser Boot besichtigten, konnte ich aufgrund seiner Kommentare das erste Mal so richtig spüren, dass wir inzwischen schon einen ordentlichen Törn hingelegt hatten, Momente großer Gefühlsregungen kamen auf, ähnlich derer, die wir nach der Atlantiküberquerung erlebt hatten. Ich befürchte, dies kommt im Laufe unserer Reise das ein- oder andere Mal nochmal vor, möglicherweise schon bald, an der Statue of Liberty?

Amerikanische Freiheit

17 June 2022 | Norfolk, VA.
Petra | sonnig
Rebel Marina
"Ja, lass uns morgen mal in die Stadt fahren, damit wir für Samstag schon einmal wissen, wie wir zur Demo kommen", schlug Alfred vor, als wir Pläne für unsere neue "Heimat" machten. Wir waren gerade in der Rebel Marina angekommen und von David, dem Hafenmeister, am Steg empfangen worden (Willoughby bei Norfolk, Virginia). David, der Eigner der Marina, ist ein sehr netter und bescheidener Mensch, der uns kurz darauf in seinem klimatisierten Büro alle Angebote der Marina erklärte. Wie auch schon in Beaufort, North Carolina, gibt es einen "complimentary car" - unglaublich, aber wahr. Dieses Auto steht den Marinagästen zur Verfügung, jede und jeder kann es jederzeit nutzen. Es läuft, so wie die Wäsche und der Eisverkauf, nach dem honour system. Wer das Auto nutzt, schränkt sich zeitlich ein und tankt dementsprechend etwas nach. Alfred fragt noch, "You don´t need to see our driver´s license?". No, no problem. Hier ist das totale Kontrastprogramm zur Charleston City Marina, in der nur Megayachten lagen. Hier haben ganz normale Leute ihre Segelboote, segeln Mittwochsregatten bzw. Donnerstagsregatten, wir erleben das kurz nachdem wir ankommen. Zwei nette Frauen sprechen uns am Steg an und staunen, wie so viele, dass wir mit dem Boot aus Deutschland gekommen sind. Sie warten auf ihr Boot, mit dem sie die Donnerstagsregatta mitsegeln wollen. Es kommt kurz darauf, die Frauen springen an Bord und schon segeln sie los. Wir gehen ins "Fish House", wo wir uns ein Abendessen auf der "Porch", der Terrasse, gönnen, und die Regatta in der Willoughby-Bucht beobachten können. Es fliegen Genaker, in der Sonne schimmernde Racing Carbon-Segel als auch alte Lappen auf Familien-Booten mit Grill am Heckkorb. Am Ende kommt die eine Frau auch in das Restaurant und setzt sich mit anderen an die Bar. "How did you do?", frgae ich sie, als wir aufbrechen. "We got second or third. Not bad", erwidert sie und grinst. "Congratulations!", freue ich mich mit ihr.

Die Busfahrt
Am nächsten Morgen arbeiteten wir einen Plan aus, wie wir am besten mit Rad und Bus von Willoughby nach Norfolk kommen. Wir radeln ca. 10 Minuten zur Bushaltestelle, stehen 10 Minuten in der 30 Grad-Hitze und steigen dann mit unseren Falträdern in den 8er Bus, der durch die Klimaanlage so kalt ist, dass ich mir wünsche, einen Pullover zu haben. Es steigen zwei weitere Leute zu, zwei Männer, die eher weniger wohlhabenden sozialen Schichten zuzuordnen und POC (Person of Color) sind. Schon in Florida fiel mir auf, dass eigentlich nur arme Leute Bus fahren und dass diese "zufällig" auch fast alle POCs sind. Ich unterhalte mich mit dem Mann neben mir, der etwa 30 Jahre alt ist, ein großes weißes T-shirt trägt und eine Schlabberjogginghose. Er ist sehr interessiert und rät mir, lieber Tagestickets zu kaufen, das sei günstiger als Einzeltickets. Ich solle ruhig zum Busfahrer gehen, es sei ja gerade Stau. Ich krame in meinem Portemonnaie, um kleine Scheine zu suchen. Ich habe nur einen 10-Dollar-Schein. Mein Sitznachbar sieht das und hält mich zurück, er hält mir einen 5-Dollar-Schein hin. Ich denke zuerst, wie nett, er will mir wechseln. Ich warte auf den zweiten 5-Dollar-Schein. Er hält immer noch den einen 5-Dollar-Schein hin, sieht mich an und sagt schließlich, "I can use 5 Dollars." Ich überlege kurz, grinse, gebe ihm meinen 10-Dollar-Schein und bekomme dafür 5 Dollar. Alfred beobachtet den Tausch von der Sitzreihe gegenüber und grinst auch. Ich gehe zum Busfahrer und bekomme statt der zwei Einzeltickets für die 5 Dollar zwei Tagestickets. "That´s really nice of him, the bus driver didn´t have to that. That´s really great service, driver!", ruft der 5-Dollar-Mann dem Busfahrer zu. Aufgrund der kleinen Spende fühlt sich der geschickte Verhandler neben mir verpflichtet, etwas gesprächiger zu sein und uns etwas über die Umgebung zu erzählen, z.B. über den Strand und uns noch weitere wertvolle Tipps über Busverbindungen zu geben. Als er aussteigen will, versucht er, uns noch dazu zu überreden, mit ihm auszusteigen und den 1er Bus Richtung Stadt zu nehmen, die Verbindung sei viel besser als die mit der 8. Ich lehnte dankend ab, weil wir bei unserem Plan bleiben wollten, ab der Endstation mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren. Was sich aber im Nachhinein als eine ziemlich weite und nicht besonders fahrradfreundliche Strecke herausstellt.

