Crusing Patagonia

20 February 2009 | 41°48,71' S 073,05,38' W
19 February 2009 | 41°29,36' S 072°58,82' W

Isla Chidguapi

20 February 2009 | 41°48,71' S 073,05,38' W
Wir verlassen den Club Reloncavi am frühen Morgen und motoren erst einmal mit Kurs Südwest aus dem schmalen Kanal zwischem dem Festland und der Isla Tenglo. Nach dem Passieren der Fischzuchtanlage am südwestlichen Ende der Isla Tenglo setzen wir Groþsegel und Genua und laufen mit ruhigen 2 Bf. Windstärke aus West auf den Paso Maillen zu, der die gleichnamige Insel vom Festland trennt. Wir setzen dann den Kurs 169° ab und segeln Richtung Isla Guar, die wir backbord liegen lassen, um dann mit 157° die Umsegelung der Isla Puluqui angehen.

Unser heutiges Ziel ist das kleine Restaurant "Juanito" auf der Isla Chidguapi. Vom südlichen Ende des Seno Reloncavi lässt man die Isla Puluqui an steuerbord und hält direkt auf den Eingang des Kanals Chidguapi zu. Das Restaurant passiert man Backbord (man erkennt es an einem kleinen Fahnenmast) und wenige Meter weiter sieht man eine neu errichtete Betonrampe. Ein Ballwurf weiter kann man bequem ankern (oder an eine der beiden Bojen gehen) und mit dem Beiboot zur Rampe absetzen.

Man sollte allerdings vorher anrufen. Der Skipper weiþ Bescheid und hat rechtzeitig unser Kommen angekündigt. Wir haben nach einem schönen Segeltag einen enormen Appetit und freuen uns auf die bestellten Austern und Locos. Selbst nach unserem bevorzugten Wein wurden wir vom freundlichen Besitzer gefragt. Für diese Essen entscheiden wir uns für einen schönen chilenischen Weiþwein.

Später erzählt uns der Besitzer ein wenig von der Vergangenheit der Insel, als hier nicht mehr als ein paar Kartoffeln und Gemüse angebaut wurde und viele - vor allem jungen - Menschen die Insel verlieþen und in die Stadt Puerto Montt oder gar nach Santiago zogen. Heute schaffen die Zuchtanlagen für Mariscos, Muscheln und vor allem für atlantischen und pazifischen Lachs für die Menschen Arbeit und bescheidenen Reichtum. Für uns Segler ist der Erfolg allerdings mit einem bitteren Beigeschmack verbunden. An fast allen schönen Ankerplätzen und den wilden paradiesischen Buchten haben sich die Bojen und die Netze breit gemacht. Getreu dem Motto: Des einen Freud, des anderen Leid.

Na wenn das nicht köstlich aussieht !? Und es ist kein Geheimnis verraten, wenn ich beichte, es schmeckte noch besser als es auf dem Foto aussieht. Skipper und Besatzung gehen zufrieden, der eine oder andere leicht besäuselt, zurück zum Zodiac, das noch brav auf der Rampe liegt. Das Rudern erweist sich derweil als eine ziemlich lustige Aufgabe. Mit paar Spritzern von kaltem Meerwasser ins Gesicht wird die Orientierung leichter und wir erreichen wohlbehalten die Mafioso II. Aufräumen, Klarschiff machen und für die Nachtruhe vorbereiten, das sind die letzten Aufgaben des ersten Segeltages, ehe der Tag mit einer Zigarre, einem Glas Rotwein und einem prächtigen Sonnenuntergang zu Ende geht. Und dann höre ich ein seltsames Glucksen und Schnaufen und sehe einen Seehund, der uns kurz besucht und sich dann Richtung Richtung Farbenspektakel am Himmel davon macht.
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Vessel Name: Surai
Hailing Port: Puerto Montt

Port: Puerto Montt