Das Fest
Nach 1 ½ Stunden Fahrradfahrt mit Suche nach guten Radwegen wurden wir belohnt - mit dem schönen Hafenviertel von Norfolk und dem Harbor Fest. Ein großes Gelände auf frisch gemähten duftenden grünen Wiesen mit weit verteilten Ständen, die kostenlose Aktivitäten anboten, Essen und Getränke. "Wie bei der Kieler Woche", sage ich zu Alfred. Wir schlendern herum und staunen: ein hohes Aquarium mit zwei Meter hohen Glaswänden, in dem echte Meerjungfrauen schwimmen,



eine Bootsbastelwiese von Sika gesponsort, auf der man zu zweit oder alleine aus gestelltem Material (Spanplatten, Sikaflex und Kabelbinder) versucht, ein Objekt zu bauen, das nicht nur schwimmt, sondern auch noch bei einer Regatta schneller fährt als die anderen. Wir sprechen mit zwei Engineering-Studenten, die Freude an der Bastelei haben und auf Alfreds Hinweis, dass es schwierig wird, mit dem schmalen Boot nebenan mitzuhalten, mit Humor reagieren: "That looks like it´s going to leak.".




Im Hafen liegen mehrere Tall Ships, alte oder nachgebaute Karacken oder Karavellen, alte dreimastige Hochseeschiffe, auf denen Touren stattfinden. Schließlich beenden wir unseren Ausflug mir einem leckeren Abendessen, bevor wir uns auf den Heimweg aus Rad- und Busfahrt machen. Morgen früh wollen wir wieder in die Stadt fahren, um an der Demo "March for our Lives" teilzunehmen. Wir sind gespannt, wie viele Leute daran teilnehmen werden und wie es wird.

"March for our Lives"
Es ist ein Thema, das mich schon seit Jahren beschäftigt. Wieso sind Amerikaner so sehr auf ihre Freiheit bedacht? Die Freiheit, die zwar für manche Individuen von Vorteil ist, für viele aber eher von Nachteil. Besonders in Bezug auf die Freiheit, Waffen tragen zu dürfen. Darauf bin ich bereits im Post, "Das T-Shirt" eingegangen. Sollen wir überhaupt noch zur Freiheitsstatue segeln? Wie viel Freiheit braucht eine Demokratie? Wie viel soziale Verantwortung?
Schon seit einigen Jahren bekomme ich den Newsletter von March for our Lives zugesandt. Die Organisation wurde von Schülern gegründet, die von dem Amoklauf an der Parkland-Schule in Florida 2018 betroffen waren. Sie verloren Lehrerinnen, Freunde oder Angehörige. Das motivierte sie dazu, viele Schüler USA-weit zu mobilisieren und sich gegen Waffen bzw. für strengere Waffengesetze einzusetzen. Bis vor Kurzem konnte ich die Aktivitäten dieser Organisation nur aus der Ferne verfolgen, aber jetzt konnte ich endlich bei einer Aktion mitmachen. Alfred war sich nicht sicher, ob er als Nicht-Amerikaner überhaupt dazu berechtigt sei, daran teilzunehmen. Wir waren uns aber schließlich einig, dass es in Ordnung sei, weil er ja als Partner einer Amerikanerin teilnehmen würde.
Morgens um 10:00 versammelte sich vor dem World Trade Center in Norfolk eine bunte Menge an Leuten, die teilweise Schilder trugen, manche T-Shirts mit politischen Aussagen. Einige Frauen in roten T-Shirts mit der Aufschrift "Moms Demand Action", die sich auch gegen Waffen einsetzen, stehen auch hier und da verstreut in der Menge von ungefähr 150 Demonstranten. Wir plaudern mit zwei Frauen, die in einem historischen Museum arbeiten und sich gut mit den verschiedenen Entwicklungsstadien der amerikanischen Flagge auskennen. Plötzlich hören wir laute Kommandos - eine Frau ruft, "Let´s get going, c´mon, as a former Platoon leader, I´ll take over the lead!". Eine sehr dynamische Frau läuft vor und gibt Anweisungen, in welche Richtung es gehen soll, ruft Parolen und sagt uns, was wir antworten sollen, z.B. "No more violence!" oder "Never again!". Ich finde es sehr bewegend, die Rufe gegen Gewalt zu hören und mitzurufen. Wie engagiert manche Leute ihre selbstgemalten Schilder hochhalten (siehe Galerie), beeindruckt mich. Als wir schließlich vor dem Rathaus stehen, hoffe ich zwar, dass uns jemand sieht und hört, glaube es jedoch eher nicht, als ich den mindestens zehnstöckigen spiegelnden Glasbau emporschaue.





An ihrem selbstbewussten Auftreten merkt man, dass die Gruppenleiterin es gewohnt war, Gruppen zu führen. Am Ende erzählt sie uns, dass sie bei der Army war, nun pensioniert ist und nebenbei noch bei Target arbeitet, einem großen Kaufhaus. Wir sollten sie da gerne mal besuchen. Nach ca. einer Stunde sind wir wieder dort, wo wir losgegangen sind und sind froh, dass wir mitgemacht haben, aber auch erleichtert, dass wir uns jetzt ausruhen können. Es wird schon wieder sehr heiß. Vor uns liegt schon das Gelände das Harbor Fests, wo es kalte Limonade gibt.

Beaufort - Norfolk (237 nm)

14 June 2022 | Norfolk
Alfred | Gewittrig
Schwere Waffen in Norfolk


Es galt jetzt, den 37sten Breitengrad zu erreichen, denn ab dort sind wir auch bei benannten Stürmen versichert. Das ist am Eingang der Chesapeake Bay. Wir hatten uns Norfolk ausgeguckt, da sich dort an einer Landzunge der am ehesten zu erreichende Hafen befand, der uns einen Liegeplatz zusicherte. Dazu mussten wir allerdings noch zwei Kaps passieren, von denen eines das so berüchtigte Cape Hatteras ist. Auch das Cape Lookout direkt nördlich von Beaufort verlangt einen großen Bogen wegen der vielen Flachs, die dem Kap vorgelagert sind. Dummerweise blies uns der Wind bei der Ausfahrt aus dem "Beaufort Channel Inlet" direkt auf die Nase, was uns zum Motoren zwang. Auch hatten wir uns dafür entschieden, die Passatsegel draufzulassen, da sowohl auf der nordöstlichen Passage an den Kaps vorbei als auch auf der Zufahrt zur Chesapeake Bay die Windrichtung machbar für das Segeln mit Passatsegeln schien. Man würde sehen.
Wichtig war uns, dass wir Gewitter vermeiden konnten, denn auf eine weitere Andacht im Niedergang und das Verstauen aller mobilen elektronischen Geräte im Backofen legten wir keinen Wert. Wir diskutierten dies recht intensiv mit zwei Mexikanern, die sich mit Ihrer gerade in der Dominikanischen Republik erworbenen 46-Fuß-Jeanneau auf einer Überführungsfahrt nach New York City befanden. Und mit Gordon und Candace, mit denen wir ja schon länger gemeinsam die Ostküste hochzuckeln. Die Beiden haben ihr Boot in Grenada gekauft, eine Moody 42, dort aufgerüstet und nutzen es als Mobile Office. Für sie ist die Auswahl des besten Wetterfensters damit noch etwas schwieriger, da sie auf Wochenenden festgelegt sind. Sie werden diesen Abschnitt wohl über den Intracoastal Waterway (ICW) bewältigen, der durch das Land führt und damit mehr Sicherheit bietet. Der ICW ist uns leider (oder Gottseidank, wir motoren wirklich nicht gern?) verwehrt, da er immer wieder unter Brücken entlang führt, die genau 65 Fuß Durchfahrtshöhe haben. Unser Mast würde da gerade drunter passen, aber wir müssten uns dann jedes Mal eine neue UKW-Antenne kaufen.
Toni trinkt nur Bourbon. Er hat eine Flasche von uns bekommen, da er uns, zusammen mit Candace und Gordon auf eine Ausflugsfahrt auf seiner Bavaria 46 eingeladen hat und mit uns durch die Gewässer rund um Beaufort gefahren ist. Das haben wir so genossen, keine Verantwortung, keine Navigation, nur sabbeln und leckere kleine Speisen und Bier in sich hineinfüllen. Er macht das normalerweise mit zahlenden Gästen, aber an dem Tag hatte er keine, unbd er und seine Freundin haben Spaß an Gesellschaft.
Schließlich noch Dan, der Hafenmeister oder Mariniero oder irgendwas dazwischen. Kennt sich gut aus in der Gegend und gab uns Tipps zu Orten an der Ostküste, wo man gut neue Segel und ein neues Navigationssystem beschaffen kann; unsere beiden nächsten großen Projekte.
Apropos: Milena Bonatti fährt mit einer Null-Fehler-Liste! (nachdem ich die Logge in Beaufort ausgebaut und von kleinen football-förmigen Schalentieren befreit habe). Das ist ein ganz tolles Gefühl für mich. Alles funktioniert und alles ist in bester Ordnung. (naja, ein neuer Toilettensitz wäre nicht schlecht ...).
Die Fahrt verlief dann einigermaßen so, wie wir es geplant hatten. Wir wollten im ersten Abschnitt etwas langsamer unterwegs sein, um so ein Gewitter nahe Kitty Hawk (welch ein Name!) vor uns vorbeiziehen zu lassen. Das haben wir manchmal ein wenig übertrieben, wir segelten nur mit dem Groß (Vorsegel hatten wir ja nicht, wegen der Passatsegel) mit zwei bis drei Knoten vor uns hin. Das hält man dann irgendwann nicht mehr aus, Motor an, um so auf schnittige 6 Knoten zu beschleunigen. Cape Hatteras und Cape Lookout zeigten sich von der ganz friedlichen Seite, und das Gewitter bekamen wir tatsächlich nur ganz aus der Ferne zu Gesicht.



Das berüchtigte Cape Hatteras


Ab und an konnten wir auch unsere Passatsegel einsetzen, dann ging's gut voran. Am Ende des Törns hatten wir immerhin doch 68% der Strecke gesegelt. Wir müssen vorankommen (s.o. 37° N), und da muss eine längere Motorfahrt mal drin liegen. Das gab uns ein wenig Muße und die Möglichkeit, unsere Reiseführer für Norfolk ein wenig zu studieren, und im Internet zu schauen, was dort an Veranstaltungen so los ist. Und dieses Mal, im Gegensatz zu vielen anderen Malen, sollten wir Glück haben: am "Harbour Fest Norfolk" würden wir endlich mal teilnehmen können. Und nicht nur das, auch ein 'March for our Lives' würde so stattfinden, dass wir mitmachen könnten. (Petra wird in einem weiteren post hier im Blog darüber berichten).
Spannend wurde noch die Diskussion darüber, welche Route wir nehmen für die Einfahrt in die Chesapeake Bay, überall Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiete, Brücken und Tunnel. Aber mit Petras klarem Blick für die Dinge (Land ist gelb, Tunnel sind grau und: red-right-return), fanden wir den richtigen Weg. Und wieder mal Glück bei der Einfahrt in die Rinne zur Marinas an der Willoughby Bay. Wir telefonierten vorher mit dem Hafenmeister der "Rebel Marina" (das passt ja), und er gab uns den Tipp, die ersten beiden Tonnen mit 40 bis 50 Fuß (um die 15 m) Abstand zu passieren. Ein paar Tage später berichtete uns Scott mit seinem 3,5 Fuß tiefen Kat, dass er in der Mitte des Fahrwassers (ca. 100 Fuß von der roten Tonne entfernt) auf Grund gelaufen sei.
Erster Eindruck nach der Ankunft in Norfolk - neben den super-netten Leuten und der unglaublich ordentlichen und sauberen Marina (ich fühlte mich an unseren YCG erinnert) - war die Präsenz der Navy: Hubschrauber, Flugzeugträger, Schlachtschiffe, alles in unmittelbarer Umgebung. Nun, nach der Zeitenwende hat sich die Einstellung zu diesen Dingen bei mir wie wohl auch bei vielen Anderen doch stark geändert. Ich fand's cool.
Spannend war das Gefühl bei der Besichtigung der "USS Wisconsin", die bereits im 2. Weltkrieg und im Koreakrieg in Einsatz war, dann eine heftige Kollision im Nebel wg. Eines MOB-Manövers ganz in unserer Nähe vor der Küste von Virginia mit einem anderen Schiff überstand ...




... und schließlich 1991 noch mit dem Beschuss von 24 Marschflugkörpern "Tomahawk" den Irakkrieg einleitete. Damals fand ich das alles "militaristisch", heute beruhigt es mich, dass die USA diese "schweren" Waffen hat ...
Jetzt freuen wir uns auf die Zeit in Norfolk.

Von Sklaven und Klapperschlangen

05 June 2022 | Beaufort, NC
Alfred | Am Randes des ersten Tropensturms Alex: wie auf der Ostsee im Sommer
Charleston
Charleston ist schön. Achtmal hintereinander gewann es den ersten Preis für die schönste Stadt der USA im Travel and Leisure Magazine. Fast schon europäisch. Italien, Südfrankreich, so diese Richtung.




Natürlich gibt es Besonderheiten, die "wir" nicht aufweisen können, Hausnummer 0 zum Beispiel oder Hausnummer 30 ½. Oder Gaslaternen, die auch tagsüber brennen. Bei den wunderschönen Blumenkästen vor den Häusern (big business, meinte die Stadtführerin) fühle ich mich allerdings 'competitive', zumindest aus süddeutscher Sicht. Spannend ist die Geschichte des Sklaven Robert Smalls, der bei den Konföderierten Südstaaten (den Bösen pro-Sklaven) als Lotse in Charleston gehalten wurde. Er entführte ein Schiff der Konföderierten zusammen mit 6 anderen Sklaven und brachte es an Fort Sumter vorbei (wo "der Krieg" begann) zu den Nordstaatlern, die Charleston belagerten. Er gewann dadurch die Freiheit und wurde erst zum Kapitän ernannt, später Mitglied des US-Kongress. Daran, dass die Amerikaner ihren Sezessionskrieg 1861-1865 als DEN Krieg bezeichnen, musste ich mich auch erstmal gewöhnen. Um die Sklaverei ein wenig besser zu verstehen und um schöne Pflanzen und Tiere zu sehen, besichtigten wir eine ehemalige Sklavenplantage, die heute auf Tourismus macht, die Magnolia Plantation. Es wurde dort Reis angebaut und geerntet, das Gold von South Carolina. Die Sklaven waren Experten im Anbau dieser Reissorte, hatten sie dies doch auch in ihrer Heimat gemacht. Es machte die Plantagenbesitzer reich, da es sich wohl um eine ganz besonders edle Reissorte handelte. Die Sklaven machte es nicht nur arm, das waren sie ja schon, sondern tötete sie auch mit um die 30 Jahre, da es viele Unbilden bei der Ernte zu bestehen gab, neben der Hitze vor allem Giftschlangen, Alligatoren und Moskitos. Die Hütten, in denen sie wohnten, und die wir auf einer Tour besichtigen konnten, und die auch erst nach einigen Jahrzehnten für die Sklaven gebaut wurden (vorher wurden sie einfach so auf dem Feld gehalten), hatten zuerst gar keine Einrichtung, später kamen dann irgendwann Bettgestelle und Tische dazu.



Einfache Hütten für die Sklaven ohne Möbel. Nix drin. Schlafen auf dem Fußboden

Es ist bemerkenswert, dass nach dem Krieg, der ja zur Abschaffung der Sklaverei führte, der Reisanbau nicht weitergeführt wurde. Es fanden sich keine Erntehelfer mehr.
Interessanterweise war die Führung über die Sklavenhütten die am wenigsten Besuchte auf der Plantage, und dass, obwohl es die einzige ist, für die man nicht bezahlen muss. Wie wir gehört haben, ist das Thema Sklaven in den heutigen Südstaaten immer noch ein Ungeliebtes, man kann es nur falsch machen: redet man zu viel drüber, geht man den Leuten auf die Nerven, redet man zu wenig oder gar nicht drüber, ist man politisch nicht korrekt. Petra hat dann auf der Führung die Thematik mit einer Frage aktualisiert: nachdem der Tourführer berichtete, dass die Sklaven nach Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs bezahlt wurden, mit einem Gehalt von auf heutige Werte umgerechnet 9 Dollar pro Tag, fragte Petra, ob die Bezahlung der heutigen 'PoC's' (Person of Color) denn besser sei, denn es sind immer noch Nachfahren der ehemaligen Sklaven auf der Plantage tätig. Was zu einem etwas verkrampften Gelächter führte.

Nochmal kurz Technik
Zur Entspannung nach all der Historie und Politik nochmal ein wenig Technik. Wir dachten ja, dass nach dem langen Reparatur- und Wartungsaufenthalt in West Palm Beach erstmal Ruhe ist mit Störungen. Leider wurden wir eines Besseren belehrt: das von mir so hochgelobte Team von Alan hatte uns eine Leckage in die Spüle im Bad eingebaut (falscher Schlauchdurchmesser, Dichtung fehlte), aber da wir ja einen Klempner an Bord haben, konnten wir das ohne fremde Hilfe richten. Dann verließ uns der Lautsprecher des UKW-Funkgeräts im Cockpit, eigentlich nicht schlecht, weil die Nachtwache dadurch deutlich ruhiger verläuft, aber aus seemannschaftlichen Gründen leider inakzeptabel. Und schließlich verließ uns der Autopilot. Das ist ein ebenfalls ernstes Problem, weil wir ja bei unserem Wachsystem quasi Einhand unterwegs sind, und da wird dann z.B. ein Toilettengang zur Herausforderung bzw. unmöglich, ohne den anderen zu wecken. Glücklicherweise verabschiedete sich das System erst 60 Seemeilen vor Beaufort, unserem Ziel, so dass wir nicht zu lange Ruder gehen mussten. Dieser Fehler war uns vorerst völlig unverständlich, da wir im Zuge der Arbeiten an der Ruderanlage in West Palm Beach auch unseren brandneuen Ersatz-Autopiloten einbauen ließen. Allerdings von Alans Team...?
Ich möchte es im Interesse aller an dieser Stelle sehr kurz machen: wir fanden Jeff, er checkte alles, und reparierte alles, auch, indem er uns sein zu unserem Gerät identisches UKW-Funkgerät nebst Lautsprecher und Handset einbaute, ohne es zu berechnen. Wir sollten es ihm, wenn wir uns ein Neues beschaffen, (was er uns ans Herz legte) bitte zurücksenden. Das Autopilot-Problem konnten wir schon vorab eingrenzen, weil wir vorab eine See-Erprobung mit Kalibrierung des elektronischen Kompasses durchführten, und das System uns meldete, dass es keinen Kompass erkennen kann. Also messerscharf geschlossen, der sogenannte Fluxgate-Kompass war der Übeltäter, und Alan traf keine Schuld. Natürlich hatte Jeff exakt den Kompass-Typ bei sich im Lager. Man kann ja auch mal Glück haben. Die anschließende See-Erprobung war dann die Erfolgreichste, die ich mit Milena Bonatti je durchgeführt hatte: < 3° Abweichung zwischen GPS und Fluxgate-Kompass. Wir hoffen, dass uns die Strömung im Ashley River nicht zu diesem guten Wert verholfen hat, aber wir haben versucht, genau bei 'Slack Tide' (Stillwasser) zu kalibrieren.

Klapperschlange
Es sollte weiter gehen, von Charleston nach Beaufort, ein weiterer 230 Seemeilen-Törn mit interagierendem Multifunktionscharakter. Strömungen und Tiefgang in den Ein- und Ausfahrten der Häfen, Tiefe, Brückenhöhen, Hafenliegeplatz-Reservierung, Meldung bei der U.S. Customs and Border Protection (wir hatten Besuch dieser Herrschaften in Charleston, weil wir es bis dahin nicht gemacht hatten, aber das ist eine andere Geschichte, die Gottseidank glimpflich mit einer Verwarnung endete), Gewitter, Windrichtung und Strömungen und damit verbunden Besegelung, und schließlich auf allem basierend Abfahrts- und Ankunftszeiten. Vor allem die Frage, ob wir eine oder zwei Nächte unterwegs sein wollten, beschäftigte uns intensiver. Eine Nacht hatte Präferenz, ließ sich aber aufgrund der obigen Parameter nicht durchführen.
Ein Aspekt beschäftigte uns diesmal besonders. Auf den letzten Törns kamen wir immer wieder in die Situation, dass der Wind direkt von achtern blies, und dann auch noch mit geringer Stärke. Das mag Milena Bonatti nicht besonders, wir waren oft gezwungen zu motoren, um unsere geplante Ankunft nicht zu gefährden. Das wiederum mögen wir nicht. Die Lösung heißt entweder einen günstigen Wind oder eine geeignetere Besegelung wählen. Auf Letzteres haben wir entschieden mehr Einfluss, und nach dem Routing stellten wir fest, dass auf dem bevorstehenden Törn der Wind fast ausschließlich von achtern kommen würde. "Dann bauen wir eben die Passatsegel auf", schlug Petra am Mittwochmorgen vor. Dumm war nur, dass die Wettervorhersage für Freitagnachmittag Gewitter bei Beaufort vorhersagte, und Charles Parker uns bzw. unseren Freunden Gordon und Candace von der Caledonia vorschlug, lieber früher als später in Charleston abzulegen. Um 13:00 begannen wir mit dem Segelwechsel, um 16:00 Uhr waren wir fertig, um 18:30 Uhr legten wir ab. Das war für uns sportlich, und bei der Hitze mit einer Unmenge kaum auszugleichenden Flüssigkeitsverlusts verbunden. Auch Gordon und Candace legten zufällig zur exakt gleichen Zeit ab. Mit ihnen zusammen mussten wir natürlich den Ashley River hinunterfahren, wegen des gemeinsamen Erlebnisses. Somit musste die Überprüfung der Passatsegel mit den zwei Bäumen und ihren jeweils vier Leinen erstmal unterbleiben, die wir eigentlich noch vor der Ausfahrt in den Atlantik durchführen wollten. Und vom 'Inlet Channel' konnte man auch erst nach ca. 4 Seemeilen abbiegen, was für die Passatsegel zwingend war, um den Wind aus Süd einzufangen. Vorher gab es versteckte Untiefen, Wellenbrecher-Reste ähnlich wie in Großenbrode, nur eben viel größer (wie alles in Amerika). Es begann zu dämmern, und wir nahmen die erstmögliche Kursänderung heraus aus dem Fahrwasser,



Auf der roten Linie sind wir abgebogen - bis zu dieser kleinen blauen Fläche... Die grüne Linie mit den roten Kreuzen war unsere geplante Route!


um noch vor der Dunkelheit unsere Passatsegel aufzuspannen und das Leinengewirr zu ordnen. Das war auch gut, denn beim Aufbau hatte sich der ein- oder andere Fehler eingeschlichen. Die Sonne war schon eine Weile untergegangen, als die Segel endlich sauber standen, was immer wieder ein Erlebnis ist, denn die 80 m² am Bug machen schon was her auf unserem kleinen Bötchen. Routinemäßig warf ich nach all der Action einen kurzen Blick auf den Plotter. Was war das? Ein dunkelblauer Streifen direkt quer vor uns auf unserem Kurs, vielleicht noch eine viertel Seemeile (450 m) entfernt! Rattlesnake Shoals stand da! Das war die erste Untiefe neben dem Cape Fear (auch ein schöner Name), die ich unbedingt vermeiden wollte. "Don't tread on me!" Mir fielen diese T-Shirts ein, die viele freiheitsliebende Amerikaner tragen, und mit dem sie vermeintlich ausdrücken wollen, dass sie bitteschön weiter Waffen tragen oder benutzen möchten, wann und wo immer sie es für richtig halten. Nun haben es Passatsegel so an sich, dass man sie nur in einem Bereich von 40° vom Wind weg verwenden kann, danach schlagen sie um, was unabsehbare Folgen haben kann. Wir brauchten aber eine Kursänderung von 90°, mussten dazu möglichst die Passatsegel so weit wie es irgend geht wieder einholen. Und das alles in 450 m Strecke, was uns bei 6 Knoten Fahrt noch zweieinhalb Minuten Zeit ließ, um das zu bewerkstelligen. Ich war in Panik, Petra versuchte, Ruhe zu bewahren, und mich zur Ruhe zu bringen, was meine Panik noch leicht steigerte. "Wir dürfen nicht über die Rattlesnake Shoals fahren!", rief ich. "Wir müssen die Passatsegel ruhig und mit bedacht einholen!", versuchte Petra meine Priorität zu ändern. Beides ging irgendwie nicht, und ich begann, bei erst halb eingeholten Segeln und einer im Stress fälschlich gelösten Leine und damit schief stehendem Steuerbord-Baum knapp an der Kante des Unterwasserbergs entlang zu kurven.



die rote Linie ist wieder unser Track



Es ging aus, wie so oft: wir liefen nicht auf Grund, es ging nichts zu Bruch und Petra und ich lieben uns noch immer.
Da der Wind zuerst noch aus Süd wehte und wir mit den Passatsegeln Südwest benötigten, setzten wir erstmal das Groß und konnten so erstmal eine gute Strecke Seeraum zwischen uns und der Küste lassen. Was uns später half, mit einem beruhigenden Abstand das berüchtigte Cape Fear querab zu lassen. Am nächsten Morgen dann der bei Wetterwelt vorhergesagte Südwest. Jetzt, bei Tageslicht, war es auch sicherer, die Passatsegel zu setzen. Und dann zogen wir den Strich mit unserem Track auf dem Plotter, den wir uns gewünscht hatten: eine Linie über 140 Seemeilen wie mit dem Lineal gezogen.



Naja, Kurvenlineal. Aber ein guter Abstand zum Cape Fear!
rote Linie: wir
grüne Linie mit roten Kreuzen: vorher geplante Route


Mit gutem Speed, so dass wir schon am frühen Vormittag in Beaufort einliefen. Trotz des anfänglichen Stresses und falschen Windes, mit ein wenig Geduld und der richtigen Taktik hatten wir am Ende doch alles richtig gemacht. Wir sind wieder so richtig unterwegs.

MEGA-MILENA

05 June 2022 | Charleston, South Carolina, USA
Petra | Hot and sunny
"Mega-Milena"

Als wir für Charleston planten, gab es wieder einmal keine freien Liegeplätze, nirgends. Wir waren mal wieder zu spät und hatten nicht, so wie unsere Freunde, Candace und Gordon, Wochen im Voraus reserviert. So rechneten wir bei unserer Einfahrt in das Inlet, der ausgebaggerten und sicheren Schifffahrtsstraße vom offenen Atlantik in die geschützten Flüsse und Gewässer im Festland, dass wir in relativ starker Strömung neben einem Fahrwasser ankern müssten. Als ich dann jedoch eine Marina noch telefonisch erreichte, die ein paar Meilen weiter westlich am Ufer des Cooper River liegt, hatten wir Glück! Es gab einen Liegeplatz für vier Tage. Leider war diese Marina sehr weit entfernt vom schönen Stadtzentrum Charlestons und von unseren Freunden. Naja, besser als auf einer unsicheren Stelle ankern, wo wir ungern das Boot allein gelassen hätten, um mal mit dem Dinghy in die Stadt zu fahren. Candace riet mir, den Marinas immer wieder mit Anrufen auf die Nerven zu gehen. Die Charleston City Marina rief ich mehrmals an und sprach immer wieder mit Cameron, der scheinbar ein großes Herz hatte und mir sogar die Geschichte des Bootes erzählte, das unseren möglichen Platz blockierte. Das fand ich sehr nett und empatisch. Dadurch entwickelte sich eine gewisse persönliche Ebene. Ich machte sogar Vorschläge, wie wir der Frau helfen könnten, die erfolglos nach Skippern suchte, die ihr helfen sollten, ihr Boot nach Beaufort, North Carolina zu bringen. Das Etappenziel unserer jetzigen Törns.
Nach einem geführten Stadtspaziergang durch die historische Altstadt Charlestons brachten wir unsere Freunde mit dem Mietwagen zurück zur Marina. Das war die Gelegenheit, noch einmal persönlich vorzusprechen und Cameron um Gnade zu bitten. Cameron war sogar im Dienst. Wir plauderten und lachten über meine Ideen, wie wir an den Liegeplatz der Frau ohne Skipper kommen könnten. Dann krempelte er die Ärmel hoch, schritt an die große Whiteboardtafel mit dem Marinaplan, auf der viele Hieroglyphen in Rot und Schwarz waren und ging in sich. Man sah förmlich, wie seine Gehirnwindungen glühten. Ich hielt die Luft an."It´s almost like chess," sagte ich bewundernd. Er zeichnete etwas ein, das er später wieder wegwischte. Plötzlich sagte er, "It looks like we have a slip for you." Yay! Ich gratulierte ihm und rief ihm und seiner Multitaskingkollegin am Funkgerät zu: "You´re doing a great job! Thank you!", um anschließend loszugehen und Alfred die freudige Nachricht zu überbringen.
Als wir schließlich mit Milena Bonatti vor der Marina ankamen, hieß es über Funk, wir liegen auf Platz 910 am Megayachtdock (obwohl diese Marina eine der günstigsten war bisher)! Milena Bonatti durfte sich also in die Megayachten einreihen. Sie war diesem Liegeplatz würdig, wenn sie nicht sogar mehr Stil hatte als so manche Motoryacht. Wir staunten, wie groß die Yachten um uns herum waren und wie lang der Steg war. Hannah, die dockhand, die unsere Leinen entgegengenommen hatte, ratterte gleich ihren Willkommenstext herunter, in dem auch die Worte "complimentary shuttle" vorkamen. Es gab also Golfcarts, in denen man von seinem Boot zum Marinabüro chauffiert werden konnte. Welch Dekadenz! Es gab einiges, das ich mir bei den großen Yachten abguckte, Planzen vor dem Treppenaufgang,




Stühle davor, damit man es sich beim Ausziehen der Schuhe bequem machen kann. Und ein schöner Korb, in den man die Schuhe legt, damit sie vom Wind nicht weggeweht werden. Das brauchen wir auch, sagte ich zu Alfred und besorgte gleich einen schönen Eukalyptuszweig im Blumenladen, den ich an den Relingeingang anbrachte. Das war schon einmal der Anfang auf dem Weg zu einer Megayacht, Mega-Milena Bonatti.
Vessel Name: Milena Bonatti
Vessel Make/Model: X-Yachts, Xc 38
Hailing Port: Großenbrode, Germany
Crew: Petra Pavlisin, Alfred Punke
About: Petra has been sailing high seas for a few years now. Alfred has been sailing the Baltic and the North Sea since 2000.
Extra: We are planning a circumnavigation of the globe, crossing the Atlantic with ARC 2019, heading to New York 2020 and westward after
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